Willig;
üciu-,
*• und
Preis vtertrtjLhrig 1 £ 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fi. 29 fr.
Gießener
Erscheint täglich, mit An-» nähme Sonntag-.
Expedition: Sanzleibera.
Lit- B. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kiessen.
Inifer
mit brau; entlausen, 'kicher NS-
el in be- 4
Uli.
n Amerika
Bl.
Schreiner treten bei öollensaffe.
Schreiner xeten bei !i Hotz.
WBESESÄ ^cherungS« allen Orten irnten. Die festen Prä- sich franco in Gebrüder
e
Fasvnniren dmch re Fuhr.
k
45.
iscbafl,
116,
Rr. ho. Wontnn den 12. Rai 1893.
Amtlicher Th eit. <
Gießen, am 3. Mai 1873.
Betreffend: Die Einsendung der Rechnungen an die 2. Justificatur-Abtheilung der Großherzoglichen Ober-Rechnungskammer in reoisionsfähigem Zustande. , ~
Das G roßherzogliche Krcisamt Gieße»
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien und Kirchenvorstände.
Auf Ersuchen Großherzoglicher Ober-Rechnungskammer bringen wir unser Amtsblatt Nr. 9 vom 7. Juni 1870 in Erinnerung v. Röder-
1) Den 19. Mai Viehmarkt,
7. October Viehmarkt,
6)
7)
8)
2)
3)
10. Juni Viehmarkt, 11. Juni Kramermarkt, 21. Juli Viehmarkt,
H
11
11
ff
1!
8. October Krämermarkt,
10. November Viehmarkt.
Großherzogliches Kreisamt Lauterbach. . v. Kopp.
B e k a u n t m a ch u n g.
Man brinqt hiermit ntr öffentlichen Kenntniß, daß die Märkte dahier vermehrt worden sind und an folgenden Tagen abgehalten werden: 1) Den 19. Mai Viehmarkt, i 5) Den 25. August Vieh- und Krämermarkt,
4) „ Lauterbach, den 1. Mai 1873.
Politischer Thei l.
Neuester Hirtenbrief.
Die „Germania" druckt an der Spitze ihres Blattes den Protest ab, zu welchem sich die kürzlich in Fulda versammelten preußischen Bischöfe vereinigt haben; derselbe lautet:
Sendschreiben per am Grabe des heil. Bonifacius in Fulda versammelten Oberhirten an den hochwürdigen Clerus und sämmtliche Gläubigen ihrer Diöcesen.
Ihr wisset, im Herrn Geliebte, in welche Lage die Kirche Jesu Christi, wie beinahe in der ganzen Welt, so namentlich auch in unserem Vaterlande durch Gottes anbetungswürdige Zulassung gekommen ist.
Eine Reihe von Gesetzen soll demnächst erlassen werden, welche mit dir von Gott geordneten Verfassung und Freiheit der Kirche in wesentlichen Punkten im Widerspruch stehen.
Sogleich als diese Gesetze dem Landtage vorgelegt wurden, erkannten wir es als eine heilige Pflicht unseres bischöflichen Hirtenamtes, vor dem Throne sowohl, als vor den beiden Häusern des Landtags gegen dieselben laut uiid entschieden unsere Stimme zu erheben. Aber auch Euch, ehrwürdige Mitbrüder und geliebte Diöcejanen, ist es nicht entgangen, wie bei Durchführung solcher Gesetze die Abtrennung der Bischöfe von dem sichtbaren Oberhaupte der gesammten katholischen Kirche", die Trennung des Clerus und des Volkes von seinen rechtmäßigen Bischöfen, die Trennung der Kirche in unserem Vaterlande von der die ganze Erde umfassenden Kirche des Gortmenschen und Erlösers der Welt, die völlige Auflösung der von Gott gegebenen Organisation der Kirche nothwendig erfolgen werde." Dieser Eurer klaren und richtigen Erkenntniß der Lage und Eurer aus dieser Erkenntniß entspringenden tiefernsten Besorgniß habt Ihr durch Adressen und Deputationen mündlich und schriftlich in mannigfaltigster Weise vor Euren Bischöfen Ausdruck gegeben. Mit dieser Kundgebung verbandet Ihr angesichts der schweren Gefahren, mit welchen die Kirche und die Hirten derselben in nächster Zeit bedroht sind, die heilige Versicherung, daß Ihr, was auch inlmer die Zukunft bringen werde, unmittelbar treu zu dem heil. Vater, dem gemeinsamen Lehrer und Hirten aller Christen, und zu uns, Euren rechtmäßigen Bischöfen, stehen werdet und, daß Ihr, wie ihr die Thcil- nehmer unserer schweren Kümmernisse seid, so auch die treuen Theilnehmer unserer Kämpfe und Leiden sein werdet. Diese freien und freudigen, die rührenden und erhebenden Bezeugungen Eures Glaubens und Eurer treuen Anhänglichkeit an die Kirche, welche von allen Seiten her uns entgcgengebracht wurden, gereichen uns in der Trübsal der gegenwärtigen Zeit und unter den drohenden Wetterzeichen der Zukunft zu größter Freude, zu innigstem Tröste. Vereinigt zu ernster Berathung an dem Grabe des heil. Bonifacius, senden, wir Euch Allen aus bewegtem Herzen den gemeinsamen Dank für diese tausendfältigen Bezeugungen der Treue. Wir werden dieselben bewahren als theure Andenken an eine hochernste, ewig denkwürdige Zeit der Kirche. Wir halten an derselben fest, als an einer Bürgschaft Eurer unerschütterlichen Treue, und wir beschwören Euch Alle in der Liebe Jesu Christi, unter allen Verhältnissen treu in Eurer Gesinnung zu beharren und durch die That Euer gegebenes Wort zu bestätigen. Gottes Gnade wird Euch dazu nicht fehlen Er, der das gute Werk augefangen, wird es auch vollenden bis aus den Tag Christi Jesu.
Nach haben die gedachten Vorlagen keine Gesetzeskraft; — was immer aber kommen mag, wir werden mit der Gnade Gottes die in unseren Denk
schriften entwickelten Grundsätze, die nicht die unseren, sondern die des Christen- thums und der ewigen Gerechtigkeit sind, standhaft und einmüthig vertheidigen und unsere Hirtenpflicht so erfüllen, daß wir in der Stunde unseres Todes vor dem Richterstuhle des göttlichen Hirten, der uns gesendet und der sein Leben für die Seinigen hingegeben hat, nicht als Miethlinge verworfen werden.
Eingedenk des apostolischen Wortes, daß der heilige Geist die Bischöfe gesetzt hat, die Kirche Gottes zu regieren, die er mit seinem Blute erkauft hat, daß es demnach unsere unverbrüchliche Pflicht ist, dieser Anordnung des heil. Geistes getreu nachzukommen, werden wir in Bezug aus die Leitung und Verwaltung der unvertrauten Kirchen Nichts zulassen dürfen, was den Geboten des katholischen Glaubens und dem göttlichen Rechte der Kirche zuwider ist.
Ihr aber, geliebte Mitarbeiter und Diöcesanen, haltet Eurerseits unverbrüchlich daran fest, daß nur derjenige ein rechtmäßiger Bischof ist, der als solcher vom heiligen Vater und dem apostolischen Stuhle, dieser Quelle der kirchlichen Einheit und der kirchlichen Amtsgewalt, gesendet ist, und der in der Gemeinschaft des apostolischen Stuhles verharret.1 Jngleichen werdet Ihr stets nur diejenigen als rechtmäßige Seelsorger anerkennen können, welche von den rechtmäßigen Bischöfen für dieses Amt würdig und tüchtig erfunden, von den Bischöfen mit diesem Amte betraut und gesendet werden, und welche in der Gemeinschaft mit den Bischöfen verbleiben. Jeder Andere wäre ein Eindringling.
Nach der Einrichtung, welche Gott seiner Kirche für alle Zeiten gegeben hat, kann Niemandem durch Bestimmung einer weltlichen Obrigkeit ein Recht verliehen werden, wonach er, unbeschadet seiner Angehörigkeit zur Kirche, in kirchlichen Dingen von dem geistigen Uriheilspruche an die weltliche Macht appelliren könnte. Vielmehr ruht auf solchem der göttlichen Ordnung widerstreitenden Vorgehen die Strafe der Excommunication, welche in Folge einer solchen Appellation von selbst eintritt.
Wir werden, dem beständigen Brauche der Kirche folgend, die Entscheidung in allen die Kirche betreffenden zweifelhaften Fragen in die Hände des heiligen Vaters legen, den Christus zum obersten Hirten seiner Kirche gesetzt hat, und in dessen Gemeinschaft und Gehorsam wir mit Gottes Gnade stets verbleiben werden.
Wir werden aber auch unsere Pflichten gegen die weltliche Obrigkeit, gegen das bürgerliche Gemeinwesen und gegen das Vaterland mit unverbrüchlicher Treue und Gewissenhaftigkeit zu erfüllen sortfahren, indem wir nie vergessen, daß nicht Kampf und Trennung, sondern Friede und Eintracht das Verhältniß ist, das nach Gottes Witten zwischen den beiden von ihm zur Wohlfahrt der menschlichen Gesellschaft angeordneten Gewalten bestehen sott.
Zur Vertheidigung der unveräußerlichen Freiheit der Kirche und der Güter Les Christenthums empfehlen wir Euch neben dem treuen Anschluß an die Kirche, dem freien Bekenntnisse der Wahrheit, einem makellosen Lebenswandel, ausdauernder Geduld und Ergebung ganz besonders, wie wir schon ost gethan, das Gebet. In das atterdemüthigste, inständigste, das beharrlichste, vertrauensvollste Gebet zu unserm Gott und Heiland, der allein unsere Hoffnung und Hilfe ist. Denn seit den Tagen, wo Constantin der Große sich zum Christenthum bekehrte und der 300jährigen Verfolgung der Kirche durch die bis dahin heidnische Staatsgewalt ein Ende machte, ist wohl kaum eine Zeit gewesen, in der die Kirche auf der ganzen Welt aller menschlichen Hilfe io beraubt und von so großen Gefahren bedroht war, wie in der gegenwärtigen. Und hierbei haben wir nicht blos unsere augenblicklichen Bedrängniffe


