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Frankreich.

Jiiißfanb.

er vor mehr als einem halben Jahrhundert in ihren Ruhen seine ersten

aber

indem er die

ist man dann nicht so gut bedient wie im Gasthause. Was nun aber Essen und Trinken anbetrifft, so begeht man einen seltsamen Jrrthnm, wenn man osficiell die Billigkeit von Wirthshäusern zweiten bis vierten Ranges anpreist, in denen man es möglich machen kann, zum Preise von 60 bis 70 Kreuzern Suppe, Rindfleisch und Gemüse, Mehlspeise nebst Brod und einem Glase Bier zu erhalten. Dies ist jedoch eine specifisch wienerische Art, seine Mahlzeit ein- zunehmen, und wird den Gewohnheiten und Bedürfnissen nur selten entiprechen. Wer ist auch im Stande, Tag für Tag seinSuppenfleisch," wenn auch mit Gemüse verbrämt, hinunterzuwürgen? Der Fremde will doch eben nicht

Petersburg. Nachdem die gegen Khiwa commandirten Truppen sich in Bewegung gesetzt haben, tauchen in der russischen Presse, die doch das Publi­kumans dem kaufenden" erhalten will, allerhandNachrichten vom Kriegs­schauplatz" auf, die nichts weiter als Gerüchte sind, in Form eines Telegramms aber sich sehr wichtig machen. Solch eine von derBörse" zu Papier gebrachte lind dadurch für die Leichtgläubigen hinreichend verbriefte Sage war die, daß 21 vom Khan von Khiwa aus der Gefangenschaft entlassene Russen bereits in Kasaliuök zugleich mit einem Parlamentär eingetroffen seien, der mit General

heute feinen Namen trägt, aussprach. So schöne Gefühle, die den Monarchen im Men'chen noch mehr erhöhen, sind besonders erfreulich und thelier nicht nur

Lokal-Notiz.

Gießen, 16. Mai. Zur Warnung für das reisende Publikum machen wir darauf auf- m-'rksam, daß mit dem 15. Mai ein neuer Fahrplan der Eoln-Gießener Bahn in Kraft getreten ist. Wenn man die Sorgfalt der Qberhessischen und anderer Eisenbahnen bedenkt, mit der dieselben ihre Fahrpläne re. zur Kenntnis des Publikums bringt, und stellt die Rücksichts­losigkeit der Evln-Gießener Bahn dem gegenüber, so kann man sich einen Begriff von dem Prin- cip machen, auf welchem diese Bahn fundirt ist. Der geringste Anstand einer öffentlichen Lerkebrs-

der russischen Armee, sondern dem ganzen russischen Volke, das in dem erha­benen Gaste seines geliebten Kaisers nicht allein dessen Verbündeten und Freund, sondern zugleich auch Verwandten sieht, den Sohn König Friedrich Wllhelm's III. und der unvergeßlichen Königin Louise, die nud) einst Petersburg besticht und ein thenres Andenken in ihrer Tochter, der Kaiserin Alexandra Feodorowna, hier zurückließen. An bezaubernder Freuirdlichkeit und Güte an seine in Gott ruhende Schwester, deren Name Rußland so thener ist, erinnernd, hat Kaiser Wilhelm I. durch seine persönlichen Eigenschaften eben so wie durch feinen Ruhm feinen Aufenthalt in der Hauptstadt Rußlands für alle Russen unver­geßlich gemacht. Einst wird die Geschichte lehren, daß dieser Aufenthalt und die Zusammeitkunft der beiden mächtigsten Monarchen in Europa in feinen Folgen segensreich auch für die anderen Völker war."

flmcritia.

New-Aork, 13. Mai. Die Modocs haben das amerikanische Lager angegriffen unt) vier Soldaten getödtet, wurden aber zurückgejchlagen und lie­ßen ihrerseits sechs Todte zurück

Generals Kaufmann attachirt ist, sei in die Gefangenschaft der Bucharen ge- rathen und von diesen gepfählt worden, sowie das hieraus offenbar weiter ge­sponnene Berliner Telegramm derTimes", wonach ein Piket der Kaufmänni­schen Vorhut von Bucharen umzingelt und drei Officiere und einige Soldaten gepfählt worden wären, wird derselben Gattung von Nachrichten angehören, deren Quelle das Hörensagen ist. Der LondonerDaily Telegraph" bringt sogar ein Telegramm (ohne Ort und Datum), wonachdie russischen Truppen Khiwa bereits genommen" hätten.

gen Zeitungen eine Erklärung bezüglich der Unfehlbarkett des Papstes, worin er bekennt, daß es ihm unmöglich fei, das vatikanische Concil als ein freies ökumenisches anzuerkennen und seine Beschlüsse als Offenbarungen des heiligen Geistes anzunehmen; er ziehe deßhalb feine frühere im Drange der Verhältnisse abgegebene Unterwerfungs-Erklärung zurück.

Wiesbaden, 12. Mai. Wie derRh. K." wissen will, wird der Kronprinz wahrscheinlich im Laufe des Sommers Seebäder nehmen und zu diesem Zwecke die Insel Sylt besuchen. Für den Herbst ist wieder ein längerer Aufenthalt in Wiesbaden in Aussicht genommen.

München, 15. Mai. Die Disciplinar-Untersuchung gegen die Rechts- practicanten, welche der Spitzeder Rechtsbiistand geleistet, ist beendet. Drei derselben werden ans der Liste der Staatsdieust-Aspiraliten gestrichen.

Stuttgart, 15. Mai. Der König hat heute den Bischof Hefele von Rottenburg in Audienz empfangen.

Desicrreich.

Wien, H. Mai. Während die Börsenwelt reuig an ihre Brust schlägt

Gemüse verbrämt, hinunterzuwürgen? Der Fremde will doch eben nicht Der amtlicheNegiernugs-Auzeiger" schreibt:Mit feierlicher Freude schlechter hier speisen als in der Heimalh, und so ist dieser 60; bis 90-Kreu- den lorbeergekrönten Helden im Purpur, den Sieger von Sadowa, Metz. Ver- zertarif, mit welchem die Statthalterei heute in den Blättern prunkt, eben nur-sailles und Paris begrüßend, ermnerr sich die russische Armee mit Stolz daran, ein rosenroth gefärbtes Genrebild. Was das Leben in den Gasthäusern hier daß i L s..... "~

sehr vertheuert, ist die fremdländische Gewohnheit, den Morgen-Kaffee oder kriegerischen Erfolge in Frankreich erworben hat. Dieser bescheidenen, aber Thee im Hotel einznnehmen. Der echte Wiener, der sich jein Frühstück nicht nichts desto wenig er hellleuchtenden Erinnerung hat inmitten seiner jetzigen im Hause bereitet, geht in's Kaffeehaus und befindet sich wohl dabei; dec glänzenden Triumphe der Deutsche Kaiser einen Platz gegeben, indem er die Fremde aber muß im Hotel miirdestelis den drei- oder vierfachen Betrag für Gefühle seiner frühem Wohlgeneigtheit gegen das alte Regiment, das noch sein Frühstück zahlen, den er im Kaffeehause dafür anszng ben brauchte. Ledige *" 1 f * "" ' * r ' ~' '~x

Personen können nun leicht die Wiener Sitte annebmen, für Familien aber ist

dies fast unmöglich, denn welche Dame entschließt sich, schon am frühen Mor gen in voller Toilette sich in ein Kaffeehaus zu setzen? Kurz, es giebt eine Menge altwienerischer Eigenthümlichkeiten, deren Befolgung der osficiöse Bericht stillschweigend voraussetzt, während die Gäste dieselbe.! oft als einen Zwang, der schlimmer als die Theuernng ist, betrachten werden; die amtliche Unter suchuugs Commission kann durch ihre oberflächlichen Bekanntmachungen das Uebel nur vergrößern. Was aber die Börse und dengroßen Krach" anbe- trifft, so kommen immer haarsträubendere D'.nge zum Vorschein über den Antheil, welchen die Wiener Gewerbewelt au dem wilden Treiben der Specu- lation genommen. Wie man weiß, hatten hiesige sogenannte Börsen-Cowptoirs gewisse Spiel-Consortien mit je 500 Theilnehmern gebildet, und ein Blatt, die jetzt regenearte Morgenpost, veröffentlicht recht anmuthige Details Über die Zusammensetzung einer solchen Spiel-Gesellschaft. Unter den Theilnehmern befanden sich zunächst 27 Damen, und zwar zwei Gräfinnen, eine Baronin, vier Hausbesitzerinnen, eine Veamtengattin, sieben Dienstmädchen und zwölf Inhaberinnen von Geschäften. Die Herrenwelt ist durch 238 Gewerbetreibende vertreten, und zwar durch 23 Schneidermeister, 7 Schlosser, 13 Schuhmacher, 3 Anstreicher, 14 Hutmacher, 26 Gerißler, 2 Bürstenbinder, 18 Fnhrweiks- besitz r, 3 Kammmacher, 6 Destillateure, 9 Backer, 17 Fleischer, 3 Wurstmacher, 4 Goldarbeiter, 3 Posamentirer, 4 Bottler, 9 Fätber, 11 Klempner, 19 Tisch­ler, 2 Friseure, 1 Strumpfwirker, 9 Glaser, 2 Wichs-Fabtikanten, 16 Buch­binder, 1 Chocoladenmacher und 39 Kurzwaarenhändler. Die übrigen 235 Personen des Spiel-Consortiums sind Beamte, doch befiitden sich auch ein Major, zwei Lieutenants, ein Geistlicher u. s. w. unter dieser Zahl. Derglei- chen Ziffern geben besser als bogenlaltge Raisvnnementv von der Ausdehnung anstatt b.stelck doch darin, daß dieselbe vas PublKum von einer eingetretenen Veränderung wenigstens und Macht des socialen Uebels Kunde benachrichtigt und nicht von dem zweifelhaften Grundsatz ai sgeht. daß das Publikum der Bahn

Wien, 15. Mai. DasTageblatt ' erfährt, daß der deutsche Kaiser wegen da ist, sondern vice versa. Kann man auch nicht verlangen, ddß die Actionare der Cöln- und der Kaiser von Rußland in Wien zusammentreffen würden und die Ver- Gießen er Bahn durch Veröffentlichung des ganzen Fabrplans in peeuniärcr Bezicbung durch . . ... .. K . a? rav,; mo . Kürzung der Dividende geschmälert werden, so sollte man doch dem Publikum eine event. Der-

trete! 1,1 ^cr^tn uu^ Petersburg, Graf Karolyl und V aron Lau- änderung der Züge kurz anzeigen, um dasselbe vor oftmals erheblichem Schaden zu bewahren,

genau, nach Wien berufen seien. Aber--

ans der Untersuchungscommission bekannten energischen Grundsätze des neuen| Graz, 14. Mai. Der österreichische Botschafter bei dem päpstlichen Handelsministers vertheidigt hat, erklärt der Finanzminister, daß auch er die Stuhle, Baron Alots v. Kübeck, ist heule Vormittag Hierselbst gestorben.

volle Verantwortlichkeit für die Vorlage übernehme, hervorhebend, daß finan­zielle Gründe gegen die Vorlage nicht vorlägen, da Preußen über umfassende Geldmittel verfüge. 74 Millionen ständen zur Disposition, der Antheil an den Contributionögeldern werde mindestens 100 Millionen betragen , außerdem würden nicht einzelne Provinzen, sondern der ganze Staat bei den Bahnanlagen möglichst berücksichtigt werden. Nach der Rede des Finanzministers werden die Linien Berlin-Wetzlar und Coblenz^Sierck bei namentlicher Abstimmung mit 251 gegen 57 Stimmen genehmigt, dann die ganze Vorlage mit allen Com­missionsanträgen und der Resolution Kameke's angenommen. Ebenso wird die Gesetzvorlage über Verwendung des preußischen Antheils an der Kriegscontri- bution unverändert in zweiter Beralhung angenoinmeli. Nächste Sitzung morgen.

Breslau, 15. Mai. Domherr Richthofen veröffentlicht in den heilti-

Parls, 13. Mai. Das amtliche Blatt meldet:Das Schatzamt zahlte der deutschen Regierung 250 Milliorien, welche Summe die vierte Milliarde der liriegsentschädigung vervollständigt." Laut National sind die Hauptbe- (timmiingcn des neuen Wahlgesetzes folgende:Die Nationalversammlung umfaßt 500 Mitglieder, welche m dei: Arrondissements, für jedes eines, gewählt werde.-; Alter der Wähler 21 Jahre, Domicil 2 Jahre. Der Senat besteht aus 250 Mitgliedern; jedes Departement wählt drei Mitglieder auf 10 Jahre, die alle 2 Jahre zu einem Fünftel erneuert werden. Die Senatoren dürfen nur unter ehemaligen Deputirteu, Präsidenten von Generaliäthen und Handels­kammern, Akademikern und Bischöfen gewählt werden. Der Senat erhält das Recht, die National-Versammlung aufzulösen." Diese Angaben haben einiges Unwabrschei-'liche in sich.

Paris, 15. Mai. Von gut unterrichteter Seite wird v rsichert, daß die Minister Goulard und Jules Simon ihre Demission eingereid t hätten, daß aber Thiers die Annahme der Demission vor dem Zusammentritt der National­versammlung verweigert habe.

Spanien.

Perpignan, 15. Mai. Nachrichten aus Barcelona vom 14. d. Mts. melden, daß der Carlistenführer Saballs mit einer 800 Mann starken Bande gestern in das Städtchen Mataro, 20 Kilometer von Barcelona entfernt, ein- gednmgen ist. Die überraschten Einwohner leisteten schwachen Widerstand. Die Stadt wurde mit einer sofort zu bezahlenden Contribntion roii 10,000 Douros belegt und die Zollkassen weggenommen. Eine Abtheilung Negierungs- Truppen ist sogleich von Barcelona abgerückt, um Saballs mit aller Energie zu bekämpfen.

und das socialistische Priucip mit mehr Erfolg als zu wünschen wäre, zu Hülfe ruft, geht in der Statthalterei von Nieder-Oesterreich die Untersuchung über die hiesigen Theuerungsverhältnisse ihren gemessenen Gailg. Von optimistischen Voraussetzungen ausgehend, gelangt sie natürlich zu optimistischen Resultaten; und der Fremde, der denselben unbedingt trauen wollte, möchte sich gar leicht enttäuscht finden. Es ist wahr, die Wohnungsnoth für Gäste ist nicht so groß, als man befürchtete; aber wenn die officieüc Untersuchungs Commission in den Gasthäusern der untern Stadt Zimmer zum Preise von einem und zwei v __ . . ........ ........

Gulden täglich entdeckt haben will, so muß ihr der Begriff, welchen der Sprach-iKaufinann unterhandeln solle. TieRussische Zeitung" bringt dieinteressante" gebrauch mit dem WorteZimmer zu verbinden gewohnt ist, ziemlich unbe- Nachricht, daß zwei Garde-Officiere, deren einer Block heiße, nebst dem durch fannt geblieben fein. Für einen Gulden den Tag kann man dagegen in diesen seine vom Kaiser in Gnaden verfügte Degradation zum Gemeinen bekannt ge- Hotels schon ein recht anständiges Gemach im dritten oder vielten Stock zur,wordeuen Capitän Kwitnitzky auf dem Wege nach Taschkend die rechte Straße Miethe erhalten; doch mag man sich diese Ausgabe leicht noch billiger stellen,!verfehlten und in der Steppe von den Kirgisen gefangen genommen worden seien, wenn man sich in die gratis functionirten machstratischen Wohnnngsbureau^Das, wie dierussische Welt" versichert,in unterrichteten Kreisen Peters- wendet, an denen wohlfeiles Privatlogis in Fülle angeboten wird. Freilid) bnrgs" umgehende Gerücht, Oberst B., welcher den Truppen der Colonne des