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Laubach und Dieffenbach ihren Austritt aus der Synode. Zu § 9 wurde auf den Antrag des Abg. Schwabe hin die Bestimmung, wonach ein der Confessionsgemeinde nicht Angehöriger, aber dort Wohnender, der das Verlangen nach Auspfarrung nicht stellt, sich stillschweigend allen, insbesondere auch den dem Bekenntniß entfließenden kirchlichen Ordnungen der Pfarrer unterwirft, insoweit gestrichen, daß jetzt die stillschweigende Unterwerfung nur noch im allgemeinen bezüglich der kirchlichen Ordnungen der Pfarrei angenom­men wird. Zu § 13 wurde ein Antrag Buchner angenommen, wonach der Kirchenvorstand nur innerhalb 6 Monaten nach begangener That befugt ist, einem Gemeindemitglied wegen begangenen öffentlichen Aergernisses das Stimm­recht auf Zeit zu entziehen. Zu § 19 wurde auf Antrag des Abg. Weber beigefügt, daß die Wahl zur Gemeindevertretung eine geheime sein soll. Z.. § 20 wurde auf Anregung des Abg. Strack beschlossen, daß die Gemeinde­vertreter nach einer von dem Kirchenregimente zu erlaffenden Formel verpflich tet werden sollen. Zu § 24 wurde einem Antrag Weber, wonach die Ge­meindevertretung nur durch den erweiterten Oberkirchenrath aufgelöst werden kann, zugestimmt.

Die nächste Sitzung findet heute statt.

Darmstadt, 10. Oct. Die erste Kammer berieth heute über das Schulgesetz. Ministerpräsident Hofmann und Ministerial-Director v. Starck vertheidigten den Negierungs-Entwurf gegen Dom-Capitular Moufang und Graf Görtz. Die Artikel über die confcssionslose Gemeindeschule wurden mit 16 gegen 10 Stimmen abgelehnt.

Berlin, 9. October. DieNordd. Allg. Ztg." vernimmt, der Herzog v. Aumale habe der deutschen Negierung den Wunsch zu erkennen gegeben, Me und die Schlachtfelder der Umgegend aufzusuchen und bemerkt dazu: Wäre ihm nur daran gelegen, dieselben incognito in Augenschein zu nehmen, so wäre er einfach hingegangen. Das Nachsuchen einer Erlaubniß laffe die Ab­sicht einer »mise en scene erkennen. Obwohl uns solche gleichgültig ist, so wäre es doch nicht erwünscht gewesen, daß unvorsichtigen Personen Veran­lassung geboten würde, sich zu compromittiren, und da der Herzog weniger als andere Leute mit Tact begabt ist, so würde gerade er leicht Andere mit den Gesetzen in Collision bringen.

Dortmund, 9. October. Bischof Reinkens traf heute von Berlin hier ein, um morgen der ersten Provinzial-Versammlung der westfälischen Alt­katholiken beizuwohnen.

vielfach empfohlene chmestsche ?ev-t-»o-Präparate gegen Schwächezustände nachstehendes medicmische Urthetl ab: Die schwere Aufgabe, gegen Schwächezustände ein sicher wirkendes

*S/r£nben'.. Herr Dr. V. Tiedemann in Stralsund in glänzendster Weise gelöst. JA kann der Wahrheit gemäß attestiren, daß ich die Dr. Tiedemann'scken ren-isao-9JZtttel, bestehend aus einem Elixir und Balsam*), für die weitaus besten ? u am£?1 zugleich nützlichsten aller dis jetzt vorkommenden gleichnamigen Präparate a. t r .en sich nämlich keine Stoffe, welche momentan reizen, scheinbar die schwache beseitigen, sondern solche, welche in der That im Stande sind, durch Ver- rl'crUm- »cr Blutmasse und Stärkung des Nervensystems indirect eine rasche und sichere Wirkung herbeizuführen. Diese beiden Präparate verdienen somit in den ersten Rang aller bis letzt bekannten und bewährten Mittel dieser Art gestellt zu werden und sind besonders den Patienten, welche nutzlos andere Mittel gebraucht haben, als ein heilbringendes und fast unentbehrliches Kraftmittel mit Recht zu empfehlen-

,, *) I? Betreff der Bezugsquelle »erweisen wir gleichzeitig auf den Jnseraten- thetl d. Bltts D. Red.

Allen Kranke» Kraft und Gesundheit ohne Medicin und ohne Kosten.

Revalesciere Du Barry von London.

Die vorzügliche Heilnahrung Revalesciere du Barry bewährt sich bei allen Krank- helten, die der Medicin widerstehen; nämlich Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber», Drüsen- Schleimhaut-, Athem-, Blasen- und Nierenleiden, Tuberculose, Diarrhöen, Schwindsucht, Asthma, Husten, Uuverdaulichkeit, Verstopfung, Fieber, Schwindel, Blut» aufsteigen, Ohrendrauscn, Uebelkeit und Erbrechen selbst in der Schwangerschaft, Dladetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. - Auszug au- AOOO Certisicaten über Genesungen, die aller Medicin getrotzt:

Eertificat Nr. 68,471. Prunetto (bei Mondovi), den 26. October 1869.

Mein Herr! Ich kann Sie versichern, daß, seit ich von der wundervollen Kevaiesciäre du Barry Gebrauch mache, das heißt seit zwei Zähren, ich die Beschwerlich­keiten meines Alters nicht mehr fühle, noch die Last meiner 84 Zahre. Meine Beine sind wieder schlank geworden; mein Gesicht ist so gut, : ich keiner Brille bedarf; mein Magen ist stark, als wäre ich 30 Jahr alt. Kurz ich fühle mich verjüngt: ich predige, ich höre Beichte, ich besuche Kranke, ich mache ziemlich lange Reisen zu Fuß, ich fühle meinen Verstand klar und mein Gedächtniß erfrischt. Ich ersuche Sie, diese Erklärung zu veröffentlichen, wo und wie Sie es wünichcn.

Ihr ganz ergebener Abbö Peter Castelli,

_ wc> Bach.-ös-Theol. und Pfarrer zu Prunetto (Kreis Mondovi). Certificat Nr. 73, >03. Wien, Praterstraße 22, im Mai 1871.

.Iw bm Ihnen Dank schuldig für den Erfolg, den Ihre vorzügliche Revaiesci6re an nur ausübte. Ich litt nämlich oft an Magenkrämpfen, Husten und Diarrhöe, von welchen mich Ihr vorzügliches Heilmittel befreite. L. Großmann.

Schweiz.

Genf, 10. October. DemJournal de Genöve" zufolge hat der Gen­fer Staatsrath bei dem Bundesrathe in Bern Klage über die Umtriebe Mer- millod's in der Nähe des Cantons geführt und gebeten, durch den eidgenössi­schen Gesandten in Paris, Dr. Kern, dem französischen Minister des Auswär­tigen von diesem Gebühren Anzeige zu machen. Dasselbe Blatt verzeichnet ein Gerücht, wonach der Graf v. Chambord sich in Saconnex, vier Kilometer von Genf, wo er bereits früher residirt hat, niederzulassen gedächte.

Frankreich.

Paris, 10. October DemRappel" zufolge haben sich vier Mitglie­der der Specialcommission der Rechten gestern nach Brüssel begeben, wo gleich­zeitig Graf v. Chambord eintreffen soll.

Trianon, 9. Ortober. In der heutigen Sitzung des Kriegsgerichts /wurde ein dem Bericht des Generals Riviere angefügtes Document verlesen, welches von den Versuchen, mit der Armee von Metz in Communication zu treten, handelt. Die Sitzung verlief ohne Zwischenfall. Morgen wird mit der Verlesung der Schriftstücke fortgefahren.

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Orr evangelischen Gemeinde z u Gießen.

Gottesdienst.

Sonntag den 12. October:

Morgens; Pfarrvikar Schlosser.

(Feier des heiligen Abendmahls.) Nachmittags: Mitpredtger Freiensehner.

Vermischte S.

* Falsches Papier- und Silbergeld. Zur Kenntlichmachung mehrerer jetzt wie­der coursirenden falschen Geldsorten ist folgendes zu beachten: Die falschen Preußischen Cassen- anweisungen ä 5 Thlr., von denen jetzt wieder einige Exemplare bei der königlichen Bank in Nürnberg angehalten sind, zerfallen in zwei Sorten. Dieselben unterscheiden sich von den ech­ten durch folgende Kennzeichen: A. Bei der einen Sorte ist das Papier lappig, der Druck nicht wie bei den echten durch Typen und Kupfer, sondern durch Lithographie erzeugt und bei dem rechtsseitigen Schildhalter tritt das rechtsseitige Kniegelenk nicht so deutlich hervor, wie bei den echten; auch erscheint die rechte Wade kürzer als die linke. Auf der Rückseite ist die Zeichnung der beiden Knaben gröber, da sie durch Lithographie und nicht wie bei den echten Cassenscheinen, durch Kupferdruck hergestellt ist. Die äußere Seite des rechten Fußes des links­seitigen Knaben erscheint hell, während auf den echten Cassenanwcisungen der Fuß durchweg schattirt ist. B. Bet der zweiten Sorte fällt besonders der blaue Rand auf. Der Druck ist matter als bet den echten Casimanweisungen. Die auf der Vorderseite in den vier Ecken be­findliche schwarzgedruckte Zahl 5 ist nicht, wie auf den echten Scheinen im Innern schwarz schattirt, sondern läßt den blauen Ueberdruck des Randes erkennen. An den Spitzen der Fahnen­stangen der Wappenhalter fehlen die Schattenstriche. Die Augen der Wappenhalter, namentlich des rechtsstehenden, sind durch schwarze Punkte gebildet und das Gesicht des Letzteren ist nach rechts hin dunkelschwarz. In dem FacsimileGünther" bittet

der vordere Zug des G nicht einen zusammenhängenden Bogen, sondern ist in der Mitte

gebrochen. Das Guillochis des Namensschildes auf der Rückseite zeigt ein wesentlich anderes Muster, als auf den echten Anweisungen. Ferner coursiren jetzt falsche Oesterreichische Zwei- drittel-Thalerstücke, deren gute Prägung darauf schließen läßt, daß sie aus einer geübten Falsch­münzerei hervorgegangen sind. Sie tragen die Jahreszahl 1859. Obgleich außer der vorer­wähnten genauen Prägung der Klang derselben ziemlich täuschend ist, sind dieselben doch leicht an der vorherrschenden Bleifarbe und besonders daran zu erkennen, daß auf dem Rand die Inschriftviribus unitis fehlt. Ebenso kommen jetzt wieder häufiger Preußische Eindrittel- Thalerstücke vor. Dieselben sind aus einer Mischung von Zinn und Messing mit einem Queck­silberüberzuge hergestellt und tragen meistens die Jahreszahl 1773. Dieselben haben zwar einen guten Klang, doch eine graugelbliche Farbe, sind aber von Leuten, die weniger Umgang mit vielem Gelbe haben, des guten Klanges wegen, von den echten Geldstücken schwer zu unterscheiden.

Eichelsheim. A. Rastatt, 5. Oct. Gestern Abend erschoß Kroncnwirth Heck von hier seinen Schwiegersohn im Hofe des Hauses. Heute war das Amtsgericht zum Verhör hier, worauf Heck nach Rastatt abgeführt wurde. Heck ist 61 Jahre alt, von untersetzter Figur, hatte seinem Schwiegersohn, der als ein braver, fleißiger Mann bekannt und mit Heck's Tochter seit 2 Jahren verheiratet war, sein Haus verkauft, benahm sich aber trotzdem wie dessen Eigen- thümer, was fortwährend Streitigkeiten verursachte und endlich zum Morde führte.

Ein Iankee hat ein neues Spielzeug erfunden, das sehr populär zu werden ver­spricht und zu Nutz und Frommen großer und kleiner Kinder Erwähnung verdient. Es besteht aus einer Wachspuppe in Nachtkleidern, welche in einer Wiege schlummert und (wenn die Feder des Spielzeuges aufgezogen ist) sich aufrichtet, die Arme ausstreckt und deutlichMama" ruft. Dieses Spielzeug, meint der Erfinder, sollte in keinerwohlorganisirten" Familie fehlen. DaS^ Spielzeug ist natürlich nur für Amerikaner. Die kinderreichen Deutschen brauchen keine Jmi-, tation, die haben an dem Originale genug.

*** Ein praktischer Arzt, der Doctor medicin. A. Groyen Stabsarzt a. D. in Hamburg giebt nach einem Redaktions-Artik. d. Brest. Jnt-Bl. über Dr. Tiedemann's

Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 12. bis 18. October 1873 besorgt Pfarrvikar Schlosser.

Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde.

Kopulirte.

Den 5. October. Karl Stock, Metzger dahier, des verstorbenen Bürgers in Ober-Bessingen, Heinrich Stock, ehelicher Sohn; und Elisabeth Schreiner, des Herl- dieners in Roßberg, Heinrich Schreiner, eheliche Tochter.

Denselben. Andreas Stoll, Bürger in Nauheim und Maurer dahier, des Bürgers und Oekonomen in Nauheim, Wilhelm Stoll, ehelicher Sohn; und Emilie Christiane Marie Louise Henriette Lsber, des verstorbenen hiesigen Bürgers und Oekonomen, Georg Löber, eheliche Tochter

Getaufte.

Den 5. October. Karoline Beate, eine uneheliche Tochter von Auswärts, geboren den 26. (September.

Denselben. Henriette Elisabeth, eine uneheliche Tochter von Auswärts, ge­boren den 16. September.

Denselben. Dem Bürger und Kaufmann, Karl Friedrich Adolf Michel, eine Tochter, Karoline Sophie Auguste, geboren den 1. September.

Denselben. Dem Bürger und Lademeistergehülfen an der Main-Weser-Bahn dahier, Karl Möser, eine Tochter, Louise Justine, geboren den 19. August.

Denselben. Dem Bürger in Holzheim und Fuhrmann dahier, Jakob Reitz, ein Sohn, Martin, geboren den 23. September.

Denselben. Dem Güterexpeditionsgehülfen an der Cöln-Gießener Bahn da­hier, Konrad Schalch aus Braunfels, eine Tochter, Margarethe Christiane Katharine, geboren den 10. September.

Den 7. October. Dem Großh. Professor Dr. Karl Köster, eine Tochter, Bertha, geboren den 3. November v. I.

Beerdigte.

Den 3. October. Emilie, eine uneheliche Tochter von Auswärts, alt 1 M. 13 T-, gestorben den 2. October.

Den 5. October. Amalie Krauskopf, geborene Lang, des verstorbenen Großh. Hofgerichts-Advokaten Georg Reinhard Krauskopf, Wiktwe, alt 71 I. 5 M. 26 T, gestorben den 3. October.

Den 8. Oct ob er. Johannes Sommerlad, des Bürgers in Bersrod und Bahnarbeiters dahier, Johannes Sommerlad, ehelicher Sohn, alt 1 I. 6 M. 15 T., gestorben den 7. Oktober.

2812) Das Annoncen - Büreau von Rudolph Mosse, vertreten durch B. Heidingsfelder, Wallthorstraße 96 in Gießen, ift für die Beförderung von Inseraten jeden Inhalts, als Empfehlungsanzeigen, Kauf- und Verkaufgesuche, Stellengesuche, Familiennachrichten u. s. w. als besonders zuverlässig zu empfehlen.

Äebaction, Druck und Verlag der Brühl'sche» Univ^-Druckervi sFr. Ehr. Pietsch) in Gießen.