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hohe kirchliche Würde in Posen bekleidet, anzudeuten. Derselbe schreibt über die letzte Versammlung der beiden Domcapitel (am 25. v. Mts.):Was dort verhandelt wurde, wird wohl nie in die Oeffeutlichkeit gelangen, aber cs ist gewiß, daß die Bestimmungen für die Vertretung des Erzbischofs getroffen worden sind für den Fall, daß er gewaltsam aus der Diöcese entfernt wer­den sollte."

Berlin, 6. December. Die Gesammt-Ausprägung in Reichs-Goldmün­zen stellt sich bis zum 22. November d. I. auf 996,519,160 Mark, wovon 814,348,620 Mark in Zwanzigmarkstücken und 182,170,540 Mark in Zehn­markstücken bestehen. An NeichS-Silbermünzen, und zwar in Zwanzigpfennig­stücken, waren bis zum 15. November t. I. 226,092 Mark 80 Pfennig ausgeprägt worden. In der Woche vom 16. bis zum 22 November sind fer­ner in solchen Stücken geprägt: in Berlin 35,668 Mark, in Hannover 43,554 Mark, in München 15,500 Mark und in Karlsruhe 13,500 Mark, worunter sich die Gesammt-Ausprägung in Reichs-Silbermünzrn auf 334,315 Mark 80 Pfennig stellt. An Reichs-Nickelmünzen, und zwar in Zehnpsennigstücken waren bis zum 15. November d. I. 12,500 Mark ausgeprägt worden. In der Woche vom 16. bis 22. November d. I. sind ferner in solchen Stücken geprägt: in Berlin 7439 Mark 30 Pfennig, in München 3448 Mark und in Dresden 12,500 Mark, mithin Gesammt - Ausprägung in Reichs - Nickelmünzen 35,887 Mark 90 Pfennig. An Reicbs-Kupfermünzen wurden in der gedachten Woche, und zwar in Zweipfcnnigstückeu, in Berlin 4405 Mark 10 Pfennig ausgemünzt.

Greifswald, 6. December. In der heutigen Sitzung der Criminal- Deputation des Krcisgerichts wurde der wegen Ermordung der Anna Böckler angeklagte Hofgänger Fritz Schütt zu ±5 Jahren Gefängniß vermtheilt. Der Vertheidiger hat die Appellation gegen das Erkeuntnch angemeldet.

Dresden, 6. December. König Albert hat das bis dahin von ihm geführte Commando der 1. Armee Inspektion nieder gelegt, in dem an den Kai­ser geri: teten Schreiben aber gleichzeitig die Bitte äusgedrückt, im Falle einer künftig etwa eintrclenden Mobilmachung die zu seiner bisherigen Jnspection gehörigen Armeecorps wiederum unter seinen Befehl zu stellen.

Dclterueicö.

Agram, 5. December. Der Kaiser hat anläßlich der p.rfect geworde­nen Revision Les croatischen Ausgleichs mit Ungarn mittels Handschreibens an den Banns eine ausgedehnte Amnestie für Croatien und Slavonieii ertheilt.

/ran&reicö.

Paris, 4. December. Gestern Abend sind mit einem Zuge der Ost­bahn 150 Jesuiten in Paris angekommen. Sie kamen zum größten Theile aus Elsaß-Lothringen und begaben sich in das Pariser Mutterhaus, wo mehrere derselben bleiben werden. Die anderen gehen zum Theil nach England und zum Theil nach Italien,um bessere Zeiten abzuwarten", wie dieLibertö" sagt, welcke den Schülern Loyola's einen eben so warmen Eifer widmet, wie den Actien derHallen und Märkte von Neapel." Hoffentlich wird der Schutz, den Herr Detroyat den Jesnitenpatres so wohlwollend zuwendet, ihm selbst nützlicher sein, als seine Bemühungen um das neapolitanische Unternehmen, welches eben vor dem Correctionelgerichte zu Paris zu Ende geht. Die Cleri- calen sind sehr entzückt über die Ernennung des Herzogs de Larochefoucauld Bisaccia zum Gesandten in London. DieAssemblee Nationale" sagt, der Her­zog seiein aufrichtiger Katholik, dessen kindlicher Respekt für den heil. Vater geeignet ist, eine heilsame Wirkung auf die Negierung der Königin Victoria auszuüben"! und fügt hinzu, die englischen Staatsmänner seien voll von Vor- urtheilen gegen den älteren Zweig der Bourbons; der neue Vertreter Frank­reichs sei besser wie irgend ein anderer Gesandter im Stande, diese Vornrtheile zu beseitigen oder zu mildern.

Paris, 6. December. Die französischen Legitimisten richten sich in ihrer tiefen Bekümmern noch immer an der Hoffnung auf, daß Graf Cham- bord trotz allen Malheurs, das er mit seiner heimlichen Irrfahrt nach Ver­sailles gehabt, immer noch der mögliche, ja, wenn auch noch so spät, der unvernreidliche Herrscher vvn Frankreich sein werde. Das WienerVaterland" faßt die legitimrstischen Hoffnungen in nachstehender Note zusammen:Die Royalisten wünschen den Grafen Chambord nicht zur Thronentsagung zu ver­anlassen. Es wird zunächst eine Einschränkung des allgemeinen Wahlrechtes zu Gunsten der gebildeten Classen angestrebt werden.; auf diesem Wege hofft man in zwei oder drei Jahren eine bedeutende honnette Majorität zu erlangen, welche, den Gesinnungen der Bevölkerung entsprechend, monarchisch gesinnt sein wird. Sodann würde der Graf von Paris zum Statthalter oder Regenten ernannt werden. Der Marschall Mac Mahon hat den Führern der Rechten gegenüber erklärt, daß er die Gewalt an dem Tage niederlegen werde, wo man ihm einehonnette und solide Monarchie" bieten werde"

Trianon, 7. December. Proceß Bazainc Der Vertheidiger des Mar­schalls, Advocat Lachaud, hat heute sein Plaidoyer begonnen. Derselbe führt ans, daß Bazaine seiner Pflicht nachgekommen sei. Morgen wird die Verthei- digungsrede fortgesetzt werden. Man glaubt, daß das Ürtheil am Mittwoch gefällt werden wird.

Spanien

Madrid, 4. December. Der General Ceballos hat 20 schwere Bela­gerungsgeschütze erhalten. Das Feuer ist von beiben Seiten schwächer gewor­den und es treten längere Pausen ein. Die Belagerer richten ihre Geschosse jetzt mehr gegen die Forts als gegen die Stadt; in der letzter» wird haupt­sächlich die Seite der/Vorstadt Santa Lucia noch beschossen, weil sich dorthin die Junta zurückgezogen haben soll und die Brodbäckerei für die Garnison sich daselbst befindet. In Escompreras sind wieder mehrere Schiffe mit Flüchtigen angekommen, nach deren Aussage Santa Lucia stark leidet und in Cartagena insgesammt schon 400 Häuser zerstört sind. Diese Zahl wird von der Aufre­gung wohl übertrieben sein. Alle fremden Kriegsschiffe befinden sich jetzt in der Bucht von Escombreras. Der britische Admiral Ielverston hat an den italienischen Admiral ein Schreiben gerichtet, worin er dem Verhalten des ita­lienischen Capitäns Amezaga großes Lob zollt.

(Englanö.

London, 7. December. Von der Westküste Afrikas wird gemeldet,

daß die Aschantis ihren Rückzng fortsetzen. General Wolseley, der am Fieber erkrankt ist, befindet sich in der Besserung, indessen liegen viele Osficiere an derselben Krankheit darnieder

London, 8. Decembor. DieDaily News" will wissen, daß der Unions-Gesandte in Madrid, General Sickles, feine Entlaffung gegeben hat.

3lußfonö.

Petersburg, 7. November. DerReichs-Anzeiger ' veröffentlicht das Recrutirungs-Manifest für 1874, wonach im gesammten Rußland und Polen die Aushebung nach dem gewöhnlichen Maßstabe, 6 Rccruten von 1000 Ein­wohnern , stattfindet.

tinierüia.

New -Uork, 6. December. Die Virginias-Affaire, die man schon für gänzlich^ beseitigt hielt, tritt noch einmal in den Vordergrund. Anfangs schien die Stimmung der Bevölkerung auf Cuba Nichts gegen eine Auslieferung des Virginius zu haben. Nach den neuesten Berichten jedoch ist die Stimmung so drol end, daß der General-Capitän die Auslieferung nicht wagt. Es soll vorher eine neutrale Macht über die Nationalität des Schiffes entscheiden. Ob sich die Negierung in Washington auf diese Movification der ursprünglichen Uebereinkunft einlassen wird, ist noch sehr fraglich unb deshalb stehen neue Ver­wickelungen in Aussicht. Jedenfalls haben die Vereinigten Staaten erst dann das Recht zur bewaffneten Intervention, wenn die Regierung des Mutterlan­des sich außer Stand erklärt, ihren Befehlen oder Anordnungen Gehorsam in der Colonie zu verschaffen.

New-Uork, 8. December. Die Auslieferung desVirginius" und der acht Ueberlebenden von dessen Mannschaft soll, wie aus Regierungkreisen verlautet, innerhalb zehn Tagen mit Bestimmtheit zu erwarten fein.

V < t m t f t e S.

Bei der Königsberger Post kam kürzlich aus der Provinz ein Brief mit fol­gender originellen Avresse an:An den Konon-Kutscher Johann min Frindt (bie de Soldote, wo de grote Kanone geschotc wäre in Le grote Stadt wo am Pregel Le hct Königsberg. Soldotebrief. Sin Dell (Theil) wo he kregt." Die Bestellung dieses Briefes 'ist bisher nicht gelungen.

Ihr Gnaden, Herr Amtmann, ich wollt Sie nur bitten, daß Sie mir die nothwen- Vigcn Papiere geben, ich möcht gern verkaufen und auswanvern " Was fällt denn dir ein! Bist einer von den besten Bauern und auswandern? Was hat denn dich auf ven Gedanken gebracht?"Ja sckaucn Herr Amtmann, La hab ich ein kleines Büchl zu Haus, und je öfters ich in Las Büchel schau Lesto fester setz ich mir das Auswanbern in Den Kopf" So hast du auch von den verbotenen Schriften g'kriegt, die uns die Bauern aufhetzen; was ist denn das für ein verdächtiges Büchl?"Verdächtig ist es schon, ich mein halt grad unser Steuerbüchl." v 9

Freuden des Anschauungs-Unterrichtes zum Despeetuen empfohlen. Ein Mitglied des Bezrrks-Schulrathes kommt in eine Schule in Döbling. Auf dem Stundenplan stehtKopf­rechnen." Der Lehrer fragt einen Jungen:Wie viel ist drei und vier?"Sechs." Nein!"Acht!"Falsch!" Schüler ängstlich:Fünfzehn!" Der Lehrer wirft einen verzweifelten Blick auf den Visitator.Erlauben Sie," sagt dieser lächelnd. Der Lehrer nickt mit einem Seufzer Gewährung.Schau," sagt der freundliche Bezirks-Schulrath,du hast drei Semmeln und ich gebe dir noch eine. Wie viel hast du dann?"Vier."Gut. Ich gebe dir noch eine, wie viel hast du dann?" Im schönsten Oesterrcichisch antwortet der Bub':Gnua!" (Genug.)

Literarisches.

Jllnstrirtc Volkszeitung. Groß Folio. Redaction und Verlag von Eduard Hallberger in Stuttgart.

Ein neues illustrirtes Blatt, beispiellos billig, ein Familienblatt für das deutsche Volk, das wir, nachdem wir von den ersten Heften Einsicht genommen, freudig willkommen heißen. Denn dieIllustrirte BolkSzeitUttg" hält und giebt, was ihr Name verspricht. In prächtigem großen Format, geschmückt mit den schönsten. Bildern, die durch Gegenstand und Aus­führung gleich sehr anzieheu, bietet Ließ neue Blatt eine solche Fülle des unterhaltendsten und anziehendsten Lesestoffes, baß es mit den besten seinesgleichen keck in Die Schranken treten kann und unserer Journalliteratur alle Ehre macht. Unterhaltung gewährt dieIllustrirte Volkszeitung" inHülle unb Fülle durch Romane -- von denen gleich zwei der spannendsten neben einander laufen durch Novellen, Erzählungen und Abenteuer. Die Geschichte des Tages, das Zeitereigniß ist durch die lebendigste Schiloerung durch zahlreiche Illustrationen vertreten. Daran reihen sich belehrende und unterhaltende Aufsätze, wie sie das Volk" zu seiner Aufklärung gerne liest. Eine Gerichtszeitung erzählt die interessanteren Kriminalfälle aller Länder und ein überreiches Feuilleton bringt Feste, Jagdgesckichten, Anekdoten, Schnurren und Humoristika, ein buntes und unterhaltendes Allerlei, öas das Wahrzeichen dieser Zeitschrift zu werden verspricht, denn einen solchen Reichthum von kleinen Geschichten zur Erheiterung haben wir noch in feinem Blatte beisammen gefunden. Eine ganze lange Reihe von Spielen des Ver­standes unb des Geistes, wie Schach, Rösselsprung, Rebus, Räthsel u. s. w., schliesst das Heft ab. Aber nicht bloß dieses Blatt selbst bietet eine solche Fülle anregender Unterhaltung, auch der Umschlag ist ausgenützt zu Notizen für den Hausstand und die Wirthschaft, für Gewerbe, Industrie und Volksleben und einen Raknbcr deutscher Gedenktage. Dies; Alles zusammen giebt ihm so recht das Gepräge einer echten deutichen Volkszeitung, deren Charakter auch der unglaublich billige Preis von nur 3 Sgl', ober 12 fr. für ein reich illustrirteS Heft größt Folio von nicht weniger als 78 Spalten entspricht. Dazu noch als Prämie einen großen Prachtstahlstich, ein Kunstblatt ersten RangesFriederike" von Scjenheim von W. von Äaulbad)! Unser Willkomm sei darum auch ein recht herzlicher, wie er ein durck die Pracht und Fülle der Gaben gerechtfertigter ist.

Börsenberichte.

Frankfurt a. M., 8. December. Die Börse verkehrte heute im Ganzen in fester Haltung. Gegen Schluß des Geschäftes war indeß die Lenden» eine reservirtere, da Berlin mehrfach schwankende Course meldete. Der Verkehr war ziemlich animirt und lagen besonders für Creditactien, Staatsbahn und andere schwere Bahnpapiere gute Kaufordrcs aus Süd­deutschland vor. Allem Anschein nach ist die Betheiligung des Privatpublikums hier eine ziem­lich animirte, während in Berlin, wo dasselbe durch Die Deroute in Jndustriewcrthen u. anderen Effecten vielfach gelitten hat, dieser wichtige Factor einer jeden Haussebewegung noch weniger, als wünschenswertb in den Verkehr belebend eingreifen kann. Von Wien liefen, wegen des Feiertages, heute keine Course ein. Creditactien bewegten sich zwischen 244 /44544 u. 43'»/.. Staatsbahnaetien gingen von 349 / bis 350 und blieben 34svs. Lombarden schlossen 180. Oesterreichncke Bahnen waren theilweisc höher und in lebhaftem Verkehr. Von Deutschen Bahnen Oberhessen und Bayerische Ostbahn, auf Grund von Realisationen, etwas niedriger. Banken größtentheils fest oder zu besseren Coursen im Verkehr. Prov. - Disconto, Rheinische Effectenbank und Handelsgesellschaft je ( o 0, Deutsche Effectenbank 1 %, Oesterreichische Nationalbank 8 fi. höher. Silberrcnte steigend. Amerikaner fest. Spanier zu 15 /H tm Ver­kehr. Neue Russische Anleihe wurde zu 9.31 . in starken Posten vom Markte genommen. Von Looseffecten Barletta, beide Darmstädter, 1864er und Bordeaux 100 Fre. - Loose gefragt. Von Wechseln Wien etwas besser.

Aecht kölnisches Wasser von Jean Maria Farina.

Meine Niederlage davon in der Expedition des Gietzener Anzeigers empfehle ich zu 8 fl. per Dutzend, 4 fl per halbes Dutzend und 45 fr. per Glas gehorsamst.

Johann Maria Karina in Köln.