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Gietzmer An)tiger.

Erscdtint täfllid), mtt *<xfc nahmt Sonntags.

Xbtbltion : Lavzleibrrg, 8tt. v. 9fr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kichen.

Nr. 12.__________________________Mittwoch den 15. Januar 1873.

A in t I icher X heil.

Donnerstag den 30. Januar 1873, Vormittag» 10 Uhr,

Whb auf Grund des §. 21 der deutschen Gewerbeordnung und des 14 der Groshcrzoglichen Verordnung vom 1. Rorcmbcr 1669 ewc offcntliä.c Stetig der unterzeichneten Behörde im Negierungsgebäude dahier stattfindeu. .

Gießen, am 16. December 1672. Großhcrjvglichc Provin,,al-Dircction Ob-rhessen.

p ' v. Röder. ____

Gießen, am 10. Januar lb73.

Betreffend: Die Schullehrer-Bibliothek im Kreise Gießen. _ , - * ,

Die Großhcrzoglichc Kreis-Schul-Comunssion Gießen

an die Lchutvorständr dro Kreises Gießen.

Zur Ordnung der obigen Bibliothek ist die Rücklieferung der. zu derselben gehörigen Bücher erforderlich. Wir beauftragen Sie deßhalb, die Lehrer anzu­weisen, sämmtliche d:r Lehrer-Bibliothek angchörenden Bücher binnen längstens 14 Tagen hierher eiuzusenden.

Den Erfolg dieses Auftrags wollen Sie binnen 8 Tagen anzergen.

v. Röder.

Mission zu richten.

Darmstadt, den 31. December 1872.

Grcßhcrzogliche Prüsungs - Commission für einjährig Freiwillige.

Pabst. Strecker.

Bekanntmachung.

Betreffend: Anmeldung und Prüfung der einjahr.g Freiwilligen.

Diejenigen Militärpflichtigen, welche als einjährig Freiwillige dienen wollen und im Großherzogthum Hessen.nach S- 20 b'r M. ttär Ersatz Justrucnon vom 26. März '1868 (Reg.-BIatt Sir. 21; gestellungspflichtig sind, haben ihre Anmeldung schr.stl.ch, unter Ber.tckß°)tmm.g der <|8. 4J. I ol-Io5. der Militär-Ersatz Instruction bis zum 1. Februar 1873 bei der unterzeichneten Conmussion cinzureichen, sallö fic 1td) der tm r^earz r. Ä* Nart- findenden Prüfung zu unterziehen beabsichtigen. .

Der Meldung find berzulegen .

a) ein Gcburtszeugniß (Taufschein),

b) eine beglaubigte Einwilligung des Vaters, oder des Vormundes,

c) ein Unbescholtenheitszcugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen zGymnasten, Realschulen, Progymnaften und höheren Bürgerschulen) von dem Dircctor bezw. Rector der bctr. Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute aber von der Polizei-Obrigkeit anszustellen tst.

Bei Nichtbeobachtunz der bestehenden Vorschriften, oder Eiureichung des Gesuchs nach dem angegebenen Termine, kann die Zulasiung zu der nächsten ^Tl"f $ £>er Prüfungstermin, sowie das Local, worin dieselbe vorgenommen wir^' wird später öffentlich bekannt gemacht werdet, eine specielle Ein­ladung erfolgt nicht. Die unterzeichnete Commission macht außerdem auf folgende Bestimmungen ausdrücklich ausmcnfam: .

Dic'Bcrechtigimg zum einjährig freiwilligen Militärdienst darf nicht vor dem vollendeten 17. Lebensjahre und muß frei Verlust des Anrechts spatesten- bis zum 1. Februar des Kalenderjahres nachgesucht werden, in welchem daö 20. Lebensjahr vollendet wird.

Mit der Anmeldung um Zulassung zum einjährigen Militärdienst ist die Aufgabe des Rechts, an der Loosung Theil zu nehmen, verbunden.

Ausnahmsweise kann der durch die versäumte rechtzeitige Anmeldung verloren gegangene Anspruch durch Entschließung der Ersatzbeborce drttter Instanz Wieder verliehen werden, wenn der bctheiligte Militärpflichtige noch nicht an einer Loosung Theil zu nehmen verpflichtet war, oder vermöge seiner Loosnummer disponibel geblieben ist. In letzterem Falle darf die Vergünstigung indcß nur dann eintreten, wenn der deßfallsige Antrag von der zweiten Aushebung, bei welcher der bctheiliate Militärpflichtige zu concurrircn hat, sormirt wird. m , . . n. . , - ,,

Gesuche um Wicderverleihung der durch versäumte rechtzeitige Anmeldung verloren gegangenen Berechtigung sind an die zuständige Kreis-Ersatz-Com-

P o 1 i t i f ch er T h e i k.

Deutschland.

Berliu, 13. Ian. DieDolkSztg." bringt die Nachricht:Einem hikst. gen berühmten Chemiker sind eine Anzahl von Briefen übergeben worben, teren Envcloppcn stark mit Moschus parsüwirt sind und deren Inneres beim Oeffnen rin nervenbetäubendeS Aroma verbreitet. Diese Briefe sind sämwtlich an den deutschen Reichskanzler gerichtet und dem Fürsten Bismarck nach allln seinen Vuflnthaltsorten gefolgt; die Untersuchung wird ergeb*n, ob eine etwa beabsich­tigte Gesundheitsstörung dorch diese Briefe möglich war."

Berlin, 14. Ian. In der Heutigin Sitzung dkS Abgeordnetenhauses zeigte Präsident v. Forckenbick an, daß ein Schreiben des Ministerpräsidenten an ihn eingegangen, demzufolge das EntltssungSgcsuch v. Selchow'S gestern angenommen und der Oberpräsident von Posen, Graf Kömgsmarck, zum Nachfolger desselben ernannt worden sei. ,

München, 10. Januar. In der Angelegenheit des IesmtenpaterS Löffler, welcher in Regensburg als der Erzieher des jungen Fürsten Taxis verweilt, hat vor einigen Tagrn eine Interpellation de« Regensburger Bürgermeisters Stobais durch einen zur FortschritlSporlei gehörenden Magistrctsrath stattgefunden. Nach der Antwort des Stadtvorstandes war Pater Löffler nicht in Regensburg, als die dortigen, unter dem gemeinsamen Schutze der Fürstin Tax.S (bekanntlich einer Herzog!, bay rischen Prinzessin und Schwester der Kaiserin von Oestcrre ch) und dem Bischöfe Sencstrey stehenden Jesuiten auSgewiesen wurden. Erft im November sei der Jesuit Löffler wieder erschienen und seine Ankunft der Regierung gemeldet worden, aber weitere Auskunft könne man nicht geben. Es halte damals verlautet, daß asf Verwendung des österreichischen Kaiserhauses d^m Pater der Lusinthalt in Regensburg als Priozenerzieher gestattet worden sei. Ob dem so ist, geht aus ter bürgermetsterlichen Antwort nicht hervor; nur ergikbt die Derantwoltlichk.it für das Verbleiben d-S Paters bei einer höyeren Stelle

liegt. Die Befugniß, eine solche Ausnahme zuzulassen, kann nach dem Inhalte des betreffenden Reichsgesetzes der Regierung nicht bestritten werden. Nur hat dieser Fall eine doppelte Seite, welche eine Nachgiebigkeit gerade bedenklich macht. Wie die obcrpfälzische KeeiSregierung bei einem andern Jesuiten sehr richtig betonte, war gerade Regensburg die rigentliche Brutstätte des n-ch Bayern eing"schmvagk'llen Jesuitentreibens gewesin, und außerdem hätte die verwandt­schaftliche Bcziehung und der hohe Rang teS Hauses Top'S ganz besonders vorsichtig gegen eine Privilegirung machen sollen, welche den Schein erweckt, als wenn deutsche und staatliche Interessen persönlichen und Familien-Rücksichten zu weichen hätten.

Oesterreich.

Wien, 13. Jan. Wie dieNeae fr. Presse" meldet, erhielt der Finanz- Minister de Prrt'S die Genehmigung des Kaisers znr Einbringung eines Gesetz- eotwurfs, betreffend die Aufhebung ter Jnscratensteuer. Ein Telegramm der Reuen fr. Prrss" aus Rustschuk meldet: Auf Befehl des GrohvezierS wurde die griechische Kirche nieder eröffnet. Bulgaren überfielen die zur Abend-Andocht versammelten Griechen und zertrümmerten Thüren und Fenster drr Kirche. Ein Grieche kam dabei um, mehrere wurden verwundet. Große Aufregung. Die Gar­nison ist confignirt.

I Pcsth, 13. Jan. «n Deak'schrn Kreisen werden die letzten Kundgebungen ! Beust*s al# wrnig ausklärrnd betrachtet. Es ist selbstverständlich, daß Beust durch ' Pression auf Frankreich vor der Kriegserklärung den Frieden erhalten wollte; das Interesse der Frage liegt in dem Umstande, was Beust nach der KriegSer- klärrng gcthan hat.

Krankreich.

Paris, 10. Jan. Heute haben sich 92 Generale und höhere Officiere der