Nodgen:
Bürgermeister IndertHal.
Schullehrer Schlapp.
„ anbei.
Ruttershausen:
Bürgermeister Klinket.
Beigeordneter Schön.
Schullehrer Maul.
Staufenberg mit Ariedelhausen:
Bürgermeister V o g e l.
Beigeordneter Fischer.
Schullehrer Goinpf.
Gemeinde-Einnehmer Drau n.
L, Steinbach:
Bürgermeister Horn.
Beigeordneter Nicolau!.
Schullehrer Pratorius.
„ Habermann.
Gemeinderachsmitglied Earl Nicolau-.
Treis a. d. Lumda:
Bürgermeister Derghöser. Ortsgerichtsvorsteher Ioh. Decker VI.
Gemeinde Eiunehmer Opper.
Gastwirth Georg Denner.
Trohe:
Bürgermeister Schwarz.
Beigeordneter Rau.
Gcmeinderathsmitglied Jobs. Hammel HL
Watzenborn und Steinberg mir ^ber-Steinberg:
Bürgermeister Jung.
Beigeordneter Maid.
Schullehrer Muhl.
Schulvicar Ho hu
Gemeinderathsmitglied Ioh. Hirtz V.
Wieseck:
Bürgermeister Vang.
Beigeordneter Müller.
| Schul'brer Horn
„ B.cher.
Gemeinde Einnebmer Sommerlad.
* Ph. Heinr. Mank
P o l i t i ftbet
T b c i l.
beginnen.
Unter dem katholisch»» flern# von Deutschland macht
vertreten sei, so ist cl in diese» Augenblicke."
Hur Tbiers, der alte Voltairianer, wie ihn die Ultramontontn nennen,
Terrain über Krofdorf geführt würde.
Darmstadt, i. Jan. Die ultramontone Bewegung ist im Glossherzvg- thu» tiefen, wie sich bei Den letzten Landtagawahlen gezeigt hat, entschieden im Rückgänge begriffen. Zum erst.nmale feit Niederwerfung der Bewegung von 1848 haben katholische Laudbezirke (Ober-Dl» und Ober. Ingelheim) srelsinnig gewählt, zu» erßcumale seit jener Zeit hat sich in der Mehrzahl der katholischen Gemeinden eine Opposition gegen die priesterliche Führung auf den Wahlplatz gewagt, zum erstenmole hüben sich die gebildeten gläubigen Kathaliken von jener willenlosen fanatischen Heerde lo.'gesagt, die den Befehlen der von unsichtbaren Faden geleiteten päpstlichen Oberhirten blindlings folgt. Der Ultramonlanismus war früher in Hessen eine ganz unbekannte Erscheinung, die akademisch gebildeten katholischen Priester waren Irene Anhänger ihrer Kirche, aber gute Staatsbürger und Patrioten den Bischöfen und ihren Käthen lagen weltliche Bestrebungen ferne, Männer wie Bischof Kaiser, Oberstudienrath Luft, Prof. Schmid waren Zierde« ihrer Kirche; vereinzelte jesuitische versuche, wie sie mit v. Linden nnl Riffel gemacht wurden, scheiterten kläglich mit dem Sturze ihrer Urheber^ Dem Ministerin» Dalw'gk blieb es Vorbehalten, d n Ultramonlanismus und Jefuitit- mua künstlich gross zu ziehen, und welch glänzenden Erfolg seine Bestrebungen vermittelst eine« ausgedehnten Proteetionswesens erzielten, ist n ännigtich bekannt. Bei seinem Sturze fand sich in einem protestantischen Staate unter einem protestantischen St'atsoberhaupte die Regierungsgewalt fast völlig in ultramontanen Hanken, obwohl die Stände des Landes seit Jahren nahezu einmütig gegin die römischen Bestrebungen Front gemacht hatten und den Beamtenstand — mit Ausnahme der eigentlichen Verwaltung — nnr widerwillig das ihm auserlegte drückende Joch trug Ja es läßt sich bei der Hartnäckigkeit des Jesuitismus nicht einmal sagen, wie lange dieser Zustand noch gedauert haben würde, wenn die Jesuiten nicht mit de» Reiche in die Haare gerathen wären und es schluh- lich nicht an einem brauchbaren ultramontanen Rachwuchse gefehlt hätte. (Die die Verhältnisse lagen, konnten die hierarchischen versuche keine tiefen Wurzeln schlagen, die Ultreeentanen gewannen bei den letzten Wahlen nur vier von fünfzig Wahlbezirken. obwohl ein Duttthnl ter Landesbevölkerung katholisch ist, und von jenen vier Bezirken zwei eit einer Stimme Majorität. Wir wollrn nicht verabreden, dass dieses Resultat theilweise auf Rechnung des Regierungs-
Reichstagswahlen noch befere Resultate zu verzeichnen haben; einstweilen rcnfla- turn wir vorstehende Thatsachen zu» Zeichen, dah auch unsere kacholisch-n Mitbürger von der Solidsrität der Interessen aller freiftnnnigen Staatsbürger mehr und wehr durchkrunzen werden. (D. Pr )
Darmstadt, 3. Jan. Bei der heute Morgen begonnenen Ziehung der Grohd. Hess. Fünfzig - Gulden - Loose wurden gezogen: 9h. 14.775, 100,739 mit 1000 n ; Nr. 10,781, 23,227, 28.570, 28,838, 37,060, 83,826, 84,943, 97,383, 101,431, 106.672, 117,064 mit 500 fl.
Mainz, 1. Januar. Die von Berliner Blattern nachträglich ber.ergrabenen Hindernisse Vcr Erweiterung der hiesigen Festung und Stadt werden derselben nur noch kurze Zeit im Wege liegen. Es sind nämlich seitens des grohherzoglichen Kreisamies bereits Einleitungen getroffen worden, um, wenn gütliche Ueberein- kommen nicht zu Stande zu bringen sind, das ganze für Die Festungsbauten erforderliche T rrain im Expropriationsversahren zu Dm Umständen und Verhältnissen entsprechenden Preisen Der Festungsbehörde zu verschaffen. Welche Preisdifferenzen stch nunmehr ergeben werten, mag man daraus erfeben, dah in einigen der betroffen n Lagen der hessische Morgen zu 2000 bi« 5000 Gulden, also ter Ouadratsuh zu 3 bis 8 Kreuzer nach kurz vor Abschluss des Vertrages zu haben war, während die jetzige Forderung vo» 1 Gulden «ur den Ouadratsuh 50,000 Gulden für den Morgrn beträgt! Die Ausführung der Bauten full im Frühjahr
Deutschland. \
Gießen, 3. Januar. Wie wir vernommen, beschloss der Gemeinderath in I einer seiner letzten Sitzungen, eine Deputation nach Darmstadt zu schicken, um i Schritte wegen Der neuen Bahn Berlin-Wetzlar beim Grossh. Ministerium zu thun. Di- Deputation, aus den Herren Bürgermeister Vogt, Beigeordnete» Felsing nnk 1 Gemeinöerath Gtlbereisen bestehend, ist in Darmstadt gewesen und das Resultat > toar, dass derselben erklärt wurde, Grossh. Ministerium seien weitere Schritte Der 1 prcuss. Ministerien nicht bekannt, resp. habe keine ossieielle Kenntniss. Bei Dem grossen 3ntere(fe nun, welches Giessen an Der neuen Bahn hat und haben muss, Dürfte sich wohl die Frage auswersen, ob sich Der hiesige Gemeinderath mit dem Resultate der Deputation zufrieden stellt oder ob er Weiteres veranlassen, resp. eine Deputation an Den Reichskanzler nach Berlin senden wird, vergegenwärtige man sich die Lage Giessens, wenn Die Bahn Berlm-Wetzlar nach Der projectirten Linie über Krofdorf gehen sollte, unD sehe Alles ohne Brille und recht deutlich an, so toirO »an finden, 1) Dass Der ganze Fremdenverkehr aus dem Norden, der in Die Nassauer Bäder k. reifte unD Der seither in Giessen übernachtete und einkehrt:, unsere Stadt meiden wird, Hotel Kühne ic. könnten im Sommer ihre Häuser schliessen, 2) Der gesammte Güterverkehr aus Dem Norden würde auf Der neuen Bahn, als einer direkten Bahn, eher erfolgen, als auf ter jetzigen Route. Stellen wir Diesen beiden Hauptpunkten die Vortheile entgegen, die Giessen geniessen tourte, wenn Die Bahn hirr einmünDen würde, als da sind vermehrter Fremdenverkehr, Industrie, Aufschliessung des Hinterlandes mit seinen Waldungen nnd Bergwerken je., so lässt sich leicht Der Schluss finden, dass Giessen sich nicht mit Dem bisher Gethanen seilens Der Vertreter der Stadt begnügen kann und seinen Gemeinderath ersuchen sollte, das letzte Mittel, wie oben angeDcutet zu versuchrn. Hilst dieses Dann auch nicht, nun so ist wenigstens das irgend Mögliche geschehen und Der GemeinDerath braucht sich Dann später keine Schuld be>zumeffen, wenn am Ende Giessen durch die neue Bahn geschädigt und hintangefetzt würde. Die Deputation hat in Berlin u» fo leichtere Arbeit, Das Projekt zu befürworten, weil ja in Preussen Niemand dadurch geschädigt wird und die Bahn ein paar Millionen Gulden niedriger zu stehen kommt, als wenn sie. Durch das gebirgige
Berlin, 1. Jan.
sich wehr und mehr eine Art von soeialer Bewegung geltend. Dieselbe betrifft die Frage rin der Stellung Der Kapläne zu den Plärrern. Es ist bekannt, dass die extreme ulteamontan« Presse von Bayern sich ohne sonderlichen Erfolg dieser Frage zur Erschütterung Der konservativen Elemente innerhalb D:s Klerus zu bemächtigen suchte; in Schlesien scheint i» Gegentheil bereits das Bbwiegeln dieser nsotderlich zu fein. Wknigßms theilt Die „Schief volksztg " mit, dass mehrere Kapläne mit Dem Rücktritt von Der „katholischen Agitation- gedroht haben, wenn ihre Nothlage gegenüber Den Pfarrinhabern nicht abgeholsen wurde. Be. Der Bewegung soll es sich weniger um Die allerdings auch erwünschte Verbesserung des für Die Kapläne ausgesetzten Einkommens als um grössere amtliche Selbstständigkeit handeln. Die „Schief, volkszt^.- verspricht der Bewegung ihre eisrige Förderung, schüttet aber zugleich über die abfallslüfternen Elemente Der Kaplan-
schaft das ganze Horn ihrer sittlichen Entrüstung aus.
Berlin, 1. Jan. lieber weitere Schritte Der Reichsregierung ii Folge Der päpstlichen VVoeution bemerkt die „D. R E." :
Wie wir hören, ist Seitens der Staatsregiernng entschieden Befehl gegeben, eit aller Strenge gegen Diejenigen Blätter vorzugehen, welche in ihrer Par- teinebme für Den U rramontanismus Die in dem Passgesetz gezogene Grenze über- schreiten. Diese Angelegenheit soll auch GegenstanD Der Verhandlungen in der heutigen Sitzung des Staatsministeriums gcwesen sein, welche in dem Sitzungs« saale des Staatsministerialgebändes Nachmittags um 1 Uhr stattfand. So »eit Pie päpstlichen Lensserungen Die Retchspolitik betreffen und Massnahmen Der Reichs- regierung gegen den allen Herrn im Bat kan und seine Halbe erfordern, sind dieselben, wie wir hören, bereits gestern AbecD in dem Vorträge zur Erörterung gelangt, welchen Der Reichskanzler bei dem Kaiser hatte. Die Nachsicht, welche man ielfter gegen Pius IX. üble, sebalD Derselbe es für gut befand, feine Kirchenpoittik ter Welt zum Vesten zu geben, scheint jetzt bis zur äussersten Grenze angelangt zu fein uuD wenn man bisher geglaubt hat, einem bekannten Sprnchworte Folge geben zu follen, so Dürfte nunmehr Der Augenblick anaekommen fein, wo das Staatsa-ohl es erfordert, Diese» laisser faire — laisscr aller ein Ziel zu setzen. Zunächst freilich haben diejenigen Zeitung«n, welche Die päpstliche Ansprache veröffentlichten, Die Energie Der Regi.rung zu spüren.
Berlin, 2. Jan. Die Bibernfeng resp. Beurlaubung unseres Gefchaftg- trägers bei» päpstlichen Stuhle veranlasst em Pariser Blatt zu folgender Bemerkung:
„Wenn es wirklich wahr wäre, Dass Die diplomatischen vrzuhuugen zwischen der deutschen Regierung unD dem heil. Stuhle abgebrochen sind, so wäre eg doch sonderbar, wenn Fr.nkre ch muthwill'g Den vortheil aufgäde, welchen diese Wen- Dung für feinen Einfluss und seine Anion gewahrt. Wir wollm dem Journal .des Dubais- und den Organen der Lrnk.n nicht von den religiösen Interessen sprechen, da diese für gewisse Leute nicht eriftiren ; aber wir mochten ihnen doch «mpsehlen, de» nationalen Interesse Rechnung zu tragen. Wenn Dieses Interesse jemals erheischt hat, dass Frankreich wirkm» und »U Glanz bei» heil. Stuhle
Wechsels zu setzen ist, aber de» aufmerksamen Beobachter kann es nicht entgehen.
dass die Alleinherrschaft des katholischen Pnesterthums gänzlich gebrochen ist. Wir , .. ------,
Wellen uns nicht aus das von jeher freisinnige Mainz berufen, wo die Ultra- scheint derselben Ansicht zu sein. Ao Stelle des Grafen Bourgoing wurde ein
montanen glänzend unterlagen, aber wir kiliren B ngen, Vie gutkalholische Stadt, Herr v. Eoecelles, Schwager des Ministers des Aevssern, zu» Vertreter Frank-
Die nur eine geringe Majorität für Den ultramontanen Stimmzettel gegen die rcichs bei» Papst rraannt, der i» Vatikan eine persona gralissima iß. Herr
geschlossene Phalaur Des gebildeten und besitzenden Bürgerstankes ergib v rn- r Eorr-lleß vertrat Frankreich schon zur Zeit der römischen Expedition von 1849
hc.m, wo alle bifferen Bllrger offen gegen die Pnesterschakl anflratcn, Lorsch, btim päpstlich n Stuhle in Ga,-:a. Er ist Ultramontan r vom reinsten Wasser. Das selbst einen fre.ftanigen Wahlmann aus Der Urne hervorgeben sah, Dieburg, Die Gramcnl'schen Enlhüllungea haben die Stellung Des Grasen Beust so wo jene nicht nnbedeut'nde »inoniäl für Den Uwfchwaug te den Ansichten de: erschüttert, dass btieits von seiner EatUffung aus Dem oüerrrich,s»en Staats- Kathollken Del Lan es Zeugn ss ableglr. Hoffentlich werden wir bei den nächsten Dienste die Rede ist. Die See will issr Opfer haben. Glücklicherwetse iß el


