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Preis vierteljährig 1 fl. 12 ft. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 fr.

Oichemr Aiyeiger.

Erscheint täglich, mit Aus­nahme Sonntag-.

Expedition: Canzleiberg, Lit. B. Nr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kietzen.

Mittwoch dcn 12. Februar

Nr. 3«

der Orts-

Schweiz.

Gells. Die Schweiz ist noch immer der Schauplatz heftigster Kämpfe zwi- schm der römischen Curie und den StaatSregierungen. Der Domsenat tel Bis- thums Basel hat sich mit Berufung ans da« canonische Recht geweigert, einen B^thumsverweser zu wählen; die Folge ist, daß nun die Lautone auch da« Domcapitel abberufen und selbst einen BiSthumSverweser wählen, der gegenüber dem Vatikan blitztest ist, und damit haben die fünf Lantone vollständig mit Rom gebrochen. Die infallibtlistische Geistlichkeit geräth nun ebenfalls in eine Zwickmühle, da die Regierung von Bern ihr jeden Verkehr mit dem abgesetzten Bischof sofort untersagt hat; sie wird denselben zum größte» Theil nichtSdesto- weniger fortfetzcn und in Masse durch den Becner «ppellationS-Gcrichtshof abbe- rufen werden. So wird mit dem ganzen infallibilistischen Clerus aller Rang­stufen aufgeräumt und et ist begreiflich, daß die ultramoutane Presse zw scheu Iammerrufen und brutalen Drohungen wechselt. In Genf ist die Entscheidung gegen Herrn Mermillod noch nicht gefallen, aber von dem Staatsrath-.Prastden- ten Vautier im Großen Rathe bereits angekündigt; ße wird nlcht lange auf sich Der Datican scheint vollständig entschlossen", schreibt dieNeue unsere bürgerliche politische Gesellschaft bet jeder Gelegenheit vor

1873.

Deutschland.

Darmstadt, 11. Febr. Seine Königs. Hoheit der Großherzog haben mit­telst Allerhöchster Entschließung vom 3. L Mts. den Oberförster der Obersörstcrei Gießen Dr. Eduard Heyer zum Forstmeister des Forstamts Reinheim allergnädigfi

zu ernennen geruht. _ , , . n

Berlin, 8. Febr. Bei den demnächst in Berlin beginnenden comaussionellen . Derathuu.en über den Entwurf eines Civil-Strafprociffes für das deutsche Reich i vtrd sich^ wie man vcrA. A. Ztg." versichert, die Bayerische Regierung sehr , entschieden für das Schwurgericht und gegen das Schöffengericht aussprechen; ob mit Erfolg, wird abzuwartcn sein. Freilich scheint auch in Württemberg keine Geneigtheit für die Einsühruug von Schöffengerichten zu herrschen.

Der Entwurf des deutschen TabaksteuergesetzeS, welcher augenblicklich der Berathung der Reichssteuer-Commission uvterliegt, soll dem inländischen Ta­baksbau günstiger sein, als nach den früheren Beschlüssen der Commission erwar­tet werben konnte. Die schutzzöllnerlsche Bewegung, namentlich im deutschen Süden, scheint nicht ohne Enstuß geblieben zu seiv. Sollte die Commisfion schreibt man derWcs.-Zrg." sich entschließen, diesen Prätenfionen nachzuge- ben, so würde das neue Gesetz dem einheimischen, meist aus geringere Qualitäten beschränkten TabakSbau einen überraschenden Anstoß geben und die Ausdehnung dieser nur durch einen Schutzzoll gegenüber dem importirten Tabak geschaffenen Industrie herbnsühren. Die Steigerung der Steuer würde im verhaltmßmaßig höhrlkn Maaße tie ausländischen besseren Tabake treffen und die Consumtion ter inländischen Sorten brförden, etn Umstand, der auch auf die Berechnung des Ertrages des neuen Gesetzes wesentlich Einfluß Haden wüßte. Wie die Dinge liegen, ist es nicht unwahrscheinlich, daß der BundeSrath in seiner Mehrheit diesbezüglichen Anträgen der Rcichs-Commisston feine Zustimmung geben würde; ob auch der Reichstag, erscheint zum minvefien zweifelhaft, nut Rücksicht aus die nur nolbdürftig verhüllte schutzzöllnerifche Tendenz dieser Vorschläge.

Berlin, S. Fibruar. Das Küijerl. Postamt eUäßt folgende Bekanntma­chung, beuchend die Postsachen für Orte ohne Poftanstalt. Den Corresvonden- ten, welche ihren Wohnsitz in Orten ohne Poftanstalt haben, ist jetzt allgemein gestattet, ihre Postsachen auch von solchen Postanstalten abholen zu lassen, zu deren LanLbchellbezirk der Wohnort des Empfängers nicht gehört. In Folge die- ser DerlehrSerleichterung muß die Spedition der Postsendungen für solche Orte, an welchen eine Postanstalt sich nicht befindet, nach Maßgabe der von dem Ab- sender auf dec Abrisse bezeichneten Abgabe-Postanstalt bewirkt werden. Durch die unrichtige Bezeichnung dieser Postanstalt oder durch daS gänzliche Fehlen einer bezüglichen Angabe können leicht Verzögerungen in der U-verlunst der Postsen- dunaen herbergeführt werden. ES ist daher iw eigenen Interesse der Correspon- denten nothwendig, daß die Absender solcher Postsendungen, welche nach Ort­schaften ohne Postaustal! gerichtet sind, auf der Adresse außer dem eigentlichen Bestimmungsorte thuulichft noch diejenige Postanstalt angeben, von welcher aus die Bestellung der Sendung an den Adressaten bewirkt werden, dezw. die Abho­lung erfolgen soll. Zur Förderung dieses Zweckes wird es beitragen, wenn Cor- respondenten. an deren Wohnsitz sich eine Postanstalt befindet, diejenigen Perso- nen, mit welchen sie im Briefwechsel stehen, auf das gedachte Erforderns au - merksam machen und denselben mittheilen, durch Vermittlung welcher Postanstalt sie ihre Postsachen beziehen. Insbesondere wird es sich auch empfehlen, wenn die aus dem Lande wohnenden Correspoudenten möglichst allgemein dem theilwelse bereits bcstchrndeu Gebrauche folgen, in den von ihnen abzusendenden Briefen bet

halb der aus Principalen und Gehilfen bestehenden Tarifcommission wurde von vornherein seitens der ersteren als unzulässig bezeichnet. Die Gehilfen nahmen die 162/3 Procent als Abschlagszahlung an. Die nächste Versammlung fand am 14. April 1872 statt. Die Principale hatten indessen versucht, den notorisch unzeitgemäßen Leipziger Tarif per Machtspruch auch in wehren anderen Städten einzuführen, deshalb wurde der Auftrag an die Tariscommission wiederholt, diesen Tarif auf Grund der Alphabetr echnung einer Revision zu unterziehen; ferner soll, ten die Principale erklären, daß auch sie den Leipziger Taris so lange nicht üi- Normaltarif" betrachten, als derselbe nicht von einer aus Principalen und Ge- Hilfen zusammengesetzten Commission revidirt worden sei. Diese beiden Anträge wurden von den Principslen abgelehnt. Am 26. April beschloß nun eine wei- tere Versammlung, die Gehilsensection vir Tarifcommission möge den Tarif ohne die Prineipale einer Revision unterwerfen. Jetzt trat eine längere Pause ein. Die Principale hatten ihren Plan, einenNormaltarif" einzuführin, dem der Leipziger Tarif als Grundlage gelten sollte, nicht ausgegeben. Man suchte auch den Schein zu wahren, »'S ob man mit den Gehilfen gemeinschaftlich einen sol­chen Tarif ausstellen wolle. Wie man dos anfing, ist des Nähern in Nr. 10 desCorr." von diesem Jahre nachzulesen. Der Hauptcoup, die Gehilfen fern* zvhalten, bestand darin, daß man dcn über 2/3 aller Gehilfen in Deutschland umfassenden Verband nicht anerkennen zu dürfen glaubte, vielmehr eine Form wählte, die den seit 1866 bestehenden Verband verletzen mußte. Man hatte so­mit auf eine Ablehnung der Gehilfen gerechnet, und diese erfolgte denn auch in allen den Orten, an die man das bezügl. Ausinnen stellte. Dre Tariscomrnis- fion (Gehilfen) hatte nun einen Tarif, jedoch nur für Leipzig, ausgestellt. Der­selbe wurde om 29. November 1872 , also ein volles Jahr nach der ersten Der- samwlung, den Gehilfen vorgclegt, nach einigen Änderungen angenommen und den Principalen als Grundlage zu gemeinschaftlicher Berathung eingereicht. Die Principale lehnten jedes Eingehen auf Verhandlungen ab, drohten vielmehr mit allgemeiner Kündigung, wenn die Gehilfen in einzelnen Druckereien versuchen soll­ten, ihren Tarif zur Geltung zu brivgen. Eine zweite Vcisammlung am 13. Decem'ber nahm den Antrag der Tariscommission an, noch einmal zu versuchen, ob die Principale nicht auf einen gütlichen Ausgleich, resp. auf Verhandlungen mit den Gehilfen ringehen wollten, um den sonst unausbleiblichen Strike zu ver­hüten. Die Principale lehnten auch dieses Ansinnen ab. Darauf wurde am 20. Deccmber beschlossen, den letzten Versuch zu machen, eine Einigung hrrbeizu- führen. Man ersuchte die beiderseitigen Vorstände des Principalvcreins, sowie des Gehilfen-Vetbandes, in kürzester Frist (bis zum 15» Januar) Vertreter aus den größeren Druckstädten einzuberufen, um einen gemeinschaftlichen Tarif zu ver­einbaren. Der Principalverein lehnte auch die- ab, ja bezeichnete diese verschie- deutlichen EinigungSversuchc in seinem Organ geradezu alsGaukelspiel." Die Vertreter der Gehilfen fanden sich ein, stellten einen Tarif auf unter Zugrunde- legnng der aus 24 Orten eingegangeneu Gutachten und die Leipziger Gehilfen, soweit sie dem Verbände angehören, verpflichteten sich, diesen Taris durchzuführen. Die Principale lehnten natürlich abermals jedes Eingehen auf den Tarif ab. Was den Tarif selbst betrifft, so ist daS Hauptgewicht auf die b-ffere Bezahlung der schwierigeren Arbeiten gelegt, was seit Jahren von den Principalen selbst als Wünschenswerth bezeichnet wurde; der Preis pro Tausend Puchstaben wurde : nicht erhöht, und bedingt die neue Berechnungsart eine Erhöhung von 15 Pro- : test, in Thalern ausgedrückt, eine solche von ca. 1 Thlr. pro Mann und Woche. : Dies der actenmäßige Th^tvestand. Wir dürfen wohl die Bitte daran knüpfen, i daß unsere Leser Vorstehendes den ihnen zugänglichen ZettungS-Redact«onen zu

uno Datumsangabe een Name» de» Vostotts htnjUjusugen. vuichjgef. Benutzung ubeeg.ben. v"qp J

welchen sie ihre Postsachen empfangen.

Berlin, 10. Febr. Die officio« angekündigte Untersuchung gegen Wagener bezieht sich, wie in Abgeordnetenkreisen angenommen wird, aus die DiSciplinar- ustersuchung. Ueber die Stellung des Mmißeriums zu einer parlamentarlfchen Untersuchung scheint noch kein Entichluß gefaßt.

Berlin, io. Febr. Der HanvelSwinifter Graf Itzenplitz wird, wie wir vernehmen, demnächst in den wohlverdienten Ruhestand eintreten. Es läge ledkN- falls im Interesse der wirthschaftlichen Entwickelung des Staates, wenn Vas Ge­rücht, der Landrath de« Teltower Kreise«, Prinz Handjery, als ein sehr sayrger, thatkräftiger Mann bekannt, sei zum Nachfolger des Grasen Itzenplitz erkoren, sich bewahrheitet. Wie uns soeben mitgetheilt wtrd, durfte Herr Wagenrr den Etat de« Staatsministeriums nicht persönlich vor dem Hause vertreten. Er ist nämlich zur Herstellung seiner schwer angegnffcnen Gesundheit sich einer langwierigen und eingreifenden Cur zu unterwerfen. (vorf.- -

Leipzig. (Zur Leipztger PrctSbewegung.) Es durfte rathsu« sein, die Entstehung der Leipziger PretSbewegung b,er kurz zu wiederhölen, um * f,y,a Q,rcrn G tcaenblit m ütben, dem grögern Publ.kurn gegenüber Rede und »Lori iU 0'H'N L 17. 1871 f«no «ine ___________ ________________ .

besucht. Versammlung statt, in welcher dte au« SBa» en tm 3 t3selben s° uuanzenedm. s° fefntfellg al« möglich entgegen.

1870 heroorgcgungem rarlfcommisston beauftragt Mitt, mit Set»nrict, | . a te ,u vollziehen, offne einen anderen ernstlichen Zweck,

eine Re.ifi.n oe« Taris« unter Zugrundelegung der «/p»°b-0eebnungund 3^/, zulrete^n über Vmrage und Gesetze stelle!» 6x beschwör.

Bi. pro 1000 Buchstaben »«rjuuehmeu, ferner »unfdfte man ten Salj,1 J \ 6 Bernitttannefrieg gegen den allen römischen Einfluß heraus, wie er

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