tuen. — Die Reorganisation de» hiesigen Polizeiweseu», welche von der letzten Kamwer obgelehnt wurde, ist wiederholt in Anforderung gebracht worden.
Darmstadt, 3. Febr. Der Kassation-Hof hat da» frcisprechende Urtheil tu der bffunnten Anklagesache gegen Han» Blum bestätigt.
Berlin, 30. Ian. Die verstärkte XIII. Commission de» Abzeordurtenhau. se» zur Berathung de» Gesetzentwurf-, bete, die Eisenbahn - Anleihe von 120 Millionen Thaler, trat am Mittwoch Abend in die SprcialdiScussloa über die Dahn Berl n-Wetzlar ein. Nachdem nur ein Redner, der Korreferent Ulrich, gegen die Annahme gesprochen, dagegen viele sich dafür erklärt hatten, wurde zur Abstimmung geschritten und die Aufnahme einer Anleihe von 50,750 000 Thaler für die Bahnlinie Berlin-Wetzlar mit 18 gegen 2 Stimmen genehmigt.
Damit scheint die Ansicht, als ob die Kosten dieser Bahn von dem preußischen Bbgeordnetenbouse nicht genehmigt würbe, vollständig widerlegt zu fdn.
Berlin, 4. Febr. Die „Germania" veröffentlicht den Wortlaut einer Denkschrift de» preußischen Episkopat» an da» preußische Ministerium bezüglich der Kirchenvorlagen. — Der „Spen. Ztg." zufolge wurde da» Borsensteuerges.tz gestern der Reichs-Steuer-Eommission überwiesen.
Leipzig, 3. Febr. Die hiesigen Bereinsbuchdrucker kündigten am 1. Febr. beiläufig 200 dem Verbände der deutschen Buchdrucker»Gehülfen angehörigen Buchdruckern, in Folge dessen 53 Gehülfen au» dem Verbände auötraten. 600 Gehülfen hatten bi» jetzt in den Verein» - Oificineu fortgearbiitet; am nächsten Montag wird die Zihl der fortarbeitenden Gehülfen voraussichtlich 400 betragen. Der Druck aller Zeitungen und Wochen»Journale ist gesichert und demnach der Hauptzweck de» Strikes der Gehülfen gescheitert.
Hamburg, 3. Febr. Ein der „Börsenhalle" heute au» London zugegan- gene» Telegramm meldet zahlreiche Sch'ffsunfälle, welche sich in der Rächt von vorgestern auf gestern und während de» gestrigen Tage» an der ganzen britischen Küste entlang sich zugetrogen haben. Nähere Detail» fehlen noch in den meisten Fällen. E» steht jedoch fest, daß bei Falmouth der der Ponamagrsellschast an- gehörige Dampfer „Clan Alpine" gescheitert ist; von demselben ist nur der Steuermann gerettet. Bei Torquai läßt die Menge der hcrumtreibenden Schiffs- trümmer auf eine ganze Anzahl von Havarien schließen. Namentlich sind auch viele kleine Küstenfahrzeuge beschädigt worden.
Fürth, 4. Febr. Die secial-vernokratische Arbeiterpartei hat den Redakteur Memminger einstimmig für unwürdig der Mitgliedschaft erklärt und die Vcrant- Wörtlichkeit für die Haltung seines „Demokratischen WochenblattrS" von sich abgewiesen.
Oesterreich.
Wien, 1. Febr. Die „Weltausstellung- - Korrespondenz" macht die Mittheilung, baß heute Nachmittag in Gegenwart des Generaldirektor», de» Bor stände» und der Mitglieder des Ingenieur-Bureau's die Auflage des Dache» der Rotunde aufgeschlagen worden sei, daß der ganze Rotundenbau nunmehr vollständig ans seinen Beton-Fundamenten ruhe und bt» auf einige unwesentliche Er gänzungsarbeiten glücklich vollendet sei.
' Frankreich.
Paris. Bezüglich des Zwiespalt» unter den Bonapartisten veröffentlicht der „Daily Telegraph" folgende» ihm von tin?r „Persönlichkeit von Autorität in den bonapartisiiichen Reihen" zuzegangene» Kommunique über die Beziehungen de» Prinzen Napoleon zu der imperialistischen Partei: „Die impcrialist sche Partei kann und sollte nicht anonymen Erklärungen irgend welche Wichtigkeit bei- legen. Prinz Napoleon hat die ihm durch seine nahe Verwandtschaft mit dem verstorbenen Kaiser und dessen Sohn auferlegten Pflichten angenommen und offen erklärt, daß die Titel und Rechte de» Hauptes der Dynastie in der Person des kaiserlichen Prinzen coacentriren. Er ist überdies der Doktrin eines Appells an das Volk beigetreten. Diese Bejahungen sind in feierlicher Weise geschehen. Tie sind und konnten nicht von dem Prinzen in Abrede gestellt werden. Man glaubt, daß mit den Insinuationen der anonymen Eorresponbenten, denen die „Time» ' und die „Morntng Post" ihre Spalten geöffnet haben, nur die Wirkung beabsichtigt wird, die bonap-rrtistische Partei, die einig bleiben muß, zn spalten. Wenn die französischen Journale, welche die Imperialisten unterstützen, sich nicht einer Eontroaerse über diese» Thema gewidmet haben, so ist die», weil sie, die Tactik ihrer Widersacher verstehend, dieselbe nicht zn begünstigen wünschten. Prinz Napoleon hat überdies mit Bezug auf die in Frage stehenden Kommuniques alle Verantwortlichkeit abgelehnt."
Italien.
Nom. Der „Gazette d'Italia" zufolge ist die herrschende Partei in Rom mit dem neuen französischen Gesandten keineswegs so zufrieden, wie der franzö fische Minister Dusaure dir» der Kammer gelegentlich der Interpellation über den Rücktritt Bourgoing'» in Aussicht stellte. Ob diese Unzufriedenheit aber mehr in der Persönlichkeit de» Herrn v. Korcelle» oder in den ihm von feiner Regierung gewordenen Aufträgen seinen Grund hat, wirb nicht gesagt, möglicherweise in beiden. Betreffs letzterer wird nämlich gemeldet, daß Herr v. Korcelles in der langen Aubicnz, die er bei Pius IX. hatte, diesem offen erklärt habe, der h. Gtuh! könne bei Ausführung seiner politischen Pläne nicht auf Frankreich rechnen, weder im geg'nwärtigen Augenblick, noch im Falle des Todes ober Rücktritt» Thier'»; denn keine Partri, welche in Frankreich zur Macht gelange, würde die Interessen und Bedürfnisse ihres Vaterlandes so verkennen, daß sie sich unkluger Weise in einen Konfl ct stürze, der sie in einen Abgrund führen würde. Herr von Kor- celle» fügte hinzu, als treuer Diener der Religion und des heiligen Stuhle-, al- alter persönlicher Freund de» Papste» glaube er sich berechtigt, da» zu sagen, wae seine Vorgänger, die Grafen Harrourt und Bourgoing nicht auszusprrchcn gewagt hätten. Der Wahrheit und Gew.sscnhastigkeit entsprechend, müsse er erklären nach menschlichem Ermessen, ohne den Beschiüss n Gottes vorgreifen zu wollen, gäbe es keine Hoffnung auf Wiederherstellung der weltlichen Herrschaft, weder durch die Hände Frankreichs, noch mit Hilfe irgend einer anderen Macht. Der Papst, wird hinzugesügt, soll diese Erklärung schweigend entgegengrnvmmen haben.
Nom, 2. Febr. Die „Ngenzia Stefani" erklärt die Nachricht, daß der italienische Gesandte in Athen die Beziehungen zu dem griechischen Minister des Aeußcren abgebrochen habe, für unrichtig; der Gesandte habe nur die Instruction erhallen, sio bis zur Lösung der Laurion - Frage in dem offic ellrn Verkehr eine große Reserve aufzuerlegen. I
Spanien.
Madrid, 1. Febr. In der heutigen Sitzung de» Eongressr» legte der Conseilsprasivent Zvrella einen Gesetzentwurf vor, durch welchen ein Kredit von 12 Millionen behus» Entwickelung des Telegrapbennetze» eröffnet werden soll. Auf eine Anfrage Santa Maria'», betreffend den Karlisten- Ausstand, erwiderte der Minister, die Regierung entwickele in dieser Beziehung die möglichste Energie, die Binden Mästrazo'» seien vernichtet, Sabella fei geschlagen; eine Bande von t200 Karlisten fei vollständig zersprengt und habe 38 Todte verloren, unter denen stch 2 Pfarrer befanden. Man dürfe behaupten, daß die Insurrektion bald betn- vigt fein werde. Die Eisenbahnverbindungen mit Frankreich wüiden in Kurzem wieder hergestellt fein. Dem Deputieren Lagunero gegenüber wie» Zorilla jede Verdächtigung der französischen Behörden, al» begünstigten dieselben die carlistische Bewegung, entschieden zurück und fügte hinzu, Frankreich habe vielmehr durch Internlrung der über die Grenze getretenen Karlisten feine freundschaftliche Gesinnung gegenüber Spanien bewiesen.
England.
London, 2. Febr. „Reuter'- O'fice" meldet: Der italienische Gesandte in Athen hat die Beziehungen zu de« griechisch n Ministerium de» Aeußern wegen unpass nd erachteter stellen in einem Briefe de» Letzteren über die Launon-Affaire abgebrochen.
Rußland.
Petersbnrg, 2. Febr. Die Berathungen über die Einführung der allge- meinen Dicnstpfl cht, wozu die Feldmarschälle Fürst Barjatinski und Graf Berg .lier anwesend sind, finden in einem Krieg-rathe in den gesetzlichen Formen statt. Vie Frage über die Organisation der Armee dagegen wird in einem besonderen Kaufet! unter Vorsitz des Katse» beraiben.
Petersburg, 4. Febr. Da» „Journal de St. Peter-bourg" meldet heute die Beendigung der vor drei Jahren begonuenen Verhandlungen Rußland» mit England über die kentral-aflatischc Frage, wobei e» sich um die Fefisttllung einer Grenze und die von beiden Seiren zu beobachtende Handlungsweise gehandelt aabe. Die Unterhandlungen haben dem genannten Organ zufolge zu einer vollständig besriedigenden Uebereinftimmung geführt. Die russische Politik in Ken- 'ralafien sowohl wie in Europa fei nur auf Erhaltung und Sicherung de» Frieden- gerichtet, wie solche» die eigenen Interessen Rußland- vorschrieben.
Amerika.
Washington, 3. Febr. Schatzsekretär Boutwell ordnete den Verkauf von 6 MillivNiN Gold und den Ankauf von 4 Millionen Bond» an.
(G i n g e s a n d t.) Aula.
In dem „Eingesandt" in Nr. 27 beklagt ein Äinberfreunb ba8 Schicksal bcs Gemeinde- raths, der „in unserer lieben Vaterstadt Gießen" cs Niemand recht machen könne, die Kinder und Neconvalcßccnten, daß sie die schönen Ruhesitze in der neuen Anlage verlieren sollen, baß biefe Anlage, „für welche viele Stabte Millionen geben würden", zerstört werden solle, und zwar durch die Professoren, die doch nur Zugvögel sind, kein Interesse „dann" an der Stadt, ihren Einrichtungen, ja nicht einmal an der Universität nehmen, unv „nur als Paroli" — „wollt ihr den Platz in der WilhclmSstraße nicht, nun so gebt uns die Anlage (nach ber Ansicht des Ein. scndcrS als eigensinnige Kinder!), die neue Anlage verlangen, während doch Platz ist '„hinter de, Loge", „neben Fulda's", oder „näher nach den Gärten zu." Ob das Ganze ernsthaft gemeint ist, oder ob sich nur ein Spaßvogel einen Spaß machen will, wissen wir nicht. Sollte cs aber Ernst sein, so begreifen wir freilich, wie der Gemeinderath, wenn er jemals einen Bürgermeister schabt haben sollte, der solche ober ähnliche Ansichten gehegt hat, wie ber Einsender, der in einer Fürsorge „für unsere liebe Vaterstadt" nach unserem vielleicht irrsamcn Dafürhalten noch über den Bürgermeister von Saardam geht, cs vielen nicht recht gemacht har, und bei ähnlichen Urtheilen auch nicht recht machen wurde. Wenn auch nicht gerade viele Städte „Millionen" (sage Millionen, der Einsender springt freigebig mit „Millionen" um) für die Anlage geben würden, so ist sic doch eine Zierde der Stadt. Aber das neue Universitätsgebändc wird den Kindern und Rcconvalescenten hinreichend Raum lassen, ja erst eine recht geschützte warme Stelle schaffen: von der etwa 1200' langen Anlage wird daö Gebäude in ber Fronte böcksten» 150' in Ansvruch nehmen, bleiben also 1050' mit dem schönsten Thcile der Anlage dem Pfarr- Hanse gegenüber ganz ungestört, nebst einem großen Thcile auf ber anberen Seite nach bei Schüler'schen Besitzung zu, unb wirb überall nur ber Wiesenplatz, dem Raume zwischen bei Turnhalle unb dem Becker scheu Hause gegenüber, in Anspruch genommen, den bis jetzt kein Spa. ziergängcr betrat, — und wird die Aula erst recht eine Verschönerung der Anlage und an dieser Stelle eine große Zierde der ganzen Stadt werden. Wie kann man da von Zerstörung sprechen? Die Acußerungcn über die Professoren richten sich selbst: — „uns Gießenern" ist aber vor Allem die Universität thcucr, die jährlich etwa 300,000 fl. hier in Umlauf bringt, und di, Bürgerschaft hat ein größeres Interesse daran, daß die Universitäts-Gebäude und -Institute soviel wie möglich dem Centrum der Stadt nahe kommen und Professoren und Studenten in der Mitt« ber Stadt wohnen bleiben, als daran, daß die Kinderinädchen unv Kinder um das Stück Rasen herumgehen oder — was sie doch nicht sollen — darüber laufen. Und nun gar die vorgeschla. genen Platze! Der Einsender läßt in ber That Auswahl: „hinter ber Loge" (gäbe boch zu Zeiten den Anblick von förmlichem Wellenschlag, der, wie Niemand leugnen kann, bis an bie Chaussee, Loge unb Gasfabrik gereicht hat) „näher nach ben Gärten zu" "(würbe, wie jebe Lag« in Stephans-Mark, außer anberen Eigenschaften bie Stubentcn im Laufen üben von bem do. tanischen Garten und Accouchcment nach den Instituten auf bem Seltcrßberg), „neben Fulda'» Besitzung." Wir wundern uns nur, daß der Einsender nicht diesen Platz besonders empfohlen hat. Dort sind „die Gänseäcker", und da der Einsender doch einmal die Professoren für Zugvögel erklärt, so kämen sie mit ihrer Aula wenigstens auf einen Platz, ber ihrer Natur ange» meffen wäre. Doch (genug bes grasaumen Spiels! Unsere Bürgerschaft ist wohl vcrstänbtß genug, um selbst recht zu urtheilen, und braucht barurn gar nicht weiter gesorgt zu werden, warum der Platz in ber neuen Aula ber nach ben einmal gegebenen Verhältnissen der passendste ist, unb der Dau dort — wohlzurnerkcn - auch — eine Verschönerung der Anlage unb — an dieser Stell« — eine neue grcße Zierde für die ganze Stabt!
(Eingesandt.)
Die Beunruhigung ber Gcrnüther wächst. Wie, sollte cS wirklich wahr fein, daß Seiten» ter hiesigen Professoren ein Attentat auf die Stadt verübt worden, baß man die letztere de» Schönsten unb Vesten, was sie hat, ber neuen Anlage, berauben unb hier einen großen Aula-Bau mit Seitenflügeln hi „stellen will, die fast ben ganzen Platz becken?
Es möchte an der Zeit fein, bie Sache öffentlich zu widerlegen, wenn sich der allgemein« Unwille nicht steigern soll.
Darüber kann keine Täuschung obwalten, daß die neue Anlage für die Gießener Einwohner mit ihren Frauen und Kindern verloren ist, wenn die Aula in dieselbe zu stehen kommt, denn wenn auch wirklich ein Laubgang übrig bleiben sollte, so ist in diesem neben einigen hundert Studenten begreiflich kein, wenigstens kein passender Platz, für andere Personen, namentlich für Frauen, Mädchen und Kinder mehr frei.
Soll denn das Publikum wieder wie früher nur daraus angewiesen fein, die staubigen ober schmierigen Chausseen zu wandern, wenn es sich ergehen will, nachbcm cs seit Jahren gewohnt war, in wenigen Schritten ohne einen Fuß zu beschmutzen, sich ben hier so nötigen Genuß der frischen Lust zu verschasscn.
Sollen bie Kindermädchen mit ben Kindern absolut auf ben Trieb genöthigt werden?
Und welche Gründe könnten zur Verbauung der neuen Anlagen, da anderwärts passende Plätze genug vorhanden sind? Man denke nur, abgesehen von den in diesen Blättern bereit»
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