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unzen sucht Möser, achermeiper.
Preis vierteljährig 1 fl. 12 kr. mit Vrtngerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fi. 29 kr.
Gießener Anzeiger.
erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags.
Expedition: Lanz lei berg, Lit. B. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt
für den Kreis Kichen.
srr. 3V.
Samstng den 15. Februar
1873.
Brodprerfe vom 15, bis 21. Februar 1873, nach eigener Erklärung der Bäcker:
2 Kilo gemischtes Brod 20 kr. 1 Kilo gemischtes Brod 10 kr. 2 Kilo Roggenbrod: erste Sorte 17 kr., zweite Sorte 15 kr.
A m i Eiche r T h e i 1.
Großhherzogliches Landwehr-Bezirks-Coinmando Gicßen. Gießen, den 15. Februar 1873.
Bekanntmachun g.
Die diesjährigen Frühjahrs-Control-Versammlungen im Kreise Gießen werden, wie folgt, abgehalten werden:
L. Zu Lung-Gous
den IO. Marz, Vormittags 8 Uhr, an dem Bahnhof.
Hierzu gehören die Orte:
Eudorf a. d. Lahn, Eberstadt mit Arnsburg, Groß-Linden, Gröningen, Holzheim, Klein-Linden, Lang-Göns, Leibgestern und Ober-Hörgern
II. Z re Lollur
den 10. März, Nachmittags 1 Uhr, auf dem Turnplatz.
Hierzu gehören die Orte:
Arndorf a. d. Lumda, Alt-Buseck, Bersrod, Beuern, Daubringen, Groß-Bnscck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg, Treis a. d. Lumda, Trohe und Wieseck. ö
III. Zu Gieften
den 11. ärz, Vormittags 7y2 Uhr, im Oswald'schen Garten für sämmtliche Mannschaften der Infanterie und Vormittags 9 Uhr für sämmtliche Mannschaften der nbriaen Waffen- gattungen der Stadt Gießen und Heuchelheim, sowie der dazu gehörigen Mühlen und Höfe.
IV. Zu Lich
den 11. März, Nachmittags l*/2 Uhr, an dem Bahnhöfe.
Hierzu gehören die Orte:
Albach, Annerod, Burkhardsfelden, Dorf-Gill und Hattenrod, Hausen, Ettingshausen, Garbenteich, Lich, Münster, Nieder-Bessingen, Ober-Bessingen, Oppenrod, Reiskirchen, Steinbach, Watzenborn mit Steinberg und Winnerod.
Sämmtliche m diesen Ortschaften wohnenden beurlaubten Militärs aller Waffen des Deutschen Reichs, welche zur Reserve gehören, zur Disposition der Truppentheile oder der Ersatz-Behörden entlassen sind, haben zur bestimmten Stunde auf den bezeichneten Controiplätzen zu erfchemen.
Die Ersatz-Reservisten haben nicht zu erscheinen.
Den ohne Entschuldigung fehlenden Mannschaften steht die gesetzliche Strafe bevor.
Die Leute erscheinen, mit dem Militärpaß und Führungsattest versehen, in bürgerlicher Kleidung und legen vor Beginn der Control- Versammlung Schirme, Stöcke und Pfeifen ab.
F r a n cf,
__Major und Bezirks - Commandeur.
Betreffend: Frühjahrs-Controlversammluugen.
Das Gruhyerzogiichr Areis<imt G letzen
an die Grostherzoglicheu Bürgermeistereien des Kreises.
Wir beauftragen Sie, die vorstehende Bekanntmachung des Großherzoglichen Landwehr-Bezirks-Commando's dahier in Ihren Gemeinden ortsüblich Publiciren zu lassen.
In Verhinderung des Kreisraths: Gros, Kreisassessor.
Politischer
T h - t l.
Ein König weniger.
Cs ging ober cin Gerücht durch die Lande der Iberischen Halbinsel, der Honig wolle abdankcp. Und groß war d.e Trauer, die sich überall kunvgab, die kllgesondten des Volkes gaben ihm das Geleite bis an die Landtögrenze. Armes Spanien! Isabella war glücklich beseitigt, die Republik machte recht ansehnliche ßortschritte, ober dos Land mußte durchaus einen König haben; einen prächtigen Hofstaat konnte natürlich Madrid nicht entbehren und was sollte aus den biede- un Spanischen Hidalgos werden, wenn ihnen eine gekrönte Seele nicht einen Orden oder zum mindesten einen Titel „ä la Commissionsrath" hätte verleihen können. Das Land lechzte nach einem Herrscher. Man veranstalete eine wahrhafte Thronauction, man ging auf die Könizssuche. In einem Hohenzolleen'- slhen Prinzen glaubten die „Führer der Nation" den Heiland ihres Landes gesunden zu haben. Allein die Candldatur Leopold's von Hohenzollcrn sollte die äußere Ursache zu dem blutigen Schauspiele der Jahre 1870 und 1871 werden. Die Spanier sehen sich wieder um ihre schönste Hoffnung, einen rechten, echten
König zu besitzen, grausam getäuscht. Tanta moles erat romanam condere gentcm, ruft Virgil emphatisch aus. Nun, den Spaniern ist die Begründung ihrer neuen Dynastie wahrhaftig auch nicht leicht geworden. Aber das Lerlan- gen nach einem Könige durfte nicht ungestillt bleiben; das Spanische Volk schwach- lete unter den Fesseln Castelar's — cs sehnte sich zurück nach der gesegnete», konstitutionellen Monarchie. Ja, aber wo einen König hernehmen? Der Schatten Maximilian'- stand drohend und warnend vor den Habsburgischen Erzherzogen. Untere Landessürfien waren in Frankreich mit wichtigeren Dingen beschäftigt, als daß sie für monarchische Allotrien Zett übrig gehabt hätten. An England und Rußland war begreiflicherweise nicht zu denken; Dänemark und Bayer» hatten ebenfalls recht unliebsame Erfahrungen im Gebiete der Prtnzenversitzungeu auf fremde Throne gemacht und der Depoffedirten-Club in Hietzing bezeigte auch keine große Lust, auf den Spanischen Köber anzubetßen.
„Doch ein Meister von der Schul Sann auf Rettung und verfuhl Endlich ans die Kinder." —


