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Samstag dm 1. März.

Nr. »I

2 Kilo gemischtes Brod 20 kr.

Gießen, am 28. Februar 1873.

Betreffend: Das Ersatz-Geschäft für 1873

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Zucker Raffinade, pfen Dortm.

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PreiS vierteljährig 1 fl. 12 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 kr.

9°IUniVnTüc Gesetze-vorlage schafft also rccht ein österreichische« Staat.bstrger- recht, und stellt auf diese Weise die Cisleithanische ReichShalfte politisch der TranS- leitdanisch^n gleich. Daß die Föderalisten in Böhmen, daß die Pokn und Ita­liener diesen Entwurf mit scheelen Augen ansehen, ist begreiflich; daß ins­besondere die czechische Feudal - Aristokratie alle ihr zu Gebote stehenden Mittel anwendet, um sein Zustandekommen zu Hintertreiben, kann nicht verwundern. Aber eben so ausgemacht ist es, daß das jetzige Ministerium es nicht an Energie fehlen lassen wird, u« dieser Vorlage Gesetzeskraft zu verschaffen. Du Existenz desselben ist an das Schicksal der Regierungsvorlage innig g-knupft. eo jchwer auch die österreichischen Verhältnisse für einen Auswärtigen zu beurtheilen sein mögen, so kann doch so viel als ziemlich sicher angenommen werden daß das beste Mittel, frondirende Parteien zu beruhigen, in einer gewissen Rucksichtvlosig- keit gefunden ist, mit der die StaatSregierung ihre Absichten auSzuführen sucht. Dreist und gottesfürchtig", pfl-gt der deutsche Reichitanjler zu sagen.

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in Deutschland, Vortheil unge- im Jahre 1872 6t, inttm der hlr. betrug, die g X) Thlr. hinter :t btu Theilha- itnbe, deren seit find.

die Versicherten

Brodpreise vom 1. bis 7. März 1873,

nach eiaener Erklärunq der Bäcker:

t Kilo gemischtes Brod 10 fr. 2 Kilo Roggenbrod: eiste Sorte 17-fr-, zweite Sorte 15 kr.

6,500000 , leit:

Erscheint täglich, mit Aus­nahme Sonntags.

Ervedttion: Canzleiberg, Lit. B. Nr. 1.

8430000 Thlr- 9*385000 3 570000 1 430000

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Deutschland.

Berlm- 26. Febr. Die Special-Untersuchung-'Commission ist, wie die Spen. 3tg.N hört, am Dienstag 5i/2 Uhr zum ersten Male zusamanngetreten; vir Nachricht, daß die erste Conserenz bereits am Sonnabend stattgefundrn Habe, war also unrichtig. Die Sitzungen werden im Gebäude des Staatsmimstenum- obgchalten. Zum Protokollführer ist der Gerichtsaffessor Dr. Kugler ernannt. Die Commission wird sich ihre Geschäftsordnung selbst entwerfen.

Wie dieN. Ztg." hört, ist auf die letzte kategorische Erklärung der deutschen Central-Commiision für die Wiener Weltausstellung an den Genera - Direktor der AuSstellsng, Baron Schwarz-Sennborn, dahin gehend, d-.ß die deutsche Kunst auf der Wiener Weltausstellung nicht vertreten sein ®er«, wenn Deutschland bei Verteilung des Ausstellung-- Raumes a cht der me-stbegunsttg en Nctton gleich bedacht sei, von Wien aus noch immer kein. zustim°.eno. E.k ä- rung eingetroffen, obgleich eine solche schon am 17. Febr. gefordert war. £>ur-

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jedoch nach wie vor bestehen. So wählen der Großgrundbesitz, du Städte und Märkte, die Handels- und Gcwerbekamwern, die Landgemeinden, die getrennten Körperschaften die ihnen gesetzlich zugemessene Zahl ihrer Vertreter in den Gesammt- reichsrath. Es bleibt allo das Classenwahlsystem aufrecht erhalten. Wu wogen von unserem Standpunkte aus dieses verwickelte Wahlgeschast nicht sonderlich günstig beurtheilen, immerhin bedeutet es für Oesterreich einen großen Fortschettt. Aber noch ein anderer Umstand fällt schwer iu's Gewicht zu Gunsten dieser neuen Wahlreform. Wenn nämlich die ReichStagsabgeordueten nicht mehr au« dru Mit­gliedern der einzelnen Landtage hervorzugehen brauchen, dann ist das pa stve Wahlrecht eo ipso auf Gesammt- Oesterreich auSgedeht und *in Wahlbezirk »n Tyrol beispielshalber wird sich seine Vertreter aus Linz oder Wien verschreiben können. Wenigstens scheint dies implicite in dem WahlreforM'Gesetzentwurf ent-

Schaesfle-Hohenwart zu Grunde. ,

Das jetzt amtirende Cabinet hat vor Allem da« große Verdunst, daß es energisch den StautSgedanken des Kaiserreichs Oesterreich wiederaufnahm und ibn durckruführrn bemüht war. Bet diesem Bestreben konnten sich d" leitenden eLemdnner nicht verhehlen, daß, s° lange d°« bi« jetzt bestehende Wahlrech e,. j» die Reconstruction de« CiSleithanischen Reiches sich zu einer

wahrenSvstphu-.Srbeit gesta.on muffe. So lange nämlich jeder Landtag dir.e, aus feiner Mitte die auf das betreffende Kronland fallende Zchl von Reichstags- . . , _ i-Lf| xg ig unvermeidlich, daß alle Vertreter der Kronlander

im°Rtich«a.h7gewi'ffermatzen nur die der Landtag-Majoritäten au«machen wussem Da« sogenannte Rothwahlgesetz konnte allerdings unter ll-^ff-n Umstanden tu

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Die Wahlreform in Oesterreich.

Seit vielen Wochen ist die gesawmte österreichische Presse mit der Wahl- reform beschäftigt. Durch zahllose Artikel wird die öffentliche Meinung in fort- dauernder, gespannter Erregung für diese Frage erhalten; denn es handelt sich hierbei für Cisleithauien um nichts mehr und nichts weniger, als um eine 1vurch. greifende Verfassungsänderung. Seit dem berühmten Ausgleiche mit Ungarn, Über dessen Zukunft noch keineswegs die Acten endgilttg geschlossen sind, hatder Nationalitätenstreit in Oesterreich Dimensionen angenommen, der mehr als einmal den Bestand des Reiches gefährdete. Die verschiedensten, zum Theil gejagtesten Experimente find an dem armen österreichischen StaatSkorper angestellt worden> , am schlimmsten wirkte jene« haltlose Hin- und Hertappen des Mtmster.vm» Hohen, wort. Der Fehler lag nach dem Urtheile aller Sachkundigen rn dem Bestreben, das Unmögliche möglich zu machen, das beißt, bas Föderativsyßem durchzu- führen. Gegen Viesen politischen Wahnwitz, die Länder der Wenzel-krone in der- seiden Weise au« dem Reich«»erbande herauSzuschaien, wie die der Stephan - frone, mutzte ff» begreifllcherwiise die deutsche und polnische Bevölkerung de« Kaiserstaate- empören. Und die Autonomie aller der verschiedenen, den Kaiser- Saal usammensetzenden Nationalitäten vollständig durch,ufuhren, waren scktst

die Erfind-r de« wahren Oesterreicherthum« doch nicht energisch, oder wenn m-n will- einstcht«l°« genug. In ihrem inneren Widerspruch ging die Aera Jtrez

r,wa« £>iöfe«. ,u< bl,f ,nt(ofen Zwickmühle herau-fommen.

Da« jetzige Cabinet glaubt die Losung diese« Problem« in den f»6na"'* bincten RetchstagSwahlen geft-7.den zu hahev. Nur Hute «an sich unt ' direkten Wahlrecht das in unserem deutschen Daterlandc einftefuhrte 0 nichtS^ver^^^ deS^ZwifthengltedeS ,^7ndtag." Nachdem

1 ÄN die GrossheyogUchkn Bnrgrrmeistcrcien.

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Gros, Kreis assessor- _________

Gießen, am 26. Februar 1873.

«Betreffenb: Das Landgestüt, nunmehr die Untersuchung der als Beschäler zu benutzenden Hengste non ^tperfomn ^ür 1873.

Das Großherzogllche Kretsamt Gießen

an die Großherzoglichcn Bürqermeistcrcien.

Indem wir Sie benachrichtigen, daß der iiiitersuchte Privathengstder PAt^Gebrnder P^uth ,ii Londorfgarte Semmel^Jah^a. ^um Uesem Heng'z Rnk«Lere^HenA?°°1t PriPalpers°nen°r'iim Bedecken von Stuten für -873 verwendet und daß die Eigenthümer anderer Hengste, die die­selben zum Bedecken benutzen sollten, uns zur Anzeige gebracht werden. - ö b e r.

1873.