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ausgeschlossen ist, daß sich seine Leiden mit der Zett bessern. Vorläufig aber be-l Ordensverleihungen zu Gunsten der Dectheidiger der Festung ans Herz zu legen; kommt der beurlaubte Reserveoffizier gar nichts, obwohl er thatsächlich durch seine nach der Ansicht des Untersuchungsraths hätte er diese Anträge ebenso gut aus

.Lied wird That, früh oder spat!"

Deutschland einschicken können, wohin er sich hatte begeben sollen, um das LooS seiner Offiziere und Soldaten zu theilen. Man wirft dem General U-rich ferner

Verwundungen für jetzt und wahrscheinlich für immer unfähig ge-vorden ist, auf seinem Gute die frühere Thättgkeit wieder auszunehmen. Darin liegt eine Härte,

die einer Abhilfe bedarf.

Köln, 23. Jan. Clerikale Blätter veröffentlichen die Denkschrift über die katholischen Anschauungen in Betreff des UnsehlbarkeitSdozmas, welche dem ge­meinschaftlichen Schreiben der preußischen Bischöfe an den Kaiser vom 7. Sep­tember beigegeben war. Auf die in voriger Woche mitgetheilte abweisende Ant­wort, welche der Kultusminister unterm 25. November im Auftrag des Kaisers dem Erzbischof von Köln zugchen ließ, hat nun der Erzbischof am 30. December eine Erwiderung an den Minister v. Mühler abgesandt. Beide Schriftstücke ent­ziehen sich wegen ihres Umfangs der ausführlichen Wiedergabe in diesem Blatte; auch enthalten sie durchaus nichts, was nicht schon in den übrigen auf die kirch­liche Frage bekannt gewordenen Acten erörtert wäre. Wr beschränken uns daher bezüglich des letzterwähnten Schreibens auf folgende kurze Andeutung. Der Erz­bischof hält die Auffassung des Ministers weder für begründet noch für berechtigt. Er sagt am Schluß:Nur der Kirche selbst steht er zu, den Inhalt und Um­fang ihrer Glaubenslehre festzuftellen und darüber zu urrbeilen, wer Mitglied der Kirche ist oder nicht. Nur sie hat verfassungsmäßig die B^fugnijz, zur Ausübung eines kirchlichen Lehramtes Jemanden zu bevollmächtigen, und darüber zu wachen, daß dasselbe nach der Richtschnur der kirchlichen Lehre au-zcübt werde. Der Staat greift in das Rechtszebiet der Kirche ein, wenn er sich Vas Urtheil hier­über beilegt, und er beeinträchtigt die Freiheit des Glaubens und des Gewissens, wenn er die Schüler einer katholischen Lehranstalt nötyigt, an dem Religions­unterrichte eines Lehrers sich zu betheiligen, dem die kirchliche Autorisation dazu entzogen ist."

München, 23. Jan. In der Abgeordnetenkammer wurde heute die Be- schwerde des Bifchofs von Augsburg berathen. Der Referent Hauck begründete den Bericht der Majorität des Ausschusses, wonach die Beschwerde für berechtigt zu erachten sei. Darauf sprach Volk als Referent der Minorität des Ausschusses. Jörg suchte in längerer Rede darzuthun, daß das Unfehlbarkeit-- Dogma nicht staatsgefährlich sei. Seine Rede war im Wesentlichen ein heftiger Angriff gegen den Cultus-Minister. Nach Jörg hält Sepp eine längere Rede gegen den An­trag der Ausschuß-Majorität und verlieft einen eventuell von ihm zu stellenden Gegenantrag. Die Debatten werden morgen fortgesetzt; viele Redner sind vor­gemerkt.

Würzburg, 23. Jan. Nach derWnrzb. Z." wird an Stelle des ver- storbenen Professor Strecker der Professor der Chemie Dr. Wislicenus aus Zurich an die hiesige Universität berufen.

Ulm, 21. Jan. Gestern passirte ein bayerischer Soldat hier durch, welchem, wie er behauptet, zu Beaulieu an der spanischen Grenze in der Gefangenschaft die Zunge abgeschnitten worden, weil er sich weigerte, in die französische Armee einzutreten. Er kommt direkt über Marseille und ist auf seiner Durchreise in Stuttgart auch dem König »orgestellt und von diesem mit einem vollständigen Anzuge, Uhr mit Kette rc. beschenkt worden. DieUlm. Schnellp.", welche dies mittheilt, erwartet mit Recht weiteren Aufschluß über die Sache.

Ulm, 22. Jan. Wie derU'.m. Schn." mitgetheilt wird, hrt der baye­rische Soldat, der durch Verstümmelung seiner Zunge die Sprache völlig verloren hat, auf Befragen hier folgende Angaben auf eine Tafel geschrieben: Wildes Ge- sinvel, Turkos, ehemalige Galeerensträflinge, hätten ihn an einem Strick gewürgt, bis er die Zunge herausgestreckt hätte. Da sei ihm dieselbe abgeschnitten worden. Er habe in Folge dieser Mißhandlung bis jetzt im Spital gelegen. Seine Peiniger habe die strafende Justiz bald ereilt. Es seien zehn, darunter auch ein Offizier, weil er ihnen nicht Einhalt gebot, sondern den Frevel geschehen ließ, standrechtlich erschossen worden.

Linz, 0 vr.Wilhel rch- F. I

.37 A

Paris, 22. Jan. DieUnion" meldet: Der Kriegsminister bat dem Ver. nehmen nach von dem Unt-rsuchungSrath, welchen d-r Marschall Baraauay d'H,ü,,r« "ber die U-bergabe von Straßburg erhalten. Da» mo(i- Uhrich üAnstig fln"Je,nen Th-ilen für den General

vor, an 30,003 Paliffaden, die er zu seiner Verfügung hatte, nicht für die Ver- theidigung verwerthet zu haben; auch hätte er sich nicht genügend gegen die feind­liche Front, Lünette 53, gedeckt u. s. w. Der große Ruf des VertheidigerS von Straßburg wird unter diesem Urtheil jedenfalls schwer zu leiden haben. Die Deutschen erkennen an, seit dem Beginn des Angriffs 193,722 Kanonenschüsse, darunter 84,000 Haubitzen und 58,600 Bomben, auf die Stadt und die Festungs­werke entladen zu haben.

Versailles, 22. Jan. Heute sprach das 6. Kriegsgericht sein Urtheil über die Mörder der G.'ißeln (Erzbischof von Paris, Präsident Bonjean u. s. w.) Die Debatten, welche ungefähr drei Wochen gedauert, waren ohne besonderes Jn- lereffe. Abgesehen davon, daß die 24 Angeklagten fast alles Leute untergeordneten Ranges waren, lieferten auch die Debatten keine neuen Einzelheiten, sondern con- siatirten nur die Thatsachen der früheren Proceffe. WaS die heutige letzte Sitzung anbelangt, so war dieselbe nicht ohne Interesse. Bekanntlich war vor einigen Tagen ein gewisser Jarreaud, Gefängniß värter in der Roquttte, wo die Geißeln ermordet wurden, von der Polizei verhaftet worden, und bei seinem Verhör stellte es sich heraus, daß einer der Angeklagten, Pigöce, auf dem die schwersten An­klagen lasteten, ganz unschuldig sei, da man ihn mit einem föderalistischen Offi­zier, der sich in dem HospitalLa Santö" verwundet befindet, verwechselt hatte. Heute wurde nun dieser Offizier er nennt sich Sicard vor den Gerichts­hof gebracht, um Pigöre und den übrigen Angeklagten gegenüber gestellt zu wer­den. Sicard, welcher beim Kampfe in den Straßen von Paris schwer verwundet wurde, ist so schwach, daß er in den Saal getragen werden muß, wo man einen Fauteuil für ihn in Bereitschaft gesetzt hat. Er kann kaum sprechen und seine Stimme ist so leise, daß der RegierungS-Commiffar Rastaut sein Ohr an seinen Mund halten muß, um ihn zu verstehen. Ein Theil der Angeklagten erkennt Sicard und gesteht zu, d^ß sie ihn mit Pigöre (beide sehen sich nämlich sehr ähn- t.ch) verwechselt und sich getäuscht haben. Nur einer bleibt bei seinen früheren Behauptungen Betreffs Prgöre's. Jarreaud selbst erkennt Sicard und bleibt bei seiner Behauptung. Die Gegenüberst.llung Beider hatte etwas Ergreifendes. 2icard gesteht übrigens zu, daß er in der Roqaette war. Er will aber nur dort­hin gekommen sein, um gegen die Exccution der Geißeln zu protestiren. Nach Der Konfrontation ergriff der RegierungS-Commiffar das Wort, um zu verlangen, »atz Pigöre von der Anklage freigesprochen werde. Er gesteht auf sehr loyale Weise zu, daß er sich geirrt hibe, und daß man deßwegen Pigöre Gerechtigkeit widerfahren lassen müsse. Zu Gunsten der beiden in den Proceß verwickelten Frauen trat der RegierungS-Commiffar ebenfalls ein. Die eine derselben es ist die Maitreffe von Franyois, dem Gouverneur der Roquette ist heute nicht an­wesend, da sie in der Nacht mit einem Knaben niedergekommen ist. Der Re- gierungs-Commiffar kündigt dieses in der S!tzung an und dringt nochmals in den Gerichtshof, diejunge Mutter" freizusprechen. Das Urtheil des Gerichtshofes gegen die 24 Angeklagten war im Ganzen nicht streng. Genton, welcher den Be- fehl zur Execution überbrachte, wurde allein zum Tode verurtheilt; Franyois, der Gouverneur, dem man mildernde Umstände zuerkannte, erhielt lebenslängliche Ga­leerenstrafe; ein gewiffer Romain erhielt 10 Jahre der nämlichen Strafe und der frühere Soldat Piccon er hat die italienische Kriegs - Medaille 5 Jahre Gefängniß; 10 Jahre Galeeren bekam noch Fortin, der Very seinen Degen ge- liehen, als er das Feuer commandirte. Mehrere Andere erhielten leichte Gefängniß- strafen. Die beiden Frauen (darunter die Mutter des neugeborenen Kindes) und fünf andere wurden freigesprochen. Unter denselben befand sich auch Pigöre, den man für Sicard gehalten und dessen Freisprechung der RegierungS-Commiffar so energisch befürwortet hatte. Merkwürdiger Weise sprach ihn der Gerichtshof aber nur mit Gleichheit der Stimmen frei.

Oesterreich.

Wien, 22. Januar. Das .Testament Grillparzer'- wurde heute Vormittags eröffnet; es ist von des Dichters eigener Hand geschrieben und lautet:

Mein Testament.

Zur alleinigen Erbin meines gesammten Nachlasses mit Einschluß meiner schriftstellerischen Arbeiten, bereits gedruckten und noch nicht veröffentlichten, ernenne ich Fräulein Katharina Fröhlich, jüngere Schwester der vormaligen Gesanglehrerin am Wiener Conservatorlum. Ja ihrer treuen Anhänglichkeit, ihren vortrefflichen Charaktereigenschaften habe ich, besonders in der letzten Zeit, meinen einzigen An­haltspunkt in all' dem Kummer gefunden, den mir meine Anverwandten von Brudersseite so reichlich und unablässig bereitet haben.

Zugleich bin ich überzeugt, daß sie - ohne sie zu verpflichten und bloe nach ihrem eigenen Ermessen und Gutdünken, auch meine Stelle bei denjenigen meiner Anverwandten vertreten wird, die cm Unterstützung bedürftig unc würdig sein sollten. ö

Wien, 26. Mai 1866.

Franz Grillparzer, k. k. Hofrath.

Von allen Seiten strömte gestern Nachmittags ein zahlreiches Publikum in das Trauerhaus, um die Zuge des großen Dichters noch zum letzten Male :u betrachten. Nachmittags wurden auch zwei Lieblingsgegenstände des D chters ru Füßen des Sarges niedergelegt. Es sind dies ein silberner Becher, den die Armee im Jahre 1849 Grillparzer durch Fürst Schwarzenberg und Baron Heß über- reifen liefe, und ein vertrockneter Lorbeerzweig, den Erzherzog Ferdinand Mar dem Dichter in demselben Jahre mit einem von dem hohen Spender selbst per- faßten Gedichte übersandte. An dem Leichenbegängnisse werden die sänmtl.chen Schuler aller acht Klassen des akademischen Gymnasiums mit brennenden Fackeln sowie auch die akademische Lesehalle in corpore theilnehmen. Letztere wirb auf den Sarg Grillparzer'- einen Lorbeerkranz niederlegen mit der Inschrift: Oester­reichs größtem Dichter die akademische Lesehalle. '

Frankreich.

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Local-Notizen.

c f m . Gießen, 26. Januar 1872.

4uf bu in diesen Blattern ergangene Anregung hin fand gestern Abend im Leib sche» Saale eine öffentliche Versammlung statt, welche sich mit Fbrderuug der Zwecke deS für Errich­tung eines baulichen NationalvenkmalS am Rhein Niederwald zusammenaetretenen Eentral- camiteS beschäftigte.

Herr Landtageabgeordneter Heß aus Gießen, dec die Versammlung eröffnete, schlua Herr« von Ander tum Präsid-nt-n vor. welcher B-rschlaz d>e Zostimmuna der Versammlung fand. ö

Der Herr Präsident ertheilte hierauf dem Herrn Profeffor Oncken das Wort, um die Zwecke des Unternehmens zu b-le.ichten und es der Theilnahme der Versamm lten zu empfehlen.

In markiger, lichtooller, begeisterter Red: legte dieser Redner den Anwesenc-en die Ercich- tung dle,es nationalen Monumentes an daS Herz. Er griff zurück in die Tage vor AuSbrach beö Knegrs, gedachte seines ruhmreichen Verlaufes, um mit der Mahnung zu schließen daß c3 nun gelte, den mit den schwersten Opfern erkämpften Erfolgen auch ein äußerlich sichtbares Zeichen ru schaffen, em Denkmal, daS in gewaltiger stolzer Pracht sie aufbauen sollen an dem schönsten Punkte unseres ichonsten L-tromes. an einer Stelle, welche die Blicke weithin schauen läßt über deutsche Sanbe, a"f welchen das mitleidlose Wuthen deS jetzt Besiegten meist in unsäglicher W.ise gelastet

U.nb würdig fein unserer großen Zeiten, würdig sein des Volkes,

welche« es errichtet, dazu Bausteine herbeizutragen, beizusteuern nach dem Maß der ihm gewor- deneü Mittel, ist des Einzelnen unabweiöliche Pflicht das war der Grundgedanke des Vortrags des Nedners.

Auf Vorschlag deS ReichötagSabgeordneten, Fceiherrn von Rabenau, wurde nach SckluL dieser Rede da! bisherige provisorische Comite von der Versammlung als definitives constituirt. $Je, ® JIntTl);unge2 1o(lcn nun forort beginnen und die Organisation für den Landbezirk de! Kreis-S alsbald in Angriff genommen werden. 5 vwjiieije®

Zwecke, welcher die Versammlung jusammengefuhrt, im Kreise Gießen allfeitia die reichlichste, die opserw'ttigste Uuterstützung zu Theil werde, daß daS Patriotische Unternehmen der allgemeinen lebhaftesten, thatkräft.gen Theilnahme begegnen würde, darüber waren die Er­schienenen wohl auSnahmloS einverstanden.

Unö sie werden sich in dieser Annahme nicht getäuscht sehen! y

. . Gießen, 26. Januar. Vor einiger Zeit erging von Linz a. d. Donau aus an di- Gesangvm.n- tm deutschen V-it-rlande ein Ausruf zur Gr induna eine? deutschen

o r. hbuere Stammes- und Sanaesbrüder!

, vuben rotr fie gesungen aus flammenden Kerzen mit begeistertem

^ne erhebenden Lieder vom deutschen Rhein, von Deutschlands Gröste und (SinfwM UV'* ungüustjg Eine groß- Zihl von F-HI-rn »kd'di« G-n«äl jur Last ftstm1n°H"sau^Nü7nb"?g"und Dr-En°'^^b-U-n-nunv-rg-blichen National- gelegt. So tadelt man es u. A., daß er sich »ach der CapitulationÄt g7w°rd^Ä Ln^Ln^^'k^ haab, nm d-r dortig-n N-gi-runa s-lbst feine «nträg- aus Asan--«-«,S und fd,rie6cn im Buch- d-r Zeiten: U"b mußten -z werden, denn es stund ge-