Wunder zu thun, die er nicht verrichten konnte, war in der größten Verlegenheit. Der Präfect kam ihm zu Hülse und untersagte mit einem regelrechten Decret die Pilgerfahrten, während er dem Christus es anheimstellte, auf eigene Rechnung so viele Wunder zu thun, als er Lust habe. Ich weiß nicht, ob er Gebrauch davon gemacht, aber die besagte hölzerne Natur , spricht dafür, daß dies nicht geschehen ist."
Kirchliche Anzeige
ver evangelischen Gemeinde zu Gießen.
Gottesdienst.
Am 3- August.
Morgens: Pfarrrvikar Schlosser (Antritts-Predigt.)
Nachmittags: Pfarrverwalter Klmgelhöffer, des. Pfarier von Altenkirchen. Katechismuslehre für die Knaben.
(Künftigen Sonntag: Feier des heiligen Abendmahls.)
Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 3. bis 9. August 1873 besorgt Pfarrvikar Schlosser.
Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde.
Uopulirre.
Den 26. Juli Jacob Kreuder, Bürger und Revisor an der Oberhessischen Bahn dahier, des verstorbenen Bürgers und Schuhmachermeisters zu Grünberg, Johann Heinrich Kreuder, ehelicher Sohn; und Katharine Auguste Hainer, des Bürgers und Kaiser! Poitconvucteurs, Ludwig Friedrich Hainer, eheliche Tochter
Den 27. Juli. Konrad Töpfer, Lackirer an der Main-Weser-Bahn dahier aus Langd, des verstorbenen Bürgers und Weißbindermeisters daselbst, Jacob Döpser, ehelicher Sohn; und Eleonore Marie Ohr, des Bürgers in Ober - Widdersheim und Bahnwärters dahier, Friedrich Ohr, eheliche Tochter
Denselben. Karl Gottfried Julius August Martin Jughard, Bäcker dahier, des versto»denen Bürgers und Bäckermeisters, Johannes Jughard, ehelicher Sohn; und Henrittle Christiane Tönges, des Bürgers und Ackermanns zu Thal-Itter, Johanil Peter Lönges, eheliche Tochter.
Den 31. Juli. Karl Christian Martin Louis Leib, Lackirer und Vergolder dahier, des verstorbenen Bürgers und Holzbildhauers, Ludwig Leib, ehelicher Sohn; und Marie Louise Christiane Htnriette Löber, des verstorbenen Bürgers und Bäcker- me.stets, Christian Löber II , eheliche Tochter
G etauflc.
Den 27. Juli. Dem Bürger in Burg-Gemünden und Maurer dahier, Johannes Sann, eine Tochter, Margarethe Katharine Elisabeth, geboren den 3. Mai.
Denselben. Dem Bürger und Küfermeister, Karl Herbert, ein Sohn, Karl Philipp, geborrn den 12. Juli.
Denselben. Dem Bürger und städtischen Arbeiter, Christran Wagner, ein Sohn, Karl, geboren den 12. Juli.
Denselben Dem Bürger in Wüseck und Arbeiter an der Gepäckexpedition der Cöln-Gießerler-Bahn dahier, Gottlieb Helsenbein, eine Tochter, Christine Margarethe Jakobine Karoline, geboren den 4. Juli.
Denselben. Dem Bürger und Bäckermeister, Daniel Rühl, ein Sohn, Ludwig Daniel, geboren den 29. Juni.
Denselben. Dem Bürger und V.rgoldcr, Johann Peter Ritsert, eine Tochter, Anna Emilie, geboren den 21. Mai.
Denselben. Dem Bürger in Groß-Dusick und Schlosser an der Main-Weser- Bahn dahier, Christoph Seth, ein Sohn, Karl Heinrich Johann Jakob, geboren den 20. Juni.
Den 31. Juli. Dem Heizer an der Eöln - Gießener Bahn dahier, Julius Benkner aus Auras in Schlesien, eine Tochter, Johanne Marie Auguste Elisabeth, ge boren den 13. Juli.
Denselben. Dem Bremser an der Main-Wcser-Bahn dahier, Friedrich Eduard Berger aus Glebitzsch, Kreis Bitterfeld, ein Sohn, Ludwig Eduard Leopold Edmund, geboren den 12. Juli.
Beerdigte.
Den 26. Juli. Katharine Schürz, des Bürgers und Drechslers, Friedrich Schürz, eheliche Tochter, alt 26 T-, gestorben den 25. Juli.
Denselben. Dr. Heinrich Köhler, pensionirter Großh. Gymnasiallehrer dahier, alt 65 I. 11 M- 12 T-, gestorben den 25. Juli.
Den 27 Juli. Eine lodtgeborene Tochter des Bürgers zu Ruith in Württemberg und Karis'nanns dahier, Lutwig Kaustmc.nn, geboren den 26. Juli.
Den 29. Juli- Jakob Frank, Taglöhner aus Wieseck, alt 35 I-, gestorben den 28. Juli.
Den 3 0. Juli. Ludwig Karl Johann Dörr, des Bürgers und Schlossers an der Main-Weser-Bahn dahier, Wilhelm Dörr, ehelicher Sohn, alt 5 M. 3 T., gestorben den z9. Juli. .
*** Geheim mittel schwindel und Wissenschaft. Nachstehender Redactions-Artikel des „Brest. Int.-Blatt" dürfte auch für den großen Leserkreis dieses Blattes von höchstem Interesse sein:
Wenn man den Jnseratenthcil eines beliebigen Zeitungsblattes einmal verfolgt und sieht wie in der schäm- und gewissenlosesten Weise die von modernen Quack,atbern und unwissenden Charlatanen angefcrtigtcn Schmieren als Heilmittel tagtäglich ausgebotcn werden, so mag man sich das Mißtrauen der Aerzte gegen solche Mittel wohl erklären können, zumal, wenn dieselben geradezu als Univcrsalmittcl für alle nur irgend denkbaren Krankheiten ganz verichicdencr Natur angepriesen werden und immer und in allen Fällen sichere und alleinige Hülfe bringen sollen. So gerechtfertigt ein solches Mißtrauen von ärztlicher Seite ist und so sehr es sogar die Pflicht denkender Aerzte sein muß, das Publikum vor dem Gebrauch derartiger, oft schädlich wirkender Geheimmittcl zu warnen, wenn einmal die Wissenschaft ihr Urtheil geiprochen hat, ebenso absurd und aller gesunden Vernunft baar würde es vom mevicinijchen Standpunkte aus auch sein ein neues, bisher gar nicht gekanntes und von einem approbirtcn Apotheker nach wissenschaftlichen Prinripien bereitetes Heilmittel ohne genauere Prüfung zu verurtheilen, es ohne jeoe vorherige praktische Anwendung verdammen zu wollen. Aber leider giebt es auch solche Aerzte, die sich von vornherein jeder Neuerung und jeder exaeten Nalurerkenntniß verschließen und auf die Quelle alles Wissens die Chemie und ihre Resultate für die Medicin — nicht aus Crkennt- niß, sondern aus Unkenntniß a priori Verzicht leisten, heute noch in nicht zu geringer Anzahl. Diese Herren schaffen sich in den Worten: „Lebenskraft" unb „Lebensgcwalten" wunderbare Dinge, mit denen sie alle Erscheinungen erklären, die sie nicht verstehen und ihrem sich vergötternden Geiste erscheint, da sie sich selber für die Propheten des Lichtes halten, auch der bescheidenste Widerspruch schon als Zeichen von Atheismus. Und mit dieien Herren — und nur mit diesen allein — habe ich den Kampf aufnehmen wollen, um cm Heilmittel (Dr. Tiedemann s chines. Pen-tsao *), welches sich seit der kurzen Zeit seines öffentlichen BekannlLerdens bereits einen Weltruf erworben hat und epochemachend auf dem therapeutischen Gebiete der Lehre über die Zerrüttungen des Nerven- und Zeugungsiystems werden wird, immer weiter zu empfehlen**) und nach Kräften mitzuwirken, M dasselbe heil- und segenbringend Eingang in alle Kreise der leidenden und hülfeiuchcnden Menschheit finden möge und noch spätere Geschlechter die Wohltat dieser Erfindung preiien sollen.
Berlin, im Juli 1873. Dr. Joli. Müller,
Medicinalrath.
*) Meine Broschüre: „vr. Tiedemann s chinesische Pen-tsao-Mittcl in ihrer unschätzbaren Heilwirkung bei Schwächezuständcn re." ist durch jede Buchhandlung für 12 Sgr. Briefmarken, auch franco durch Dr. Tiedemann in Stralsund a. d. Ostsee zu beziehen.
**) In Betreff der Bezugsquelle verweisen wir auf den Jnseratenthcil der heutigen Zeitung. D- Red.
ÄUeu Äranken Kraft und Gesundheit ohne Medicin und ohne Kosten.
„Revalesciere Du Darry von Loudon.“
Keine Krankheit vermag der vorzüglichen Revalesciere du Barry zu widerstehen und bewährt sich dieselbe ohne M dicin und ohne Kosten bei allen Magen-, Reiven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Dlüsen-, Schleimhaut-, Alhem-, Blasen- uird Nierenleiden, Tuberculose, Schwindsucht, Ailhma, Hustm, Unveröaulichkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hä uorlhoiben, Wassersucht, Fieber, Schw noel, Blutaufsteigen, O^renolauien, Uebelkett und Erbrechen selbst während der Schwangerschaft, Diabeies, Melancholie, Abmagerung, RhtUmallSmu?, Gichi, Bleichsucht. — Auszug aus 80,000 Certistcaicn über Genesungen, die aller Medicin wldec,landen: Ecrtific.rt Nr. 79,810. Düsseldorf, 9. November 1872.
Meine Tochter lut seit mehreren Jahren periodisch an sehr heftigen Kopfschmerzen und Erbrechen, Nach kuizem Gebrauch Ihrer Revalesciere ließen i-eibe Ucbcl nach unb erneut sich meine Tochter seither einer ganz beneldenswertyrn Gesundbeit. Bei einer anderen Dame, die an gänzlicher Appetitlosigkeit litt, reichten einige Pakete Revalesciere hin, um sie in den Stand zu setzen, alle Speisen zu genießen und zu verdauen. Ich kann daher diese köstliche Nahrung mit beitem Gewissen empfehlen
C. A Klemm, Wwe. Certificat Nr. 73,800. Mohücs, 20. Deceinoer 1871.
Ihre berühmte Revalesciere drei Monate lang genoss n und dadurch mein viel- jährig gehabtes Hämorrboidal-Leiden gänzlich gehellt, hat mich veranlaßt, dieses aus- geze chntte Heilmittel einem meiner guten Freunde, der an Schwindsucht leidet, zum Gebrauch anzuempfehlen. Jos. U klein, Baumelster.
Nahrhafter als Fleisch, erspart die Revalesciere bei Erwachsenen und Kindern 50 Mal ihren P>eiS in anderen Mitteln und Spei,en.
In Blechbüchsen von >/r Pfund 18 Sgr., 1 Pfund 1 Thlr. 5 Sgr-, 2 Pfund 1 Thlr. 27 Sgr., 5 Pfund 4 Thlr. 2u Sgr., 12 Pfund 9 Thlr- 15 Sgr-, 24 Pfund 18 Thlr. — Revalesciere ßiscuiten : Büchsen a 1 Thlr. 5 Sgr. und 1 Thlr 27 Sgr-, — Revalesciere Chocolat^e in Pulver für 12 Tassen 18 Sgr., 21 Tassen 1 Thlr. 5 Sgr., 48 Tassen 1 Thlr. 27 Sgr, 120 Tassen 4 Thlr. 20 Sgr., 288 Tassen 9 Thlr- 15 Sgr., 576 offen 18 Tblr.; ui Tabletten für 12 Tassen 18 Sgr-, 24 Tassen 1 Thlr. 5 Sgr., 48 Tassen 1 Thlr. 27 Sgr. — Zu beziehen durch Barry du Barry & (Somp. in Berlin, 178 Friedrichsstraße, und in allen Städten bei guicn Apothekern, Droguen-, Speeeiei- und Deticatessenhändlern. In Gießen bei Müller L Schwager. (/Ob3)
3513) Der heutigen Nummer unserer Zeitung liegt ein Prospekt über das bekannte, nun ui 18 Auflagen erschienene Kochbuch von Henriette Davidis bei, auf den wir besonders unsere geehrten Leserinnen hiermit aufmerksam machen. Ein gutes Kochbuch wird in dieser Zeit des Ein machens und Trocknens von Gemüsen und Früchten vielen Hausfrauen und Köchinnen willkommen jein.
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3504) Montag den 4 und Dienstag den 5 August, jedesmal Nachmittags 1 Uhr ai.fangiud, sollen in dem Hause des Herrn Heinrich Becker auf der Anlage die zu dem Nachlaß der Frau Kaufmann S ch e e l gehörigen Mobilien, bestehend in Sophas, mpbem Tisch, Glassckrank, Stühlen Schränk n, Bettladen, Kommoden, Weißzeug, Bettwerk, Kleidungsstücken, Haus- wiö Ki'icheiigeräthen aller Art meistbietend oeisteigert werden.
Gießen, den 1. August 1873.
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' „Submission auf Ausführung von 7 enstachen und 2 dopvc.ttn Wärter- Wohnhäusern auf der Bahnstrecke Mar- ! bürg bis Fronhausen" bis zum Submnsions-Termin am 15. August d. I., Vormittags 11 Uhr, bei der unterzeichneten Betnebs-Jnspeel'on zu Frankmrt a. M. einmreichen, woselbst >auch die Zeichnungen, Kostenanschläge und Bedingungen eingesehen und die Submissions-Formulare in Empfang genommen werden können.
Frankkurt a. M., den 21. Juli 1873. Königliche Bekriebs-Jnspection. __________________Heyl-____________
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Dienstag den 3. A u g u st, Nachmittags 2 Uhr, jsoll die dem Herrn Ferdinand Gail gehörige Hafererndte von
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172 m an der Dcutz-Gießcner-Bahn,
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Gießen, den 31. Juli 1873.
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Verschließbare Holz!ra!)nen
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