Deutschland
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Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kiessen
1893
Cnmstlllt den 2. Angnst
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H o s m a ir n.
Rothe.
Italien.
würde. Atif dem diesjährigen Juristentage wird, wie das soeben veröffentlichte Programm ersehen laßt, auch dieser Gegenstand zur Verhandlung kommen. Es ist nicht zu läugnen, daß sich gerade bei Entschädigungsklagen und der Entscheidung, ob ein zum Ersatz verpflichtendes Mist von Verschuldung im einzelnen Falle vorliegt, das Urtheil gebildeter Nichtjuristen in größerer Zahl große Vorzüge vordem Spruch der Fachjuristen haben kann, welche viel mehr von den sich oft sehr widersprechenden Auffassungen der Sachverständigen abhängig sind, welche letztere ihrerseits doch häufig nur Fragen der allgemeinen Lebenserfahrung zn
14. August angeordneten Gebete sind die nämlichen, welche der Papst in Frankreich anordnet,' um Gott zu bitten, die Feinde der Kirche und Frankreichs niedcrznschlaaen. In Deutschland soll also mittelbar für den Untergang Deutschlands und Italiens gebetet werden.
— Der hier anwesende französische Botschafter in Madrid, Marquis
dranftretdj.
Paris, 30. Juli. Epinal wurde gestern geräumt und heute mit der Räumung von Toul und St. Diö begonnen ; in Luneville dauert die Räumung fort. Das Departement der Ardennen ist seit gestern vollständig geräumt. In Montmedy ist eine Compagnie des 106. französischen Regiments augekommen und wurde mit Hochrufen auf die Republik empfangen.
— Die Botschaft Mac Mahon's ist in Paris und ganz Frankreich mit der Unterschrift „Republique fran^aise* angeschlagen worden.
— Die vom Erzbischof Ledochowski von Posen für den 12., 13. und
Darmstadt, 1. August. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben am 30. v. Mts. allergnädigst zu ernennen geruht: Den Oberappellatioiis- und Cassationsgcrichts-Dircctor Geheimerath Dr. Wilhelm Müller zum Prästdenten und den Öberappellations- und Cassationsgerichtsrath Dr. Otto Zentgraf zum Director des obersten Gerichtshofs; die Öberappellations- und Cassationsge- richtsräthe Dr. Jacob Dernburg und Wilhelm Frey zu Geheimeräthen; den Öberappellations- und Caffationsgerichtsrath Dr. Friedrich Kraft zum Präsidenten des Hofgerichts der Provinz Starkenburg; die Hofgcrichtsräthe Dr. Emil Hoffmann bei dem Hofgerichte der Provinz Starkenburg und Dr. Hermann Müller bei dem Hofgerichte der Provinz Oberhessen zu Öberappellations - und Cassationsgerichtsräthen; den Ober-Staatsanwalt bei dem Hofgerichte der Provinz Oberhcssen Wilhelm Maurer und den Stadtgerichtsasscssor bei dem Stadtgericht Gi ßen und Richter bei dem Bezirksstrafgericht daselbst, Justizrath Dr. Adolph v. Grolman, zn Hofgerichtsräthen und zwar Ersteren bei dem Hosgerichte der Provinz Starkenburg, Letzteren bei dem Hofgerichte der Pro vinz Oberhcssen.
Berlin, 30. Juli Für die deutschen Münzstätten soll der Bedarf an Münzplättchen zn Reichs Kupfermünzen für ein Jahr beschafft. werden. Das Reichskanzler-Amt fordert Unternehmungslustige auf, ihre Offerten unter der Bezeichuuug „Lieferung von Münzplättchcn zn Kupfermünzen" bis zum 12. August d. I. dem Burean des Reichskanzler-Amts, Wilhelmstraße 74, zugehcu zu lassen.
Berlin, 30. Juli. Gleichsam um die Errichtung des Reichs-Eisen-
lung ab.
Fulda, 29. Juli. Das Project zur Gründung einer specifisch katholischen Universität ist nun definitiv aufgegeben. Die gesammelten Beiträge werden dem Donisaziusverein zufließen.
Fulda, 1. August. Das hiesige Knaben-Seminar ist wegen Renitenz des Bischofs durch Oberpräsidial-Beschluß vom 1. October ab aufgehoben.
Muttchen, 28. Juli. Ueber die angeblich so zahlreichen Unfälle, welche das heiße Wetter unseren aus Frankreich rückkchrcuden Truppen bereitet haben soll, erwartet man unverzüglich eine authentische Aufklärung. Niemand wird für diese Unfälle verantwortlich gemacht werden können, aber man muß hoffen, daß alle irgend mögliche Sorgfalt von Seiten der Befehlshaber angewandt worden ist und daß die aus Pariser Blättern herrührenden Nachrichten sehr übertrieben sind. In einer Garnisonsstadt hat sich übrigens vor einigen Wochen bei Ucbungsmärschen ein überaus großer Procentsatz an Kranken ergeben, und wie man hört, bildet die Veranlassung dazu jetzt Gegenstand einer amtlichen Untersuchung. Durch rasches Einschreiten und unverzögertes Bckannt- geben der Untersuchungs-Resultate dient die Militärverwaltung sich selber am besten. Allerdings wäre es sehr schmerzlich, wenn eine Anzahl von Soldaten gerade im Augenblicke, wo sie nach jahrelanger Abwesenheit die Heimath Wiedersehen sollen, durch abwendbare Ursachen das Leben oder die Gesundheit verloren haben sollten. Einen sehr guten Eindruck hat dagegen die Bereitwilligkeit gemacht, womit in den Nachbarländern für die Erquickung unserer heimkehrenden Krieger gesorgt wird. Auch unsere pfälzischen Landsleute wollen sich darin nicht durch die freundnachbarlichen Badenser beschämen lassen, und Co- mitös und Sammlungen zu diesem Zwecke tauchen an verschiedenen Orten auf. In der Nachbarstadt Augsburg, welche den größten Theil ihrer Garnison aus Frankreich zurückerhält, wird man den Truppen einen besonders festlichen Empfang bereiten, wie denn gerade in dieser Stadt das Verhältniß zwischen Civil und Militär und besonders dem Officiercorps und der gebildeten Bürgerschaft schon seit langer Zeit ein besonders freundliches gewesen ist.
Metz, 31. Juli. Der Kronprinz von Sachsen ist auf Depeschen, die er aus Dresden erhielt, heute Morgen wieder abgereift. — Das Sachsen- Denkmal bei St. Privat wurde nm 10 Uhr cingeweiht.
Metz, 1. August. Bei der gestrigen Einweihung des Sachsen-Denkmals bei St. Privat verlas der hiesige Gouverneur Namens des Kronprinzen von Sacbscn eine Anrede, in Weicker unter Hinweis auf die bewicscne Tapferkeit der sächsischen Truppen der Hoffnung Ausdruck gegeben wird, daß die sächsische Armee bei einem etwaigen neuen Kriege ebenso treu zu Kaiser und Reich stehen werde.
Deulschtand.
Darmstadt, 29. Juli. Bekanntmachung, die Ausführung des Reichs- gcsetzes vom 14. Juni 1871 wegen Gewährung von Beihülfen an aus Frankreich ausgewicsene Deutsche betr. Von verschiedenen Großherzoglick Hessischen Staatsangehörigen, welche im Jahre 1871 ihre durch die Ausweisung aus Frankreich erlittenen Verluste zur Anmeldung gebracht haben, sind die ihnen zugegangencn Aufforderungen zum Nachweis ihrer Legitimation unbeantwortet gebli.ben, und hat deshalb die Zuweisung einer Beihülfe an dieselben nicht stattfinden können.
Nachdem die von der bisher bestandenen Commission zur Prüfung der Ansprüche aus Frankreich ausgewiesener Hessen unternommenen Versuche zur Ermittelung des dermaligcn Aufenthalts der betreffenden Personen nicht zum Ziele geführt haben, werden diejenigen Liquidanteu, welche ihre Ansprüche im Jahr 1871 angemeldet und bis jetzt keine Beihülfe empfangen haben, hierdurch nochmals aufgefordcrt, die verlangten Nachweise bis spätestens den 31. August l. I. bei' uns einzureichen, widrigenfalls Verzicht auf die erhobenen Ansprüche unterstellt werden wird.
Großherzogliches Ministerium des Großherzoglichen Hauses und des Aenßern.
1. Angust. Eine Versammlung von dem Verbände anzchörcn- 'reichte "den höchsten und der arme Christns, "der sich gezwungen sah,
lden Buchdrucker - Gehülfcn wurde, weil nicht angcmeldet, polizeilich aufgelöst Tie Principale lehnten eine vom Präsidenten Härtel angetragene Vermitt-
bahnamts noch nachträglich zu rechtfertigen, hört man jetzt allerwärts von Eisenbahn-Unfällen, die in dieser Fülle dock schwerlich dem unverantwortlichen Zufall zugeschiüben werden können. Nach Mittheilungen Sachverständiger rächt sich gegenwärtig das während des Krieges vielfach unterlassene gehörige Nachanschaffen und Nepariren der Transportmittel, und da die Ueberanspannung des Materials auf einem sehr großen Gebiete die gleiche war, ist cs leicht erklärlich, daß wir fast gleichzeitig von dem Zusammenbrechen und Steckenbleiben von Maschinen und Waggons und dadurch veranlaßten Unfällen hören. Nach denselben Quellen hat allerdings auch die gesteigerte Fahrgeschwindigkeit, der ein Theil des in Deutschland verwendeten Bahnmaterials nicht gewachsen scheint, an den Betriebsstörungen Schuld, obgleich unsere Fahrmaxima keines- — ................. ,.....
wegs an die in England gebräuchlichen heranreichen. Das mit diesem Gegen- de Bouillö, ist seiner Stelle enthoben worden, stände eng zusammenhängende Gesetz über die Entschädigungspflicht bei Unfällen hat merkwürdiger Weise noch wenig praktische Anwendung gefunden, ohne daß! o . . -
anzunehmen ist, die Fälle, wo das Publikum sich darauf gegen die Bahnver-i Nom, 31. Jult. Italien war früher das classffche Land der Zunder, waltnngen berufen konnte, seien so selten gewesen. Vielleicht gewinnt dasselbe wo jede Stadt und jedes Dors sein eigenes Mirakel hatte. Seitdem die gott- einen größeren Einfluß — und seine entsprechende Wirksamkeit würde cnlschie- lose Revolution in's Land gezogen ist und das Unterste zu oberst gekehrt hat, den dazu dienen, die Reisenden mit größerer Sicherheit zu umgeben —, wenn ist diese aus so vielen Quellen und Quellchen strömende Wunderkraft verstecht nach den Vorschlägen neuerer angesehener Juristen die Civiljury auch bei uns!bis auf das periodische Mirakel des heil. Januarius und vereinzelte blinzelnde eingesührt und namentlich bei Entschädigungsklagen zur Anwendung gtbracht^ Madonnenbilder. Es wäre indeß merkwürdig, wenn das phantasicrelche Land
~ ‘ ~ e < -«■ tion augenblicklich anderwärts grassirenden Wundersucht ganz frei bliebe.
Ein Fall wird auch wirklich von Cavarzere im Venetiauischen gemeldet; doch scheint auch die Freiheit dcr Mirakel in dem von den Liberalen geknechteten Lande ein leeres Wort zu sein, da die Polizei sich hineiugemengt hat. Doch lassen wir „Fanfulla" erzählen: „Papst Sixtus hat einen modernen Nachfolger seines Mißtrauens gegen Zeichen und Wunder gefunden, und zwar in der Person des Präfecten Mayr. Es gibt zu Cavarzere einen Christus, welcher sich erlaubte, sein Haupt zu erheben und zu senken, indem cr die ihm vom beantworten haben ' ' ’ " Bildhauer angewiesene Stellung verließ. Wohl verstanden, daß dies Auflehnen
DrcSdett 1 Auanst H Uhr Vo^m. Von Pillnitz ist folgendes Bulletin'gegen die Gesetze seiner hölzernen Natur nichts ist als der Traum eines jungen tinßcflnnqen: Der König Hai ziemlich flut geschlafen, sein Befinden ist zn-^ Mädchens, dem ter Knst^ zu trinken gegeben hatte. Alles schri° Mimk-l! • • - 0 1 ö Cavarzere wurde im Nu das Ziel endlolcr Pllgerzuge. Der Fanatismus er-
ihtiS »tetteijührig 1 & 13 ft. : i BrKrzeriohn. Durch di« Ml öHvgen vierteljährig 1 p. 29 fr.
ErZcheirrt täglich, vrir nähme Sonntagr.
Expedition: Eanzietder-^.
Lit. B. Nr. 1.


