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Gießen, den 2. August 1873.

vr. Heß.

Börsenberichte.

B e r rn i s ch t e

Wechsel

Amsterdam

Oberhessen

5

Amerik.

Pistolen

9 3941

1864r

152^

Augsburg Berlin Bremen Brüssel

Hamburg Leipzig London Lyon Paris Wien ditto ditto

Disconto

k. S.

k. 8.

k. 8.

k. 8.

k. 8. 923/4

k. 8. 1O5V1

m. 8. 105i/g 1. 8. 105

0/0

k.. 8. 98V1 k. 8. 100 k. 8 1047/8 k. 8. 105% k. 8. 93%

die Zukunft verhindert werden wird.

Mannheim. Einen angenehmen Beweis dafür, daß die Ernteaussichten in Europa sehr günstig sind, liefert die Schnelligkeit, mit welcher die Getreidehändlcr überall ihre alten Vorräthe an den Mann zu bringen suchen

105%

105

118

74;

Zur Notiz für Forstwirthe, Holzhandler, Zimmerleute und Bauschreiner!

Herr Emil Mahla in Nürnberg hat eine Försterkreide (blau, roth, grün und Blei) präparirt, welche in Bezug aus rasche Lieferung deutlicher und dauerhafter (selbst bei Nässe gut stehender) Schrift auf Holz aller Art sämmtliche mir bekannten Farbmittel übertrifft. Ich empfehle daher dieseFörsterkreide", insbesondere die blaue, allen Denjenigen, welche mit Holznumeriren und Zeichnungen auf Holz zu thun haben.

Die Preise pro Dutzend betragen:

Bayer. 5%

4%% 1jährige

40 o 1jährige 96 f.

Würtemb. 41/2o-/o Obi. 100% Baden 4 Va0,u ObL c. E. L. 101%

Oesterr. Silberrente 66

Papierrente 60% Spanier, neuest. 3%

Lokal-Notiz.

Gießen, 5. August. Am Montag Abend verlor ein fremder Herr ein Portemonnai mit ca. 140 ft. Das bei Herrn Lofgcrichtsrath Hofmann in Dienst stehende Mädchen Kath. HcibcrtsHausen von Staufenberg fand dasielbe und lieferte es sofort auf der Polizei ab, so daß das Portemonnaie dem betr. Herrn heute früh zugehändigt werden konnte. Das Mäd­chen wurde von dem Verlierer anständig belohnt. Wir registriren diesen seltenen Fall von Ehr­lichkeit.

__Wie wir vernehmen, wird in aller Kürze Seitens des Bund es kanzler-A mtes ein Verbot der Oesterr. Silbergulden ergehen; ebenso auch der 5-Franken-Stücke. Wir möchten deßhalb das Publikum vor zu großer Annahme des fragt Geldes gewarnt haben, da der Werth desselben noch unter den jetzigen Stand von 1 ft. 8 kr. für österreichische Gulden sinken wird.

Goldsorten,

fl. kr.

Pr. Friedrdor 9 571/2581/2

Actieii.

50/o östr. F. St. E. B. 356 Lombard. Bahn 1961/2 Ludwigsh. Bexbach Maxbahn

Bayer. Ostbahn 1197/& Rhein-Nahebahn-Act.

Hess. Ludwigsb.-Act. 1493 4

Frankfurt a. M., 5. August. Nachdem die Börse gestern im Mittagsgeschäft nach 1 dem Schluß der Nottz noch einen weiteren Coursaufschwung genommen, fand diese günstige Ten- 5 denz, welche besonders durch die feste Haltung der auswärtigen Plätze hervorgerufen war, im ' Abendverkehr noch eine mit größerer Geschäftsthätigkeit verbundene Fortsetzung. Auch heute setzte die Börse bei höheren und festen Coursen ein, konnte dieselben jedoch nicht bis zum Schluß 1 behaupten, da Berlin im Lause des Geschäftes etwas niedrigere Notirungen sandte, welche in Verbindung mit Realisationen am Speculationsmarkte eine kleine Reaetion gegen Schluß herbei­führte. Banken waren auch heute gut gefragt und verkehrten meist in steigender Richtung. Wie es scheint, ist die in Bankwerthen engagirte Contremine, angesichts der für Banken günstigen Strömung, eben eifrig beschäftigt, namhafte Deckungskäufe auszuführen. Bahnen blieben heute ziemlich fest und wurden die beliebteren Sorten etwas besser bezahlt. Gold ist anhaltend flüssig.

1 Privatdisconto 41/2 Proc. Von den internationalen Werthen eröffneten Credttactien mit 240% lund gingen auf 238 herab. Staatsbahn, gestern 353V2, schlossen mit 355. Lombarden stag-

v Von österr. Bahnen blieben Elisabeth und Franz-Josef höher. Prioritäten

fest. Bayer. Ostbahn etwas matter. Von Banken Deutsche Effectenbank, Handelsgesellschaft, Bankverein, je 1 Proc., Meininger 2 Proc., Darmstädter 7 fl., Deutsche Vereinsbank 2 Proc., Prov.-Disconto 4 Proc., Oesterr. Deutsche 5% Proc. höher. Oesterr. Nationalbank 10 fl. höher. Amerikaner anziehend. Spanier unverändert zu 177/16. Von Wechseln London gefragt. Amsterdam besser.

2812) Das Annoncen - Bureau von Nud olph Mosse, vertreten durch B. Heidingsfelder in Gießen, ist für die Beförderung von Inseraten jeden Inhalts, als Empfehlungsanzeigen, Kauf- und Verkaufgesuche, Stellengesuche, Familiennach­richten u. s w als besonders zuverlässig zu empfehlen.

1) für Kreide ohne Holzeinfassung: blau, grün oder roth 30 kr., Zinnober oder Blei 45 kr.;

2) für Kreide mit Holzeinfassung: blau in Lindenholz 45 kr., Zinnober in 1 fl.,

blau in Cedernholz 1 Zinnober in 1 fl. 15 kr.

Muster können sowohl im Forstinstitut (Vormittag), als in meiner Wohnung (Nachmittag) eingesehen werden.

Bonds 1881r 100%

1882r 973/4

1885-- 981.2

1887r 100

doppelte 9 3941 Holl. fl. 10 St. 9 5254 Ducaten . . 5 3032 20 Frankenst. 9 1819 Engi. Sover. 11 4648 Kuss. Imper. 9 4042 Dollar in Gold 2

Gießen. Oeffentliche Blätter brachten vor einiger Zeit denkwürdige Aussprüche von Zeitgenossen aus der sächsischen zweiten Ständekammer. Wir sind in der Lage, auch aus der hessischen Kammer ähnliche Curiosa mitzuthcilen, die hin und wieder die Einförmigkeit der Abstimmung unterbrechen.

Ein Redner forderte die Versammlung im Juli bei 26 Grad Hitze aus:mit ihm nach Mittelgründau zu gehen und sich zu überzeugen, daß es ohne Gefahr, den Hals zu brechen, bei Glatteis nicht möglich sei, den Weg auf Den Eisenbahndamm zu passiven."

Ein anderer beantragte:Der Landesgestüts-Commission einige Privatpersonen bei­zugeben, die sich damit zu beschäftigen hätten, brauchbare Hengste in's Leben zu rufen "

Weitere herrliche Redewendungen sind folgende:

Ich möchte den Ministertisch bitten, mir Antwort aus meine Frage zu geben."

Ich muß cs leider gestehen, ich bin Gegner jeden Zwangs." |llv

Ich werde jeder s ch w ar z - v er rn u m m t e n Gestalt entgegentreten, mag sie nun Wirten zu 196 %. männlichen oder weiblichen Geschlechts sein, oder gar kein Geschlecht haben." r n

* Unter der verlockenden Ankündigung:das Wunder des lebenden und fpre chcnden Kopfes" gab in Ober-Peila i/Schl. der Mechaniker Schorrer aus Münsterberg mehrere Vorstellungen, die sich eines ziemlichen Zuspruches erfreuten. Einigen Zuschauern kam jedoch die Angabe, daß der Kopf ein mechanisches Kunstwerk sei, verdächtig vor, sie widmeten daher diesem Gegenstände ganz besondere Aufmerksamkeit und fanden, daß der Kops mit Mecha­nismus gar nichts zu thun tjabe, sondern einem Mädchen angehöre. Da nun eben dieser Kops' ein sehr leidendes Ansehen zeigte, so glaubten einige junge Leute, den Wachtmeister auf ihre Entdeckung aufmerksam machen zu müssen. Derselbe war auch sogleich bereit, die Sache genau zu untersuchen. Inzwischen hatte sich aber der genannte Mechaniker, um allen Unannehmlichkeiten aus dem Wege zu gehen, nach dem Dorfe Schobergrund begeben und seine Künste dort produ- cirt. Infolge dessen begab sich der Wachtmeister ebenfalls nach Schobergrund, wo nunmehr! eine cigcuthümliche Art von Menschcnquälerei constatirt wurde. Der Thatbe- stand ist folgender: Seit dem 13. Mai d. I. hatte der Schneidermeister Häuflich, welcher angeb­lich eine Nahmaschine von Schoerer erhalten haben soll, dem Letzteren feine 13 Jahre alte; Tochter Franziska Käuflich zu jenem Gaukelspiel überlassen. Von 9 Uhr, früh bis nach 10 Uhr Abends hatte das Mädchen Tag um Tag in dem 2 Fuß hohen und IV2 Fuß langen, dreieckigen Kasten, welcher einen Tisch mit 3 Beinen vorstellt und an zwei, Seiten mit Spiegelscheiben bekleidet ist, gekniet und den Kopf durch ein rundes Loch der Tisch-' platte durchgesteckt, alsdann aber nach Schorrer's Kommando gesungen, gesprochen, geraucht und Schnaps getrunken. Damit nun kein Mensch ein Mädchen bei Schorrer sehen sollte, mußte das. Kind den ganzen Tag bei verschlossener Thüre und in dem zu diesem Zwecke dienenden Locale verbringen und sich vor jedes Menschen Auge verbergen. Sobald Schorrer nach einer Ortschaft kam, wurde das Mädchen, in Tücher gehüllt, aus dem Wagen in das Local getragen und ebenso verhüllt bei der Abfahrt wieder fort transportirt. Da nun hier eine Freiheitsentziehung und Gesundheitsschädigung vorliegt, so wurden die weiteren Vorstellungen rnhibirt und eine Unter­suchung eingeleitet, durch deren Ergebniß wohl die Wiederholung einer derartigen Quälerei für

40/0 » 991/g

3%° ü » 951/4

Actieii.

Frankf. Bank 146

Frankf. Vereins-Kasse 114'/4

Darmst. Bankact. 405

Rheinische Hyp.-Bank 99

Wien Bankactien 1025

Oest. Creditact. 240% {Galizien 116

Prioritäten.

3U 0 östr. Stsb. Prior. 60 !/8 30/0 östr s. Lombard 49 > 4 3°/o Livorneser 33/2 5°/0 Toscaner

5°/o Elisabeth.-Prior. 857/6 do. II. Em iss. 831/4

Anleiicnsioosee

Darmstädter fl. 50Loose 205 n 25

Kurh. 40 Thlr. Loose 692 Nassau 25 fl. Braunschweiger 231/4

30 0 Oldenburg, ä 40Thlr. 37 % 4% bayr. Präm.-Anl. 111% 4u/0 badische Locse 109'/2 Badische fl. 35 Loose 69 Oestr. fl. 250 v. 1854 92% 1858r Prioritätslöuse 196 1860r Loose 92%

Börsennachrichten.

5 August 1873.

Preuss. 4i/z0/g Oblig. 104

Frankf. 3V8% Oblig. 86%

Nass. 41/zO/g Obi. 95%

Kurhess. 4°,0 96%

Gr. Hess. 5° ti Obi.

fl Hfl e m e i n e r

fl 115 f 1A e r.

1873.

Jeilgebotenes

102

18

45

50

3534) Es sollen die sämmtlichen Bau­arbeiten einschließlich Lieferung aller Mate­rialien zur Herstellung von 7 einfachen und von 2 doppelten Wärter-Wohnhäusern aus der Bahnstrecke Marburg bis Fronhausen im Wege öffentlicher Submission verdungen werden.

Die Offerten sind portofrei und versie­gelt mit der Aufschrift:

Submission auf Ausführung von 7 einfachen und 2 doppelten Wärter- Wohnhäusern auf der Bahnstrecke Mar­burg bis Fronhausen"

vis zum Submissions-Termin am 15. August d. I., Vormittags 11 Uhr, bei der unterzeichneten Betriebs-Jnspection zu Frankfurt a. M. einzureichen, woselbst auch die Zeichnungen, Kostenanschläge und Bedingungen eingesehen und die Submis­sions-Formulare in Empfang genommen werden können.

Frankfurt a. M., den 24. Juli 1873.

7) Kalklieferung,

8) Steinklopfen,

9) Handarbeiten,

Gießen, den 4. August

Versteigerungen.

Main-Weser- Bahn.

87 fl. 13 kr.

188

51 11 11

89 -

61 ii

Maurerarbeit, veranschl. zu Steinhauerarbeiten,

Zimmerarbeit,

Schlosserarbeit, Weißbinderarbeit,

Die Lieferung von

Steinen u. Sand,

|D

2)

3)

4)

5)

6)

Bekanntmachung.

Nächsten Freitag, den 8. August L I., Vormittags 9 Uhr, wird die diesjährige Hafererndte von circa 5 Morgen und die etnschürige Graserndte von 121/2 Morgen der fiskalischen Weid­wiese in der Gemarkung Gießen im Gast­hause zum Psau daselbst öffentlich an den Meistbietenden versteigert.

Gießen, den 4. August 1873

Großh. Rentamt Gießen.

I. V. d. R.: Hoffmann.

I «:

Körner, Bezirksbauaufseher.

Königliche Betriebs-Jnspection. _____Heyl. ___________

Arbkitsversteigerunq zu Leih- qestern.

3576) Freitag den 8. August, Morgens 10 Uhr, sollen auf dem Nachhause zu Leihgestern nachstehende Bauarbeiten durch öffentliche: Versteigerung inAccord gegeben werden, als:!

Flaschen-Biere.

pr. Flasche

Actien-Tafelbier (sehr fein) . 8 Gießener Lagerbier von

Ehr. Lony.......6 kr.

Ltcher Lagerbier .... 7 Export-Bier ... 7

frei in's Haus geliefert bei (3528) Georg Dörr, Wittwe, Kirchenplatz

Ausverkauf bei Carl Frech

!i*1 Glas, Porzellan, lackirtem Blech, Galanterie-Sachen, Reise !nnd Schultaschen, Necessaires, Lampen, Leuchtern, Standuhren, Gold- Leisten, Seidenhüten, Kinderspielsachen, Haushaltungsgegenständen, !Oefcn, Gußwaaren, Eisen, Stahl, Sicheln, Sensen, Strohmeffern, Ketten, Spaten, Schippen, Handwerkszeugen und verschiedenen anderen Waaren.

Versteigerung wird keine vorgenommen.____________________(2280)

Geschäfts - Eröffnung.

Hiermit die ergebene Anzeige, dass ich an hiesigem Platze im Hause jdes Herrn l?al>ei> Marktplatz, eine

Ci g <f r » e ü/t n n tl iti n //.

verbunden mit einem

Flaschenbier-Geschäft

errichtet habe.

Indem ich mich hiermit bestens empfohlen halte, hoffe durch gute Waare und prompteste Bedienung das Vertrauen meiner geehrten Abnehmer zu erlangen.

Giessen, 2. August 1873. Hochachtungsvoll

_____________________JEmil am Marktplatz.

Vas Möbel-1 Bett- und Spiegettager voll Alea?an<ler Htnm, Frankfurt a. M., große GalluSstraße Nr. 15.

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