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Köln 11 3eniar. Der Erzbischof Melcher- hat sich, wie die .Kölnische Aeitova" meiert, »neihjt gesehen, dm fleligicmlebrer am hieSzen Et. Warc.Oe«. GyMnasium, Dr. ©ritbl, feiner enti tnfalhbilifhf6<a Ueberieugua^n wegen untern 9. d. M. aller priesterlichen Funeiionm zu entbtbtn. Der versuch des Erzbischof-, a°ch die lehramiliche Thät.gkeit tcl Dr. Brnehl am Gpmnaßa« i* iibtbiren, ist bis jetzt noch ersoiglo- geblieben.

Oesterreich.

Wik« 8. J'.i». Die Schließung bei Mslsatti'schen Institni- hat nach den Sch'lveiuazen fei ttorrefpontenten terNeuen freien Presse- ingebenre Buf« rcgnng im Lanke der Glaubeuseinheit bnorgenfen : .Auf Seiten ter Liberalen tzerrscht unbeschreibliche Entrüstung über die Schandivirtbschalt der Psaffen; die Ulirawonlonen dagegen suchen ihre Schade in einer leidenschaftlich getriebenen Agitation zu Verbergen, indem sie, der Parole desVaterland- folgend, über einenreinen Dcwaltaet" zetern, al- ob t,e Unzucht auch zu den frommen vier- ftn gehörte, in deren Verrichtung sie nickt gestört werden dürfen. E'N dorre- fponbent bei Brirenee v.schos-blatte- brebt sogar offen mit fierolution. der Aufhebung ter Jesuiten Ansiedlung in Tramin welche einem in Jonlbrud cnrflrenben Gerüchte zufolge auf Befehl de- Kaisers durch Taaffe «folgt fein soll blo- ein schwacher Anfang gemacht; die Kündigung de- mit Ostern ablaufenden vertrage- mit den Jinsbrucker Faeuliäts-Iefuiteu und die Auflösung jener katbolifchen Vereine, welche zu jeder Schandtbat der Ultramonlanen um gnstimmnngl-Avressrn werben, muffen ihm folgen."

Wien, 11. Jan. DerDe|err. Gorrefp." zufolge bat der Kaiser anläß­lich de- Ableben- de- Kaiser- Napele-n eine zmölstägige Hoftrauer ang<orineL

Frankreich.

Paris. Die Nekrologe, die jetzt die Pariser Presse auf da- Grab del ebeaahgen französischen Souverän- niederlegen wird, mögen bitter genug ausfallen . Es «erben wenig Immortellen Kranze darunter sein, wie sie der Schmerz und die Trauer einem Dahingeschiedenen darbringt. Ob die Franzosen wohl dabei

auch ein wenig an sich selbst benfen werben? «n die erdrückende Stimmenmebrbeit, mit der sie Ende 1848 an der Stelle des bewährten Cavaignae zu ihrem Präsidenten und Hüter ihrer fangen Republik einen Menschen wählten, von dem sie bi- dahin nur durch einige tolle Abenteuer witzicn? Und an die acht M llionenOui, durch die sie noch im Mai 1870, also kurze Zeit vor dem Auge de- Kaiser-, ihm ihre «Hner'ennung zn Fußen legten V Wahrlich, die Franzosen sollten jetzt bri Gelegenheit de- Tode- ihre- Erkorenen etwa- weniger Pharisäerthum an den Tag legen. Wenn sie mit Recht die schwersten Anklagen gegen den verstorbenen richten, der erst da- vertrauen der Wahlurnen schmählich getäuscht und den vtuch stinei Eide- nicht gescheut hat, um die ,hm übertragene Gewalt zu miß­brauchen, dann am Schluffe seiner Lauibahn die Nation in e.nen unglücklichen Krieg gestürzt bat, so hatte doch diese einen nicht wegzuleugnenden Aniheil an bem Anfänge und an drm Ende des zweiten Empire. Europa war erstaunt, al- zum Präsidenten der Republik ein Mann au- einem Geschlechte gewählt wurde, da- schon einmal der französischen Republik ein Ende gemacht, die alte erb- monarchische Krone dann an sich gerissen und, um diese zu behaupten, da- Land in endlosen Kriegen en den Raub bei verderben- gebracht. Der Neffe beeilte sich denn auch, die Wege de- Ohelm- auszusuchen. Dem Cromwell hatte eine Diktatur mit dem Protektortitel genügt; dem Erben del Kaisers war die Präsi­dentschaft über eine mächtige Republik nicht genug, er strebte danach, dal örbe feinet großen Oheims ungeschmälert in Besitz zu nehmen. In dem Augenblick, wo er eine Gewalt nimmt, die ihm nicht natürlicher Weife geho't, schwankt wenigsten-, wofern er nicht zittert, auch der kühnste Geist; Lucw'g Napoleon machte eine Au-nahme, al- et sich um Sein oder N chtfein handelte. Aut ( aesar, nut nihil! Er überschritt den Rubikon, und der Staat-ßreich vom 2. Decembir machte ihn zum Kaiser der Franzosen. E- hatte Frankreich den Königlichen Karren nur umgeßoßeu, um sich vor den Kaiserlichen zu (pennen. Wa- den Krieg von 1870, den Abschluß der Napoleon'ichen Episode, betrifft, so weiß ja alle Welt, daß die Kaiserliche Regierung log. al- sie tehauptete, von der öffentlichen Meinung zum heftigen Auftreten wegen de- Spanischen Zwischenfall,- gezwungen worden zu fein. Daß aber die von cbm angeßiftete Agitation oit bl.tz'chuellem Ersolg nm sich griff, und ganz Frankreich, mit wenigen Ausnahmen, in Brand setzte, dal ist ankererseit- unleugbare Thaisache; un.' daß da- möglich war, ist nur durch die Unwissenheit, Ad:rgläubigkrit und puerile Erregbarkeit del öffentlichen Geiste- möglich g'wefen. Mögen die Fran-osen erst einmal ansangen, sich der Gewohnheit zu entschlagrn, die Rechnung E nzelner mit dem zu belasten, wa- virlmehr auf die Rechnung der Nation zu setzen ist. Mögen sie noch eher dahin kommen, vom Götzendienst gegen Judin dnen avzulaffeu, iL sie so schnell zu Jtolen erheb:», al- sie sie vom Piedestat Niederreißen.

Pari-, 10. Ian. tote diePatrie" versichert, wird der Proeeß Bazune erst nach derBrsiiuug dr- larita.iuml" vor da- K teg-gencht lammen. Pohe politische Bewrggiünde sollen die Regierung bestimmt habe», bi- dahia zu warten. In Folge dessen da- Hau«, welche« vazaine all Gefangmß dient, auf wei­tere 6 Monate gemiethet worden.

Pari-, 10 I n. In der Nacht vom 7. auf den 8. hat ein Braud tu ben Barocken von Brnpöre-, wo deutsche Truppen liegen, stattgesunden; drrfelbr war aber ohne Bedeutung und wurde schnell gelöscht. Da- Ernguiß von Ühi-lehurß bildet saß allein dal Tagelgespräch. Der Tod de- grnnd coupablc dv 1851 et 1870, wie ihn ein Journal nennt, hat die öffentliche Meinung mit Napoleon UL feinet weg* aulgesöhnt, und nur Wenige wagen öffentlich für ihn einzutreien. Die Umstande, die seinen Tob herdeigeftihrt, interrsstreu ab.r seihst ventäni Ich im höchsten Grade and m n reißt sich um die Journale. Pops und Patrie, die gegrn 300 Zeilen lange, mit schwarzem R-nd eingerahmte Artikel bringen, worin sie kühn auftreten und die Bonapartisten ouffordern, sich um Napoleon IV. zu |tb««ren, ftiMU, baß die Wiederherstellung del Kaiie.reichl sicherer sei denn je. Diese Journale sprechen natürlich nar nach den Instrvetioaen der Kaiserin, von der schon nävß.r Tage ein Mauiseß erscheinen s ll, worin sie dem französischen Volke ankündtgt, daß sie während der Minorität R.poleou'i l> die Regentschaft übe.nimmt. Uatrr irn Bonapartisten, welche sich heute mt Ehillehurst begeben, befinden sich aoßer der Peinzefstn Mathilee der Prinz Mw rat, die Depittrten Gavardie, Galloni, Dtßna und andere. M^k Mahon be- g bi sich ebensalll nach Chiilehurß. Derselbe war heute bei Th erl, nm die Eimächttgung dazu zu verlangen, und der P.äßdent soll schwach genug g wesen

sein, ihm dieselbe zu bewillige*. Fünfzig andere Generale wollen ebensalll nach Ehillehurß g^heu.

Pari-, 11 Ian.. Mae Mahon, Eanrobert und mehrere andere Generale gaben die Errnäch'iguag erhalten, sich nach Ahi-l.hurst zu begeben. Thierl, w.l» chru der Kriegiminißrr um seine Ansicht befragte, erwiderte, daß man dem Manne, von dem man persönliche toohlthateu erhalten, die letzte Ehre erweisen müsse. Mae Mahon wird von der E.machitgnng vielleicht keinen Gebrauch machen, er hat ein Schreiben an die Kaiserin gerichtet, riesel aber vorher Thier- mitge- tbeilt. Die Prinzessin Mathilde hat vor ihrer Abreise nach Ehi-tehurst bei Thier­angefragt, ov sie wieder nach Frankreich zurückkehren könnte, und die Antwort erhalten, daß die Thore Frankreichs für sie immer geöffnet feien. Auf Eorsica wurde der Tod de- Ex Kai n- mit Ruhe ausgenommen; Deputationen gingen ,ou Aiacno und Baßia nach Ehi-lrhueß ab und dal Hau- der Voaaparte in fljaeno 'st mit schwarzen Tüchern behängt worden. Die rrauergotte-dienste in ^caakreich am Begräbnißtagr de- Kaisers werden, falls sie m keine politischen )emonftrationcn aiHrlen, nicht verboten werden. Die hi fige Regierung ist be- nachnchtigi worden, daß die Ex-Kaiierin au die fremden Machte ein Ruudfchrei- ben richten wird, worin sie den Tod de- Kaiser-, die Throubrßrigung Napo­leon'- IV. und die Uehtrnahme d.r Regentschaft aukündige. Faß alle hiesigen Bonapartisten haben Iraeer angelegt, die bonapartistischen Blätter erscheinen acht Tage lang mit schwarzem R.nve.virn Public- bestätigt, daß eg in der gestrigen Zusammenkunft der Unter - Eommisfion der Dreiß g mit Thier- zn einer Au-gie.chung gekommru. Die Perieristm h eiten heute um 2 Uhr ernt ver- iamwluug und beschlossen, einen eigenen Verein zu bilden, ohne jedoch au- dem linken Zentrum au-zutreten.

Pari-, 13. Ian. Thier- empfing heute die sech- Deputirten der Rechten, welche von ihrer Partei beauftragt werten , über die Entlassung Bonrgoing's Aufklärung zu erbitten. toie verlautet, soll die Jaterp llatiou Vrlcast.l'- zu­rückgezogen werden, wenn der Bericht der Deleglrlen die Fraktion befriedigt. Den MittheiUngen der bouapartisti,chen Blätter zufolge ist den aktiven Otfizieren Vie Erlaabniß zur Theilnahmc an dem Leichenvigangniß Napoleon'- durchweg formell abgeschlagen worden. Den höheren zur Di-posit on gestellten oder nicht aktiven Offizieren e- freigestellt worden, die Erlaudnitz de- Krieg-Minister- nachzusuchiN.

Versailles, 11- Jau. Nationalversammlung. Bet der Di-kusgon del vroglte'ich u Antrag- wurden die verschiedenen Gegen - Anträge verworfen, v vroglie machte den Vorschlag, die Bcetammlung mochte aus ihre Vertretung im obeen Unterrichtsrathe durch » er Deputtrte verzichten und vielen Deputirten drei Staatsräthe und ein lXarin>lNiighe» substituier». Die Fort.etzung der Di-cnssiou findet am Montag statt. DemV.en Public- zufolge haben der Marschall Mac Mahon und eine Anzahl von Generalen Urlaub genommen, um Cem Leichrnbgangnisse de- Kaisers Napoleon biizuwohneu. Die betreffenden Ur­laubsgesuche sollen ohne bchwierigketten bewilligt woibcn sein.

Italien.

Rom, 11. 2". Der Minister für öffentliche Arbeiten erklärte in der Deputirtenkammir, daß der Eifenbahnoerkehr durch den Giovi-Tucnel binnen zrh. Tagen miederhergeßellt fein weide. Die Mailander Zeitungen eröffnen cme eubferiptun zur Errichtung eine- Rapoleon-Denkmal- zu Mailand.

England.

Lonboa, 11. Ian. Der Hof wird vom 14. bi- 21 Januar für den Kaiser Napoleon Hoftrauer anlegen. Die einbalfamirte Leiche de- Kaiser- Wird aiu Montag und Dienstag in Parade ausgestellt werden. Die Beerdigung er­folgt Mittwoch Vormittag im Ehor der katholischen Kirche zu Ehislehurß. ^Ne». ter'- ttuieau* meldet, daß der Kaiser ein Testament hinierlaffe» habe und daß die Kaiserin Sugeuie beabsichtige, sich zur Regentin zu erklären.

London, 11- Januar. R ich lern INeiuitat der Leich.nsection Napoleon'- ist der To: ve- Ka,seiS durch Stillstand de- Blutumlau,es herbeigesuhri worden, als Folge allgemeiner Eoastitution-Ichrväche, verutsacht durch eine weit vorgeschrittene Nierenkrunkheit, die jeden'alls bald tödlich geeniet haben wuide. Die ^T'm <' fagt bei einer vespr.chung der A^kunst Schuwaloff's: Die Entschlüsse England (eien dem Ezaren bereits mitgetheilt. Eagland stehe von einer Ein­mischung in d,e Eroberungen Rußlands in Asien so lange ab, als Rußland die ipicuU angegebenen Grenzen nicht überschreite. El» weitere- Vorgehen teffelbe» werke England al- Knegssav betrachten, es sei entschlösse», die Unabhaagkeit Afganisthans aufrechtzuerhalt n. Da England-Forderungen billig feie», betrachtet dieTime-" deren Annahme al- wahr.ch'inltch, wodurch treeltch die politische Ne.ei.buhlerschast der beiden daahn nicht geratet wäre, aber die beiderseitige« Beziehung u auf eine klarverstandliche Bast- gestellt werde» würden. Dti Artikel bebt schli.ßl ch hervor, daß England In der orientalischen Knegsuhiung Rußland überlegen ist.

Bonbon, 13. I«n. Ehi-lehurst war gestern vo» diele» Fremke» besucht, die kaeycltiche Kirche, wo die Prinztssiu Mathilde, Rouher und P.elri dem Got- te-rienste be.wohnten, überfüllt. Benekett, ist ebenfalls in Ehillehurst flngekm- Mk» und von Cer Kaisen» empfange» morde». Erwartet werden u A. noch COtoier um Mac Maho».

Amerika.

Washington, 11. Ja». D.e «atworeinote Spanien- in vezug auf Euba st entgegenkommend und fnunth*; sie sichert, wenn schon sehr allgemein gehal- l(B, dis Durchführung einer der Srlaven-Emankipaiio» förderlich » Polit.k zu.

(Eingesandt-

S?fiagwfb«ire> auf bte bribtu «itiM Rvaih-ttft Jaeraall und des bifü|<" «mze'ger- lB -Bdrcf uiptti itluuM Ueiftttiltljf^ulrt glaadi man auf fatgeu»«» Mau aufettlfam m«*cu za «asi»a.

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