liche Ansicht nicht unterordnen, so müsse er zurücktreten. Wolz bedauert, daß
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ihm das kanonische Recht nicht bekannt genug sei, um seine Sache besser vertreten zu können. Er bleibt dabei, daß die Civilehe durch das Thor der Revolution gekommen und nicht nöthig sei. Die Bezeichnung „ultramontan" halte er für eine ehrende. Malthy entgegnet Wolz, die Civilehe bestehe seit 1801 in Rheinhessen und nirgends seien Mißstände dadurch entstanden.
Ministerialrath Hallwachs erklärt, die Regierung sei mit der Einführung der Civilehe einverstanden; das Ministerium sei noch nicht in der Lage gewesen, eine Vorlage zu machen, da man seither annehmen konnte, der Reichstag werde die Sache in die Hand nehmen. Die Negierung habe erklärt, sie werde unter allen Umständen das Kirchengesetz nicht ohne eine Ordnung der Ehegesetzgebung vorlegen. Es sei kein Grund vorhanden, derselben vorzuwerfen, sie wolle die Sache verzögern Den Antrag des Abg. Metz halte er für überflüssig. Dumont, als Berichterstatter, hatte nicht erwartet, daß man ihn so sehr rupfen werde. Sein Bericht sei objectiv und ohne Phrasen gehalten. Die revolutionäre Gesetzgebung habe die richtigen Ideen zum Durchbruch gebracht. Es sei lächerlich, aus Ur Germanismus und nationalem Dünkel die großen Grundsätze und Errungenschaften der französischen Gesetzgebung zu bemängeln. Die bürgerliche Ehe früherer Jahrhunderte habe mit der obligatorischen Civilehe nichts gemein, die letztere sei nur eine neue Idee. Er weist den ihm von einer Zeitung gemachten Vorwurf, er habe die Berichterstattung absichtlich und böswillig verzögert, zurück und wendet sich sehr entrüstet gegen die Verdächtigungen seines Verhaltens als Berichterstatter. Er erklärt sich gegen den Zusatzantrag von Metz; es sei sehr zweifelhaft, ob ein Kirchengesetz bei uns so leicht zu erreichen sei, er möchte daher nicht die Civilehe daran gebunden haben Wenn etwas Ersprießliches auf dem Gebiet der Kirchengesetzgebung geleistet werden solle, dann müsse das Reich vorangehen, wir in Hessen könnten wenig dazu beitragen. Metz und Dernbürg wollen Dumont entgegnen, der Präsident erklärt jedoch die Debatte für geschlossen. Die Abstimmung ergab mit allen gegen eine Stimme (Wolz) die Annahme des Antrags auf Einführung der Civilehe und mit allen gegen zwei Stimmen (Wolz und Dumont) die Annahme des Metz'schen Zusatzantrags. Morgen Berathung über verschiedene Eisenbahn-
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dienstvolle Armee zum Vampyr sich gestalten mußte, der uns bis auf den letzten Tropfen Blutes aussauge. Daß Fürst Bismarck auch einige Seitenhiebe bekommen mußte, verstand sich ganz von selbst, denn wem von diesen Herren wäre Fürst Bismarck nicht ein Dorn im Auge? Der Kreis Neuwied- Altenkirchen aber wird auch durch den Herrn Caplan Helf aus Coblenz nicht bekehrt.
und würden wir wohl thun, ihr dabei zu folgen. Metz erinnert an das Ver-jgabe der neuen Kirchengesetze davon Anzeige zu machen." Nach der bisher von sprechen, welches der Chef des Ministeriums des Innern gegeben habe, die den Gerichten festgehaltenen Strafbemessung — jede ungesetzliche Anstellung zu Kirchengesetze vorzulegen, sobald sie in Preußen angenommen seien. Er bemerkt 200 Thaler — würde dies den Bischof 12 bis 14,000 Thaler kosten.
Madrid, 2. November. Don Carlos, der spanische „Roy", ist unpäßlich, ob ihm der Absagebrief Chamborb's eine politische Migräne zngezogen
Schmerz.
Bern, 3. November Heute Vormittag ist die zur Revision der Bundesverfassung versammelte Bundesversammlung eröffnet worden. Sowohl im Nationalrath als auch im Ständerath sprachen die Präsidenten den Wunsch aus, daß das Revisionswerk zu einer neuen Quelle der Freiheit, Unabhängigkeit und Wohlfahrt des Vaterlandes werden möge.
<fran(u*eidj.
Paris, 2. November. Mac Mahon soll in die Verlängerung seiner G'- walten nur einwilligen wollen, wenn sie für einen hinlänglich langen Zeitraum beschlossen wird, um das Land in seinen Interessen genügend sicher zu stellen, und wenn seine Amtsführung mit solchen verfassungsmäßigen Bürgschaften umgeben werde, welche sie stark und unbestreitbar machen Man glaubt, daß eine Botschaft in diesem Sinne der Nationalversammlung mitgetheilt werden wird. Gerüchtweise heißt es, daß die Verlängerung auf sechs Jahre ausgesprochen werden soll; Andere sagen, auf zehn Jahre. Der „Franyais" sagt, daß zwischen den verschiedenen Gruppen, welche die Majorität bilden, vollständige Uebereinstimmuug darüber bestehe, daß die Verlängerung der Vollmacht Mac Mahon's auf längere Zeit erfolgen soll. Die Negierung sei vollständig mit diesen Absichten einverstanden, und die Nationalversamnilung würde gleich nach ihrem Wwderzusammeutritt zur Entscheidung dieser Frage berufen werden.
Paris, 3. November. Der Wirrwar in den royalistischen Kreisen Frankreichs ist sehr groß Die Bemühungen der Monarchisten, gewaltsam irgend eine Monarchie oder eine stellvertretende Monarchie herzustellen, sind rührend. Der „Roy" wird als überwundener Standpunkt gegenwärtig „hochachtungsvoll" todtgeschwiegen. Joinville oder irgend ein anderer Orleans sollte General- Lwluenant des Königreichs werden und bedankte sich aus Achtung vor Cham- bord; so ist denn jetzt Mac Mahon die letzte Hoffnung, welcher mit constim- tiouellen Vollmachten ausgerüstet, zu einem dauernden Präsidenten auserseheu ist. Einige der monarchischen Staatskünstler wollen Mac Mahon lebenslänglich dem militärischen Beruf entziehen, während Andere entschlossen sind, -ihm nur sechs- resp. zehnjährige Präsidentschaft auszuerlegen; namentlich sind es Adel und Geistlichkeit. welche sich nunmehr vermittelst Mac Mahon's oder dessen besserer Hälfte in der Gewalt zu behaupten suchen, urhvem Graf Chamborb es verschmäht hat, ihr Hort und Schirm zu sein.
Trianon, 3. November- Oberst Abzac, Adjutant Mac Mahon's, von dem Polizei-Agenten Stoffel's der Unterschlagung Bazaine'scher Depeschen beschuldigt , leugnet die Thatsache. Morgen erfolgt die Entscheidung des Kriegsgerichts.
Trianon, 3. November. Proceß Baraine. In dem heute fortgesetzten Zeugenverhör kam die Frage zur Verhandlung, ob Marschall Mac Mahon die wichtige Depesche Bazaine's vom 20. August erhalten habe, worin Letzterer sagt, er habe unter den Mauern von Metz Stellung genommen, werde aber wahrscheinlich nach dem Norden aufbrechen rc. In einer schriftlichen Aussage erklärt Mac Mahon, er habe dieselbe nicht erhalten. Der Oberst seines früheren Generalstabes, d'Abzac, sagt ähnlich aus. Andere Zeugen sagen dagegen, sie Härten diese Depeschen dem Obersten Stoffel und d'Abzac übergeben und beharren bei dieser Aussage selbst nach ihrer Confrontation mit d'Abzac. — Die Frage ist noch nicht aufgeklärt und erregt große Sensation.
Spanien.
Mainz, 3. November. Wenn in dem hiesigen Centralbahnhof der Lud- wigsbahn täglich 132 Züge verkehren, wovon allein 36 auf der Binger Linie über die Bahn Uebergänge zwischen der Stadt und dem Rheine laufen müssen, so ist leicht erklärlich, daß Angesichts der mit der immer näher rückenden Bahn über Wiesbaden in das Kohlenrevier und der im nächsten Jahre bevorstehenden Eröffnung des Betriebs der Alzey-Kaiserslauterer Strecke zu erwartenden bedeutenden Steigerung der Frequenz auf diesen vor der Alt- und Neustadt und zwischen dem Hafen liegenden Schienen - Geleisen bis zu vielleicht 100 Zügen eine Frage immer wichtiger wird, die Frage der Durchführung der Bahn, wie jetzt noch, vor der Stadt oder um dieselbe herum. Für die erste Richtung wäre, soll nicht der Verkehr der Stadt mit dem Hafen steter Hemmung ausgesetzt sein, ein Viaduct von etwas mehr als einer Stunde Länge, wie die Verwaltung der Bahn möchte, für das letzte Project ein etwas kürzerer Tunnel durch die Höhe unter den Festungswerken hindurch, was der Stadtvorstand möchte, nöthig. Beides sind höchst kostspielige Unternehmen, das letztere noch mehr als das erste, da der Unterbau des Viaducts zu Hafen-Magazinen dienen soll und die Vermittlung der Höhenlagen der Worms-Binger mit den Brücken-Geleisen bedeutende Bauveränderungen bedingt. Neben diesem neuen laufen bekanntlich eine ganze Anzahl anderer älterer Projecte, theilweise, löte die Ufer-Erweiterung, in Ausführung begriffen und, während über die stehende Brücke immer noch nicht das Mindeste entschieden ist, die Schiffbrücke mit Versandung bedrohend, die Stadt - Erweiterung mit grundlosen Protesten hinhaltend u. s. w-, alle aber, namentlich, die letzten, schwere Capitalien erfordernd, so daß der Wunsch ziemlich allgemein ist, es möchten doch endlich aus diesem noch immer wachsenden Knoten von Projectcn sich rascher entwickelnde praktische Thätigkeit gestalten, ehe uns die finanzielle Last dieser Dinge vor ihren Vortheilen mehr als nöthig fühlbar wird.
Berlin, 1. November. Die „D. N.-Corresp." will wissen, daß noch ein zweiter Brief des Papstes als Antwort auf den vielbesorochemn Brief unseres Kaisers in Baden-Baden während der dortigen Anwesenheit des letzteren eingetroffen ist. Dieses Schreiben soll weniger einen einlenkenden und beschwichtigenden Charakter, sondern gerade das Gegentheil von dem gewesen sein, so daß es noch weit schroffer in seinen Aeußerungen gehalten sein soll, als das in dieser Beziehung nichts zu wünschen übrig lassende erste Schreiben des Papstes. Das Schreiben soll bis jetzt noch keine Beantwortung gefunden haben.
Berlin, 4. November. Eine königliche Verordnung vom heutigen Tage beruft den Landtag der Monarchie auf den 12. November ein. — Das Befinden des Kaisers ist in fortschreitender Besserung.
— Die Ernennung von Blankenburg's zum landwirthfchaftlichen Minister soll zuverlässigem Vernehmen nach noch vor der Eröffnung des Landtages erfolgen.
Köln, 3. November. Aus den 12. d. Mts. sind der Erzbischof Paulus Melchers und der Weihbischof Baudri wegen Veröffentlichung des zur Zeit vielfach besprochenen Hirtenbriefes im kirchlichen Anzeiger vor das hiesige Zuchtpolizeigericht geladen; der Erstere ist der Verläumdung der Altkatholiken, der Letztere der Hülfeleistuug hierbei beschuldigt. Wie schon mitgetheilt, wird sodann im Laufe dieses Monats gegen den Erzbischof wiederum eine Reihe von Processen wegen Besetzung geistlicher Stellen ohne Anzeige bei der Staatsbehörde zur Verhandlung kommen.
Posen, 3. November. Der Erzbischof Ledochowski ist von dem Ober-
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gegen den Abg. Becker, der Berichterstatter dürfe das Recht nicht haben, seinen > Leutesdorf, 30 October. Von welch zartem Anstand die Führer Bericht gegen die Ansichten des Ausschusses festzustellen; könne er seine persön- der Ultramontanen theilweise beseelt sind, bewies wieder sehr schlagend die am X;Ä'A w-“-4'*- av. verflossenen Sonntag in Leutesdorf gehaltene Rede des Herrn Caplans Helf.
Die Professoren Deutschlands erhielten den schmeichelhaften Titel: „charakter- und grundsatzloses Collegium", die Führer der liberalen Partei waren genanntem Herrn reines Lumpengesindel, die „Coblenzer Zeitung" ein Waschlappen. In seiner sprudelnden Phantasie nannte er den Staat den Moloch, in dessen eiserner Umarmung alles Bürgerthum zu Grunde gehe, während unsere ver-
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Wien, 2. November. Die Welt-Ausstellung ist heute 4 Uhr geschloffen worden. Das prachtvolle Wetter hatte eine ungeheure Menschenmenge herbeigezogen; besondere Feierlichkeiten fanden nickt statt. Um 4 Uhr läuteten alle Glocken des Jndustriegebäudes, die Orgeln qpielten, das Nebelhorn blies Re- traite und vier Musikcorps spielten die Nationalhymne, zum Schluffe erschollen Hochrufe des Publikums.
Wien, 3. November. Die „Montags-Revue" bestätigt, daß der Con- flict zwischen Oesterreich und der Türkei anläßlich der bosnischen Angelegenheit als beigelegt betrachtet werden könne. Die Pforte habe den diplomatischen Schritt, welcher hier so unangenehm berührte, in allen Formen desavouirt und sich zu jedem Acte diplomatischen Entgegenkommens erboten. — Dasselbe Blatt meldet, daß der Kaiser den Neichsrath persönlich mit einer Thronrede am 5. d. Mts. eröffnen werde. Der Reichsrath werde erst nach der Voti- rung der auf die Besserung der wirthschaftlichen Situation bezüglichen Vorlagen vertagt werden, selbst wenn dadurch ein Aufschub im Zusammentritt der Landtage sich ergeben sollte. — Die Weltausstellung wurde gestern Nachmittag 4 Uhr geschlossen.
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Präsidenten auf Grund bei Mai-Gesetze wegen Weigerung, die Pfarrstelle zu
Filehne anderweitig zu besetzen, zu 200 Thlr. Strafe verurtheilt und ihm eine zweite Equipage durch die Polizeibehörde abgepfändet worden. ....._____, .......v vvl,v yi
Trier, 31. October. Die „Mosel-Zeitung" verkündigt, daß der Bischof hat, ober ob bie Strapazen bes Felbzuges hinterher 'gront seiner Getreuen von Trier „innerhalb ber letzten Wochen 60 bis 70 Anstellungen von Geist ben legitimsten König ohne Krone und Lanb angegriffen haben, lassen wir ba- lichen vollzogen hat, ohne beni Oberpräsibenten ber Rhein-Provinz nach Maß hingestellt; jebenfalls ruht Don Carlos augenblicklich auf seinen Lorbeeren in
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