Einzelbild herunterladen

<p

Bi1- \to

! f v

fji:

Äscher Gottesdienst. 10 Uhr Versammlung sämmtlicher Deputations-Mitglie­der auf dem Rathhaus, Zug in's Großherzogliche Residenzschloß zur Audienz um halb 11 Uhr mit Überreichung der zu Ehren dieses Tages errichteten Stipendien-Stiftung. 12 Uhr Speisung der städtischen Armen. 2 Uhr Fest täfel in dem Gasthause zur Traube. Festvorstellung im Großherzoglichen Hof­theater. Nach Schluß des Theaters Brillant-Feuerwerk auf dem Ludwigs- Monument. (Darmst. Ztg.)

Darmstadt, 1L Juni. Der Kaiser von Rußland hatte auf feiner Reise nach Ems heute Nachmittag 2 Uhr Hierselbst eine Zusammenkunft mit dem Schah von Persien.

Berlin, 8. Juni. Bekanntlich ist es die Absicht, den Reichstags-Mit­gliedern für die Zeit der Sessionen freie Fahrt auf den Eifenbahnen von dem F>eimathsorte der Mitglieder bis Berlin zu gewähren. Die Staatsbahnen haben sich dazu bereit erklärt; die Privatbahnen dagegen eine Entscheidung noch Vorbehalten, obwohl ihnen ein durchaus annehmbares Abkommen angebo ten worden ist. Die Entscheidung steht mit jedem Tage zu erwarten.

Berlin, 9. Juni. Reichstag. Die Versammlung ist sehr zahlreich be­sucht. In dritter Berathung werden debattenlos angenommen die Entwürfe über die Verbefferung der Unteroffizierlage, die Erweiterung der Gebäude des Kriegsministeriums und der Militär-Erziehungs- und Bildungsanstalten und die Vorlage über den außerordentlichen Geldbedarf für die Reichs - Eisenbahnen Elsaß-Lothringens mit einem Anträge Elben, den Bahnbau in der Richtung Mülheim-Mülhausen bis an den Rhein betreffend.

Es folgt die zweite Berathung des Budgets. Der Etat des Reichskanzler- Amtes wird genehmigt.

Weiter werden die Etats des Reichstages, des Rechnungshofes, des Ober- Handelsgerichts und des auswärtigen Amtes genehmigt.

Bei Berathung des letzteren Etats betheiligt sich Fürst Bismarck wieder­holt, indem er die Positionen für Einrichtung deutscher Dolmetscherschulen in Athen und Konstantinopel, sowie eine Gehaltserhöhung für den Gesandtschafts- Prediger in Lissabon vertheidigt.

Schmidt (Stettin) fragt an, ob der Zollvertrag mit Rußland bevorstche.

Bismarck entgegnete: Die Verhandlungen schwebten seit langer Zeit, seien eigentlich nie unterbrochen, indeß Resultate augenblicklich noch nicht abseh­bar; man müsse hier mit der russischen Handespolitik rechnen, die an gewissen Traditionen festhalte. Die Reichsregierung werde sicher alle möglichen Erleich­terungen im Handelsverkehr mit Rußland anbahnen, und um so sicherer mit Erfolg, je schonungsvoller sie mit der russischen Handelspolitik rechne, je weni­ger der Reichsregierung eine Einmischung in letztere zugemuthet werde.

Löwe beantragt Streichung der Position für den deutschen Gesandten beim römischen Stuhl. Reichensperger (Crefeld) spricht dagegen; Gesandte seien bei Souverainen accreditirt, der Papst sei Souverain.

Fürst Bismarck: Das Fortbestehen des Papstes fei nicht abhängig von der Ausübung einer territorialen Souverainetät durch den Papst; das Bedürf- niß diplomatischer Beziehungen zum päpstlichen Stuhl besteht fort; wenn wir keinen Gesandten hinsenden, so geschieht es, weil wir keinen Vertreter deutscher Nation der Verlegenheit aussetzen können, eine Sprache anzuhören, welche Ver­treter deutscher Nation nicht zu hören gewohnt sind. Indessen die Verhältnisse können sich ändern; tempora mutantar et nos mutamur in illis. Wir dürfen den Faden nicht abschneiden, um die Fühlung mit dem päpstlichen Stuhl zu erhalten. Bei dem jetzigen ConflicL ist ein erster Schritt jeder betheiligteu Par­tei schwer, weil jede glaubt, ihr fei Unrecht geschehen. Wenn..aber einmal ein Schritt geschehen solle, so könne ein solcher nur geschehen unter Umständen, unter welchen ein deutsches Vertreter Bürgschaft für die Behandlung und Ach­tung hat, welche alle Reichsvertreter beanspruchen. Die Erhaltung des Postens kann Mittel zur Verständigung bieten, deshalb belasse man dieses Mittel und setze den Posten nicht ab, obschon ich jetzt dem Kaiser nicht einen bezüglichen Vorschlag machen kann.

Löwe hält für ausreichend, einen Commissär zu entsenden, der etwa bei der Papstwahl referiren könne.

Fürst Bismarck betont, daß die Reichsregierung sich jeder Einwirkung auf die Papstwahl enthält. Im öffentlichen Interesse fei wünschenswerth, daß die Papstwahl im Geiste der Mäßigung stattfinde; unsere Aufgabe aber fei nicht, uns damit zu beschäftigen, wir haben nur nach Meldung der Vollziehung der Papstwahl deren Legitimität zu prüfen hinsichtlich der Rechte, welche ein legiti­mer Papst in Deutschland ausüben darf.

Nach weiterer Rechtfertigung des Postens durch Reichensperger wird die Position bewilligt. Darauf wird die Vertagung abgelehnt.

Nach Beginn der Berathung über die Position der Consulatsgehälter tritt die Vertagung ein auf Dienstag 12 Uhr: Forschung der Etatsberathung.

Berlin, 10. Juni. Die Mittheilungen von einem vorgestern stattge­habten Empfange des Reichskanzlers durch den Kaiser sind irrthümlich. Der Reichskanzler ist seit einer Reihe von Tagen zum Jmmcdiatvortrage nicht ge­langt. Die Aerzte haben dem Kaiser völlige Ruhe und Enthaltung von den Geschäften angerathen. Ein Empfang von Hofbeamten hat stattgefunden.

Berlin, 10. Juni. Außer dem Reichskanzler und dem Reichstags- Präsidenten haben Graf Noon und Friedrich Bodenstedt vom Schah dessen Sonnen- und Löwenorden erhalten, letzterer offenbar wegen seinesMirza Schaffy." Als Gegengabe bekam der Großvezir den schwarzen Adlerorden. Die persische Majestät hinterläßt übrigens nach allen Berichten in Beziehung auf Höflichkeit und Etiquette, besonders bei den Damen und weniger berühm­ten Prinzen des königlichen Hofes keine guten Erinnerungen und dieNat.- Ztg." meint, daß er von der europäischen Cultur wenig werde gelernt haben und sein Gefolge zum größten Theil aus reformfeindlichen Altperfern bestehe. Die Eifenbahnen scheinen jedoch in seinem Lande eingeführt werden zu sollen, da er den Baron Reuter, der die Concefsion für Bauten in Preußen erworben hat, sehr aufmerksam behandelte.

Berlin, 10. Juni. Also doch! Die Beschlußfähigkeit des Reichstags' ist eine Woche nach Pfingsten zu Stande gekommen. Es soll weiter gearbeitet' werden. Bismarck will es, Simfon auch, und der Telegraph hat die Säu-' migen aus dem Lager geschüttelt. Gestern hat denn die Specialberathnng des Reichsetats beginnen können. Eine Reichs-Etats-Berathung will eigentlich nicht viel bedeuten, da der Löwenantheil des Budgets dem undiscutirbaren Militär-! Pailfchquanlum zufälll. Die Sümmchen, die darüber hinausgehen, werden nur durch einzelne Interpellationen und Converfationen an ganz ifolirten Stellen

pikant. Man greift hier und da einen Titel oder ein Capitel heraus, und so bringt es die Natur der Sache mit sich, daß eine Etatsberathung zu einer Mosaik der verschiedensten Dinge wird. Der Etat des Reichskanzleramts z. B. bringt alle die Herren in Echauffement, die nicht um das Kanzleramt sondern an einen einzelnen Posten dieses Etats Anfragen über die Civil- und Criminal-Proceßordnung anzuknüpfen für gut finden. Gleich darauf verliest der Präsident Sirnson eine Reihe von Titeln und Nummern, die zu keinen Debatten Anlaß geben, und so folgt unmittelbar auf die Reden über allgemeine Gerichts-Organisation u. s. w. eine lange Discnssion über die Mittel zu Bade­kuren für die im Felde Erkrankten, denn es handelt sich um die 300,000 Thlr. als Fonds für Gnadenbewilligungen des Kaisers. Rrrrrr . . ein ander Bild. In jedem Auswanderungshafen soll ein Reichscommiffarius das Auswanderungs- wefen controliren, Man ist noch eben im Geiste mit dieser Materie beschäftigt, da verlangt ein Abgeordneter, daß mit der Deutschen Schule in Constantinopel ein Dolmetscher-Institut verbunden werde. Es ist nämlich die Tagesordnung bis zu dem Capitel des Etats gelangt, das von den GefandtschaftSposten han­delt: Hier öffnet sich das Feld für Fürst Bismarck. Er nimmt wiederholt das Wort bei der Constantinopolitanischen, bei der Londoner und andern Ge­sandtschaften. Natürlich tritt gleich Hochfluth der Debatte ein, als Rom aufs Tapet kommt. Fürst Bismarck hält eine große Rede. Die Reichsregierung wird sich jeder Einwirkimg auf die Papstwahl enthalten. Das ist ein Wort von Bedeutung. Nur eine Prüfung der Wahl nach ihrer Vollziehung, eine Prüfung also der legalen Vollziehung ist Vorbehalten. Für die Wiederbefetzung des Gesandtfchaftspostens bei der Römischen Kurie ist wenig Hoffnung vorhan­den. Was schadet das? Allerdings macht Fürst Bismarck darin keinen Unter­schied, ob der Papst noch im Territorialbesitz sich befindet oder nicht. Er würde trotz Löwe einen Deutschen bei Seiner Heiligkeit accrebitiren, wenn gleich letzter ewig ein John-lackland bleibt. Fürst Bismarck will aber den vacanten Posten nur besetzen, sobald der Vertreter des Deutschen Reiches nicht mehr der Gefahr ausgesetzt ist, eine Sprache zu hören, die er amtlich nicht entgegenzunehmen vermag. Das heißt mit andern Worten: mit diesem Papst ist kein Einverstandniß möglich, und mit einem anderen auch nicht. Summa: Wählet welchen Papst ihr wollt, wir mischen uns darin nicht, und lasset eure Päpste weitertoben wie sie wollen, wir brauchen keinen Vertreter bei Tobsüchtigem

München, 11 Juni. Prinz Luitpold ist heute früh im Auftrage des Königs zu dem Leichenbegängniß des Prinzen Adalbert nach Berlin abgereist. Von Berlin wird sich der Prinz gleichfalls im Auftrage des Königs nach Darm­stadt begeben, um der Feier des 25jährigen Negierungs-Jubiläums des Groß. Herzogs beizuwohnen- und demselben em Gratulations - Schreiben des Königs überbringen.

Stuttgart, II. Juni. Der Kaiser von Rußland, das Thronfolger- Paar und Großfürst Wladimir sind heute Morgen 10 Uhr nach Darmstadt abgereist.

diiinfucidj.

Paris, 8. Juni. ,,-L'Ordre', das Organ des Hofes von Chiselhurst, enthält folgende Reclame:Ein Freund, der von Chiselhurst ankommt, bringt uns die besten Nachrichten über die Kaiserin und den kaiserlichen Prinzen. Der junge Prinz ist bedeutend größer und stärker geworden; er ist schon um mehr als einen Zoll größer als fein Vater Napoleon III Man preist höchlich die Herrschaft, die er trotz der Lebhaftigkeit seines Alters über sich selbst ausübt. Er sagt klar und präeis, was er sagen will, nichts mehr und nichts weniger. Kurz, die schönsten Hoffnungen sind schon mehr als zur Hälfte realisirt."

DiePatrie" bringt einen Leitartikel, der in Berlin geschrieben zu sein scheint und so boshaft wie möglich ist. Das französische Blatt scheint sich wirklich einzubilden, daß Bismarck nächstens das Schicksal von Thiers erleben und an seine Stelle ein großes Kirchenlicht wie Broglie gestellt werden würde. Diese Auslassungen verdienen keiner ernsten Bemerkung weiter, nur zeigen sie wieder einmal, welche Mühe die Jesuiten und die Jesuiten-Genosseil sich geben, um die Franzosen durch falsche Vorspiegelungen immer mehr zu dem Nachekriege zu verhetzen. .

Paris, 8. Juni. Gestern fand eine sehr stürmische Sitzung im Pariser Gemeinderath statt. Anlaß zu derselben gab das Gemeinderaths-Mitglied Ri­gault, das sich bei dem auweseudeu Polizei-Präfecten mit großer Bitterkeit über das freche Auftreten der Polizei-Agenten seit der parlamentarischen Revo­lution vom 24. Mai beklagte. Die Worte Rigault's erregten Widerspruch auf vielen Bänken. Der Präsident bemerkte dem Redner, daß er eine zarte Frage behandle, die große Zurückhaltung erheische. Rigault wollte Beispiele citiren, worauf der Präsident erklärte, daß er über diesen Gegenstand nicht weiter sprechen lassen dürfe. Nach einigen Worten Cantagrel's ergriff Nigault wieder das Wort, worauf Vautrain, der Präsident, ihm dasselbe verbot. Rigault, Floquet, Ranc und Cautagrei protestirten, und der Tumult wurde so furcht­bar, daß der Präsident die Sitzung aufhob.

Paris, 9. Juni. Plon-Plon ist in Paris gewesen, Engenie soll dort gewesen sein. Die gegenwärtige Versailler Negierung von Rouher's und des Papstes Gnaden dürfte die exilirten Bonapartiften bezüglich ihrer Rückkehr nach Frankreich kein Hinderniß in den Weg legen. Falls Engenie nicht demnächst in Paris selbst wieder Hütten baut, so wird sie noch im Laufe dieses Monats mit ihrem Sohne nach Schloß Arenenberg, somit in die Nähe der französischen Grenze übersiedeln. In Bezug auf das von derPall-Mall-Gazette" ver­öffentlichte angebliche Manifest der Wittwe Louis Boneparte's an das franzö­sische Volk bringen fast sämmtliche Londoner Tageblätter vom 6 d. Mts. ein Schreiben von Pietri, dem ehemaligen Geheim-Secretair Napoleon's III., in. welchen das Document für gänzlich apocryph erklärt und mitgetheilt wird, daß Pietri ermächtigt fei, dasselbe zu bementiren. Das Manifest war burchweg in einem weinerlichen Ton geschrieben. Es nahm an, baß ber Kaiser in hohem Grabe für bie jüngsten Mißgeschicke Frankreichs verantwortlich war unb baß er seine Entthronung für gerecht unb legal hielt. Es schloß mit ben Worten: Franzosen, benkt an bie Waise!" Wenn etwas bie bonapartistische Sache verächtlich machen konnte, so war es bieses Manifest, wenn es ächt gewe­sen wäre.

Ottilien.

Nom, 10. Juni. DieAgenzia Stefani" bementirt bie Nachricht ber

L,d *'e

Deutschs Aufing Rußland der W

£pi sich 8*" Mensche»" aus dein ' dessen W

Wirklich inachung1 9 Pence sie den 4 12 bis 1 dieses bei soll im 3

Die besonde 1)i außerordei Stofswechs zu besolde ausgeschlo Milbeitc: Wendung 1 als es di pepsie, f schwäche vermehrt, Span ii brennt, schwach 4) Gicht 6j Asth absonde dessen se Stoffwec aufnahmi mittel, stoffinhali der Ern begünstigt

Be> nut Fiebe Anwend er hier d mehren g, entblößte

Da Falle neh wendun Wenigfl

D< in eiserne

Ali Mitwirk,

Heua 27U) '

Rtrt ne

(V 2750) s

Hen in b Dornseif

Win,; !,n H°us

Öert