Ausgabe 
19.3.1872
 
Einzelbild herunterladen

anqefirbdten (Snglänbern eqddaaen wurden einige Seit der Gewalt, Irland sollte, von (

italienischen Prinzen unter päpstlicher Oberhoheit kommen. Diesem Plane machte die Eroberung Irlands durch Cromwell ein Ende. Als nun die Restauration deS englischen Königthums im Jahre 1660 erfolgte, eröffnete sich den katholischen Iren die Aussicht, Religionsfreiheit uno Rück­gabe ihrer Güler ;u erlangen, unter der Bedingung, daß sie dem Könige ein Gelübniß der Treue ausstellten und jede Befugniß des Papstes, den König abzusetzen. oder von der Pflicht deS Gehorsams gegen ihn zu entbinden, ablebnten. Eine ähnliche Erklärung hatte kurz zuvor, 1647, daS Parlament in England den englischen Katholiken als Preis der Religionsfreiheit vor­

englischen und schottischen Abenteurer, welche durch den Krieg und die ConfiScationen in den Besitz der Güter gekommen waren. König Karl bestätigte nun diesen den Besitz, aber auch die Unter­drückung der katholischen Religionsübung, und damit war das Schicksal Irlands auf Jahr. Hunderte hinaus besiegelt. Der katholische Adel ging zu Grunde, der Grundbesitz kam in prote­stantische Hände, und die Masse der altgläubigen Irländer sank zu einem unwissenden, sittlich ver­wahrlosten Proletariat herab. DaS Recht bei Päpste aber, Könige abzusetzen, Eide zu lösen, Aufruhr zu befehlen, war unangetastet geblieben.

DeS Zusammenhangs der Thatsachen wegen sind wir in der Zeit vorgeschritten. Um die Entwickelung der englischen Kirche zu verstehen, müssen wir auf Elisabeth zuruckkommen. Elisa­beth und ihre Staatsmänner hatten in dem Bau der Kirche fremdartige, innerlich feindliche und weit auseinanderstrebende Elemente zu verschmelzen getrachtet. Der Gedanke eines friedlichen Nebeneinanderbestehens zweier oder mehrerer Kirchen war in jener Zeit überhaupt noch schwer zu fassen, nur im äußersten Nothfall meinte man di- Hand dazu bieten zu sollen, und deshalb sollte auch die nationale Kirche von England weitherzig genug sein, um jene Gegensätze, die in Eng­land bereits vorhanden waren, einerseits die calvinischen, andererseits die katholischen, in ihrem Schooße zu umfassen. Der CalviniSmuS, vorzüglich durch jene Flüchtlinge vertreten, die nach dem Tode bei Maria auS der Schweiz heimgekehrt waren, und unter Elisabeth in die kirchlichen Aemter eindrangen, entwickelte sich seit Ende deS 16. Jahrhunderts mehr und mehr in England zum Puritauerthum, und begann nun auf eine Reformation der Kirche hinzudrängen, nämlich daß man in Lehre, Verfassung und Ritus möglichst weit von den katholischen Normen und Formen sich entfernen müsse. Im Gegensatz dazu entwickelte sich seit 1618 eine altkicchliche, katholisirende Theologenschule, und durch Gunst der beiden Könige auS dem Hause Stuart. Jakob I. und Karl I., wurden die bischöflichen Stühle größtenth-il- mit Männern dieser Gesinnung besetzt. Jene beiden Könige meinten: in der hierarchischen Gliederung und einem starken EpiScopat liege eine Haupt­stütze des Königthums. Die Laud'sche Schule, wie man sie na* einem in ihr hervorragenden Mann und Erzbischof Land nennen kann, war in der Zeit von 16201670 die Vorgängerin der heutigen Orforder oder ritualistischen Schule, und man darf sagen, sie war eine permanente UnionSakadcmie, obgleich eS niemals in England zu regelmäßigen Unterhandlungen Über eine kirch­liche Vereinigung kam. Wir begegnen aber in den Schritten dieser Männer der Sehnsucht nach Wiedervereinigung, und der Hoffnung, daß sie noch zu Stande kommen werde. Beredter, nach­drücklicher kann man die Einheit der Kirche nicht Preisen, als z. B. Hammond gethan hat. Sie ist ihm die schönste Gottesgabe, die Gnade über alle Gnaden, die Pflicht über alle Pflichten, da- Vollmaß himmlischer Freuden, während die religiösen Parteiungen seiner Zeit wie die zuckenden, gewaltsam zerstückten Glieder eine« lebendigen LeibeS, auf der Folter auseinander gerissen, den widerlichsten und schmerzlichsten Anblick gewähren, und häufig kehrt bei diesen Männern die Klage wieder: wenn doch nur Rom weniger hart sein, nicht unerschwingliche Lasten auferlegen wollte. Zwei Parteien, sagten die englischen Bischöfe dem Agenten deS Papstes im Jahre 1634, wußten die Aussöhnung der englischen und der katholischen Kirche zu verhindern: die Puritaner und die Jesuiten. Die Bischöfe und die Theologen der englischen Kirche standen mit diesen katholisirenden Tendenzen sehr vereinzelt in der Nation, so tief hatte sich Furcht. Abscheu und Haß gegen alle-, waS mit dem Papstthum zusammenhing, in die Gemuther der Engländer gelenkt. Die Anklage gegen den ersten Prälaten der englischen Kirche, den Erzbischof Land, daß er eine Vereinigung ' der englischen Kirch? mit Rom anaefttebt habe, überlieferte ihn dem Henkerbeil und er starb auf : dem Schaffot. GS ist bemeikenSwerth, daß der Vorwurf:er habe den Papst nicht als den . biblischen Antichrist betrachtet", unter den Anklagen der Jrrtbümer sich befand, die ihm daS : TodeSurtheil zuzogen. Es half ihm nichts der Nachweis: er habe das Anerbieten des Cardinal-* i Hutes von Rom zurückgewiesen, nichts daß er ein gelehrtes Werk gegen das Papstthum geschrie- ! den hatte. Eng verbunden mit dem Königthuni, wurde die EpiScopalkirche, Staatskirche, in den : Sturz des Königthums durch die Revolution verwickelt, und der Puritanismus siegte vollständig. > Aber er schwächte sich alsbald durch Spaltung in drei große Secten, die Presbyterianer, Jnde- l pendenten und Baptisten, die sich nun wechselseitig bekämpften. Mit der Republik fiel auch die : Herrschaft des Puritanismus. Die Restauration erhob 1660 mit dem Königthum auch die : bischöfliche Kirbe wieder. 2000 puritanische Geistliche ließen sich um daS Jahr 1662 eher ab* , setzen, als daß sie gemäß der Uniformitätsacte den Formen der bischöflichen Kirche sich unter* i warfen hätten, und so hatten zwölf Jahre früher mehrere tausend Geistliche der StaatSkicche di, i puritanischen Dogmen uud Formen nicht anerkannt, lieber Ihren Pfründen entsagt. Welch ein I Contrast gegen daS Benehmen deS katholischen EleruS! Wir sahen, daß zur Zeit Elisabeth- unter 9400 Priestern nur 189 sich fanden, welche den Pfründenverlust der Unterwerfung unter die

1 protestantische Lehre vorzogen.

i Sie sehen, die Geschichte der englischen Kirche ist eine der wechselvollsten. ES war da» > die sechste große Veränderung feit dem Beginn dec Reformation, von da an ist ihre Conformität , nicht mehr unterbrochen worden, so groß auch daS Auf- und Abwogen der religiösen Ansichten i in ihrem Schoße war und ist. Den größten Umschwung in der Gesinnung bewirkte die vierjährige - Regierung deS letzten Stuart, König Jacobs II. Selbst katholisch geworden, wollte er nicht wie : fein Vater und Bruder, die beiden Karl, eine allmähliche Vereinigung der beiden Kirchen an, . bahnen, sondern durch List und Gewalt ganz England dem Papst unterwerfen und den jesuitischen > KatholiciSmuS als Staatsreligion einführeu ein Plan, der einen ungewöhnlich n Grad von 5 Verblendung voraussetzte; denn zu seiner Zeit bildeten die englischen Katholiken nicht einmal mehr i Den hundertsten Theil der Bevölkerung, und fein Gefühl war stärker in der Nation, als der Haß I gegen das Papstthum. So kam eS zur Revolution von 1688. Jacob II. wurde entthront, starb \ als Flüchtling in Frankreich, feine Nachkommen, die Stuarts, blieben Prätendenten, und eine . deutsche Fürstenfamilie, das HauS Braunschweig-Hannover, erscheint nach einiger Zeit auf dem I Thron. Die Kirche aber war in dieser Gefahr weit nach der protestantischen Seite hin gedrängt : worden. Die frühere katholisirende SinneSwelse war im Anfang deS 18. Jahrhunderts nur noch i durch die kleine Secte der NonjuöorS (EideSweigerer) vertreten, d. h. durch jene, die, weil sie die , neue Dynastie nicht anerkennen wollten, aus den Kirchenämtern und Pfründen sich verdrängen > ließen und um die Mitte deS Jahrhunderts verschwanden.

Heute ist die Lage der bischöflichen Kirche ihrer äußeren Gestalt nach noch die gleiche, wie ! in den nächst vorauSgegangenenJahrhunderten. DaS kurze Bekenntniß der Kirche, die 39 Artikel, i die Liturgie, beides innerlich nicht recht zusammenstimmend, bildet noch immer für jedes Mitglied : der Kirche die verpflichtende Norm. Die englische Kirche ist noch jetzt in dem unbestrittenen Besitz t ihre- sehr reichen Kirchenguts, und die Mehrheit Der Nation gehört ihr an, die höheren Stände i und das Landvolk überwiegend, weniger die städtische Mittelklasse, aber die dissentirenden Genossen* : schatten, von welchen die Presbyterianer verschwunden find, zu welchen aber neue sehr zahlreiche, ; die der WeSleyianer oder Method:sten, feit etwa 100 Jahren hinzugekommen, sind stärker und in ihrem gemeinschaftlichen Vorgehen gegen die EpiScopalkirche combinirter als sie eS je früher waren. Immer aber wird man auch jetzt noch sagen dürfen: daß keine Kirche in der Welt fo national sei, so test gewurzelt in den Neigungen deS Volkes, so verwachsen mit den Institutionen und Sitten deS Landes. Die englische Kirche hat sich in den letzten 40 Jahren durch Gründung ; zahlreicher Colonialbisthümec in allen Welttheilen ebenso sehr erweitert a'.S innerlich verstärkt. Sie besitzt eine reiche theologische Literatur, die nur der deutschen an Umfang und Wissenschaft* kicher Gründlichkeit nachsteht; sie besitzt eine vortreffliche Bibelübersetzung, ein styUstischeS Meister­werk, und, was die Treue betrifft, vorzüglicher als die lutherische: sie hat eS dahin gebracht, baß die Bibel in ganz England Volksbuch ist, so zwar, daß der Reisende sie selbst in den Gastzimmern der Gasthöfe findet, und ich glaube, man darf einen großen Vorzug Englands vor anderen Lön- ; bern dem Umstande zuschreiben, daß dort die heilige Schrift in jedem Hause sich findet, daß sie ; so zu sagen der gute genius loci, Schutzgeist deS heimischen HerdeS und der Familie, ist. Ich meine den Vorzug Englands: daß eS eine Literatur der Sünde und Schande, wie sie in Frank- reich die moralische Atmosphäre verpestet hat, und leider, wenn auch in geringerem Maß, in

geschlagen. Aber auch jetzt hatte wieder Jnnocenz X. allen englischen Katholiken eine Derartige Erklärung streng verboten, und Jene, welche sie bereits unterzeichnet batte», mit dem Banne be­legt. In Irland aber stand jetzt fast der ganze Güterbesitz, die sociale Tristen; des katholischen Adels, auf dem Spiele. Der päpstliche Nuntius in Brüssel, dem von Rom ans die Sorge für Jr-and übertragen war, und die von ihm beherrschten irischen Bischöfe verdammten nun päpstlicher Weisung gemäß die sogenannte Remonstranz, d. h. dieses Gelöbniß der Treue mit der Ablehnung deS päpstlichen Absetzungsrechtes. Hoch erfreut darüber waren die Cromwell'schen Soldaten, die

einigermaßen zu sichern, verband fich nun mit dem Parlament zur Einführung eines eigen- für die Katholiken bestimmten Eide- der Treue, allegiance-6ib, wie er in Englanb genannt wurde. Sie sollten nämlich die eben erwähnte Lehre abschwören, die Lehre, daß die Päpste Könige ab­fetzen und ihre Unterthanen vom Eid der Treue entbinden könnten, und die Behauptung, daß ein vom Papste gebannter Fürst entsetzt und gelobtet werben könne. Die letztere Lehre sollten sie als gottlos und ketzerisch verdammen. Um den Preis dieses Eides sollte den schwergedrückten Katho­liken , deren Lage in Folge deS letzten Attentats sich sehr verschlimmert halte, Schonung unb Duldung zu Theil werden. Wieder trat der Papst ein. Papst Paul V. verbot die Leistung dieses Eides jedem Katholiken bei Strafe der ewigen Verdammniß, und die Geistlichen wurden ange­wiesen . jedem der den Eid schwören würde, die Sacramente zu verweigern. Der angesehenste Theologe deS römischen Stuhle-, der Cardinal und Jesuit Bellarmin, schrieb ein eigenes Werk, um die Verwerflichkeit dieses Eides zu zeigen. Jedoch eine bestimmte Erklärung des römischen Hofes, worin denn eigentlich da- Seelenverberbliche bieseS Eides bestehe, war mit allen Bitten und Vorstellungen nicht zu erlangen. Unb so geschah eS, baß mancher Priester in England fich lieber hinrichlen ließ, als baß er ben Eid geschworen hätte.

König Jacob, bet bo* immer auS mancherlei politischen Grünben, zum Theil auch auS Furcht, mit dem römischen Stuhl auf friedlichem Fuße zu stehen wünschte, ließ nun durch den franzöfischen Gesandten in Rom anbieten, er wolle den Papst als den vornehmsten Bischof und Vorsteher der Kirche anerkennen, wenn der Papst nur dem angemaßten Recht, Könige abzufetzen, entsagen wolle. Aber Paul V. gab zur Antwort: er könne daS nicht thun ohne selber in Ketzerei zu verfallen. Wie weit es mit diesem Anerbieten deS Königs Jacob Ernst war, muß freilich da­hingestellt bleiben; er für sich konnte es anbieten, aber für die englische Nation, für da- Parla­ment , das ein gewichtiges Wort hätte darein zu reden gehabt, konnte er das nicht anbieten. Durch dieses Verfahren des Papste- war die Lage der Katholiken in England furchtbar peinlich geworden. Die Priester mit dem Tod auf dem Blutgerüste bedroht, die Laien Gegenstand bes allgemeinen Argwohns, gehaßt unb verabscheut von ihren Mitbürgern, schweren Erpressungen preiSgeg.'b.'n, ihnen schien kaum eine andere Aussicht zu bleiben, als die der steten Verminderung und des allmählichen AuSsterbenS, unb in bet Thal waren sie im Jahre 1630 nach Angabe eines päpstlichen Agenten auf 150,000 zusammenaeschmolzen. Wohl konnten sie durch einen der ihrigen, einen Geistlichen NamenS Leander, zu Rom Vorstellungen machen lassen, baß der katholische Kleru- für bie Autorität bes päpstlichen Stuhle- mehr gelitten habe als die anderen Gläubigen. Der­selbe Theologe stellte in Rom vor: der neue König Jakob, Sohn de- unglücklichen Karl I., sei erstaunt, daß Lehren, welche in Frankreich zugelaffen seien, in England verdammt fein sollten; allgemein werde gesagt in England: daß die Päpste jene Lehre vertheidigten, mit welcher die Urheber der Pulververschwörftng ihren Mordanschlag auf König und Adel von England beschönigt halten. Aber wie früher, so waren auch jetzt wieder alle Vorstellungen vergeblich. Man hatte dem Papst vorgehalten, daß der Wahn von der Verdienstlichkeit eines im Interesse dec Religion begangenen Morde- weit verbreitet sei; daß e- fo schimpflich und so nachtheilig für die katho­lische Religion fei, daß eben diese falsche Lehre durch die Schriften der Jesuiten jetzt befestigt werde, und daß e- dringend geboten sei, daß einmal ein Papst offen und feierlich diesen Jrrthnm verdamme. Aber in Rom blieb man stumm; nicht einmal daS konnte erlangt werden, daß die schlimmsten unter den jesuitischen Schriften, welche dcn KönigSmord empfahlen, auch nur auf das Verzeichnis der verbotenen Bücher gesetzt worden wären.

Nun aber müssen wir einen Blick auf die Insel Irland werfen. Alle Ereignisse, bie fich in Irland zutrugen, kamen hinzu, um ben Haß unb Abscheu Englands gegen Nom zu schärfen und die Päpste als die unversöhnlichsten und gefährlichsten Feinde Englands erscheinen zu lassen. Vor mehreren Jahrhunderten, in der Mitte deö zwölften, hatte, ruf daS Vorgeben hin, daß Kaiser Constantin alte Inseln dem Papste geschenkt, Hadrian IV. Irland dem König Heinrich II. von England zugetheilt. In den Zeiten der englischen Bürgerkriege im 15. Jahrhund-rt war die englische Herrschaft auf der Insel wieder verfallen. Der Papst hatte dem irländischen Volk ein­prägen lassen, daß ihre Insel päpstliche- Leben fei, über welche- die Päpste zu verfügen hätten, sobald bie englischen Könige ihre Vasallenpflicht'n nicht erfüllten. Darauf fich stützend, hatte Gregor XIII. einen päpstlichen Legaten, einen Englänber NamenS Sander-, mit italienischen Offizieren nach Irland gesandt, irische Qberfeldberren ernannt, um bie Einwohner zum heiligen Kriege gegen England aufzuford rn und anznführen. Damals nämlich hatte die englische Regie, rung ben Jrlänbern bie Uebung deS katholischen Gottesdienste- genommen, ohne jedoch fie zur protestantischen Lehre bek.hren zu können. DaS Unternehmen mißlang, unb bei bem Tobe Elisa­beth- im Jahre 1603 war Irland vollständig der englischen Herrschaft unterworfen. Da brach der Aufruhr deS Jahre- 1642 aus, und ein Blutbad erfolgte, in welchem Tausende von in Irland

Deutschland sich breit macht, auf Den britischm Inseln noch nicht Eingang gefunden hat.

Ein anderer Vorzug England- ist bie Heiligbaltung deS Sonntag-, welche dort allen Kirchen und Parteien am Herzen liegt, wenn sie auch zur Stunde von judaisir iiden Uebertreibun- i. Ein päpstlicher Nuntius kam, bemächtigte sich auf!gen nicht frei fein mag. Was ich aber vorzüglich hoch anschlagen möchte, ist die Tbat>ache, daß England loSgcrissen, entweder an einen spanischen ober jener kalte stumpfe Jndiffer.ntiSmuS, der sich auf dem (Kontinent wie ein giftiger Mehlthau auf

tinent Pflanzschulen für katholische Priester dir ur England wirken sollten, errichtet; diese wurden im strengsten katholischen System erzogen, und die ersten von ihnen kamen jetzt um 1570 nach England. Gleichzeitig begann auch jetzt erst dec feit kurzem gegründete Jesuitenorden lerne Tha- tigfeit in England; nun erst trat eine Absonderung ein: viele die bisher äußerlich an dem öffent­lichen Gottesdienst th ilgenomm n, sonderten sich ab, und in diesem Augenblicke erschien dre ent­scheidende Bulle deS Papste- Pius V., die nicht nur die Königin Elisabeth deS Thrones ent,etzte, sondern auch allen Engländern bei Strafe deS Kirchenbannes gebot, sie nicht mehr als Königm anzuerkennen, ohne jedoch ben Engländern einen andern König oder Regenten, dem fie zu ge­horchen hätten, zu bezeichnen, so daß nun auch alle Katholiken, welche nicht rebellirten, vom Papst ercommiinicirt waren, und die einzige Absicht diese- PapsteS. welcher schon vorher die Königin durch Meuchrlmord auS dem Wege zu räumen versucht hatte, auf einen allgemeinen Zu­sammensturz und blutigen Bürgerkrieg in England gerichtet zu fein scheinen mußte. Eine Reihe von Komplotten, Verschwörungen, 'Aufständen folgte nun dort. Die Königin Elisabeth konnte mit Wahrheit sagen, daß ihr Leben täglich und mehr als irgend eines in Europa bedroht sei. So viel man zum Theil aud erst jetzt veröffentlichten Quellen wahrnehmen kann, wollten damals . die cifrigsten in der päpstlichen Partei den König Philipp von Spanien zum Herrn von England s machen; der Gedanke war nicht so ganz seltsam, al- er auf den ersten Blick erscheinen möchte, da Philipp, wie wir und erinnern, der Gemahl der verstorbenen Maria gewesen war, jedoch ohne die Rechte eine- englischen König- zu haben. Eine neue Bulle de- PapsteS SirtuS V. im Jahre 1585 erschien in bem Augenblicke, wo Philipp die große Armaba, bie mächtige Flotte zur Erobe­rung und Bekehrung Englanb-, auSrüstete; fie sollte biefe spanische Invasion unterstützen, unb ,te wiebrrholte daher b;e Absetzung der Königin Elisabeth auch darum, wie eS in dieser Butte hieß, weil nur der Papst allein zu bestimmen habe, wer König von England sein solle. Im Hinblick auf diese Thaten und Biitten seiner Voraänger äußerte ein späterer Papst Urban VIII.: diese Päpste, Paul III., PiuS V., SirtuS V.,"seien es, welche den Verlust England- verschuldet haben.

Nun wurden die Gesetze gegen Die aud bet Fremde gekommenen Priester härter, und die bloße Verrichtung priesterlicher Handlungen konnte selbst mit bem Tode bestraft werben. Wirklich wurde auch eine beträchtliche Anzahl katholischer Priester hingerichtet. Huch sie starben mit großer Standhaftigkeit. Die englische Regierung blieb j.doch dabei, daß sie nicht der Religion, sondern der Politik wegen verurteilt wurden. Den ersten welche zum Tode verurtheilt wurden, hatte man näm'uch Fragen vorgelegt, aud deren Beantwortung sich ergab, ob sie in fiaatliljen Dingen nach dem Papste oder nach den Landedgesetzen sich richteten, und die welche sich im Sinne des Gehorsams gegen die Staatsgesetze au-sprachen, wurden verschont. Nun aber hatten bamald die Jesuiten ihre Lehre vom sogenannten Tyrannenmorde zum System audgebilbet, und hatten biefe Lehre mündlich unb schriftlich im weiten Umkreise verbreitet. Daran- baß die Päpste lehrten, daß sie das göttlich gegebene Recht haben im Interesse der Religion, jeden Monarchen abzusetzen und alle seine Amtshandlungen und Gesetze zu entkräften, folgt, daß der Abgefetzte, falls er sich noch in feiner Würde zu behaupten suchte, ein Usurpator und Tyrann ist, unb dann darf man ihn umd Leben bringen. Daß mit dieser Lehre, welche in vielen Schriften vorgetragen wurde, bad Leben jedes Fürsten, der etwa dem römischen Hof mißfällig wurde, gefährdet ist, zeigte in jener Zeit bie Ermordung bed Königs Heinrich III. , zeigten die wiederholten Attentate auf bad Leben bed vierten Heinrich von Frankreich, die Mordanfälle auf Wilhelm von Oranien in den Niederlanden, wie denn auch diese beiden Fürsten, Heinrich IV. und Wilhelm, zuletzt den Dolch­stößen religiöser Fanatiker erlagen. War man nun schon in England geneigt, in jedem Katho­liken einen gebornen Feind de- Staates und des Staatsoberhauptes zu erblicken, so kam im An­fang bet Regierung beS neuen Monarchen, Jakobs I., die Pulververschwörung hinzu, um bad Maß beS Unheil- für bie unglücklichen Anhänger bet alten Kirche voll zu machen. Das 9ül denken an jenen satanischen Plan, den König zugleich mit dem Parlament in die Luft zu sprengen, unb an bie Entbecknng biefed Planes wirb heute noch in England durch einen kirchlichen Festtag begangen. Auch hier mußte wieder der päpstliche Stuhl verhängnißvoll sich einmischen: Clemens VIII. nämltch, der schon einige Jahre früher den König Heinrich IV. von Frankreich hatte be­wegen wollen, dem spanischen Könige bei Eroberung England-, die immer noch nicht aufgegeben war, Hülfe zu leisten, hatte kurz zuvor die Katholiken insgeheim aiifgeforbett, die Thronbesteigung Jakobs nach dem Tode der Elisabeth zu verhindern, damit Raum für den katholischen König von England bleibe. Unb nun waren englische Jesuiten tief in dieses Complott der Pulververschwö- nn-ftvrfpH von ihnen, für w«ivcn auch htngena-trt, einer entkam.

König Jakob, in bem Drange fein unb feine- Sohne- Leben gegen solche fanatische Attentate

'S1'/**1 n-hme. s >tr iz-ngrrN" -

dm spiel unb S-dwirngke berochen,, die )' a^ichwa«.

Diesen u Mi« fall'" l»'°

3od) dst S'aati bar ß- »W ktNNtiW der i eine Süfflich H \=M W w Mt btt St-at- fiimmung perM IheilS aud Laien I bazmatischt oder zwei berühmten ? von Geistlichen a Zener zahlreiche 1 ftattfanb hat ha

Ein jwil Landes aufaehäir bände des ssl-rus ASiperschist suhl! gegenüber vhnm »öiliq unzureich^ Kirche, ist die i Ungewißheit für Die Berschiedenl jtaigt, welche b\ diese drei Kircher in der tnglif^tn nennt, die niedere katholische Kirche. mnS zu sein, die zu vertreten. Dii keine Wissenschaft Omeeza des Chri bad Papstthum, von dem Ruhm keine wachsende sten noch im Foi saphischen unb t eine organijirtt J fiittn btt GM eine Mischung vo; gerabe wegen ihre #n, und wegen Arche. Sie legi behaltung der

Die drill ihren Teguern nennt. Ihr Hc tthnt den Rauif ssch an die vorh welche die apost Küchen, deren ( margenländischer die wahre aUgei licht Verschuld bunbene Zweigb rammen, wieder schattenden *yaui ,, . Das iii 7 Ansehen in (j stlandt nun nicht <n, daß dir 39 J m?l<9un9 in den ^"nun 'h«l F st'htn binn auch °°l>ern Lande, ist i« Stm,bl m dem auch < LMen Weck. - t Sinigung s^ Äl sw* dtworden.

Ler

Wri mA Werbt, 6