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große Aufregung.
Amerika
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neun uno einem halben Monate fast ganz in Asche ge. mit staunenSwcrther Geschwindigkeit. Damals waren
Morgens. Heute ist die Stadt ruhiger. Weitere angekommen. Cavallerie durchzieht die Straßen.
In Folge des hier ausgebrochenea BäckerstrtkeS herrscht
Belsast, 20. Aug. Heute sind wieder mehrere Häuser demolirt und ge- Vlüaderl wo-oen, wie denn überhaupt die Plünderung der Hauptzweck der Aufrührer ru sein scheint. Fortwährend treffen Truppenverstärkungen ein.
Belsast, 21. Aug., <m------* rnh,rt<,r
Truppenverstärkungen sind
Dublin, 21. Aug.
nähme, welche dem Kronprinzen des deutschen Reiches in Württemberg zu Theil ward» machte überall — in Preußen und Deutschland — freudigen Eindruck. ES offenbart sich in den begeisterten Kundgebungen aus allen dortigen Volks- kreisen Verehrung für die edle, herzgewinnende Persönlichkeit des Prinzen und zugleich ein immer innigerer Anschluß dieses süddeutschen Volksstammes an die neubegründete Reichseinheit.
Pariser Nachrichten zufolge soll ThierS bereits eine erste Unterredung mit Lord Lyons über die Verhandlungen gehabt haben, die er mit England über einen neuen Handelsvertrag anzuknüpfen beabsichtigt. Es ist daran zu erinnern, daß Frankreich mit der Beseitigung der bestehenden Verträge mit England und Bel- gien noch sehr wenig gewonnen haben würde. Der Vertrag Frankreichs mit der Türket läuft erst 1875 ab, die Verträge mit Italien und der Schweiz 1876, diejenigen mit Oesterreich, Spanien und den Niederlanden 1877. Das Brüsseler „Echo du Parlament" hebt hervor, daß bis 1877 Deutschland und Luxemburg alle Vortheile dieser Verträge genießen, Frankreich aber alle Nachtheile dieses Verhältnisses zu tragen habe. Weiter erörtert das belgische Blatt die Möglich^ feit des Eintritts englischer und belgischer Produkte durch Deutschland, wobei Elsaß als Entrepot dienen und sich in Folge dessen mit seiner neuen Lage desto schneller aussöhnen werde.
Königsberg, 19. August. Die Regierung in Gumbinnen hat für 6 Kreise Dieses Regierungsbezirks wegen Ausbruchs der Rinderpest die Grenzsperre verfügt. In dem Gouvernement Minsk ist gutem Vernehmen nach die Cholera aufs Neue ausgebrochen.
Hamburg, 19. August. In dem ganz in der Nähe der Stadt gelegenen Eppendorf sind gestern mehrere Fälle der Rinderpest constatirt worden. Die gegen die Weitcrverbreitung der Seuche angeordneten Maßregeln werden in der strengsten Weise in Anwendung gebracht.
Kaiserslautern, 20. Aug. Der bayerische Finanzminister v. Pfretzschner ist deute Nachmittags zum Besuche der Industrieausstellung hier eingetroffen.
Belgien.
Brüssel, 21. Aug. Der „Moniteur belge" veröffentlicht die Wiederernennung des Bürgermeisters Ansbach, den die Clericalen gerne beseitigt gesehen hätten, zum Bürgermeister der Hauptstadt.
Italien.
Rom, 16. August. Nach einer Mittheilung des vatikanischen Chronisten Der „Guzzctta d'Italia" hält die Mißstimmung gegen Cardinal Hohenlohe im Vatikan immer noch an. Man klagt ihn an, er habe sich mit Leib und Seele dem Fürsten Bismarck verkauft, und sei ein Anhänger des Ketzers Döllinger. Um sich gegen diese Anschuldigungen zu rechtfertigen, hat der Cardinal, welcher vom Papste die Erlaubniß erhalten batte, bis zur völligen Wiederherstellung der Gesundheit seines Neffen, des Erbprinzen von Ratibor, in Deutschland zu ver- bleiben, an Pius IX. ein Schreiben gerichtet, tn welchem er anzeigt, daß er gegen Ende des nächtten Monats in Rom eintreffen werde. Nach Empfang dieses Schreibens scheint sich der Papst etwas beruhigt zu haben und soll derselbe nicht mehr so schlecht auf den Cardinal zu sprechen sein. Der Corrrspondeut der „Gazzetta d'Italia" spricht die Ansicht aus, daß, im Falle Pius IX. sterben sollte, Hohenlohe ohne Zweifel zum Gesandten Deutschlands bei dem Conclave ernannt würde. (?) — Der „Osservatore Romano" tyeilt mit, daß der Gesell- schäft Jesu das Dekret der ZwangS-Expropr>ation mitgetheilt wurde. Man hat den ehrwürdigen Vätern 12 Tage Frist gegönnt und hat ihnen nur vier Zimmer zur Bewachung der Kirche gelassen. „Man sieht!" ruft der „Osservatore", „die Regierung führt die Befehle der Revolution gut aus und befolgt mit Energie die Auswelsungsvecrete nach dem System Bismarck's."
Rom, 20. August. Die Regierung besetzte gestern einen Theil des Jesuiten- klosterS, um daselbst Mttitär-Geniebureaux einzurichlen. — General Petitti geht nach Preußen, um den großen Truppenmanövern bcizuwohnen. — Die „Opinione" vimentirt die Nachricht, daß Ricasoli mit einer Mission nach dem Ausland beauftragt fei.
Nom, 20. August. Die „Nuova Roma" will wissen, daß in letzter Stunde eine Verständigung der Jesuiten mit der Regierung über die Expropriation des Jefmtenklosters zu Stande gekommen und die Expropriation bereits anstandslos erfolgt sei.
werden. Die „Chicago Times" hofft, daß am 9. October, dem Jahrestage de- Unglücks, der Welt das staunenswerthe Werk einer in einem Jahre aus ihren Ruinen erstandenen Stadt, ein Denkmal amerikanischer Energie und amerikanischen Unternehmungsgeistes, werde gezeigt werben können.' Das neue Chicago wird, wie das gewöhnlich bei wiederaufgebauten Städten der Fall ist, das alte Chicago in mancher Beziehung übertreffen. Anzuerkennen ist, daß trotz der Arbliterbewe- qungen überall in Amerika und Europa die Arbeiter in Chicago unter keinem Vorwande zu einer Arbeitseinstellung geschritten sind. — Im Uebrigen hat auch der Handel der Stadt keineswegs gelitten, und wie sehr sich die ärmeren Klaffen des Wohlstandes mit erfreuen, geht daraus hervor, daß die Sparkasseneinlagen seit dem letzten April etwa 2,000,000 Dollars betragen. — Der diesjährige Adreßkalender Chicago'- (E ly Directory) enthält 130,000 Namen, 20,000 mehr als im vorigen Jahre.
Asien.
Alexandria, 4. Aug. Diesen Morgen um 5 Uhr verkündeten unzählbare Kanonenschüsse die Rückkehr des Vicekönigs aus Konstantinopel. Schon vor mehreren Togen wurden in fieberhafter Hast die Vorbereitungen zu der Illumination, womit Alexandria die glückliche Rückkehr des Landesvaters feiern will, begonnen. Mit Ausnahme der Banken unv verhältnißmaßig weniger Privathäufer sind es vorzüglich die öffentlichen Plätze und G-bäuve, sowie einige Paläste des Vice- königs, welche am reichsten beleuchtet fein werden. Die meisten Lichter zündet sich also Se. Hoheit selbst an. Von een Errungenschaften seiner Reise nach Konstantinopel dürfte die bedeutendste die Jurisdiction nach den Vorschlägen der ad hoc zusammengesetzten Commission vom Jahre 1869 fein. Der Sultan hat sich endlich zu dieser Bewilligung herbeigelassen, wohl im eigenen Interesse, da auch ihn die CapitulutionSverträge geniren und ihm daher der Anfang zu einer Aenverung in diesen Verhältnissen nur conveniren kann. An der andern Seite wird dem Vicekönige manches materielle Opfer während seiner letzten Anwesenheit in Konstantinopel auferlegt gewesen sein, um die leitenden Persönlichkeiten an der Pforte auch vollkommen von der Nützlichkeit der vorgefchlagenen Neuerung zu überzeugen. — Mit welchen Planen der Khedive sich trägt, ist auch aus den von ihm projectirten kolossalen Bauten ersichtlich. Zur Zeit ist ein englischer Ingenieur, John Fowler, mit der Tracirung einer großartigen Eisenbahn betraut, mittelst welcher der Khedive Assuan (am ersten Nilkatarrakt) mit Chartum (am sechsten Nilkatarrakt) verbinden will, in gerader Linie eine Entfernung von 130 Meilen. Die Bahnlinie würbe die Sehne des «roßen Bogens darstellen, welchen der Nil bei Assuan beginnt. Von Chartum aus soll der kolossale Eisenbahnbau östlich und westlich verlängert werden, nach Osten in das Gebiet von Sennaar, nach Westen bis in die Gegend von Darfur und Kordofan.
Briefkasten.
ficrrn Schuhmacher P.: Bitte besuchen Sie uns bald, sonst Näheres. Exped. d. G. Anzeigers.
Spanien.
Madrid, 18. August. Der König ist gestern in Ferrol eingetroffen. Er wurde u-ülm empfangen. Briefe aus Pampeluna erwähnen Unruhen anläßlich der Stiergefechte. Die Musik spielte die Garibaldi-Hymne, die Curlisten pfiffen, dir Liberalen applaudirten. Der Alcade wollte die Ruhe wieder Herstellen, erhielt jedoch einen Schlag mit einem Stock. Am Freitag Abend fand ein Angriff aus den Alcaden statt. Sechs Schüsse wurden auf denselben abgefeuert, jedoch traf feiner derselben. Wie man sagt, sind drei der Mörder verhaftet.
England.
E ®ttr qU, "W« in4jti "f b» S'°°' t« 3Ä'
Eoiafi chi Ha«, W H,„, ‘““Men, iB bet ®(, Gotte-diensK- (?!) Mion bestand aus Handftuhmachtr, :en- *® Gonjkn ein "srr neuen 3f(uiten« dein Don Recht diese 'le- der katholischen 6 und des Rament tuen, sich als V«. ürgern rinn Stadt, iinbwVit jll finDta
uhs Dom 16. tlug.) i ReichsgrsandW ' , Waadt, Neuinbmz gabt der resy. Geses. Jahn 1869, 1870 'ssen worden? 2) 3a etzung nach ter ob!l> n ttn (Santonen, ne fl-n morden? 4) die übrigen Religio^ irojertn Städte) fall giftle ftntn Ehen?
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Chicago, da« vor
98 500^Menlchkn^ohn^WohnAättt?" Von diesen hallen 74,500 in 13,300 Häusern S jufolße sind in jedem Thrio der Stad, bereit« neue
gUrtknntidpn für 70 000 Menschen hergestellt worden. In dem sublichen Stadt- ®wo toU und Läden sich befanden und wo aus
460 Morgen 3655 Häuser niederbrannten, sind nun me^r »auf» nufgtbanf, w'ick' dle früheren an Schönheit, W-rth--«a« da« Wichtigste und Beste, .st an Gedieambeit de« Baue« bei Weitem übertreffen. .
wOd'rh raesirNte Sttaßenlänge 26 Meilen. Trotzdem war in den etHen bp nach dem »nglückOchen Brande nur wenig geil an worden, und auch «m Winter konnte der Wiederaufbau nicht ganz so eifrig wie im Sommer beirieben
Vermischtes.
Ein Stücklein aus alter Zeit als Seitenstück zum angeblichen „Gespenst in der k. k. Hofburg" und mit dem Motto: „Es ist Alles schon da gewesen! berichtet die N- Fr- Pr-, wie folgt: „In Job. Ehr. Nossek's historischem Lexikon (Graz bei Kieir- reich 1852, Suppl.-Band, Seite 299) findet sich die nachstehende, den bekannten wiener Chronisten Ziegler und Realis entlehnte Geschichte, welche sich anno Domini 1692 zugetragen hat: Kurfürst August II. von Sachsen kehrte aus dem ungarischen Feldzuge nach Wien zurück, um dem Kaiser Leopold seine Ehrfurcht zu bezeigen. Der Kaiser Leopold I. em- pfing und behandelte den Kurfürsten mit einer Aufmerksamkeit und Auszeichnung, die vor ihm noch kein protestantischer Fürst am wiener Hose erfahren hatte. Glanzende Feste v würben ihm zu Ehren angefteltt, von denen eines das andere in buntem Gemisch ver- brängte Mit dem Prinzen Joseph (nachmaligem Kaiser Joseph l.) hatte der Kurfürst ein inniges Freundschaftsbündnitz geschlossen. Früh eines Morgens erbat sich der Prinz den Besuch seines geliebten Gastes. Ungesäumt begab sich dieser zu ihm und war nicht wenig erstaunt, den Prinzen ganz bleich, entstellt und fast verwirrt im Bette zu treffen. „Gott!" rief der Kurfürst, „was ist Euer Liebden begegnet?" „Die aller- schrecklichste Begebenheit", erwieberte ber Prinz; „hören Sie nur: Heute Nachts hatte ich kaum ein paar ©tunben geruht, als eine schreckliche Erscheinung sich mir barbot. Es eröffnete sich mit großem Getöse bie Thür meines Schlafgemaches (ber Prinz wohnte in bem noch heute so genannten leopolbinischen Tratte ber k. k. Hofburg), unb unter g/- Kettengeklirre trat vor mein Bett eine hagere, weiße Gestalt, die mich mit dumpfem ictir hohlen Tone so ansprach: „Prinz Joseph! Ich biif eine abgeschiedene Seele des Feg- feuers — auf ein höheres Geheiß verließ ich ben Aufenthalt ber Pein, dir zu künden, l« daß dein Freundschaftsbündnitz mit dem Kurfürsten dich in den Abgrund der Hölle stürzen wird. Ich komme, dich zu warnen; gib auf den ketzerischen Freund — trotze pl9 nicht der Allmacht oder erwarte den Feuerpfuhl. In drei Tagen siehst du mich wieder; 1 ich harre deines Entschlusses." Unter Kettengerassel verschwand die Gestalt. Entsetzen , band mir die Zunge, so daß ich meine Diener nicht zu rufen vermochte; erst später gewann ich so viel Kraft, an der Klingel zu ziehen — mein Kammerdiener fand mich . fast leblos, jetzt bin ich gefaßter — ich will meine Sünden bereuen, mich bessern, unb jo hoffe ich Gnade von dem Allerbarmer zu erlangen. Treten auch Sie in den Schooß ber alleinseliginachenben Kirche und erringen Sie so das himmlische Paradies." Der I Kurfürst, ein Helldenker, bemühte sich, die nächtliche Erscheinung als Traumbild, als Phantasiespiel zu erklären. Der Pxinz jedoch blieb standhaft dabei, er habe vollkommen | gewacht und richtig beobachtet. ^„Aber wäre nicht ein absichtlicher Betrug möglich?" — Wer würde sich unterstehen, mich auf so derbe und plumpe Art zu hintergehen?" „Der Anschein spricht freilich gegen diese Annahme, aber die sündenbleiche Schaar der avi Pfaffen, die den kaiserlichen Hof cabalirenb umschleichen, zählt mitunter unternehmende Genies. Vielleicht will man meine Wenigkeit gern von hier entfernen, weil man —- wähnt, ich decke Eurer Liebden so manche ihrer Schelmenstücklein auf?" Das fand i°f Eingang, und als ber Kurfürst hinbeutete, ob Joseph's Beichtvater ihren Freunb-s^ schaftsbunb gutgeheißen, gestanb ber Prinz ganz offen, baß er ihn schon gar oft da- . von abgemahnt und ihm sogar die Absolution verweigert habe, wenn er den Um- vc gang mit dem ketzerischen Fürsten nicht aufgäbe. „Jetzt haben wir, was wir dk brauchen", rief August, den dieses freimütige Geständniß sehr erheiterte; er be- * schloß, das Gespenst zu entlarven. Die beiden Freunde gelobten sich ein unverbrüch- , liches Stillschweigen und trafen eine gegenseitige Abrede. Am Abend des dritten Tages ließ sich August zum Scheine auskleiden und begab sich zur Rübe. Doch kaum hatte er seine Lakaien entlassen, als er sich durch eine Tapetenthür in bas Gemach des Prinzen verfügte In einem Verstecke harrte er hier der Mitternacht. Mit bem zwölften , Glockenschlage trat bie Vermummung mit allem Schreckens - Apparate der ersten Nacht ein. ..Prinz Joseph!" ertönte die tiefe Stimme wieder; aber im selben Augenblicke 5
verhallte sie unter dem Riesenarme des Kurfürsten, ber bie Gestalt an der Gurgel ge- , faßt hatte unb sie zu Boden warf. „Wer bist du?" bornierte ber Kurfürit. „Jesus, Maria unb Joseph!" heulte ber Geist; „ich bin der Pater Hugo." — „Nichts ba, Pater Hugo! bu bist eine arme Seele aus bem Fegseuer — allons mit dir borthin, wo
1 bu hergekommen bist!" Mit bieten Worten packte August ben Vermummten, öffnete das : Fenster und stürzte den Geist hinab in ben Wallgraben. Die Wucht ber Ketten, bie in ber 5 , stillen Nacht schauerlich klirrten, beschleunigten ben Sturz. Früh fand man bie zerschmetterte , ( Leiche des Gespenstes, in bem man einen Hanblanger von Jeseph s lesuittschem Beicht-^,' vater entbccfte. Letzterer warb vom Hose entfernt unb ber Geist aus bem FegfenefWM
' kam nie mehr wieder. Die rhat bewirkte dem Kurfürsten große Theilnahme und Be- . wunberung, und triumphirenb über biefe clenbe Jntrigue ber Väter ber Gesellschaft^ Im Ganzen beträgt die Jesu verließ er Wien." _____


