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(953)
27. Januar.
Beerdigte.
afle Brrgwerks-Objecte, Fabriken, Concessionen um 12*/, Millionen
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Holzyei
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Drachmen.
Amerika.
Das Repräsentantenhaus hat die Verfügung
nach ist anrunehmen, daß eine «u-stelluog deutscher Kunstwerke auf der Wiener Weltausstellung ßattfioden wird.
Berlin, 27. F.br- Der „Retch-anzeiger" veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung vom 24. Februar, durch welche Absatz 2 veS Art. 28 der Reichsver- faffung aufgehoben wird, welcher bestimmt, daß bet der Beschlußfassung über eine Angelegenheit, welche nicht dem ganzen Reiche gemeinfchaftlich ist, nur die Stimmen derjenigen Mitglieder gezählt werden, welche in jenen Bundesstaaten gewählt stad, für welche die betreffende Angelegenheit eine gemeinschaftliche ist.
Berlin, 27. Febr. In dem parlamentarischen FestuugSkriege gegen die vorgeschobene Kirchenbastion wird heute die Parallele eröffnet. Es ist kaum zu erwarten, daß die Belagerten die feindlichen Arbeiten werden ungestört vollenden lassen, wir werden uns daher auf ein heftige- Bombardement aus den schweren Positton-geschützen gefaßt machen müssen. Die Ultramontanen, die in letzter Zeit sich tn die Defensive zurückgezogen, scheinen nunmehr den Angriff wieder ausaeh- men zu «ollen, die bischöflichen Fastcnbriefe werden sicherlich ihre Wirkung nicht verfehlen. Die Tribüne wird da- laute Echo der bischöflichen SchmerzenSrufe abgeben. Hat es doch kein geringerer Deutscher Kirchenfürst, als der sonst so milde Breslauer Förster, laut in die Welt hineinverkündet, daß die jetzt im Deut- schen Reiche begonnene Katholtkenverfolgung grausamer sei, al- die Ehrtstenmas- sacres zur Zeit der Römischen Kaiser. Unter sothaueu Umständen ist es daher nicht zu verwundern, wenn der Bayerische „volksfreund" in einem Artikel, der die Ueberschrift „Katholisch oder Preußisch' trägt, sich folgendermaßen ausspricht: Ein Reich, das solche Wege wandelt und mit den autichristltchen Bestrebungen de- liberalen Fretmaurerthums sich förmlich tdentificirt, setzt sich in directeu Gegensatz zur Kirche, deren Lehren und Institutionen und macht es den Katholiken unmöglich, mit ihm irgendwie zu sympathisiren. Diese können nur protesttren, Vulven und hoffen — die Zwecke des Reiches aber, wie man sie heute tn Berlin versteht, fördern und zu deren Erreichung etwas beitragen, da- können die Katholiken nicht, hieße die- doch am katholischen Glauben zum Derräther werden." Die Sprache ist wenigstens offen und läßt keine Mißdeutungen zu. Doch kann nicht verschwiegen werden, daß die Preußischen Kircheugesetze auf demselben Grundgedanken wie die Bayerischen beruhen. Allein die Taktik jener Bayerischen ultra- montanen Blätter läuft ja auf nicht- Andere- hinaus, als durch Vorspiegelung falscher Thatsachm den Preußenhaß in Bayern bi- in die Unendlichkeit au-zu»
Aus Madrid wird dem „Soft" gemeldet:
Ungeachtet der Anstrengungen der achtbarsten Republikaner haben sich entsetzliche Dinge in Montilla zugctragen:
Die Grundbücher wurden verbrannt, ebenso mehrere Häuser, welche Ge- meinderäthen gehörten; acht Personen, sämmtlich wohlbekannt und geachtet, wurden ermordet.
Ei« Brief an die allerdings alsovsisttsche „Epoca" fügt hinzu, daß eine» der Opfer, ein reicher Grundbesitzer von Montilla, schauderhaft verstümmelt wurde; ein Körper wurde mit einem Messer ausgeschnitten und am Ende eines am Fen- ster seines verbrannten Hause- befestigten Stricke- aufgehängt.
Diese Schilderungen werden von den Madrider Blättern der verschiedensten Farben reproducirt.
Aber nicht allein tn Montilla haben sich so beklagen-werthe Th atsacheo zugetragen, welche da- nur bekräftigen, was wir seit dem ersten Tage gesagt haben — daß nämlich die Republik keine schlimmeren Folgen habe, al- jene Elenden, die sich ihres Namens bedienen, um verbrechrrtsche Triebe zu befriedige«. Auch in Lere- haben Unordnungen stattgefundeu und der General-Eapitän von Andalusien, Merelo, mußte eine Depesche au seinen Gouverneur adsenden, wort« er ihm anbefahl, mit der unerbittlichsten Strenge gegen diejenigen zu verfahre«, welche durch ihre Verbrechen die Republik schänden.
Cadix, 17. Febr. Hier im Hafen liegt der Mörder der Northfleet; wie verlautet, möchten die spanischen Gerichte in ganz albernem, falsch gerichte- tetem Rationgefühl deu schuldigen Eapitän des Murillo fretsprechen. Schon vor der Festnehmung desselben hat man versucht, die Sache ganz zu vertuschen; nur veu. energischen Bemühungen de- englischen ConsulS ist es gelungen, die Verhaftung durchzusetzen, und die englische Regierung wird auch ferner darauf dringen, daß die Untersuchung zu Ende geführt wird. Au der Schuld selbst ist kein Zweifel mehr; abgesehen von den Aussagen der Mannschaft, die völlig überführend find, hat man an de« Vordertheile des Dampfer noch Spuren der schwarzen Farbe bemerkt, mit welcher der Northfleet bestrichen war; sonst freilich durchau- keine Beschädigung — ein merkwürdiger Umstand, der nur so zu erklären scheint, baß der Murillo ein starkgebaute-, eisernes, neues Schiff ist, die Northfleet aber von Holz und schon altersschwach war.
glieder außer James Brook abgrlehnt. — Der Untersuchungsausschuß des Senats empfiehlt die Au-stoßung Patterson'- als Mitschuldigen an der Korruption. — Eine Feuersbrunst in New-Orleans zerstörte 6 Stadtviertel und machte 200 Familien obdachlos.
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England.
Plymouth, 27. Febr. Hier eingetroffene Nachrichten melden die Zerstörung von San Vincente« (San Salvador) durch Erdbeben. — Zu Cardiff im Westtheile des Taffthales in SüdwaltS hörte der Strike der Eiseuarbeiter auf; dieselbe« nahmen die ihnen gestellten Bedingungen an.
Griechenland.
Athen, 27. Febr., Abends. Officiell wirb gemeldet: Die Laurion-Frage ist beigelegt. Voraussehend, daß seine ungerechtfertigten Ansprüche schließlich
dehnen.
Aus Bayern, 26. Febr. Gestern noch preßte der angebliche Sieg der Pickelhaube über den Raupenhelm dem „Vaterland" folgrnde Krokodtl-thränen aus- Wir haben niemals auf Menschen gebaut, in nichts von den Menschen etwas erwartet; unsere einzige Hoffnung ist Gott und seine Barmherzigkeit, welche unser armes Bayern durch die Preußen züchtigen, aber nicht untergehen lassen kann. Unser arme« Bayern, sagen wir, das kann «'S den Fessel« wieder erlöst werden, in die es die Preußen in und außer «nserm liebe« bayerischen Baterlande ge. schlagen haben. Hat nicht auch Israel seine babylonische Gefangenschaft durch- gemacht und durch 70 Jahre geweint an de« Ströme« BsbylonS und sich zurück- gelehnt nach der verlornen Freiheit, und ist wieder befreit worden von setuen Dräuger« und Bedrückern? Krone« brechen heute wie Töpfergeschirr, Throne gehen verloren über Rächt, aber die Völker brechen nicht und gehen nicht verlo. ren die Völker leben, lebe« u«d hoffen; es gi.bt Etwa«, was stärker ist als die Preußen Hoffen wir auf Gott und die Zukunft!" Heute jubtlirt Sigl, daß die preußische Uniform für die bayerische Armee noch nicht decretirt ist; er versichert jetzt steif und fest, eS werde gewiß auch nie geschehen (übrigen- kann man ja auf Menschen nicht bauen), und vo» KriegSministerium sei nur eine Sende- rung der Gradabzeiche« im lediglich militärischen Interesse in- Auge gefaßt. — Die Reuest. Nachr." erfahren: Um einem schreienden Bedürfnisse abzuhelsen, wird "mit nächste» Quartal beginnend eine neue ultramontane Zeitung unter dem Protektorate de« Grafen Arco erscheinen. Die „Postzeitung" soll über die Eon- currenz sehr erfreut sei« und da- „Vaterland" schon den Geifer sammeln, um den neue» Kampfgenossen zu begrüßen. — In Nürnberg habe» die Socialdemo- krate» einen Protest gegen die „Tabakssteuer" in Scene gesetzt. Der Reichstags- »hgeordnete Bebel ist beauftragt worden, denselben zur Kenutntß de« Reichstags »u bringen. — Zu dem Leichenbegängniß de« Generals von Hartmann tn Würz- dura ist bayertscherseits Prinz Luitpold abgeordnet, von Seite« des Kaiser- General Kamecke, der Adjutant GrafMoltke's und der Milttärattachöe in München von Stülpnagel. — Erzbischof vo« Deinlei« hat auch eine« Fastenhirtenbries vom Stapel gelassen, tn welchem er die Gläubige« vor alle« Dingen für de« Pabst zu beten anffordert, und nicht zu ermüden in Liebesgabe« für da- theurrste Kirchenoberhaupt, und dann zu beten für die Erleuchtung de- König- Ludwig. Für Kaiser und Reich hat der Rosenkranz natürlich kein Vaterunser übrig. — 3« Folge der Beanstandung der fromme» Gtefinger Lotterie, der bekanntlich auf einmal da- Trum au-gegangrn ist, hat die oberbayerische Krei-regterung die Weisung erlassen, daß die Gewinnste bi- auf Weitere- nicht au-bezahlt werden dür- ftn __ Dem Dr. Julius Fröbel war mehrfach infiuutrt worden, der „Sübd. Pr." sei durch da» Bankhaus I. v. Hirsch und Baron v. Eichthal für redaktionelle Parteinahme für die Linie Eisenstein Geld angebote» worben. Fröbel erklärt jetzt die Angabe für unrichtig. ,
Stuttgart, 28. Febr. Bulletin über da- Befinden der Königin. Mutter: Nacht über Erwarten gut, einige Stunde« Schlaf.
Frankreich.
Paris, 28. Febr. Die „Agence Havas" meldet, daß die Gemahlin des Marschalls Serrano mit Familie in Bayonne angekommen ist; General Caballero de Roda traf, von Barcelona kommend, in Lette ei« und reiste nach Pari- weiter.
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Auszug aus Örn Kirchenbüchern der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Getaufte.
Den 23. Februar. Dem Taglöhner, Heinrich Lipp aus Zeilbach, KreiS Grünberg, ein Sohn, Wilhelm Heinrich Jakob Georg, geboren den 28. Januar.
Denselben. Dem Bürger und Dienstmann, Karl Heil, eine Tochter, Frida Karoline Marie Wilhelmine Elisabeth, geboren den 6. Februar.
Denselben. Dem Bürger und Schuhmachermeister, Justus Benner, eine Tochter, Margarethe, geboren den 20. Januar.
Denselben. Dem Bürger und Clubdiener, Jacob Laudon, eine Tochter, Auguste Henriette Elisabeth, geboren den 20. Januar.
Denselben. Dem Bürger und Schrcinermeister, Karl Kratzenberger, ein Sohn, Wilhelm Konrad Hermann, geboren den 3. Februar.
Denselben. Dem Arbeiter, Johannes Becker auö Garbenteich, cm Sohn, Johann Peter Martin, geboren den 29. Januar. t ,
Denselben. Dem Diätar an der Main-Weser-Bahn dahier, Johannes Wallenfels, ein Sohn, Ludwig Ernst Wilhelm, geboren den 23. Januar.
Denselben. Dem Bahnarbeiter an der Cöln-Gießener Bahn dahier, Johannes Horrmann aus Mainzlar, eine Tochter, Margarethe, geboren den 18. Januar.
Denselben. Dem Expcditionsgehülfen an der Cöln- Gießener Bahn dahier, Georg Frank, ein Sohn, Christian August Emil Karl Matthias, geboren den 19. Januar.
Den 28. Februar. Dem Schaffner an der Cöln-Gießener Bahn dahier, Adolf Simon aus Obernheim, ein Sohn, Adolf Ludwig Friedrich, geboren den
scheitern müßten, verkaufte Serpieri an den mit der Regierung im Einvernehmen handelnden Banquier Syagros und an die ottomantsche Bank von Constantinopel Eisenbahnen, sowie alle noch schwebenden Mineu-
Washillgton, 28. Febr.
eine- Tadetsvotnms in der Angelegenheit des Credit Mobilier gegen andere Mit-
Spanien.
Madrid 25. Febr. Der .Libertä" in Pari- wird unter'm Heutigen von St Iran de Luz telegrophirt, daß in Bilbao und Pampeluna vollständige Panik herrsche. Man erwartet täglich, daß diese beiden Städte in die Hande der Car- listen fallen. Die Regierung hat in größter Eile Truppen nach Pampeluna
Wittib, 27. Febr. Die Ordnung ist vollständig in Madrid, Barcelona und alle« Provinzen mit Au-nahme derjenigen Punkte, wo rarlistische Banden Criftiren. — Die Marschälle Serrano und Concha, sowie fast alle '» Madrid ihr.« Sitz habenden Generäle haben feierlich versprochen, der Republik ihre Dienste zu weihen.
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Den 21. Februar. Karl Christian Heinrich Heyland, Taglöhner dahier, alt 48 I. 15 T-, gestorben den 18. Februar.
Den 22. Februar. Friedrich Weber, Grotzherzoglicher HofgerichtSdtrector und Geheimerath, alt 69 I. 5 M- 26 T-, gestorben den 20. Februar-
Denselben-' Johannes Kaiser aus Lauterbach, alt 53 I., gestorben den 20. Februar.
der evangelischen Gemeinde zu Gießen.
Gottesdienst.
A«, 2 Mär, ( Morgens: Pfarrassistent Walz.
Am Marz- Nachmittags: Pfarrer Landmann.
(Künftigen Sonntag, den 9. März: Feier des heiligen Abendmahls.)
Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 2. bis 8. März 1873 besorgt Pfarrer Dr. Seel-


