Preis vierteljährig 1 ft 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Vost bezogen vierteljährig 1 fl. 29 fr.
Oießtmr Aiyciger.
Erscheint täglich, mit Ausnahme DonntagS.
Erpedttton: Lanz leib er-, ßit B. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Kressen.
77. Dicnstag den 1. April.
Einladung Mm Abonnement
auf den
Gietzener Anzeiger
Derselbe erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags, unv kostet fiir die Abonnenten in der Stadt Gießen vierteljährlich 1 ^Den 'seitherige" Ab^nenttn^'de^Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, das Blatt auch im II. Quartal 1873 zusenden und den Abonnementsbctrag durch Quittung erheben lassen.
Diejenigen, welche den Anzeiger Abends bei der Erpedition abbolen lassen, erhalten denselben zu 1 fi. pro Quartal.
Mr alle außerhalb Gießen wohnenden Abonnenten beträgt der vierteljährige Abonnementspreis 1 fl- 29 tr. incl. Postaufschlags. Dieselben können nur bei der Post oder den Landpostboten abonniren. — Damit wir nun in den Stand gesetzt sind, die Auflage des Blattes bestimmen zu können, ersuchen wir Alle, welche auf den Gießener Anzeiger abonniren wollen, dies sofort bet der ihnen zunächst telegenen Postanstalt oder den Landpostboten zu thun, da wir uns sonst nicht verbindlich machen können, vollständige S^mplare zu liefern •’ 9 T Die vtcvdctiOit-
Amtlich er Theis.
Unterrichts -Cursus im Wiesenbau
an der Ackerbauschule des landwirlhschastlichen Vereins für Oberhessn zu Friedberg.
Nachdem der Vereinskulturtechniker, 5^err Wiesenbaumeister G reb, seinen ständigen Wohnsitz in Friedberg genommen, ist die Verbindung einer Wieseubauschule mit der hiesigen Ackerbauschule beabsichtigt und hat der Ausschuß des landwirthschastlichen Vereins für Oberhesseu m seiner Sitzung EJÄs““« “ 3. Äti?b« UntÄnden zur Abhaltung eines Unterrichtscursus im Wiesenbaufache bereits für das laufende Jahr die forderlichen Geldmittel Bwahrt.^ , ausgegangen worden, daß an Technikern fraglicher Kategorie dermalen hauptsächlich Mangel herrscht und der Lereinswttsenbaumeister zur Bewältigung der sich fortwährend vermehrenden Aufträge zur Ausstellung und Ausführung von Culturplanen nur dann im Stande tik wenn ibm demnächst eine entsprechende Zahl von Gehülfen und Wiesenbauaussehern zur Seite steht. .
(1t, wenn chm demnächst J beginnen und bis zum 21. Juni d. I. dauern. Er umfaßt: Deutsch, Schönschreiben technisches Rechn n,
Geometrie Botanik, Feldmeßkunst, Nivelliren, Plauzeichnen, Ausstellung von Cnlturplänen und Kostenüberschlagen, Theorie des Wiesenbaues, der Dramage ic, verbunden mit Demonstrationen und praktischen Uebnngen bei den in Ausführung begriffenen Mel,orat,°nsaulage„. finb iln,ac pfUte
Der Unterricht ist unentgeldlich und wird von dem Wiesenbaumelster und von Lehrern der Ackerbauschule ertheilt. Aufnahmefähig sind junge ^eut. welche cilw Ackerbauschule besucht, angehende Geometer, Vauaspiranten, solche die bereits einige Kenntnisse im Wiesenbau haben und sich diesem 6«ch widmen wollen.
Eine entsprechende Anzahl der Theilnebmer wird voraussichtlich alsbald nach Absolvirung des Unterrichtscursus als Gehülfen des Wiesenbaume ft beriehunasweise als Wiescubauausseher je nach Befähigung gegen entsprechende Vergütung, bei den in allen Theilen der Provinz rn drr Ausführung begriffe Melioratlons-'Unternehmungen Verwendung finden und ist denselben hierbei volle Gelegenheit zu ihrer Ausbildung als selbstständige ^chmker gegeben.
Aume^ngen haben Ih'.nlichst bald längstens bis zum 7. April d. I. unter Vorlage eines Führungsattestes, etwaiger Zeugnisse über Schulbesuch, Prüfungen rc. bei dem unterzeichneten Curatorium zu erfolgen, das zu jeder weiteren Auskunft gerne bereit ist-
Friedberg, den <2O.$ Marz^,^- Ackerbauschule des landwirthschastlichen Vereins für die Provinz Oberhessen zu Friedberg.
Trapp, Negierungsrath. Lind eck, Nentamtmann. Haas, Kreis - Assessor.
PoliN sch er Theis.
Deuifd)fanh.
Organisation theilzunehmen.
Berlin, 29. März. Mit der Vorlage wegen Erhöhung der Tabaksteuer an den Reichstag scheint cs noch gute Weile zu habeu. Weuigstens schreibt
unmöglich. Neuerdings wenden sich die im römischen Rechte erzogenen Jünger der Rechtswissenschaft mehr und mehr von diesen legislativen Ausgeburten ab; unser oberstes Gericht hat seither in vereinzelten Entscheidungen zur Erhaltung dieser ehrwürdigen Trümmer einer glücklich überwundenen Legislaturperiode einiges bcigetragen, doch sind schon Fälle vorgekommen, daß auch ihm die Existenz dieser in Archiven und Registraturen vergrabenen Particularrcchte entgangen ist. Selbst das Oberhandelsgericht hat sich mit ihnen beschäftigt, ohne große Lust zu bezeigen, diese allgemeine Zerfahrenheit der bürgerlichen Gesetzgebung zu verewigen. Tie veränderte politische und Gerichtsverfassung macht die Anwendung der veralteten Landrechte noch schwieriger, die wichtigsten Fragen für den öffentlichen Credit wurden theilweije erst in den vorletzten Jahrzehnten ber unseren oberen Gerichten — völlig abweichend — entschieden. Die Denkschrift wird hoffentlich ihren Zweck erreichen und der Herstellung der deutschen Rechts- einhcit nützen. Der Auwaltverein hat übrigens schon früher eine Commission eingesetzt zur Sammlung von Materialien für Bekämpfung der unglücklichen Leonhard'scben Licblingsidee einer Beseitigung resp. Beschränkung der Appellation, er hofft auch hiermit dem Rechte und der nationalen ^>ache einen Dienst zu erweiseu. • ($•
Darmstadt, 31. März. Die „Darmst. Ztg." meldet, daß Minister Kcmpff nach Berlin abgcreist ist, um an den Conferenzen über die Gerichts-
Darmstadt, 28. März. Der Finanzausschuß zweiter Kammer hat sich mit den Ministerien des Innern und der Justiz recht leidlich auseinandergcjetzt, beide Ministerien waren entgegenkommend. Leider läßt sich dies vom Finanz- ministcrium liicht sagen, in welches die Liift der neuen Aera noch nicht gedrungen zu sein scheint. Man verhält sich hier ganz wie unter Dalwigk kühl abwehrend, die Volksvertretung ist der letzte Factor, mit welchem man zu rcch- uen hat. In nächster Woche werden die Verhandlungen über einige der heikelsten Fragen wie die verhaßte aber sehr einträgliche Weinstcuer beginnen. — Die evangelische Landcssynode ist bereits wieder auseinander gegangen, nachdem sie eine Commission zur Vorbereitung der Arbeiten eingesetzt hat. Es herrschte, wie namentlich die Wahlen zu dieser Commission bewiesen haben, aus allen Selten eine entgegenkonimende und versöhnliche Gesinnung, so daß die Hoffnung auf eine gütliche Verständigung sehr gewachsen ist. Die Friedbeigcr Conferenz (gemäßigt Gläubige) hat die Majorität. - Der Darmstädter Anwaltverem hat im Interesse der Herstellung der deutschen Rechtseinheit eure Eingabe an den Reichstag gerichtet, worin er den überaus uncrguicklichen Richtszustand im Großherzogthum Hesseu näher schildert, um die Rothwcndigkcit baldiger Herstellung eines codificirtcn deutschen Privatrcchts zu beweiscu. In der Provlnz Starkenburg allein gelten sechs verschiedene Laudrechte, vom gemeinen Rechte und einzelnen Stadtrcchten und localen Verordnungen abgeschcn. In der Pro- vinz Obnhcffcn ist der Zustand ein wo n>d) ”c2"Vnf TCrhcV®cIn,n"üi'bTJfe“'Wateri'e stets'gut° ünt«richtett Berliner Korrespondent der ede« städtssche ®cmetiin>e|eii seinen eigenen „Stadtbrauch hat- DerGettungs rer noer oie>e 2icater,e t « Commission des Bundesrathes, welcher bezirk dieser einzelnen Stadt- und Landrechte ist »och dazu haustg augezwe.se, t, .Magdeb. Ztg. . Der Be chluß der Conn^o, o » Y ihr Berstäudmß meist sehr schwierig, eine wissenschastliche Jnterpretatwn ganz die Erhöhung der Tabaksteuer im Prme.p verwirft, hat mcht verfeyit,


