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Meßmer Anzeiger

Anzeige- und Amtsötatt für den Kreis Hiessen

1S73.

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Nürnberg,

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ist von allen französischen Generalen deriemge, dessen

schmetterte am 8. Angr'st des ,,icyrecma)en .

Fortissimo- Da sprach die ganze Stadt nur noch von dem Helden Mac Mahon,

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die Journale füllten ihre Spalten mit tönenden Hymnen auf den Besiegten, der doch ein Sieger sei, und selbst das Volkslied bemächtigte sich seiner Person und schmückte sie mir dem Flittergolde unbegrenzter Popularität. Ein fraiizösi- sches Cürassier-Regiment war in der Schlacht niedergcmäht worden; Mac Mahon, zwei Tage nach seiner Niederlage durch Nancy reisend, wurde über das Schicksal eines Cürassier-Officiers befragt:Des cuirassicrs antwortete er harschil n*y en a plus ! Ein Echo der Bewunderung hallte durch die Presse- Jl ny a plus de cuirassiers . . . welche Einfachheit, welche Größe, welche" Epik des Ausdruckes ! ... so spricht kein gewöhnlicher Mensch ... so tönt die Sprache des Helden . . ." Dies war der Styl, in welchem die Journale der Hauptstadt, fast ohne Unterschied der politischeni Karb^ über den Feldherrn sich ansließen; an allen Straßenecken kreischten Bänkelsänger das rasch entstandene Lied:les cuirassirs de Reichshoften , und Villemcssant, der Stimmführer der Freudenpresse, stellte sich an die Spitze emer Nalional- Sikbscription, die dem Marschall einen Ehrensäbel zur Stelle schäften zollte. Dies Alles nach emer Niederlage. Der Convent ließ die Generale kopftm die eine Schlacht verloren die Pariser von 1870 hätten am liebsten dem Mar­schall Mac Mahon das Pantheon eröffnet, weil er so unklug war, vom deut­schen Kronprinzen sich auf's Haupt schlagen zu lassen Noch standen sie eben im Stadium der Harmlosigkeit, wo zehnfache Uebermacht, md)t bei Berrath der eigenen Heerführer, den Sieg des Feindes erklären mußte Mac Mahon aalt ihnen als ein Märtvrer des Schicksals, der . bei erster Gelegenheit als Heiland sich glänzend eiitpuppen würde; priesen sie ihn, so pnejen sie sich selbst; der Weihrauch, den sie ihm spendeten, war eine Befriedigung des na­tionalen Eigendünkels, ein Balsam gegen die Dn.bsal veS Moments. Durch das Unglück, Andere jagen: durch den Fehler Mac Mahon s war der erste Theil des Kriegs-Epos entschieden; für den Glauben an den Rettungsberuf des Feldherrn gab es keinen stichhaltigen Grund. Aber der ^aube bestand er hielt wie mit den unsichtbaren Fäden einer Volksiegende die Gcnmther umstrickt. Traurig war der Anfang des Krieges, trostlos der Ausblick in die Zukunft, doch was that's!Wir haben ja Mac Mahon !" sagteleichten^Herms der (Spielerund Bazaine", secuudirte sein Nachbar. Mac Mohon und Ba- zaine aalten als die prädestinirten Retter des Landes. Auf demselben Leldeus- weae, für Beide mit Niederlagen und Capitulationen gepflastert, gelangte Jener iii's Präsidenrschafts-Gebäude, Dieser in's Gefangnlß. Zu viel der Ehre für den Einen, für den Anderen vielleicht zu viel der Schmach!

Nach der Schlacht von Magenta hätte der Zufall zum Herzog geadelt werden sollen, bei Reichshofen focht militärischer Unverstand, Mac Mahon 'war immer ein tapferer Soldat, immer ein mangelhafter Stratege gewesen. Gegen die Versailler Truppen, die er unter dem Commando Thiers befehligte, hielt sich selbst die Scheinarmee der Commune monatelang, und um PanSzu , nehmen, bedurfte es wieder des dienstwilligen Zufalls, der ihm den ^errather - Ducates in die Arme führte. T , ,

Ist der Militär nicht so bedeutend, als seine-Landlern e glauben, so kou- i neu wir dagegen d-'m Menschen eine gewisse Achtung nicht versagen. Schade, daß die Greuelthaten, welche die Versailler Truppen in Paris verübten und die wohl das energische Auftreten des Befehlshabers hatte verhindern können, finstere Schatten auf das Bild werfen! Mac Mahon diente dem Kaiserthum, rüg'dessen Ehren und Würden, vertrat es nut beinahe lächerlichem Pompe bei der Königskrönung in Berlin, regierte nach seinem^ Vorbild in Wnm, dessen Vicekönig er um ein Haar geworden wäre, und hatte auf em Wort des Kaisers den Degen für jede Sache gezogen. Allem politische Ueberzeugung, persönliche Sympathieen kamen dabei nicht m Frage, eben nur, weil sie gar nicht existirten. Familien-Tradition, wäre sie ihm maßgebend'gewesen, hatte ihn an die Partei der Legitimisteii fesseln müssen. Der Marschall stimmt ans Alt-Irischer, gntkatholischer Familie, die nut dem Hanse Stuarts sich verbün­det hatte; sein Vater war Pair von Frankreich und em persönlicher Freund Karls X.; seine Frau steht in engstem Verwandtschastsverhaltniß zu den Burg­grafen des edlen Faubourg kurz, es fehlt nicht an gewichtigen Mottven, die bei dem Marschall für die Sache der Bourbonen werben. Doch fein ol- datisches Gemüth verstand nie sonderlich die Rücksichten der Parterpolltlk und widmete dieselbe Treue jeder Regierung, den Orleans wie den Bonapartes.

, Sedan trennte ihn von den letzteren. Der dringlichsten Einladung zum Trotze : blieb er von Wilhelmshöhe ferne und ging lieber nach Wiesbaden, um dort ; seine bei Sedan erhaltene-n Wunden auszuheilen. Befreundet nut d Aumale, : mit Thiers auf bestem Fuße lebend, steht der Marschall heute m Zlemlich küh­lem Verhältniß zu den Bonapartisten, und auch der tot>te nicht, ihn aus seiner Reservestellung heraus zum Lelchenfeste nach Chiselhurst zu locken. Ein wohlthuender Zug des Anstandes und der Ehrlichkeit der Franzose hat für beide Tugenden das Eine Wort: honnetetc kennzeichnet

das Thun und Lassen des Herzogs von Magenta; das unterscheidet ihn gar vortheilhaft von manchem seiner Heeresgenosseii. Manbetrachte ihn beispiels­weise neben dem Marschall Conrobert- Wie dieser geschwätzig, Blagnenr und nre, wav ivui Bramarbas ist, uns an den Miles gloriosus der römischen Comodie ermnert ledern, bie man dem Besiegten .st jener schlicht, einfach, wortkarg im Unigang, und wäre er nm. em beff rer »u« ............ bis dahin fWtanhjA Ä -- i ieni««, d-ssm

*8. «u9-.fi d-sschr-ckliche.." un^-nW-rtam kür.chen ist.-

Mac Mabon, Präsident der französischen Nepnbltk.

Im siebzehnten Jahre Kriegsschüler zu Saint-Cyr, Capitäu im fünfuud- rwanzigsten, Oberst im dreiunddreißigsten, Divisions-Generals im sechsundvierzlg- sten, Senator im achtundvierzigsten, Marschall im einundfünfzigsten, Gouver­neur von Algerien im sechsundfünfzigsten, Präsident der Republik im sunfund- sechiigsten Jahre dies ist die verlockende Lebensklimax, welche der Auserwahlie der Versailler Monarchisten, der neuerstandeneRetter" der französischen diation in dem verhältnißmäßig kurzen Zeiträume von fünfuudsechzig Jahren erklommeii hat.Thiers ist gestürzt es lebe Mac Mahon!" So tönte es heute durch die'Hallen des Versailler Königspalastes, und wer nur in Frankreich moiiar- chisch fühlt und freiheitsfeindlich denkt, freut sich der neuen Regierung. Wo Marschall Mac Mahon das Regieren erlernte, wäre schwer zu sagen. Seme legislatorische Thätigkeit als Senator stand immer unter Null, fein Walten als algerischer Gouverneur war rein militärisch; um Staatsgeschafte hat er sich nie gekümmert. Er war so glücklich gewesen, in dem Tornister, den er m der Militärschule getragen, einen Marschallsstab zu entdecken; vielleicht erftaiurte er selbst nicht wenig, als er bemerkte, daß neben dem Marschallsstabe auch em Präsidenten-Scepter lag. Das Scepter war ein Schwert das gab beiden Monarchisten der Nationalversammlung den Ausschlag. Vor einem Jahre schon planten sie eine Regierung an der Spitze. Der Marschall sprach damals von seinem schlichten Soldatensinn, der am Regieren keine Freude siude, und Veuillot schrieb in seinem Schmerz:Wir brauchen ein Kreuz oder einen Degen . . . der Degen weigert den Dienst ... so laßt uns beten, Freunde. Vemllot betete angestrengt und nut ihm das Heer seiner Freunde. Das viele Beten erweicht den härtesten Stahl, und der sprödeste Degen muß zu Kreuze kriechen, wenn ihn die Andacht unaufhörlich attaquirt. 9ttm sind die frommen Wünsche in Erfüllung gegangen: der in Mac Mahon verkörperte Troupier steht heute an der Spitze des Staates wie lange, wird die Zukunft lehren, die im Schooße der Götter ruht.

Ans dem Soldatenleben des Marschalls leuchten vor Allem zwei merk würdige Momente hervor, die unter der Signatur von Magenta und Würth in der Geschichte verzeichnet stehen. Zwei Schlachten,, die eine siegreich, die andere eine schwere Niederlage, bilden den Grundstein jemes Feldherrnruhmes. Ans dem Schlachtfelde von Magenta schwankte das Kriegsgluck unentschieden von hüben nach drüben; es gab drangvolle Augenblicke für französische ficer und die Gefahr der Gefangennahme trat oamals schon bedenklich drohend » Da fügte ein glücklicher Zufall daß M°c Mahon zur guten Stunde eingriff, die Schlacht zu Gunsten Frautte.chs enttch.ed. Noch auf dem Schlach.felde reichte ihm der Ka.,er den Marichallostab zugleich mit dem Herzoashnte.Hier, meine Herren," soll er dabei zu seiner Umgebung ge faat haben hier ist der Marschall Mae Mahon, den ich mit demselben Er-

, folge meinen gwunben wie meinen geinben voefieUen fann." »iapo.eon , ' der große Plagiator, mackte sich zum Nachsprecher Heinrichs IV., der Aehn- liches von seinem Marschall Biron zu rühmen pflegte ,

Ganz Frankreich pries den Herzog von Magenta. An entern heißen Somimrtaae kehrte Bonaparte als Triumphator nach Pans zurück, jn jer» lumpt-r Feldrüstung, von Staub und >schmutz bedeckt, damit ihr Aussehen desto martialischer wäre, zogen die Sodaten der ttalieiuscheu Armee durch !die Straßen der Hauptstadt; dem Zuge voran hinkten Verwundete den Triumph desto «irksamir zu inseeuireu, sollten auch die Schreckei, des Krieges angedeitt t werden Es war ein Jubeln ohlle Ende; von den Balcons herab wehten Fah- ' nen arüßttn weiße Tücher, winkten Blumenkränze, und selbst die Femde des Kaiserthums ließen der Freude die Zügel schießen . . . Vive Mac Mahoni tönte es plötzlich von allen Seiten, und der voruberrettende Marschall, durch den geräuschvollen Enthusiasmus beinahe in Verlegenheit gebracht, salutitte nack reckts und links. Ich sah den berühmten General damals zum ersten Male. Sein Anblick war keineswegs imponirend; das militärisch gekürzte Haar schimmerte bereits in's Silbergraue hinüber, das magere Gesicht verneth kine» bemerkenswerthen Zug, und der uiivernieidliche Schnurr- mid Kneb^bart

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d k Ä di Eiieraie dis Gehorsams nennen mochte.Sie müssen schlechter- gs ^deii Malakoffthurn. nehmen," sagte Pelissier, der Belagereri von Sebasto- pol zu dem damaligen Divisions-General.Je !e prendm « t omtete W KFÄK-58. MS

ä-ä? tfir ä as L..L7 I «Annahme des Malakofithiirmes", den hochdramatischen Moment verewigt, beste , zu reden : verballhornt. Aus dem General, der ohne Zwei el entfach sprack

und kämpfte, machten die Maler einen geleckten ^^^che^e l. war

Der Jubel, der den Sieger von Magenta in Pans begn ß ,

er indes; im Vergleiche zu den lärmvollen Lobliedern, die man em es g von Wörth zujauchzte? Die Rnhmespo aune. '