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Frachtbriefe für die Main-Weser-, Cöln-Mindener und Oberhesstsche Eisenbahn, sowie fämmtliche zollamtliche» Forniulare, sind zu haben bei W. Klee, am Martt.
Frischbäcker zu Gießen.
Sonntag de» 16. Februar. Hermann Spies in der Wallthorstraßc, Louis Kämmerer auf dem Seltersweg und Heinrich Noll m der ^ceustadt.
viele der Russische» Studenten, die ihre Gywnostal-Studlen in Petersburg zurück- gelegt hatten, Gesuche beim Petersburger Ober-Polizeimeister Trepoff etnreichea lasse», worin sie um Ausstellung der verlangten WohlverhaltungSzeugntffe baten. In Folge Weisung der höhere, Administration hat General Trepoff diese Gesuche unberücksichtigt gelassen und dadurch der Russischen Jugend zu verstehen gegeben, daß die Regierung da- Studiren an ausländischen Universitäten ferner nicht »ehr dulde» wolle.
Basel, N. Febr. Die „Bas. Rachr." melden: Der Bundesrath hat heute in einer außerordentlichen Sitzung hinsichtlich der Angelegenheiten mit dem Bischöfe Merwillod beschlossen, das Breve des Papste-, welche- Genf von der Diöcese abtrenne, nicht anzuerkennen, sondern dem Papste die Berechtigung zu verweigern, die Grenzen der schweizerischen Bisthümer einseitig und ohne vorgängige Verständigung mit den bcthetligten Cantonen und dem Bundesrathe zu bestimmen, oder abzuändern, und die Mittheilung an den Vatikan zu machen, daß da- päpstliche Breve als null und nichtig betrachtet werde.
Bern, 12. Febr. Der BuudeSrath beschloß die Ausweisung des vom Papste zum apostolischen Vicar für Genf ernannte» Pfarrers Mermillod ander Schweiz.
Bern, 12. Febr. Der den Pfarrer Mermillod betreffende Ausweisung s- beschluß beschränkt sich auf den Ganten Genf und ist nur dann in Anwendung zu bringen, wenn Mermillod den behördlichen Anordnungen widerstehen sollte.
Italien.
Rom, 13. Febr. Die Fregatte „9tomaw ist nach Lissabon abgkgangen, den König von Spanien, welcher sich mit Familie bereits dort befindet, abzuholen; eine andere Fregatte ist nach Valencia zur Aufnahme des königl. Gefolges abgeschickt worden.
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Spanien.
Madrid, 13. Febr. Die Nationalversammlung (vereinigter Senat und Gongreß) wählte MartoS mit 222 Stimmen zum Präsidenten. Das Königs- paar ist gestern früh 6 Uhr, allenthalben von der Bevölkerung respektvoll begrüßt, nach Lissabon abgereist. Die Ruhe ist ungestört. Die Civil- und Militärbehörde» in den Provinzen haben die neue Regierung anerkannt.
England.
London, 10. Febr. Auf dem deutschen Consulate fand heute die Uiber- reichung der unter hiesigen Deutschen und Engländern gesammelten Gelder, im Ganzen 1200 L. oder 8000 Thalcr, sowie des von einer Juwelierfirma gespendeten silbernen PocalS an den Dr. Hessel Statt, welcher durch diese Geschenke für die ohne Schuld erduldete achttägige Untersuchungshaft entschädigt werden soll. Herr Hessel drückte den Wunsch au-, daß der Pocal nebst 1000 Thlr. seinem Vater nach Deutschland übersandt werde. Bekanntlich hat die Regierung dem Dr. Hessel den Ersatz der Bertheidigungskosten und freie Fahrt nach Brasilien bewilligt, so daß also die oben erwähnte Summe ein reine- Geschenk verstellt. Solche Widerwärtigkeiten wie Freiheitsentziehung und peinliche Anklagen lassen sich freilich nicht in klingender Münze veranschlagen; aber bei den Sammlern ist wenigstens der gute Wille anzuerkennen.
Amerika.
Newyork, H. Febr. Die Nachricht von der bevorstehende» Abdankung de- Königs von Spanien macht die Hoffnung auf die Loo-reißung Cuba- rege. — Nachrichten aus Panama zufolge wurde Aspinwall von einem furchtbaren Orkan heimgesucht, welcher große Verwüstungen an Schiffen, Maaren und Lager- Häusern anrichtete.
Oberhesstsche Gesellschaft für Natur, und Heilkunde.
Sitzung vom 5. Februar 1872.
Prof. Streng beantwortete eine Anfrage bezüglich de- endemischen Vork-mmen- von Milzbrand in mehreren Gemeinden der Wetterau mit Rücksicht auf die obwaltenden Bodenverhältnisse dahin, daß ein gemeinsamer Charakter der geologischen Beschaffenheit de- Substrates derzeit nicht zu erkeuneu sei. , ,,
Dr. Laubenheimer beantwortete darauf eine zweite rmgelaufene Frage, welche sich auf den S tern schnuppen fall am 27./2S. Nov. vergangenen Jahre- bezog. Er erörterte, daß die Bahn de- Biela'schen Kometen die Erdbahn (fast) schneidet, daß dieser Komet tfl seiner Umwandlung in einen Meteorschwarm begriffen sei, und daß die Erde in der Nacht »om 27./L8. Nov. dem Strom der kleinen Weltkörprrchen, welche dem Biela'schen Kometen folgen, begegnete.
Ferner tragt Prof. Streng vor: Neber den Gebirgsbau der Alpen. Er zeigt zunächst daß die Gebirge im Allgemeinen entstanden sind entweder durch Aufschüttung loser Mas. sen oder Sedimente unter Wasser, verbunden mit der Eruption feuerflüssiger Gesteine, oder durch Hebung von Theilen der festen Erdrinde. Ein« solch« Hebung kann man sich denken al- entstanden durch einen Druck von Unten nach Oben, oder durch Faltung der Schichten, au- denen di« Erdrinde größtentheil- besteht, veranlaßt durch Seitendruck. D«r Vortragende erörterte eingehend die verschiedenen Entstehung-weisen der Thäler. Da- Material au- wachem dl« Alpen aufge- baut wurden, besteht aus folgenden Gesteinen und Formationen: Granitische Massen, welch« insel- artta an vielen Stellen hervorragend und mantelförmig von Gneiß und Glimmerschiefer umgeben find Letztere find vielleicht umgewandelte Repräsentanten der Sclur- und Devonformatl-n. Darüber lagern 2) die Schiefer und Eonglomerate der Steinkohlenformation, 3) kalkige, gUm« merreiche Schiefer (Verrucano), 4) die Kalke und Dolomite der Tria-periode, 5) die Kalke und Dolimtle der Juraperiode, 6) die Kalksteine der Kreibeperiode, 7) die Schiefer, Eonglomerate, Sandsteine ic. der Tertiärperiode. - Die Alpen bilden eine Aneinanderlagcrung einzelner Cen- tralmassen, die «heil- in einer der LängenauSdehnung de- Gebirge« parallelen Linie hlnteremander, theil- auch nebeneinander liegen und aus Granit, Gneiß und Glimmerschiefer bestehen. Da« ganze Gebirge ist entstanden durch eine sehr complicirte Faltenbtldung der Schichten. Durch da- Aufsprinaen der obersten Lagen und durch die Wirkung der Erosion, die besonder- in dem mittleren Theile des Gebirges ganze Schichtensystrm« entfernte, ferner durch die Bildung liefltnber Sättel und Mulden, die durch die Erosion theilweise zerstört wurden und wobei «in LYeil der Schichten in überkippte Stellung gelangte, ist der Schichtenbau des Gebirge- ein ungemein verwickelter, und nur dem ausdauerndem Fleiße und Eifer der schweizerischen Geologen ist e« zu van. ken daß mau endlich anfängt, einen Einblick in den Zusammenhang der LagerungSverhaltniffe der einzelne» Gebirgsglieder zu erhalten. Diesen Zusammenhang erläuterte Vortrc^ende zum Schluffe unter Vorzeigung der betreffenden GesteiuSarten, au einem große» Profil durch da- Gebirge, wie eS von einem der schweizerischen Geologen neuerdtng- entworfen worden l>t.
Nulla dies sine linea — kann man sagen, wenn man von der G ch w ei j ivriLt. Es verseht kein Tag, an welchem die Schachpartie zwischen ihr und der Cutt, sich »Ich, erdedllch 8erünoeet unt> »em Enlscheibung«zu,e nähert. Bon b™ Bischof von Basel «st eine weiischweisigeProIestschrift gegen Abse,ungSdeschlutz der Dlöeesnnstände erschienen. Lach-» erhebt bejugiich °°-r Theile der Dlv- an- Erlässe nachdrücklichst V'vl.st, bezeichnet die Conference,chluffe al« (»»lente Unbiloen und schwere Brrläumdungen, eeklärt immerfort, auf Luzern und Zug gestützt, Bisch-f von Basel zu bleiben und schließt: „Meinerseits resustre ich n cht
L bet Versühnung, allein ich will und muß entweder al-^getreuer katholisch» Bischos dastehen oder al« würdiger Bischof ent> guter Hirte, für meine Schas, mein geben hingehend, fallen. Bisher wußte man nur von einem Spruch, warte süß ist e« sür'« Vaterland zu sterben." Nach de« Baseler Herrn Bischos« Borua/g« wird dasselbe nunmehr eine entsprechende «en»erunfl e,fa»een tonnen. Di. B.'le, Behörden werden sicherlich dieser Manifestation der Bischöflichen WU- IriKfreibeil keinerlei Hindernisse in den Weg legen. — Wahrend die Helvetische RepübM in den Kirchenangekgenheiten einen anerkennen-werthen Muth unb un- »erkennbare «estiglei. an den lag legt, scheint sie auf °ee anderen«ei m hren Schergenvlensten gegen Rußland nicht ermüden zu wollen So ttsahrt d s>»elede lr i,una" folaende erbauliche Geschichte au« Petersburg. Die Schwee- ^Ardkn h7t.n d« Pe.er«bur^r Polizei abermal« eme Gefällig-eit erw^ len bie »ehr noch al« die «u-liesrrung Retschajeff'« t« gewissen Kreisen pelnh*e Se'nsati°7 erregen würde. 6« heißt, daß den an der Züricher W«le
Ruffen von de« dortigen akademischen Senat bedeutet wurde, sie k Zukunft Absolutorten über die an der Universität zurückgelegte» Stnv.en nicht ander« au.g.solgt erhalten, al« gegen Beibringung eine« Wohl»erh«liung«»eus. «iss«- von der Polizeibehörde deSj?«ige» Ortes tn Rußland, an dem^fie sich ihrer Abreise i»'s Ausland zuletzt aufgehalten habe». In Folge dessen ha
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reundschaft zu werbe», wo die Werbung nur mit Haß oder Geringschätzung entgegen genommen wird. _____
Deutschland.
Darmstadt, 12. Febr. Zum vehufe der Inempfangnahme der «it dem eisernen Kreuz« drcorirten Fahnen und Standarten der Großh. Division waren heute die Truppe» zur Parade auf dem Paradeplatz ausgerückt. In Front sta». den drei Batatlloue des Großh. LeibgarderegimentS tn Compagnie-Frontkolonnen und je zwei EscadronS des Garde- und des LeibdragonerregimeutS i» Escadrons- front. Die auswärtigen Jnfanterieregimenter waren durch Deputationen vertreten. Die Parade commandirte Generalmajor und Commandeur der Großh. Cavalleriebrtgade von Wichmann, und es waren II. GrGr. HH. Prinz Alexander als V-rtreter Sr. Köntgl. Hoheit des Großherzogs, der DivisionS'Som«an- deur Prinz Ludwig und Prinz Wilhelm anwesend. Als die decorirten Ehren- zeichen ankamen, wurde das Gewehr präsentirt und darauf durch die Prinzen Alexander und Ludwig die Front abgegangen. Auf Seine Majestät de» deutschen Kaiser und Seine Königliche Hoheit den Großherzog wnrde sodann von den Truppen ei» Hurrah au-gebracht. Den Schluß bildete der Vorbeimarsch derselben mit angefaßtem Gewehr. Die Haltung und das Aussehen der Truppen war
Darmstadt, 12. Febr. Die zweite Kammer der Landstände wird im Laufe der nächsten Woche zur Berathung der neuen Geschäftsordnung zusammentrete». Auf der Tagesordnung der ersten Sitzung (Mittwoch) steht die Berathung: 1) über die noch rückständige Wahlprüfung im XL Wahlbezirk der Provinz Oder- hoffen; — 2) über de» Antrag der Abgeordneten Ellenberger und Wadsack auf Errichtung einer Lande-creditaustalt — und 3) über de» Aatrag des Abgeord- vete» Weicker, die Collateralsteuer betr. k v
Berlin, 12. Febr. Die .Germania" demeottrt die Nachricht, daß der preußische EptSeopat an de» Papst eine ErgebenheitSrAdresse erlassen habe.
Berlin, 12. Frbr. Auch die „Germania" ist nicht zu fromm, als daß ste der CarnevalSzeit nicht ihren Tribut zollen sollte. Sie wacht sich heut den „Ulk," ganz ernsthaft — denn ein vorgeschützter Ernst kommt ja der komischen Wirkung am meisten zu Hilfe — nachzuweisen, daß der GründungSschwtndel im engsten Zusammenhänge mit der kirchlich-politischen Gesetzgebung stehe: so zwar, daß die „Papierchens" immer lustig tn die Höhe und die Gimpel immer massenhafter in S Netz gehen, je eifriger man gegen die Kirche sich rüste. So sei in die matte Stimmung der Börse erst wieder Schwung gekommen, als die ktrchen-politischen Gesetze auf den Tisch M Abgeordnetenhauses gebracht worden waren. Der Elu- fall des ultramontanen Blattes ist gewiß originell und wirb, u»trr Begünstigung der Carnevalslaune, auch dm» erheiternden Eindruck wache»; aber die „Ger- ma»ia" hätte doch bedenken sollen, daß man tu eiarm gläsernen Hause nicht mit Steine« werfen soll. Natürlich greift mau in einem Kampfe der Interessen zu den wirksamste» Waffe» und es entspricht dieser Taktik, wenn mau im Augenblick, da die öffentliche Meinung sich gerade gegen den GründungSschwindel erhitzt, die- sen als gleichbedeutend mit Freimaurerei und Nalionalliberaltsmus barstcllt; aber der Ultramontani-mu- ergreift doch eine zweischneidige Waffe, wenn er gerade den Gründungsschwindel zu einer AngrtffSwaffe machen will. Ma» erinnert sich denn doch, daß hinter den Bergen — ultra montes — auch Leute wohnen, welche mit Actienunternehmungen zum großen Rachtheil der eingefangeneu Gimpel umzugehen wissen, ohne daß sie voo dem Gift der Freimaurerei oder des Nationalltberalismus ergriffen wären; und wer sich nicht mehr der «roßartigeu Landarandschrn Schwindeleien erinnert, der hat doch noch die Geschichte der Dachauer Banken im Gedächtniß und weiß, daß das fromme Fräulein Spitzeder nicht um ihrer Redlichkeit willen im Gefängniß fitzt. Langrand und die Spitzeder haben aber wahrhaftig weder an Kühnheit, noch au Schlauheit, noch au lenlosigkeit in der Wahl der Mittel unsren einheimischen Gründern »achzustehen; und wer sich berufen fühlt, gegen den Gründungöschwindel zu Felde za ziehen, sollte mindestens seinerseits ehrlich genug sein, um einzugestehen, daß er conse,. fionslos ist. Prinz Luitpold ist heute nach Wie» abgereist, um
dem Kaiser von Oesterreich ein Eou^olenzschreiben beS Königs von Bayern wegen des Ablebens der Kaiserin-Wiltwe Karolina Augusta zu überbringen und um als Stellvertreter des Königs der Leichenfeier beizuwohnen.
Stuttqart, 13. Febr. Das heutige Bülletin über das Befinde» der Koni- ain-Multer besagt: Die Nacht verlief sehr unruhig und gab Gerüsten Besorg- Nissen Veranlassung. Später hatte die Kranke einige Stunden Schlaf.
Schweiz.
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