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Deutschland

v. Kettcler eine mit etwa 300 Namen unterzeichnete Adresse zu überreichen, in welche die Entrüstung der katholischen Bevölkerung über die Verletzung der Ge-

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Entschied man sich für das letztere, so mußte man allerdings, um sich Nichts zu vergeben, zunächst in der absolut ablehnenden Haltung beharren, in Erwartung des Augenblick-, wo man vom passiven Widerstande zu activer Reaction würde

den Ausgleich, dann wird Italien die Bedingungen zu stellen haben und dadurch übrigens der Nutzen der Mitrailleusen und GattlingSgeschütze früher auch schon in die Lage kommen, das Interesse des Staates besser zu wahren, als es in den preußischerseits zugegeben worden. In mehreren derartigen Fällen haben diese Garantiegesetzen geschehen ist. Geschütze in der That auch eine wahrhaft furchtbare Wirkung geäußert. So hat

in der Schlacht bet Gravelotte ein Bataillon des preußischen 77. Regiments, da- unversehens in den Feuerbereich einer eingeschnittenen und in Position befindlichen Mitrailleusenbatterie eingetreten war, binnen kaum einer Minute seinen Cornman-

Partei hatte sich alle nur mögliche Mühe gegeben, eine Demonstration von etwas angesehen werden.

Berlin, 21. Aug. DieProvinzialcorrespondenz" bestätigt, daß derReichZ-

sagt war, an deren Thüren noch die Zettel klebten, mit der fälschlichen Angabe, fussung zugehcn. Die Thätigkeit dieses Amtes, bemerkt das genannte Organ, daß hier das Beichtehören polizeilich verboten es betraf nur die Jesuiten würde zunächst jedenfalls mehr eine beobachtende, als sachlich in die Verwaltung wurden am vergangenen Sonntag Morgen Exercirübungen der Marianischen eingreifende sein; dennoch scheine die Erwartung begründet, daß das Reich auch Sodalität vorgenommen. Es war ein Iesuiten-Pater anwcs nd, der in flüsterndem auf diesem Gebiete eine den Bedürfnissen der Zeit entsprechende Wirksamkeit ent- Tone seine Anweisungen gab. Die Mitglieder des Vereins, etliche 50 an der falten werde. U-bcr den Aufenthalt und Empfang des Kronprinzen des deutschen Zahl, dem Handwerkerstande angehörcnd, sangen latein. Litaneien: Rosa m^sliea Reiches in Württemberg schreibt dieProvinzialcorrespondenz": Die herzliche Aus-

Belang zu Stande zu bringen. Alle Gesellschaften und Vereine, die unter

jesuitischem Einflüsse stehen, hatten Zusammenkünfte gehalten, worin ermahnt worden kanzler die Errichtung eines Reichsawtes für öffentliche Gesundheitspflege bei dem zu unterzeichnen und zur Uebcrreichung der Adresse im Frankfurter Hof sich ein- BundeSrath angeregt hat, sowie, daß die bezüglichen Vorschläge erst der Begut- zufinden. In der Christophskirche, in welcher d'.e Seelsorge den Jesuiten unter- achtung des Ausschusses unterliegen, bevor sie dem BundcSrathe zur Beschluß­

gespitzt haben, das muß sich bald Herausstellen. Früher oder später müssen sie _

jedenfalls zu einer Krisis führen, die wahrscheinlich zunächst mit einer Niederlage dem Orgelgeschütz, in die Rüstkammer verwiesen worden. Die Artilleriecommission der gemäßigten Partei und dem erneuten Triumphe der Jesuiten endigen wird, in Paris hat die Entscheidung abgegeben, daß dte Feldverwendung dieser Gc- Man gefällt sich im Vatikan in einer Stimmung, wie sie Verbannten eigen schütze um deswillen, weil dieselben in ihrer Wirkung lange nicht den gehegten ist, von denen schon Aeschylos sagt, daß sic stets mit vergeblichen Hoffnungen Erwartungen entsprochen haben, fernerhin auch für die französische Armee einge- fich nähren. stellt werden soll. Die preußische Artilleriecommission, welche im direkten Gegen-

Italien kann den Verlauf dieses beginnenden ZersetzungSproceffes ruhig ab- satz zu den gleichartigen Commissionen sämmtlicher anderer europäischer Staaten warten. Es würde sogar ein großer Fehler sein, wenn die italienische Regierung durch sich gleich von vornherein gegen die Zweckmäßigkeit einer Feldverwendung dieser weitere Zugestänndiffe in denselben eingreifen wollte. Die italienische Regierung wie aller verwandten Geschütze ausgesprochen hatte, steht demnach schließlich dies hat dem Papste Anerbietungen gemacht, die in vielen Beziehungen den Interessen vielangesochtene Urtheil selbst von der Seite anerkannt und bestätigt, von welcher Italiens widersprechen. Sie muß sich jetzt von jedem übereilten Entgegenkommen dasselbe seiner Zeit am heftigsten angegriffen worden war. Für die Grabenver- fern halten, und abwarten, bis die Curie ihr eZtgegenkommt; sucht die Curie theidigung belagerter Festungen und die Behauptung vorbereiteter Stellungen war

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Mainz, 19. August. Heute Morgen 11 Uhr begab sich eine Deputation deur, beinahe seine sämmtlichen Offiziere und nahezu 500 Mann an Todtcn und von etlichen 60 Personen von den Räumen des Frankfurter Hofes aus nach der Verwundeten eingebüßt, und können noch mehrere ähnliche Falle als constatirt Wohnung des Herrn Bischofs Ketteler, um ihm eine Adresse zu überreichen, angesehen werden. Ohne Zweifel werden jetzt auch die anderen europäischen Dieselbe handelte von dem polizeilichen Einschreiten gegen die Jesuiten, und Armeen, bei welchen zum Theil gegenwärtig erst die allerdings schon vor 1870 sollte die Entrüstung der katholischen Bevölkerung unserer Stadt ausdrücken in Bestellung gegebenen Revolvergeschütze noch in der Einführung begriffen sind, wegen der schweren Verletzung der Gewissensfreiheit" und als Protest gegen die dem französischcrseitö gegebenen Beispiel Folge leisten und hoffentlich darf damit Unterdrückung des Gottesdienstes in der Christophskirche dienen. Die ultramontane der allgemeine Verzicht auf diese abscheuliche Mordwaffe fortan als entschieden

übergehen können.

Die ganze Frage reducirte sich in ihrem einfachsten Ausdrucke darauf: Ist Aussicht vorhanden, daß in einer absehbaren Zeit irgend eine europäische Macht die Kraft und den Willen haben wird, Victor Emanuel zur Herausgabe seiner Beute zu nöthigen? Nur wenn diese Frage bejaht werden konnte, war vom Standpunkte der Curie au- das Verharren in dem bisherigen Systeme gerechtfertigt. Im entgegengesetzten Falle mußte man sich entschließen, die überaus versöhnliche und zu Zugeständnissen bereite Stimmung der italienischen Regierung zur Eröffnung von Verhandlungen auf Grundlage des Status quo zu benutzen.

Die Curie hatte anfangs in schwer erklärlicher Verblendung ihre Hoffnung auf das Deutsche Reich gesetzt. Diese Illusion konnte indessen nicht lange vor­halten, und sobald sie verschwunden war, richtete man die Blocke wieder auf

turris eburnea ora pro nobis. Ein Sprecher im schwarzen Rocke er­innerte sie an die furchtbar ernsten Zeilen und die neuen, der Kirche bevorstehen­den Verfolgungen, mit der Nutzanwendung des Ausharrens im Gebet und des Unterzeichnens der Adresse. Heute den ganzen Morgen sah man Capläne und Landpfarrer, letztere offenbar mißgestimmt, daß sic aus ihrer Ruhe gestört waren, wie Adjutanten bei einem Manöver in den Straßen der Stadt herumeilen, um die Lauen und Säumigen zu den Adressen und zum Frankfurter Hof zu citiren. Sonst nahm Niemand in der Stadt Notiz von diesem Treiben, und wenn die Herren auch nur halbwegs nicht blind sein wollen, dann müssen sie zugestehen, daß ihre angebliche Entrüstung nur von sehr wenigen der hiesigen zahlreichen Katholiken getheilt wird, und wie sollte eS auch anders möglich sein. So viel gesetzlicher Sinn ist doch noch in der Mehrheit der Bürgerschaft geblieben, daß die jetzigen Maßregeln als Sühne für die langjährige offene Gesehesverhöhnung mit Freuden begrüßt wird.

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, . Mainz, 19. Aug. Die Jesuiten sind zwar noch immer hier im Christophs-

Frankreichs Man" begünstigte und ermunterte in auffälliger Weise die Partei, Pfarrhause, Gottesdienst und Beichte haben sie indessen gestern nicht mehr abge- welche die Wiederherstellung der weltlichen Macht des Papstthums als einen der halten. Beides geschah durch Weltpriester. -Von den vier Beichtstühlen sind die Theile ihres Programmes ausgestellt hatte. Zugleich aber erwies man sich auch Schilder der Väter verschwunden. Heute war der Haupteingang der Christophs- gegen die Regierung des Herrn Thiers freundlich, bei der man allerdings keinen kirche weit geöffnet, wie die Pforte des JanustempelS, der Staat der Jesuiten besonderen religiösen Eifer, wohl aber einen leidenschaftlichen Haß gegen Italien steht unter Waffen! Gegen Mittag zogen etwa fünfzig Leute aus dem Lokale voraussetzte. bte ultramontanen Casinos (Frankfurter Hof) in das bischöfliche Haus, um Herrn

Die letztere Voraussetzung ist ja auch nicht unbegründet. Aber Thiers ist

bei aller Verbissenheit des Haffes doch ein kluger und feiner Rechner. Er weiß . _ , . ,

sehr wohl, daß Frankreich auf lange Jahre hinaus gegen Italien nichts unter- wiffensfreiheit ausgesprochen und gegen die Unterdrückung des Gottesdienstes (?!) nehmen kann; er weiß, daß Italien, von Frankreich angegriffen, nicht ohne Ver- in der St. Christophskirche Protest erhoben wird. Die Deputation bestand aus bündele dastehen würde, und er sucht sich daher mit Italien auf guten Fuß zu den alten Bekannten und Verwandten, Gevatter, Schneider und Handschuhmacher, stellen. Nichtsdestoweniger hält die Jesuitenpartei noch immer zäh an der Hoffnung Pedellen, Sodalen, zwei devoten Lehrern und Kirchenvorständen, im Ganzen ein auf Frankreichs Beistand fest. Man beglückwünscht den französischen Finanzminister halbes Hundert Seelen. Insoweit nicht die Sinnlosigkeit dieser neuen Jesuiten- wegen des Erfolges der Milliardenanleihe und bedenkt nicht, daß Frankreich diesen protestlcr an Komik streift, muß man fragen, mit welchem Schein von Recht diese Erfolg grade der Ueberzeugung der europäischen Finanzwelt verdankt, daß es Hand voll Leute, allenfallsige Vertreter eines winzigen TheileS der katholischen nicht im Stande sein werde, in den nächsten Jahren die Wege einer abenteuern- Bevölkerung, es wagen können und dürfen, sich des Ansehens und des NamenS den Politik einzuschlagen. dieser aufgeklärten und freigesinnlen Ernwohnerschaft zu bedienen, sich als Ver-

Und dazu kommt nun, daß die Verständigung der Kaiserhöfe von Berlin, tritung aus ver M.tte von mehr als 7000 selbstständigen Bürgern einer Stadt, Wien und Petersburg der französischen Kriegsleidenschaft eine Schranke setzt, die in der sie bei allen politischen Acten nur als ungeheure Minderheit zu finden sie ohne wahnsinnige Verblendung gar nicht versuchen kann, niedcrzureißen. Aus- sind, vorzustellen I (Fr. I.)

sichten, die ihre Erfüllung von einem Kriege erwarten, werden in um so weitere Berlin, 20. Aug. Aus Bern (Sitzung des Bundcsraths vom 16. Aug.) Ferne gerückt, je klarer es sich herausstellt, daß die mächtigsten Staaten Europas wird Folgendes berichtet: Zufolge Ansuchens ver deutschen Reichsgrsandtschaft die Befestigung des Friedens als ihre wichtigste Aufgabe betrachten. werden die Regierungen der Cantone Zürich, GlaruS, Tessin, Waadt, Neuenburg

Es ist bei einer solchen Lage der Dinge durchaus nicht zu verwundern, und Genf um die Beantwortung folgender Fragen nach Maßgabe der resp. Gesetz, wenn der Staatsmann der Curie und das ist doch Antonelli Bedenken gebung angegangen: 1) Wie viel Ehen sind in jedem der Jahre 1869, 1870 trägt, eine aussichts- und hoffnungslose Politik weiterzuspinnen, wenn er den und 1871 nach Einführung der Civilehe überhaupt abgeschlossen worden? 2) In

Gedanken nicht länger abweist, für das Papstthum eine möglichst sichere und vor- wie vielen Fällen wurde die kirchliche oder religiöse Eheschließung nach der obli-

theilhafte Stellung auf dem Boden der Thatsachen zu gewinnen. gatorischen Civilehe nachgeholt? 3) Wie viel Ehen sind in den (Santonen, wo

Dieser Gedanke liegt um so näher, da die Curie soeben erst mit dem Der- nur fakultative Civilehe besteht, in kirchlicher Form abgeschlossen worden? 4) Wie

suche gescheitert ist, dem verhaßten Gegner auf seinem eigenen Boden und mit verteilen sich die Fälle auf das evangelische, katholische und Vie übrigen Rcligions-

seinen eigenen Waffen Vie Spitze zu bieten. Die Theilnahme an den Wahlen bekenntniffc? 5) Auf welche Orte (namentlich ob auf die größeren Städte) fällt war ja ein Schritt heraus aus dem System des passiven Widerstandes, allerdings vie Hauptzahl ver nicht in kirchlicher oder religiöser Form geschlosscnen Ehen? nicht um die Thatsachen anzuerkennen, sondern um sie mit den Hülfsmitteln Ver 6) Auf welche Gründe ist im Wesentlichen Vie Nichtnachholung over die Umgehung Demagogie zu untergraben: grade wie in Deutschland die Curie Vie ihr zu ver Eheschließung in kirchlicher Form zurückzusühren? Wirkt hierbei Anregung Gebote stehenden demagogischen Kräfte entfcffelt hat, um die Festigkeit des Reichs- ver Presse, Rigorosität der Geistlichen oder ein doppelter, beziehungsweise gerin- Verbandes zu lockern. gerer Kostenansatz bestimmend ein?

Die Frage über die Zweckmäßigkeit der Theilnahme an den Wahlen hat In hiesigen Bürger- und Arbeiterkreisen wird, wie dieVoss. Ztg." hört, bekanntlich zu lebhaften und vielbesprochenen Meinungsverschiedenheiten im Vatikan gegenwärtig eine Petition an den Bundeskanzler vorbereitet, worin derselbe ge- geführt. Das Scheitern des Versuchs muß natürlich diejenigen Rathgeber des beten werden soll, eine größere Colonie jenseits des Oceans zu erwerben, damit Papstes in ihrer Ansicht bestärken, die den passiven wie ven aktiven Widerstand gegen die deutsche Auswanderung so viel als möglich nach dort geleitet und so dem die Gewalt der Thatsachen für vergeblich halten und ihre einzige Hoffnung Vaterlande und der deutschen Nationalität erhalten werde. Gleichzeitig soll auf auf Verhandlungen mit der Macht setzen, die man zu bekämpfen nicht stark die Vortheile hingewiesen werden, welche die Beschäftigung der schädlichen Ele- geuug ist. mente unserer Bevölkerung in entfernten Colonien für deren eigenes und des

Ob diese Meinungsverschiedenheiten sich wirklich bereits zu einer Krisis zu- Vaterlandes Bestes haben würde.

Die Mitrailleuse ist nun schließlich doch zu ihrem mittelalterlichen Vorbilde,