Ausgabe 
15.5.1873
 
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Berlin, 13. Mai. Unsere Leser werden sich erinnern, daß das Ver­

schwinden von Briefen ans der Route Paris-Straßburg vor einiger Zeit zu

lebhaften Klagen seitens der französischen Blätter, ja selbst zu Verdächtigungen

so ist es interessant zu vernehmen, daß der Pariser Assisenhof am 6. d. Mts.

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einen jungen (französischen) Postbeamten, Namens Charles Schwalliuger (er ist

wegen Unterschlagung von

vernimmt.

gänzlichen Aufhebung der religiösen Körperschaften vom Präfecten verboten

Nom, 14. Mai. Man versichert, daß die beste Aussicht vorhanden

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gelangt, daß nicht allein vom constitutionellen Standpunkte aus dieselbe zu. Wird sich Letzteres in Rom versammeln, oder plant man im Vatican einen verneinen sei und daß jene Etats auch nach den Katastrophen von 1866 und Wechsel des Wahlactes? Existirt jene vielbesprochene besondere Wahlbulle, 1870, nachdem die ganze Zusammensetzung des Landes, seine Verwaltung, oder gelten die alten kanonischen Bestimmungen und das Gregor'sche Wahlsta- Gesetzgebung, seine ganzen Finanzen gänzlich verändert worden, als rechtlich tut? Wird, falls neue Formen zur Anwendung kommen sollten, die Wahl als aufgehoben und unmöglich geworden zu betrachten seien. i eine legale betrachtet werden dürfen? Macht die Decimirung des Cardinal-

Mainz, 12. Mai. lieber die Arbeiter-Unruhen in Gonsenheim bringt Kollegiums, welches in diesem Augenblicke kaum über 40 stimmfähige Mitglieder derMainz. Anz." folgenden eingehenden Bericht. Am Samstag Nachmittag'zählt, nicht noch in der letzten Stunde neue Verleihungen des rothen Baretts versuchte ein Theil, etwa 30 Mann, der am Bahnhof bei Gonsenheim be- nöthig? Wird dabei die nichtitalienische Prälatur gebührend berücksichtigt wer-

schäftigten Arbeiter, nachdem sie bereits Morgens die Arbeit eingestellt, weil den, und wird man, den extremen Fall vorausgesetzt, den fremden Cardinälen

ihnen von Seiten des Uebernehmers nur 1 fl. 50 kr. und nicht, wie sie es überhaupt Zeit lassen von ihren Rechten, insbesondere der Uebung des ihnen verlangten, 2 fl. Lohn per Tag bewilligt wurden, die übrigen noch fortarbei- anzuvertrauenden Secretums, Gebrauch zu machen? Das Alles sind Fragen, tenden ebenfalls gewaltsam zur Arbeitseinstellung zu zwingen, indem sie diese!- welche sich den sogenannten katholischen Mächten in ernster Weise aufdrängen,

ben in der rohesten Weise mißhandelten und zwei junge Leute aus Gonsenheim Dazu kommt ein anderer Umstand. Bei den beiden letzten Papstwahlen ist die

erheblich verletzten. Auch das Zug-Personal mußte vor den Steinwürfen von Entscheidung auf völlig außerhalb jeder Combination stehende Candidaten gefal- Seiten der strikenden Arbeiter flüchten. Blos der Locomotivenschirm rettete len, namentlich dachte im Jahre 1847 Niemand daran, daß das Haupt Mastai- den Locomativführer, der sich, während die Maschine ebenfalls mit Steinen bom- Feretti's sich mit der dreifachen Krone schmücken werde. Nicht anders scheint bardirt ward, hinter denselben flüchtete. Der Stationsverwalter, welcher die es heute zu stehen. Wie zahlreiche und bestimmte Combinationen auch von den Arbeiter zur Ruhe ermahnte, mußte vor der Wuth der Excedenten, welche im Blättern gebracht werden mögen, in den eigentlichen officiellen Kreisen hat man Laufe des Vormittags 2 Faß Bier getrunken, wie das übrige Bahn-Personal keinerlei nur Halbwegs sicheren Maaßstab, wer aus der Wahl als künftiger flüchten. Aus telegraphischem Wege wurde Geusd'armerie requirirt. Der Un Papst hervorgehen würde." tersuchungsrichter und Staatsproeurator waren gestern bereits an Ort und Berlin, 13. Mai. Unsere Leser werden sich erinnern, daß das Ver- Stelle und die Untersuchung ist eingeleitet. _ schwinden von Briefen auf der Route Paris-Straßburg vor einiger Zeit zu

Berlin, 12. Mai. Der Börsen-Courier kommt nachträglich auf das lebhaften Klagen seitens der französischen Blätter, ja selbst zu Verdächtigungen bischöfliche Sendschreiben in einem Artikel zu sprechen, welcher die Ueberschrist t)cr deutschen Postbeamten Veranlassung gegeben hatte. An der Hand unwider- trägt:Die rebellischen Bischöfe." Für das Börsenblatt bleibt das jüngste ^glicher Beweise wurde sofort die Integrität der deutschen Beamten nachge- Sendschreiben der Bischöfe trotz einiger hohlen Friedensphrasen nichts mehr diesen; was dagegen den Verbleib der verloren gegangenen Briefe anbelangt, und nichts weniger als die Erklärung, daß sie in dem Kriegszustände zum " " ' ' ' ~ ~

Staate verharren fester als je entschlossen sind. Ueber den Ausgang diese-

Kampfes ist das Blatt durchaus nicht im Zweifel, wie folgender Passus beweist: 26 Jahre" alt und in ber Haute-Marne geboren), wegen Unterschlagung von

Mögen die Bischöfe nach dem römischen Strafgesetze die jüngeren Cle- Briefen und Geldern zu 3 Jahren Gefängniß verurtheilt hat. In seiner Woh- riker aushauen lassen. Der deutsche Rechtsstaat wird nach dem deutschen nling hatte man 9954 Briefe gefunden. Die Summe der Gelder, die er un- Strafgesetzbuch und mit Hilfe der neuen Kirchengesetze schon mit den rebellischen Erschlug, kennt man nicht genau.

Bischöfen fertig zu werden wissen. Die Bischöfe empfehlen ^en Ihrigen das Berlin, 14. Mai. DieProv.-Corresp." bestätigt die königl. Sanctio- Gebet. Gegen die Bischöfe hilft weder das Geld noch die ^eufelsbeschworung, n'run$ j)er Kirchengesetze, und meldet, der Kaiser werde in Wien, wohin er

wir empfehlen der Regierung mit der nöthigen Variation dasLandgraf, werde am 29. p. Mts. abreist, etwa 8 Tage verweilen.

^'"'Berlin, 13. Mai. Di- Romanischen Völkerfamilien nehmen gegen- . Berlin, Mai. Abgeordnetenhaus Präsident Forckenbeck verliest wärtig in hoh m Grade die Aufmerksamkeit in Anspruch. Ihr Natiouäl-Cha- 7' Schreiben des Mnnster-Prairdenten wonach Graf v. Jtzenpl.tz d.e nachge-

rak r b dingt es, daß sie von einem Extrem zum andern jagen Die politischen »chte Entlassnng erhalten hat und der bisherige Uliterstaatsie-retar vr Achen-

Umwälzungen tragen d »selben Stempel. Di- Franzosen machten den Sprung M »um Handels,nrmster ernannt worden ist. - Die Interpellation Nenbonrgs vom Cäsarismus znr Republik, sind aber nicht im Stande eine gemäßigte über de» Bau der Hamburg-Stader Etsenbah» wird v°» dem n-uen Handels- FottenNM-luna durchzuschen, sie steuern mit allen Segeln dem Radicalismus n"»,ster alsbald beantwortet; derselbe ent chuld.gt die Verzögerung der Arbe,- zu o daß die Frage chon jetzt sich herandrängt, w.rd der Radicalismus sich te» nut dem s-tth-r,g-n Mangel an techmschem Personal und sichert thu»!ichste r gierungsfähig »weisen ? Oder muß di- Rückwärts-Concentrirnng zu einer gorberung «n. Auf d.e Interpellation Petris, ob die Regierung °,ne Vorlage Indern Auflage des Säb-lr-giments erfolgen. An Staatsstreich-Proj-c.en ist über d,e Berthe,luug der Grundsteuer ,n den neuen Provinzen «nbr,ng-n werde, d e j tzige politisch- Gewitterschwüle natürlich überaus fruchtbar. In vertrau- --widert der R-giernngscommissar daß die Arbeiten sich aus Mangel technischer ten Kreist» tifteln Legitimisten, Pfaffenknechte und Bonapartisteu um di- Wette, Kräfte für d.e Vermeffungs-Arbe.t-n verzog-rtcn >md d,e Regierung daher noch wie man Thiers am besten los werden kann und wen man an seine Stelle keine Vorlage machen könne. Die iibrige Tagsordnung ist unerheblich.

setzen soll übrigens aber so, daß keine der Verschwörergruppen dabei zu kurz Bonn, 12. Mai. Die beiden jungen altkatholischen Theologen, welche kommt. Sub rosa wird in diesen Conventikeln natürlich auch fürchterlich aus der Erzbischof von Utrecht, wie seiner Zett gemeldet, zu Priestern weihte, haben Thiers geschimpft, und die reaktionäre Presse sorgt dafür, daß die Schmähun- nun öffentlich ihre Thätigkeit als altkatholische Seelsorger begonnen. Beide gen, ohne für die Declamanten eine Verantwortlichkeit nach sich zu ziehen, unter haben bereits feste Stellen in Aussicht, und zwar in München und Breslau, die Leute kommen. In den polizeilichen Kreisen herrscht ebenfalls keine geringe München, 11. Mai. Daß Professor v. Holtzendorff in Berlin nach Erregung. Man befürchtet nämlich, es könne schon in der nächsten Zeit zu längeren Unterhandlungen und mehrmaliger Berufung endlich für die hiesige Ruhestörungen kommen. WieBien Public," so sieht auch derSoir" die Universität gewonnen wurde, erregt große Freude. Der berühmte Gelehrte Lage ziemlich schwarz an. Man vermuthet, daß es bis jetzt keineswegs gelun- wird schon im nächsten Semester seine Vorlesungen über Strafrecht, Völkerrecht gen ist, die nothwendige Anzahl der Mitglieder derUnentschlossenen" des mib allgemeines Staatsrecht beginnen.

rechten Centrums den Planen des Herrn Thiers zu gewinnen.Soir" befürch- Aus der bayerischen Pfalz, 11. Mai. Die beiden rasch auf ein­tet auch, daß Thiers, zurückgeschreckt durch die Schwierigkeiten, das den gemä- an^er folgenden bischöflichen Erlasse, welche in Kusel und Edenkoben über zwei ßigten Republikanern betreffs der Proclamirung der Republik gegebene Verspre- f^fholische Frauen öffentlich von der Kanzel herab den Kirchenbann verhängen, chen zu halten, etwa versuchen möchte, seine alte Politik sortzusetzen oder sich pc geschiedene Protestanten heiratheten, beweisen recht deutlich den Segen zu neuen Concessionen der Rechten gegenüber zu verstehen. Daß, wie derFrau- ^er (jivilelje in unserer Provinz, welche wohl die meisten gemischten Ehen auf- yais" versichert, Thiers von der Kammer verlangen will, eine jede politische ^eist. Der Bannstrahl des Bischofs Haneberg von Speyer ist ein kalter, die Diskussion bis zur gänzlichen Räumung des Gebiets zu verschieben, klingt indeß ßcft,cn Ehepaare sind bürgerlich getraut und ihre Ehen daher rechtsgültig, ab­unwahrscheinlich. In dieser Beziehung muß jedoch bemerkt werden, daß man gesehen davon, daß sie protestantisch kirchlich eingesegnet sind.

nicht das geringste Zuverlässige über die sogenannten constitutionellen Gesetze

St üöllifli I heu W-g einen M Königin yersaninltl und cnblc übrigen h des M

.............. Oesterreich.

Spanien hat nach der Entfernung der keuschen Isabella viel q;perimeiitirt, Wien, 13. Mai. An der Wiener Börse verliest Hofrath Schön sol- provisorische Republik, constitutionelle Monarchie waren die Versuchsstationen . . Morgen wird in derWiener Ztg" eine kaiserliche Verord-

und jetzt wird ein salto mortale zur Föderativ Republik emgeubt. weit n erscheinen, wonach die Nationalbank ermächtigt wird, statutenmäßig Wech- das Resultat der zu Enve gegangenen Wahlen abzusehen ist, ivird ui der - escomptiren oder Effecten zu belehnen, ohne hinsichtlich der von der constituirenden Nationalversammlung die Partei der ^oderattv-Nepublttaner ^für ausgegebenen Notensummen an den im § 14 des Bankstatuts fest- über eine gewaltige Majorität verfuge». U»b doch ist das Spautfche Volk, f gchuude» zu fei»,

welches so eben ans friedlichem Wege an der Wahlurne seine Sympathien für a 1 ö w

die Föderativ-Republik kund giebt, ist das Spanische Volk im Stande, durch Schweiz,

gewissenlose Agenten verführt, über ein Kleines sich selbst zu dementiren. Die - c s

frftönen Taae von Araniuel sind eben weiter Genf, 13. Mm. DasJournal de Geneve" berichtet, daß am Sonn-

' So bekämpfen sich auch i» Italien die hetcrogeuste» Strömungen. Di- tag und Montag ein- Anzahl von in die Schweiz geflüchteten Ausländern, Abhaltung eines Meetings gegen das Klostergefctz wurde verboten; die feindli- darunter zwn ehema tge Mitglieder der Commtme und em ehemaliges Mitglied chen Parteien arrangirten in Rom einen kleinen Straßenkamps, i» deneit neben des commnmstlfche» C-utralcomitüs, durch d-e Genfer Polij-i v-rpaftet worden m,erheblichen Verwundungen die RufeNieder mit dem M,i>isterium! Nieder ist, welch letztere darüber a» den Bundesrath berichtet habe. Dl-Untersuchung mit den Priester»! Hoch die Republik!" miteinander abwechselte». Der Tele- sei eingeleitct. Unter den Verhafteten befand sich em wegen Unterschlagung graph meldet, daß die Ruhe weiter nicht gestört worden ist, doch die Sorgfalt, öffentlicher Gelder zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurtheiltes Jitdividunm aus mit welcher die Regierung über das Gescheheue Ermittelungen ausstellt, spricht Lyon, welches auf Befehl des BundeSrathes an Frankretch ausg-li-fert wor. dafür, daß den stattgehabteu Ruhestörungen entschieden eine ernstere Bedeutung den ist.

Italien.

Rom, 12. Mai. Der Chefredakteur des JournalsCapitale" ist

wi

beizulegen ist.

Dazu kommt in Rom noch dasHangen und Bangen in schwebender

Pein" des Papstes, der nicht gesund werden und auch nicht sterben kann. -------, .. - x .. _

Heute erlebt derselbe wahrscheinlich seinen letzten Geburtstag. DerSpen. wegen Aufreizung zum Aufstande verhaftet worden. In Neapel ist gestern, Ztg." wird über den heiligen Vater von einem Wiener Correspondenten geschrie- wie von dort gemeldet wird, eine beabsichtigte Demonstrationen Gunsten der ben:Das wachsende Uebelbefinden des Papstes wird nunmehr auch von der gänzlichen Aufhebung der religiösen Körperschaften vom Präfecten verboten officiellen Berichterstattung zugegeben und nicht ohne Sorge sieht man einer wordem c r n w k

Katastrophe entgegen, die zwar nichts mit sich bringt, was nicht erwartet wer- Rom, 14. Mai. Man versichert, daß die beste Aussicht vorhanden den mußte, aber auch das Erwartete mit einer Reihe ernster und gewichtiger sei, ein Einverständniß der Majorität bezüglich des Klostergesetzes zu erzielen, politischer Probleme verknüpft. Obenan steht natürlich die Frage des Conclave.' Der Papst hatte einen Ohnmachtsanfall und empfängt Niemanden.