Börsenberichte.
Schweiz.
Vern, 8. Febr. Der Staat-rath von Genf hat sämmtlichen katholischen Vfarrer» wegen Vorlesung des Brevets, betr. die Ernennung Mermillod's -uw apostolischen vicar der Cantone ohne Staatsbewilliguug, auf drei Monate den Gehalt entzogen. — Der Vuudesrath hat über die neue Phase der Mermtllod- Angelegenheit einen einschlägigen Bericht seine- politischen Departements entgegen- genommen, aber noch keinen Beschluß gefaßt; ebenso hat die Regierung von Genf ihre Beschlußfaffung auf den Wunsch deö Dunde-rathe- noch bis zur nach, sten Woche verschoben.
zur Annahme gelangen sollten, so würde kein katholischer Christ und um so we- Niger ein Priester oder ein Bischof ohne schwerste Verletzung seines Glaubens dieselben anerkennen oder freiwillig sich ihnen unterwerfen könne». Deshalb wen- de» sich die unterzeichnete» Bischöfe Preußens hochachtungsvoll an das Hohe Hau- mit der dringendsten Bitte, unter Anerkennung der der Kirche gebührenden Freiheit in der verwaltuog ihrer eigenen Angelegenheiten die in Rede stehenden Gesetzesvorlagen nicht anzunehmen und eben damit die beklagenSwertheu Folgen von dem Preußische» Staate abzuwenden, welche die Vergewaltigung des Gewis. sen- von Millionen katholischer Bürger nothwendig nach sich ziehen müßte." Berlin, den 5. Februar 4873 (Folgen die Namen der Preußischen Bischöfe, denen sich Andrea-, Bischof von Straßburg, wir wissen nicht, aus welchen Mo- tiven, angeschloffen hat.) Eine gleiche Adresse ist an daö Abgeordnetenhaus ge- richtet worden. Beide Aktenstücke wurden den Präsidenten der beiden Häuser von einem Mitgliede der Leotrum-fraction de- Abgeordnetenhauses persönlich über, reicht. — Eine Adresse der Bischöfe an den König, welche dieselben Gedanken, wie die oben mitgctheilte enthält, ist zu gleicher Zeit bet dem Hofmarschall. Amte abgegeben worde».
Berlin, 7. Febr. Abgeordnetenhaus. Präsident v. Forckenbeck zeigt de» Eingang einer Adresse der katholischen Bischöfe an, welche die Ablehnung der Kirchenrecht-gesetze verlangt; dieselbe wird der Commission für die Berathang dieser Gesetze hinübergegeden.
Berlin, 9. Febr. Seitens der Generaldirection der Wiener Weltausstellung ist an das König!. Preuß. Kriegsministerium das Ersuchen gerichtet, zur Hülseleistung beim Ausladen, An-packe», sowie Aufstellen der i» Wien ankommenden deutsche» Ausstellung-. Gegenstände, welche einen Werth von über zwei Millionen Thalern repräsenttren, 60—70 Milttärmauuschaften für die Dauer der Ausstellung zu commandiren. Wie wir hören, ist das Ministerium diesem Der- langen bcrettwtlligst nachgekommen und find zu dem genannte» Zweck bereits ein Officter, 4 Unterofficiere und 50 Gemeine, welche von sämmtlichen Pionnter- Bataillonen zu stellen And, bestimmt worden. Das Commanvo soll während der Au-stellungszeit gleichzeitig die veauffichtigung über den deutschen Lheil der Aus- stellung führen und später auch zum verpacken und Verladen der zurückzuseuden- de» Gegenstände verwandt werden. Die Mannschaft erhält eine besondere Mon- tirung mit einem bezüglichen ErkennungSzeicheu und während der ganzen Dauer des Commanvo'S eine tägliche Zulage von 41/, bis 2 fl. österr. W.
Wiesbaden, 10. Febr. Die gestern tu Oestrich abgehaltene Katholiken- Versammlung ist nach einer Aeuheruug des Metzgermeisters Falk aus Mainz, da- hingehend, die Regierung wolle die katholische Religio» vernichten, polizeilich aufgelöst worde».
Nürnberg, 40. Febr. Der „Nürnb. Corresp." meldet, daß gestern beim Abgeordneten Pfarrer Mahr in Ebermannstadt Haussuchung und Confiscation veS eben erschienenen offenen Briefes an den bayerischen Zustizmtuister stattfand.
Oesterreich.
Wien, 9. Fabr. Die Kaiserin Carolina Augusta ist heute 42^ Uhr Mittags au Erschöpfung der Kräfte ruhig entschlafen. (Die Kaiserin Carolina Augusta, Wittwe des Kaiser- Franz II., au- vierter Ehe Tochter des König- Max Ioscph von Bayern, war geboren am 8. Februar 4792.)
Pesth, 8. Febr. Ein iw Abgeordnrtenhause eingebrachter Antrag auf Ausweisung der Jesuiten au« Ungarn wurde der Drucklegung behufs geschäfts- mäßiger Behandlung zugewtesen.
Frankfurt a. M., io. 8tbmar. Nach «incm belebten und festen Eonntog-verkehr folgte heute eine Montagsbörse von ziemlich unentfchiedener Tendenz und stille» «eschüft. Berlin mel, brlt r'nentschteden und Wien still, welche Signatur auch die hiesige Börse tm kaufe de-Verkehr« erhielt. Da« Hauptgeschäft concenkrirte sich wieder in östreich. Nationalbaok. für welche wie gestern, bedeutende Kaufordre« Vorlagen. Dieselben bliebt* bei 1079 um ca. 10 st höher. Auch der Anlagemarkt war im Derhältaiß zu den SpeculationSeffecten belebter und fester, Silberrente zu «7'5/,g höher und gesucht. Staat-bahn gestern 355, schlossen heute 354%, Lombarden 208'/, Sing"» auf 208 zurück, «reditactien gestern 858%, blieben 358. Lombarden, welche n.uerding« so sehr dre Echooßkinder der Spekulativ» waren, werden, wie e« scheint, durch die Nachricht ungünstig beeinflußt, daß die seither veröffentlichten Einnahmen der östreich. Südbahn »tn Pln« gegen das Vorjahr nicht constatiren, da 27 Meilen mehr sm Betrieb find als letzte« Jahr Bahnen fest und gefragt. Galizier l'/2 fl. matter. Elbthal und bayer. Ostbahn niedriger. 3proc.' lombardische Prioritäten zu Kapitalanlagen gesucht. Banken still «nd unverändert. Darmstädter welche heute von 478 bi« 482 stiegen, gingen in Folge von Realisationen, welche der hohe Cour« veranlaßte, wieder auf 481 zurück. Deutsche Gffectenbank in steigender Richtung zu 131 gehan-
Häufig ist man in der Lage
!.lZend ein Offert, Gesuch oder sonstige WillenSmeinung in den Zeitungen zu veröffentlichen, befurchtet jedoch aus naheliegenden Gründen eine Verletzung der Discretion Die bekannte Annoncen Expedition von RudolfMoffe, Centralbüreau Frankfurt« M hat sich den ehrenwerthen Ruf erworben, alle ihr zur Besorgung an die Zeitungen zu gehenden anonymen Inserate mit strengster Geheimhaltung der Namen der Auftraa- geber in redes gewünschte Blatt einzurücken und die hierauf eingehenden Offertbriefe übermitteln""^ °^ne Provisionsberechnung dem anonymen Inserenten ungesäumt zu
„ Elches Vertrauen genannte Annoncen-Expedition im Publikum genießt, beweisen hinlänglich wo Jnseratenspalten aller Zeitungen, welche täglich eine Menge von Anzeigen enthalten, worin obige Firma zur Entgegennahme von Offertbriefen autorisirt ist.
*) Wir haben seither unsere Spalten den geehrten Herren Correspondenten v n ^ingesandtem für die Aula bereitwilligst geöffnet, sehen uns aber veranlaßt zu erklären, für die Zukunft nur Artikel aufnehmen zu können, die den Bau, resp. Vlat, für die neue Aula nur rein sachlich besprechen, um damit einem unliebsamen Polemisiren ein Ende zu machen. Zugleich erklären wir hiermit, daß die Einsender in Nr. 27 und 30 ^^nzelgcrs beide htesiae Burger sind, und daß dem Einsender der Entgegnung in Nr. 30 nichts ferner gelegen har, als den ehrenwerthen Herrn F. persönlich zu ver letzen, daß er vielmehr dessen Streben und Verdienste um die Stadt .stets bereitwillig .anerkannt hat, ja dessen Pietät für die gemeinsame Vaterstadt vollständig theilt und nur durch den jovialen Ton des Herrn F. selbst zu einem ähnlichen Ton veranlaßt worden ist. Im Uebrigen theilen wir noch mit, daß all« anonymen Einsendungen den Weg in den Papierkorb wandern. ' u
Redaction des Gießener Anzeigers.
(E i n g e s a n d t.)
rp, . Das „Eingesandt" in Nr. 30 beabsichtigte die maßgebende Stelle »u officicllen Aufklärung der die Aula-Fraae berührenden Verhältnisse zu veranlassen h! allerdings das Publikum hohes Interesse dafür und »u^u^auf
Ijct, ton Stand der Sache zu erfahren Zugleich wurde in dem betreffenden Artikel n objektiver Weise nachzuweisen gesucht, baß die Aula im allgemeinen Interesse nch n die neue Anlage gehöre- Darauf hat sicy ein gewisser Jemand veranlaßt gesehen
?r‘ schliche Wiederlegunr nur zu versuchen, in dem lediglichen Be
streben, Persönlichkeiten zu begehen, die Entstehung unseres Artikels aus der Wärme der Hunds -Tage zu erklären, resp. die Karneoalszeit oder ein Kindermädchen dafür verantwortlich ru machen. w ,uc
Wenn wir gleich durch dergleichen Invektiven unberührt bleiben, so können wir im Interesse des öffentlichen Anstandes die Sache nicht ignoriren, müssen vielmebr konstatrren, daß hier ein Akt publicistischer Unfläthigkeit begangen worden ist w?e er großer kaum gedacht, und wenn absichtlich und wissentlich begangen, nicht scharf aenua gerügt werden kann. 1 u UB
Wir stnd übrigens, da eine solche Absichtlichkeit unter den gegebenen Umständen zu den Unmöglichkeiten gehört, wenn man nicht vollständigen Mangel aller Bilduna unterstellen will, geneigt anzunehmen, daß hier ein Erstlings -Zeugniß publiciMcker Thatrgkeit vorliegt und daß daS glühende Bestreben des Verfassers, Lorbeeren zu erkämpfen, die er anderwärts vergeblich suchte, ihm den Kopf verdreht hat. Wir wollen ihn darum vorerst nicht weiter zur Verantwortung ziehen.
Was die Sache selbst anlangt, so bleibt da- öffentliche Interesse, wie natürlich, «I unvermindert zugewendet, indessen konstatiren wir mit Vergnügen, bafi
stch die öffentliche Meinung inzwischen wenigstens bezüglich der neuen Anlage geklätt hat, und daß solche nicht weiter gefährdet scheint, wie denn auch der Plan, sie zu verbauen, nur als eine vollkommene Verirrung menschlichen Scharfsinns bezeichnet werden konnte. 3 1
Die Universität wird nicht verlegt werden, auch keinen Kreuzer mebr oder weniger emtragen, ob die Aula in die neue Anlage komme ober anderswohin
Wenn die neue Aula wirklich eine Zierde der Stadt werden soll, wie es beißt nun dann muß man st- L-wiß nicht in di- n-ue »nlag- st-ll-n und -in- Zierde durch ^CJ.nbkC.r.e ^"'r^ig-n ™ «MN'h-tt, si- gehört dann an einen anderen Platz, damit die Stadt -wer Zierden erhalt *).
Bern, 40. Febr. Bischof Eugeniu- Lachst von Basel hat bet bem Bu». de-rathe gegen seine Absetzung durch die Diöeesanconferenz Protest eingelegt.
Genf. Der Kirchevstretk t» der Schweiz nimmt täglich größere Dimensio- »en an. Die Curie hat mit averkennenswerther Offenheit de» Conflict noch verschärft. Das päpstliche Breve, durch welches Mermillov zum apostolischen vicar tn Gens ernannt wird, erinnert an die freche Sprache eines Janvcenz: „Wir befehlen Allen," heißt es darin, „welche jetzt oder künftig es betreffen mag, daß sie dich als apostolischen Vicar des CantonS Genf nach de« Inhalte dieses Schreibens aneekeunen »nd aufnehmen, dir zu Diensten stehen, dich unterstützen und dir gehorchen, deine heilsamen Mahnungen und Befehle gebührend anhörrn und eifrig vollziehen; wir werden jedes Urtheil oder jede Strafe, welche du rechtsgiltig über die Ungehorsamen verhänge» wirst, gutheißen und dieselben mit Gotte« Hilfe bis zur gehörige» Ge»ugthuung unveränderlich zur Vollziehung bringen." Der ClernS in Genf hat sofort Ordre partrt. Mermtllod wurde in alle» katholischen Kirchen de- Canton- al- apostolischer Vicar proelamtrt, al« hochmüthige Antwort auf de» katholischen Kirchengesetz-Entwurf. Der Regierung-, raih hielt außerordentliche Sitzung zur verathung geeigneter Maßnahmen. Car- teret schlug sofortige Verhaftung Mermillod'S vor, was aber vo» Staatsanwalt Turrettint al- uogesitzlich bekämpft wurde. Ei» Beschluß wurde vertagt. Die Agitation ist um so stärker tm Wachse», als gleichzeitig die Berathung des Kir- chen-Gesktze- vorliegt. Außerdem hat der große Rath des CantonS Tessin fol- gendes Gesetz über den katholischen CultuS der Volksabsti?..mung unteibreitet: Art. 4 , die Geistlichen und vicare werden durch die tn den Listen der Canton- Wähler verzetchneteu katholischen Bürger ernannt. Die Geistlichen werden vom Staate besoldet, sie siud absetzbar. Art. 2, der vom Staate anerkannte Bischof kann innerhalb der gesetzlichen Schranken seine Jurisdiction und Verwaltung aus- । üben. Art. 3, ein Gesetz bestimmt Zahl und Größe der Kirchspiele, selbst den j Wahlmodus der Geistlichen und die von ihnen beim Amtsantritt zu leistende. Oiosformel fest, stellt die Fälle und die näheren Bedingungen auf, unter tonen «... «oi zurucr. ^eun«t ^citnoant tn itdaenber Rich
cme «Setzung erfolgen darf. Der Entwurf enthält ferner die auf die Bildung de". Von Vlnlagkpapierrn außer Gilbtnente auch Wxmtxit sihr qffucht. 6Ötr Loose beliebt der Kirchenräthe bezüglichen Verordnungen. «Gomorer Pfandbriefe V^Proc. matter. 72er franz. Rente l‘/4 Proc. besser. Spanier aefraqt
Konstanz, 9. Febr. In einer gestern Abend stattaehabten äußerst fest Von Prioritäten St. Louis-South Gassern 11/,, New York «ounty und City 13/.,
aufgenommtne SoUtage. DI- hl-stg- Geistlichkeit »crbttltet Slugblält-r, worin
tTen 08 fc<” D-rsommlung-n und der «tzstimwung abg-ra-
Frankreich.
Paris, 10. F-br. Wi- d-r „Bg-nc- Ha»-«" au« Madrid »om beuttgen Inge telegraphirt wird, ginge daselbst da« G-rstcht, d-st d-r Honig g.nelat fei «bjubanren 3» SaBe »er Äönig stch ,nr Abdankung -ntschloff-, würde ®r die in die Hand- der Sorte« ni-d-,l-gen. Die Ruhe fei nirgend« g-stort.
Italien.
Rom, 8. Febr. Der neuernannte sranjbstsch- Botschafter bei der Surie, t*” *• hat bem Papste (ein Beglaubigungs-Schreeben überreicht. -
Die Sommisston für da« Klostergesetz lud den Minister zu einer am Montan ab- Halten»'» Setzung ein. - In der Deputirtenfümmer e,Härte der Minister anläßlich einer Jnterpellatton, Capitän Rachia kreuze in den Gewässern von Borneo zum Schutze des Handels und zu hydrographischen Studien.
Spanien.
Madrid , 6. Febr. Daß die Nordbahn Wiktor fahrbar sei, ist nicht richtig Die Carlistensührer Lisarraga und Ollo thun, ab wollten sie ton General Mo- angretfeu. Zwei ganze Banden find in die Hände der Truppen gefallen Dte Herstellung der Ruhe tn Navarra und den baskischen Provinzen schreitet rasch fort. 9 1
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ftuiM. B“1 Frankf. Ve?e Dinnst. Banl Vien Bank»' Oeet. Oredlt» GallilMi 166
ßäkSkM io, Febr«
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Die Eichen- Dom 10. d. M Oberseilbach b und können d Mit. an bei Gießen in Emp! Ueberiveisung 1 den 19. Febru,
Treis a/L, \ Großherzogl (665)
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670) Montan von L soll In dem G Zollst ockswöld verzeichnetes werden, als:
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2 R.-Mete 45,7 , 48,7 v
510 Wellen
Ö. Bau-
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398 Eichen-tz Durchmes Ä 106,36 C , Zusam, ?grr Chauss Häuschen.
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