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Pari«-Vnsailler «rare M Thier« rinschreibe» lasen. Di-felben woDin dadurch anmitn, das sie nicht die geringste Sympathie für Chi«lehurst haben, »atm find dagegen (eie schon gtmtlDd), u* die Ermächtigung ringekommen, sich nach England begeben zu dürfen, um Um Leichendegäugniß des Kaiser« anzuwchnen Unter den letzteren befindet sich auch der Marschall Caurobeet, einer von den L?e,ig n, die von denen, welche beim Staatsstreiche eine Rolle frühen, noch am Lrhen sind. Canrobert »ar damal« bekanntlich Brigade-General, und er war e«, der am 5. Drcernber da« vlntbad auf dem Boulevard Poissonnäre anrich. Ute, wo er in die Läden hiaeins^ietzen liest, ohne daß auch nuc der gerinzfte Angriff gegen ihn gemacht worden war. Ungefähr hundert arme Ladenbesitzer mit ihren Frauen Kindern wurden bei dieser Gelegenheit getöttet. Den Marschall soll der Tod de« Kaiser« stark ergriffen Haden. Sine Frau meinte, all fie gestern Abend bei Rouher in der Rue de l'Ely 6e die Bestätigung der Nachricht von dem Tode de« Kaiser« erhielt:Der arme Marschall! e« wird sein T«v sein." Möglich, dast der heutige Marschall von Gewissrnsbiffen »egen der überdies so nutzlosen Verbrechen gepeinigt ist, die erost der Brigade-General beging. Die Haupischnld der That tr.fft jedoch nicht ihn, sondern den damaligen Krtrg«mtnister Marschall St. Arnaud und Morny, die beide längst todt sink. Diese hatten Napoleon dazu bestimmt, den Truppen den Befehl zu ertheilen, ohne Aufhören ;u schießen, um Schneien und Angst zu verbreiten. Die Lage »ar nicht haltbar. Pari« blieb ruhig und beschränkte sich darauf, die Truppe, die ohne Aufhbrcn die Straßen durchzogen, mit dem Rufe zu begrüsten: Es lebe die Verfassung! und wenn e« noch 24 Ständen lang gedauert hatte, ohne dast r« zu einem Austritt gekommen wäre, so mustte man befürchten, dast die Truppen, denen man »et« gemacht, r« handle sich nm einen Ausstand der Rothen mit dem Volk gemeinschaftliche Dache machen »ürben. Thier« hat den Gene- ralen, di, sich nach Ehislehurst begeben wollen, die gewünschte Ermächtigung Clt^Ci%ari4, 12. Jan. Pracscnle cadavere da« hetstt der Kaiserlichen, werden die Zurüstungen zur Wiederbelebung der napoleonischen Legende betrieben, vorn ehrlichen Mac Mahon an bi« herunter zum ehrlichen Rouher und d.m »och ehrlicheren Granier au« Eaffaguae, find fie in EhiSlehurft zusammeng.kommen, um von Neuem die Netze zu legen, in denen Frankreich gefangen werde» soll. Die ganze bonapartistische Lotterbande, Herrn Ollivier Nicht ausgeschlossen, will noch einmal da« Spiel aufnehmen, um da« unglückliche Land noch tiefer hrrab zudrücken, vorläufig übernimmt Eugente »ährend der Minderjährigkeit ihre« Sohne« die Regentschaft in parlibus, sie »trd demnächst auch em Manifest a» die geliebten Unierthanen erlasen. Vorläufig soll jedoch aus Veranlassung der Kaiserin die bonaportistische Larmtrommel kräftigst gerührt we.den. Da« tmpe- rtalistischc B'attl'Ordre" veröffentlicht folgenden beachtenSwerthen Artikel:Der Kaiser ist todt l In ihm erlischt ein Gedanke voll von den Geschicken und der Greste Frankreichs, ein Allen ohne Unterschied, besonder« aber den Schwachen mit Armen ergebene« H.rz, ein rrhabener und ritterlicher Eharakter, eine wohl' wollende, sanfte und tröstende Seele, die nie einen Erfolg gesehen, ohne Beifall zu bezeigen, die nie ffne Thräne erblickt, ohne fie zu trockne». Die erste Gc- müthsbrwegung nicht allein derer, welche ihn gekannt, rhm gedient, ihn geliebt Haden, sondern auch aller derer, welche ihm während achtzehn Jahren die Sicher- heit und da« Wohlwollen ihrer Familien verdankten, wird fie sein, tief zu seufzrn über ein so großes Unglück, welche« Frankreich und die Kaiserliche Family so plötzlich trifft. Aber kiesen ungeheuren berechtigten Schmerz einmal angenommen und in dem Maste der möglichen Tröstungen befriedigt, bleibt allen Anhängern Napoleon« III., den Generationen vom 10. December 1848, welche ihn zur Prä­sidentschaft am 20. December 1851 erhoben, die seine Gewalten am 20. Decern- ber 1852 heiligten, die am 8. Mai 1870 da« Kaiserreich auf s Neue sanctio- oirten, bleibt diese» übrig, die gehcimnißvollen Schläge der Vorsehung mit Achtung, aber mit Stolz anzunehmm, sich an ihre Grlübde zu erinnern und sich bereit zu halten, sie zu erneuern. Der Kaiser ist todt, aber da« Kaiserrei^ lebt und ist unzerstörbar; wa« dauert, sind Nicht die Menschen, sondern de In­stitutionen. Der Tod Casar'« gründete das Kaiserreich von Augustu«. Da« Kaiserreich lebt durch da« Vedürfnist, welche« Frankrrich nach populären und energischen Institutionen hat; es lebt durch den ^schrecken, der die socialen In­teresse» bet dem plötzlichen verschwinden eine« Arms ergreifen wird, von dem sie vustte», dast er fie zu beschützen fähig und e« zu thun entschloffen war; c« leb» durch jenen jungen Erben de« Namen« und der Werke Napoleon«, den kein Tadel, keine Verantwortlichkeit in den UnglücksfäUe» de« Laterlande« treffen kann; »ei- cher, auf dem Throne geborm, seine Erziehung in dem Unglück fortgesetzt und in der Verbannung beendet ha:; e« lebt durch jene intelligente und edle Frau, die lange genug im Glück gelebt hat, am e« zu begreifen, und iw Unglück, um ihm zu trotzen. Endlich lebt e« in der Sympathie, in der Achtung, in dem Mitleid Frankreich«, welche heute in allen bescheidenen Wohnuogen, in allen Blättern euch kund geben uir», wo der Name Napoleon« ungeschrieben und sein Porträt auf liebevolle Weise aufgehängt ist. Trocknen wir oho unsere Ttziänco, ersticken wir unsere Seufzer und verhindern wir unsere Herzen, stärker und schneller zu schlagen, al« es männlichen Ralure» anßeht. Die Wiederherstellung de« Kai- serreich- verliert einen Mann; es verliert keine einzige Aussicht, keine einzige Hoffnung. Richt durch feine Bestrebung,» oder selbst durch seine Handlungen, sondern durch seine Rothwendigkeit sichert rin politisches Regime seine Zuknnst. Da« Kaiserreich «st nun uothvendig für die öffentliche Ordnung, für die In» ter,sskn; Frankreich hat nothroendig, rin dauerhaftes Regime zu gründen, das au staeke volksthüml che Basen gestellt ist; es hat diesen notywcndig, um «egen die Gefahre» zu beschützen, die näher gerückt sind denn je, und welche ihm Selten« her Demagogie und de« Soeialismu« drohen. Deshalb wird da« Kaiserreich wieder hergestellt werten." So derl'O.bre." Das Organ der Kaiserin, da« Pap«, dessen Redacteur en chef Paul do Cassagnac kürzlich in Ehi«lehurst war, und für den Tove«sall Napolesns HL Instructionen erhielt, enthält mit deffen Unterschrift einen Artikel, welcher die Ueberschnft hat:Debout." Der­selbe drückt sich ähnlich wie sein vaier iml'Ordre" au«. Daran« hervorzu- heben ist nur, dast es den Bonapartisten zuruft:Ircdnd eure Thräne»; haltet eure Seukzrr zurück; scharren wir uns um zene» Sohn, indem wir de» alten Ruf der früheren feanzofische» Monarch:« wiederholen:Der Kaiier ist todt l es lebe der Kaiser.^ Endlich wird da« ^Testament ces Kaisers* veröffent­licht weiden. Ob der Biograph des großen T 'llu« auch wie er, se ne Garten und Ville», dem treuen v»lke zue Freude un. Erholung w rd vermacht Haden ¥ Doch nein. Ist er doch in Arwuttz von dannen geschieden, wie Aristides.

PanS, 13, Jan Gegen die bonapmtistische» Journale sollen, ter Agenee H^vas" zufolge, Regierungsmastregel» in Aussicht geuomwe» Irin Rach tersclbeu Quelle wäre mit Gew'stheit anzuuehwe», dast Marschall Mae Mahon Versailles nicht verlassen »trd.

Italien.

Rom, 13. Jan. Auf Befehl de« König« ist für den Kaiser Napoleon eine i*o.(tägige Hoftrauer angelegt worden. I» Floeeoz ist ei», Snbscriptlon eröffnet worden, um für den Kaiser Napoleon in der Kirche Santa Eroze eine Leichenseierlichkeit zu veranstalten. Der Papst empfing eine Anzahl d.ntscher Geistlicher uns eine lateinische Adresse de« Präsidenten de« deufchen Verein«. Die Akrisse betonte die Uasehldarkeit des Papste«, prateftirte g'gta die Verfol­gung und die ungerechten Gesetze, welche gegen die Kirche in Deutschland ge­richtet wurden, unk drückte die Hoffnung auf den Sieg ter Kirche aus. Der Papst antwortete mit dem Hinweis auf dn« Tage« - Evangelium und dust Gott den Mächtigen der Welt Waffen gegeben habe, damit |t die Relig ou fchützirn, nicht die Kirche verfolgten. Nebst der Kirche wollten fie aber auch die Moral zerstören und die Jugend in ihrer Weise unterrichten, während die K rch ein geheiligteg Recht aus den Unterricht habe.

England.

Londllll, 10. Januar. Die Mitthei ungen au« Ehislehuest betreffe, zumeist die letzte» Stunden de« Exkaiser«. Rach der zweiten Operation durch Sir Henry Thompion, welche sehr schmcrzhaft »ar und eine Ehloroformirung nöthi« gemacht hatte, traten nur die nicht zu vermeidenden örtlichen Entzündungen hervor, die aber bald zu weichen virsprachen. Der Schmerz aber blieb sehr heftig, und die Aerzte wandten daher ein sta>kes narkotisches Mittel an, unter deffen Einfluß der Patient die Utzte Nacht seines Lrbens so ruhig verbrachte, dast ma» schon Hoffnung auf seine Grne nng fastte. Am folgenden Morgen um 11 Uhr sollte» die Aerzte Thompson, Gull, Eorvtsart nnc Eonnean ei»e Berathung abhaltea, deren Ergebniß unter andere» Umständen wohl die Voknahme einer dritu» Operation gewesen wäre. Al« jedoch Sir H. Thompson um 10 Uhr die Krankenstube betrat, war er irstaunt, daß der Pul«schlag, welcher bi« dnhin sehr regelmäßig gcwesen, plötzlich schwach wurde, ttr erkannte sofort, daß Rapo.eo» nur noch wenige Minuten zu leben hatte; die Kaiserin wurde sofort von ter schlimmrn Aenderung, die eingetrelen, benachrichtigt und rillt an das Krankenlager. Napoleon schien fie nicht zu erkennru, seine Kräfte fchwanden rasch, trotz der kleine» Gaden Branntwein, welche ihm e.ngrflostt wurden und die eine augenblickliche Rtaction hervorgrbracht hatten. Sofort ließ die Kaiserin »ach Woolwich telegraphiren, damit ihr Sohn unverzüglich nach Ehiselhurst komme, uni sandte dann zu dem katholischen Oets- vfarrer Goddard. Letzterer erschien dalc und ertheilte dem Sterbenden das letzte Sacramcnt. Die Kaiserin, der Herzog von Laffano, Vicomte Elarp, Genf Vavillier, M. Pittri und Fra» Lebreton knieeten vor dem Bette, und man hörte in dem Zimmtr nur da« Gebet de« Priester« und da« Schluchze» der Frauen. Als die religiöse Eeremonie, »ährend deren der Kaiser einige Zeichen von Bewußt- sein gab, beendigt »ar, näherte sich die Kaiserin und umarmte ihren tHemahl, welch.r durch Geberden ar.de, tete, dest er ihr den Scheidekust geben »olle. Er

mochte eine schwache Bewegung, stieß zwu Seufzer au« »>d war todt. Die

Kaiserin, welche ihre Gefühle nicht mehr beherrsche» konnte, mußte in ihr Gemach gebracht werden. Der kaiserliche Prinz kam erst um 11'/, Uhr, drei Viertelstunden nach de» Eintritte de«Tokes, mit seinem Lehrer Fallon und dem sungen Eenaeau in (Samten Park an. Die Aerzte find der Meinung, daß der Tod herbrigesührt wurde durch Erfiickuug in Folge etne« Blutknoteas, der zum Herzen aufstieg; ledensalls schien der Sterbende nicht mehr zu leiden. Daß Beileitstrlegrawme von den Mitgliekern de« königlichen Hause« und dielen anderen Seite» in Ehi«lehurß eingetroffen sind, ist schon erwähnt worde».

Lovdon, 11. Januar. Die Leichensection ergab, daß der Er Kaiser Napoleon nicht tn Folge des Mißlingens der Operation gestorben ist, soudern in Folge 'der bereit« sehr vorgeschrittenen N.erenkrankheit, welche auch ohne die Operation in sehr kurzer Zeit einen tödtlichrn Ausgang gehabt hätte. Doch ist nicht zu leugnen, dast die Erschütterung, welche die Operationen auf rin ohnehin schon t» höchstem Grade zerrüttetes System ausüben mußten, im Verein mit den furchtbaren Leiden den Tod früher herb.igeführt hat. Wäre die Verwüstung, welche die Nieren- krankhrit bereit« angerichtet hatte, bekannt gewesen, fo würden die Operationen nicht vorgenommru fein und der Kaiser hätte einige Tage länger in Leiden und Schmerze» leben könne». Da« L. chend/gäugniß ist auf Mittwoch angeordnet. Der Sarg wird in der katholischen Marienkirche, einem schöne» anspruchslosen Gebäude zu Ehislehurst, beigesetzt wrrden. Die Königin, der Prinz von Wales und die ankeren Mitglieder der köatglichrn Familie hadeu Briefe an die Kaiserin geschickt, ebenso verschiedene Fürste» vom Frsilande, und der Prinz von Wales mit dem Punzen Ehristian von Schleswig Holstein »ach Etzislrhurst gefahren, um der Kaiserin nee» Beileidsbesuch z, wache». Auch der Papst hat einen längeren Bries a» die Kaise.in Eugenie gesandt. Zahlreiche Mitglieder der bonaparliftischeu Partei find in Ehislehurst aus Pari« und andiren Stabten hergekommen, so Rouher, Benrketli, die Marschallin Eanrobert; auch der Neffe der Kaiserin, Graf Mont.zo, wird erwartet. Die englischen T^ge«b!ätter fahre» fort, sich in Lob- preifungen ub.r den lokt-n Cäsar z, ergehe». Der Umstand, daß der Kaiser Gast Eagland« gewesen, daß die öittee und der verwaiste Sohu sich noch im Lande befinden und » Louis Napoleon de» englischen Handelsinlerrssen große Dienste geleistet, trägt diel dazu bei, daß fle Staatsstreich und «8; Schäden des Kaiserreichs vergesse».

Loudou, 13. Jan. Die Prinzessin Mnrnt ist in Ehislehurst »»gekommen. Beiar Leichenbegangniß. nm Mittwoch Morgen nm 10 Uhr, wirv dem achispän- mgen Leichenwagen zurrst der kaiserliche Prinz und dann dle übrigen Prinzen der kaiserlichen Familie folgen, vielleicht auch der Prinz von Wale«; dun» Mitglie­der der Diplomatie un» andere hervorragende Personrn. Osficiere und Freunde ce« kaiserlichen Hause«. Der Auszug »iu sehe einfach fein. Die Damen wer­den vorher sich zur Capelle begeben, wo die Leiche ans einem Paradebett in der Uniform liegen wird, die er bei Sedan trug.

Da« au«wärtige Amt hat rin Telegramm erhalten, daß Reisende vom 6. d. Mts. an ce» N l bi« Korosko hiianfgehen tonen.

Loudon, 13. Jan Die Aiissiellung der Leiche Napoleon« erfolgt am Dienstag; bei dem Begrab» ffe am Mittwoch amtirt der Bischof do» Sovthwark. Die Eilenbahn :eraustaltet gelegentlich beg Begräbnisse« Erearston-zuge aus Paris '»ach London und zurück zu» Preise von zwanzig und dreißig Franc«. Die Po-