Oberhessen
73%
A.merik. Bonds
1882r 9b 1885r 97-, 1887r
Börsennachrichten.
12 Juli 1873.
Prioritäten« östr. Stsb. Prior. 60 östr e. Lombard 50 Livorneser 33 Vs
Toscaner 55% Elisabeth.-Prior. —
30,o 3O/o 3° o 5°/o 5°;o
Vermischtes.
Darmstadt, 9. Juli. (Schwurgerichtsverhandlungen.) Heut? steht die Ehefrau des Franz Nemiger von Schnevpenhausen wegen Verbrechens wider das Leben vor den Schranken des Schwurgerichts. Dieselbe hatte am 22. Juni v. I. ihr neugeborenes eheliches Kind ermordet, indem sie im Felde, woselbst sie niedergekommen mar, es erstickt und dann in grauenhafter Weise zerstückelt halte- Ihr damaliges Ge- ständniß. unterstützt durch die Beweisaufnahme, hatte den Wahrspruch „Schuldigt und die Erkennung der Todesstrafe in der Schwurgerichtssitzung vom 9- Cctober v I. zur Folge. Alsbald nach Fällung des Urtheils und nachdem die von der Vertbeidigung Hofgerichts-Adv. Dr Dernburg, eingelegte Cassation verworfen worden war, ergaben sich Umstände, die mit großer Wahrscheinlichkeit darauf Hinweisen, daß das Kind kein eheliches, sondern ein außereheliches, im Ehebruch erzeugtes Kind war. Der von der Vertheidigung nunmehr nachgesuchten Wiederaufnahme der Untersuchung wegen aufgefundener neuer Beweise wurde stattgegeben und steht die Angeklagte deßhalb zum zweiten Male vor Gericht- Das Verbrechen des Kindesmordes, das nur an neugeborenen außerehelichen Kindern begangen werden kann, wird mit Zuchthaus nicht unter drei Jahren bestraft und steht zu erwarten, daß die Angeklagte, deren That durch die neu aufgefundenen Umstände jedenfalls in bedeutend milderes Licht gestellt werden, eine weit gelindere Strafe, keinenfalls aber die Todesstrafe zu gewärtigen hat- Wir werden das Resultat dieser sehr inteiessanten Verhandlung, die jedoch im Interesse der Sittlichkeit keine öffentliche ist, mitthellen. — Dieselbe wurde in zweiter Verhandlung zu 7 Jahren Zuchthaus verurtheilt.
AuS Baden, 10. Juli. Der treueste Diener der Cune, der Pfarrer Dr. Hansfakob in Hagenau, hat viel Unglück. In Folge seiner neulichen Verurtheilung wegen Beleidigung von Beamten in Beziehung auf deren Dienst hatte er um Wiederaufnahme des Verfahrens nachgesucht. Die Sache wurde gestern von der Strafkammer in Konstanz entgültig erledigt, und zwar unter Abweisung dieses Gesuches mit der ersten Bemerkung des Vorsitzenden, daß nunmehr das Urtheil sofort vollzogen werden müsse ohne Rücksicht auf eine etwaige Beschwerde desselben beim Oberhofgericht. Der Angeklagte verzichtete auf die Beschwerde, bat aber um Aufschub des Strafverfahrens bis zum 1. August, was bewilligt wurde. Schmerzlicher noch ist ein scharfer Verweis, den die Curie dem Genannten ertheilcn mußte, weil derselbe, angeblich weil er selbst rum Strafen zu weichherzig sei, die Schulkinder bei Vergehungen durch einander hatte abprügeln lasten. Die Curie soll aber mit dem Verweise für ihren Getreuen erst hervorgetreten sein, nachdem die Staatsbehörde den entsprechenden Ton angeschlagen und gedroht habe, cs werde, wenn die Curie nicht Abhülfe schaffe, dem Pfarrer Hansjokob der Eintritt in die Schule verboten werden.
Aelien»
5% östr. F. St. E. B. 358% Lombard. Bahn 200% Ludwigsh. Bexbach 188 Maxbahn —
Bayer. Ostbahn 120% Rhein-Nahebahn-Act. — Hess. Ludwigsb.-Act. 164
Jlußfanb.
Petersburg, 10. Juli Der „Nuss. Jnv." bringt folgenden Brief der aus dem auf dem rechten Ufer des Amu in der Nähe von Iltsch-Tschutschak bivonakirenden Vortrabe des Turkestan'schen Detachements am 13. u. 25. Mai geschrieben ist. Es heißt darin: „Man muß es gesehen haben, mit welcher Geduld die Soldaten den Mangel an Wasser ertrugen, während wir an dem Brunnen Alty-Kuduk standen, wo den Mannschaften, außer der Morgen- und Abend-Ration Thee, nur ein Tfcharka (der hundertste Theil eines Eimers) Wasser am Tage verabfolgt wurde. Hierbei verdient der Umstand besondere -Erwähnung, daß die Truppen des Detachements keinen Branntwein erhalten, und zwar die Truppen der Dshisak'schcn Colonne vom Beginn des Feldzugs an, die des Kasalmsker Detachements aber seitdem sie Arystan-Bcl-Kuduk verlassen haben. Mit Rücksicht darauf, daß der Gesundheitszustand der Truppen trotz der ungünstigen klimatischen Bedingungen ein so guter ist, muß man die Verabreichung von Thee anstatt Branntwein als eine vollkommen zweckentsprechende und nützliche Maßnahme ansehen. Keine geringe Mühe und Sorge macht tntseren Oberen die Beruhigung der örtlichen, am rechten User des Amu wohnenden Bevölkerung, welche durch böswillig verbreitete Gerüchte, die russischen Truppen seien gekommen, um die Khiwaer zu bestrafen, d. h. ihnen nach asiatischer Sitte den Kopf abzuschneiden, eingeschüchtert ist. Man darf zuversichtlich hoffen, daß diese Gerüchte durch die ergriffenen Maßnahmen bald zum Schweigen gebracht werden. Unsere Beziehungen zu Buchara zeichnen sich nach wie vor durch ihren freundschaftlichen Charakter aus. Der Emir legt beständig die vollkommenste Bereitwilligkeit, zum erfolgreichen Ausgang des Feldzugs mit allen von ihm abhängigen Mitteln beizutragen, an den Tag, um den Russen seine Freundschaft und seine Treue zu beweisen. Der Bevollmächtigte von Chokand befindet sich gleichfalls beim Detachement."
timeuifta.
New-Nork, 10. Juli. Die Cholera ist in Nashville und Cincinnati verschwunden. -
Aelien»
Frankf. Bank 145%
Frankf. Vereins-Kasse 109%
Darmst. Bankact. 397%
Rheinische Hyp.-Bank 98% Wien Bankactien 1U28
Oest. Creditact. 241 %
Galizien 120
Börsenberichte.
Frankfurt a. M., H. Juli. Die gegenwärtige Geschäftsstille dürfte mit dazu bci- traaen die Herbeiführung normaler Verhältnisse an den Börsen zu beschleunigen. Bei der anhaltenden Reserve der Speculation steht ein günstiger Medio in Aussicht und wird voraussichtlich die Regulirung, in Folge des sehr flüssigen Geldstandes, keine Schwierigkeiten haben. Letzterer chcint übrigens, sowie die anderen Symptome einer befferen Lage der auswärtigen Geldmärkte (Herabsetzung des Bankdiscontos in London re.) vorläufig keinen Einfluß auf die Speculation auszuüben. Unter dem, Einflüsse fester Berliner Course und Dcckungskäufe der Contremine war die Stimmung für Spcculationswerthe heute eine zuversichtlichere und festere. Auch Anlagefonds documentiren wieder ihre seitherige Anziehungskraft. Banken hingegen, auf welche die Vai sc in Jndustriepapieren an der Berliner.Börse einwirkt, zeigten sich abermals matt. - Creditactien, gestern 240%, sticgcn von 240 bis 242. Staatsbahn, gestern 3o7% avancirtcn bis 358%. Lombarden, gestern 200%, gingen von 201 bis 2013fi. In Oesterr. Bahnen war bei fester Haltung das Geschäft unbedeutend. Elisabeth und Galizier beliebt. Bayer Ostbahn % Proc? höher. Prioritäten waren gut gefragt, vor Allem Ungar. Ostbahn, die nahezu 2 Proc. gewannen. Donau-Drau % Proc. besser. Von Banken Vereinsbank in gutem Begehr und % Proc. höher; auch Oesterr. Nationalbank um 4 Proc. besser. Andere Banken durchgehends mehr oder weniger matter. Silberrente unverändert. Spanier matter. Amerikanische' Fonds gesucht. 1871er französische Rente anziehend. Don Wechseln London und Wien etwas besser.
tioldsorten.
fl. kr.
Pr. Friedrdor 9 57%—58% Pistolen . . 9 38—40
„ doppelte 9 38—40 Holl. fl. 10 St. 9 52—54 Ducaten . . 5 30—32 20 Frankenst. 9 20%—21 % Engi. Sover. 11 45 — 47 Russ. Imper. 9 39—41 Dollar in Gold 2 25%—26%
Preuss. 4%o,o Oblig. 1043,«, Frankf. 3 %°, o Oblig. 87% Nass. 4%% Obi. 97% Kurhess. 4"," „ 96% Gr. Hess. 5% Obi. 101% n » 40/0 „ 99
„ „ 3%% „ 95%
Bayer. 5% „ —
„ 4%o o 1jährige 1003/,.
„ 4° 0 1jährige 94%
Würtemb. 4%° b Obi. 100% Baden 4%% ObL c. E. L. 100% Oesterr. Silberrente 653 4
Welt muffe ihnen zurufen: Wohl betomm’ es! Frankreich wohnt heute nm mit dein ministeriellen Francis zu reden, „einem M°r F.ste an, deren Bedeu- tnna alle Herzen mit Wonne erfüllt nnd das Selbstgefühl der Nation wieder belebt . . Der König der Perser wird nicht der einzige Fremde sein der dieser Revue anwohni: ganz Europa wohnt m seinen Vertretern bei, und es wird hier schauen diese vo/fc vielen Mißfallen heimgesuchte, durch so große Anstren- qungen hergest.llte Armee, die bereit ist, dem Lande noch so viele Dienste zur Lerstelluna der Ordnung, der Freiheit nnd der National Unabhängigkeit zu leisten " Freiheit im Munde des Francis klingt wie Hohn, aber daß die Armee als Kehrbesen für die Republik dienen werde, das glauben die Versailler Ordiinngsmäniier so fest wie alle Franzosen, die freidenkerische» wie die svllabistischen, in ihrer Armee mir die Gotlesgeißel der Rache träumen, für die, um Wunder zu wirken, sich Procefsionen an Processionen reihen.
Loudon, 10. Juli. Der Beitritt des Schah von Persien zur Genfer Convention wurde bekanntlich noch hier in England in allen vorgeschriebenen Formen auf diplomatischem Wege in Richtigkeit gebracht. Der Großvezir hat die Beitrittserklärung Herrn Dunant übergeben, der sie nach Bern bringt. Ter schweizer Buudesrath wird nach Empfang des Schriftstücks den übrigen der Genfer Convention angehörigen Mächten amtlich den Beitritt Persiens anmelden. , , _ o _ .
In Stafford House, dem Stadtschloß des Herzogs von Sntherland, wurde gestern in Anwesenheit mehrerer Capitalisten von großem Einfluß und anerkannter Erfahrung wieder über die chinesischen Eisenbahnpläne verhandelt. Dem Kaiser des himmlischen Reiches soll, um ihu günstig zu stimmen, eine kurze Bahnstrecke zum Geschenk gemacht werden; es wird ihm die Sache also leichter gemacht als dem bekannten Herzog von Anhalt, denn er braucht nicht einmal die von letzterem ausgesetzten „tausend Thaler" beizuschießen. Einige der Anwesenden erwähnten ein Gerücht, wonach schon von anderer Seite eine Bahn zwischen Peking und Tientsin beabsichtigt sein soll. Obgleich von mehreren Herren beträchtliche Zeichnungen angemeldet wurden, verschob man die Anlegung einer Subskriptionsliste; doch wurde ein Ausschuß zur weiteren Verfolgung der Angelegenheit gewählt.
Spanien.
Madrid, 11. Juli. Das Journal „Jmparcial" meldet, angeblich offi- ciell, daß Mitglieder der Internationale sich des Städtchens Alcoy bemächtigt, mehrere Bürgerwachen und nach dem Stadthause geflüchtete Freiwillige eingeschlossen, den Alcalden erschossen und etwa 60 Häuser eingeäschert hätten. Dieselben drohen die Geißeln hinzurichten, wenn sie von Truppen angegriffen würden. Die Regierung ist entschlossen, energisch gegen sie vorzugehen.
Perpignan, H. Jul. Die 3000 Manu starke Bande des Carlistenführers Saballs hat hier eingelangter Meldung zufolge bei Ripall (Catalonien, Provinz Geroua) einer unter dem Befehl Cabrinettx's stehende, 1000 Mann starke Abtheilung Regierungstruppeu überrascht und zum größeren Theil gefangen genommen. Cabrinetty selbst wurde getödtet.
Perpignan, 11. Juli. Ein Telgramm aus carlistischer Quelle bestätigt den Sieg Saball's, und daß die ganze Colonne Cabrinetty's mit Geschützen und Bagage gefangen genommen und Cabrinetty selbst und 100 Manu . getödtet worden seien.
„ Papierrente 61 Spanier, neuest. 3% 17% " - ' 1881r 99%
Wer eine Annonce
in hiesigen oder auswärtigen Blättern veröffentlichen will, erspart Mühe und. Po o- kosten, wenn er damit die Unterzeichneten beauftragt, deren alleiniges und ausschließliches Geschäft es ist, Anzeigen in alle Zeitungen der Welt zumOriginal-Koflenprets und ohne Nebenspesen zu befördern. HaaslNstkiN & Vogler,
Frankfurt a. M., große Gallusftraße 1
do. II. Emiss. —
Anieliensloose»
Darmstädter fl. 50Loose —
n „ 25 „ -
Kurh.£i40 Thlr. Loose70 Nassau 25 fl. — Braunschweiger 23% 30 0 Oldenburg. ä40Thlr. 37% 40,g bayr. Präm.-Anl. 110% 4% badische Locse Badische fl. 35 Loose 68% Oestr. fl. 250 v. 1854 92% 1868r Prioritätsloose — 1840r Loose 93% 1865r „ 152
Wechsel»
Amsterdam
k.. S. 98%
Augsburg
k. 8.
100
Berlin
k. 8 104%
Bremen
k. 8. 105%
Brüssel
k. S.
93%
Hamburg
k. S.
105%
Leipzig
k. 8.
105
London
k. 8.
H7%
Lyon
k. S.
Paris
k. S.
925/,
Wien
k. S.
104%
ditto
m. S.
—
ditto
1. S.
104%
Disconto 5
00
Kersteigerungen.
Bekanntmachung.
3183) Die Lieferung von 2 Pul^erkästen für die hiesige Garnison soll im Sub missionsweze vergeben weiden
Zur Entgegennahme von Offerten ist ein Termin auf
Dienstag den 15. Juli er-, Vormittags 9 Uhr.
Fslst e m einer Auzeister.
im Geschäftszimmer der unterzeichneten Garnison - Verwaltung — Grünberger Chaussee — anberaumt, woselbst auch die Lieferungs-Bedingungen einzusehen sind.
Gießen, den 10. Juli 1873.
Großherz. Garnison-Verwaltung.
Donnerstag den 17. Juli d. I., Morgens 8 Uhr, soll im Pfandlocal zu Gießen eine Taschen
uhr zu Gunsten der Stadtkasse versteigert werden. _ Ä
Steinbach, den 12 Juli 1873.
(3238) Nicolaus, Krcisbote.
Arbeitsversteigerung zu AUeu- dorf «. d. Lahn.
Donnerstag den 17. Juli, Morgens 9 Uhr, sollen auf der Bürgermeisterei Mendorf
a. d. Lahn nachstehende Vauarbeiten in
48
10
3069) Feinste Reisstärke, I Kern- seife empftehlt Carl Hoffmann
Accord gegeben werden, als: Maurerarbeit, veranschl. zu 14 fl. 26 fr. Schreinerarbeit „ « 45
Weißbinderarbeit „ „ 127
Brunnengräberarbeit „ «, 120
Gießen, den 11 Juli 1873.
(3201) I- A-:
Körner, Bezirksbauaufseher.


