Ausgabe 
19.3.1872
 
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Dienstag den 19, März

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tust seiner Stelle den Suprematseid schwören, dos heißt, den Eid, daß er die Obergewalt der

Krone über die Kirche anerkenne. Von 9400 Geistlichen, die damals in England toartn, wei-

Ncue Bischöfe denn

diesen Eid zu schwören.

lautem sabetb, bei der

lefüllt. hündllingen

Congs' in VIC '

der Cristenz wurde. Denn auf die Anzeige ihrer Thronbesteigung, welche Elisabeth ihm machen ließ, erwiederte er mit einer Rüge Lieser Anmaßung, wie er t<$ nannte, und mit der Erklärung: daß sie von früheren Päpsten als illegitim und also als unfähig zur Thronfolge gebrondmarkt wurde, und daß ihm, da er Oberlehnöherr von England ;ei ein Anspruch Roms, d r längst vom englischen Parlament verworfen war die Entscheidung über die Thronfolge Englands gebühre. Run nb.rtrug das Parlament der Königin wieder die höchste Kirchengewalt so wie ihr Later und ihr Bruder etwa sie besessen hatten, sie war also damals an die Stelle des Papstes

von Sachn- ^orskirche. -

Skizzenblatt e ssrplosions!

Nachrichtcr. - ffin alter nd Leben. - - Charade lben-RatW hie gezeichiikt von Macbch iz. Original- Im Frühling vom ö|W Coulissen. -

gestimmten verlachen, Psänder in

Unschuldiger wegen eines oder weniger Schuldigen strafen und an ihrem Seelenheile schädigend

dürfe; er verbot in ganz England alle Gottesdienste und die Spendung der Cacramenle, und Werten sich nur lt-9 , also einer unter fünfzig, beraubte alle Anhänger des Königs ihrer bürgerlichen Rechte, verbot jedem Engländer irgendeinem die meisten Bischöfe halten den Eid verweigert wurden nun eingesetzt und nach kirchlichen königlichen Gebot Folge zu leisten, vernichtete alle mit England geschloffenen Verträge oder ihm' Grundsätzen güliig ordinirt, so daß, was für England eine bedeutungsvolle Frage ist, die Suc- geschwornen Eide, untersagte mit demselben Handel zu treiben und gab zuletzt dos E'genthum cession des Episkopats damals vielt unterbrochen wurde. Eine kurze Dekenntnißschrift, die 39 jedes Engländers der Plünderung durch Fremde preis. DaS geschah im Jahr 1538 , in einem Artikel, im wesentlichen die protestantische Lehre, aber in ermäßigter rind mehrfach vermittelnder Moment, alS bereits ein großer Theil Deutschlands und der Schweiz, alle uordifchen Königreiche Form darstellenp, wurde StaatSgesctz, und damit endlich war d e Reformarion in England und sich schon gegen Rom erhoben hatten, und Tausende in Europa begierig waren, lolche Blößen der Bau der englischen Episkopalkjrche vollendet. Diese Kirche war, wie wir sehen, verschieden deS römischen Stuhles auszubeuten und den vhn.hin so weit verbreiteten Haß und Abscheu, mit von allen rekormirten Kirchen des Contnents, sie wollte aber gleichwohl im Zusammenhang mit welchem damals die Menschen von der Eurie sich abwandte», noch zu nähren. Hier möchte man den rekormirten und protestantischen Kirchen im übrigen Europa bleiben, und , wie die Weltlage wirklich eine Verblendung, die sich wie ein götllicheS Strafgericht auSnimmt, erblicken. ^damals war, wurde Elisabeth mehr und mehr in die Rolle einer Beschirmerin des ganzen euro-

Rach dem Tod Heinrichs VIII. i. I. 1547, unter seinem Sohu Eduard VI., wurde nun päiscken Protestantismus gedrängt. Im Volke war aber die Zahl der Katholiken noch immer tie kirchliche Reformation im protestantischen Sinne weiter geführt, immer von oben herab mittelst beträchtlich. Da alle Kirchen und Eapellen jetzt der herrschenden Religion gehörten und das brr königlichen Suprematie über die Kirche. Die Männer, die jetzt an der Spitze standen, waren Wegbleiben vom Gottesdienste mit Geldstrafe geahndet wurde, so nahmen auch die katholisch ge- ber Erzbischof Erammer und der Obcirn des jungen KöniaS, der Herzog von Somerset, der für sinnten Engländer Theil an dem allgemeinen CultuS, und äußerlich angesehen schien wirklich seinen Reffen regierte. Sie wirkten zusammen, nicht ohne auf großen Widerstand deS Volkes, jetzt nur eine Kirche, die neu- Ctaatekirche, im Londe zu bestehen, so daß sich annehmen bl>S damals in der Masse noch katholisch gesinnt war, zu stoßen. Es gab VolkSaufstände, welche ließ, daß das allkirchliche Bekenntniß in einer oder zwei Generationen dort ausstcrben , erlöschen blutig unterdrückt werden mußten, denn der Adel riß die Kirchengüter an sich, daS Landvolk ver- werde.

armte, der Stand der kleinen Grundb'sitz-Pachter, wie heutzutag allgemein in England, trat an Dieser Zustand währte bis gegen das )ahr 1570. Unterdeffen hatte man auf dem Eon-

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Erscheint täglich, mit Aus­nahme Sonntags.

Expedition: 6anzleibcrg

Vit. B. Rr. 1.

V Döllinger über die Wiedervereinigung der christlichen Kirchen.

VI.

Herr Dr. v. Döllinger setzte am 13.März Abends im kleinen MuseumSsaale zuMunchen seine Vorträge fort, konnte aber noch nicht zum Schluß kommen, den er erst für nächsten Mitt­woch in Aussicht stellte. Gegenstand seiner heutigen Ausführungen war die Geschichte der Kirche in England, welche der gelehrte Redner in folgender Weise erzählte:

Hochverehrte Versammlung! ist die Kirche von England, welche in dem heutigen Vortrag zu betrachten ich mir vorgenomm'N habe. S'e erinnern sich aus früheren Vorträgen, daß eS uns darauf ankam, die Art und 'Wesse, wie die Trennung erfolgt sei, gehörig zu erkennen und zu verstehen. Auch hier ist daS der Punkt, auf welchen ich zunächst Ihre Aufmerksamkeit zu lenken gedenke. Um die Zeit der beginnenden Reformation war das Jnselreich England noch weit zmück an Macht, Reichthum und Bevölkerung. Hatte England doch selbst 160 Jahre später erst 5 Millionen Bewohner, damals hatte es noch keine Flotte, noch keine Manufacturen, keine Eolvmen, kein Heer. Zn kirchlicher Beziehung aber war England mehr als die romanischen Länder vorbereitet zur Aufnahme deö von Deutschland hinübergetragenen Samens. Schon seit dcm Ende des 13. und wiederholt im 14. Jahrhundert hatten sich mit ve einigter Kraft König und Parlament den Eingriffen und den Erpressungeversuchen des römischen HofeS widersetzt; dann hatre ein Mann, Weicker zu den Vorläufern der R.formativn rechnet. Wiclef, und di« Secte der Loliharden diese hatten Lehren verbreitet, welche theilweise denen entsprechen, die jetzt von Wittenberg aus verkündigt wurden; doch nicht aus dem Schoße deS Volkes wie in Deutschland, sondern von oben, von seinen Monarchen, empfing die kirchliche Umgestaltung Englands Anstoß, Regel und Gestalt. Auch stand in England kein Mann von hervorragender Begabung, fein Luther, kein Melancktbon oder Calvin auf, der an die Spitze der kirchlichen Bewegung hätte treten können. Es waren untergeordnete Geister, welche, ergriffen von den zu Wittenberg und zu Zurich ausgeprägten Ideen, als Werkzeug der Einbürgerung dieser Ideen in England und der kirchlichen Veränderungen dienten.

Bekanntlich war es die EbescheidungSsache des Königs Heinrich VIII., welche den Bruck mit Rom und die Uebertragung deS bisher über die Landeskirche geübten päpstlichen Supremats auf den König berbeifübrte. Der ganze Klerus Englands unterwarf sich damals, und sagte sich also los von dem Pas-st, versprach künftig des Papstes nur noch als des römischen Bischofs zu gedenken; nur ein einziger Bisckvf wurde gesunden, welcher widerstand, der Bischof Fisher von Rockester, der lieber dos Schaffot bestieg. Allerdings meinte man damals in England sich damit eigentlich dock nickt von der Gemeinschaft des Papstes zu trennen , auch feine Rechte bezüglich bet allgemeinen Kirche, wie die Berufung eines allgemeinen Concils und der Vorsitz auf dem­selben diese Tir.ge wurden ihm nicht streitig gemacht. Es wurde dem Volke deutlich erklärt, baß England fortwährend ein Theil der großen katholischen Kirche, von der die römische auck nur eine Theiltirche sei, bleibe. Im Uebrigen ward aber damals an den Glaubenslehren nichts geändert, eS folgte jedoch eine Reihe von ReichSoesetzen denn daS Parlament war ganz mit dem König einverstanden durch. welche die königliche Mackt über die Kirche noch erwciter! wurde, so daß zuletzt alle kirchliche Gewalt nur als Ausfluß der königlichen erschien. Denselben Wahn, welchen die Schmeichler Roms seit dem 13. Zahrhundert ersonnen hatten, daß die bischöf­liche Gewalt nur ein Ausfluß der päpstlichen oder nur von dieser geliehen fei, hatte man nun In England auf daS Königthum übertragen. In Rom belegte hierauf Papst Clemens VII. den König mit dem Bann, später im Jahre 1538 erschien eine Bulle seines Nachfolgers Paul 111 welche nun allgemeines Eistaunen erregte denn nun mußte man beinahe glauben : dieser Papst

Den Haß und Abscheu deS Volkes nahm die unglückliche Maria mit ms Grab, und unter und al'g.meinem Jubel bestieg ihre Cckwester, wieder eine Tochter Heinrichs VIII., Eli- im Jahr 1558 den Thron. Die Wiederaufrichtung der päpstlichen Herrschaft hatte selbst katholischen Bevölkernng nur geringen Beifall gefunden. Jetzt sorgte Paul IV. selbst dafür, daß der neuen Königin keine Wahl blieb, daß die Lossagung von Rom für sie zur Frage

feine Stelle. Im Grunde genommen war gerade der Klerus derjenige Stand, der sich am leich­testen unterwarf.

Dieses ganze rasch und voreilig aufgeführte Gebäude e-ineö neuen Religionswesens brach nun aber wieder zusammen, als nach rem Tode des unreifen Edward Maria, die Tockter Hein­richs VIII. von einer spanischen Mutter und die Gemahlin deS spanischen Philipp, den englischen Thron bestieg. Unbedingt dem Papst ergeben, voll glühenden Haffes gegen die neue Ketzerei, hart und erbarmungslos wie ihr Vater, brach sie alsbald das Wort, das sie dem für sie sich er/ hebenden Volke gegeben hatte, die LandeSgefetze bestehen zu lassen und ReligionSsreibeit zu be­wahren, und sich mit den iDrnchgrsrmit.... äu« hnt »nt.r k»»* z.k~*e<ui ...

Einfluß ihrer Regierung zu allem die Hand. Ein päpstlicher Legat erschien in der Person deö Cardinals Pole, entband die Ration von den römiscken Anathemeo, und ganz England fand sich wieder der päpstlichen Herrschaft unterworfen. Die Ration sollte aber sofort erfahren, um welch theuren Preis an Menschenleben sie wieder römisch geworben war. Bis zu bitftm Zeitpunkt, 1552, hatte die protestantische Lehre noch keine großen Fortschritte in den Gemüthern deS Volkes gemacht, vielmehr hing die Mehrheit noch immer an dem alten angestammten Glauben, die Engländer, welche entschieden Protestanten waren, konnte- man noch einzeln ner neu und zählen. Jetzt aber wurde der päpstliche Legat, der Mann, der England im Geistlichen wie im Weltlichen regierte, der Cardinal Pole, selber von dem furchtbaren Papst Paul IV., von jenem Papst, wel­cher dos Heil Italiens und der Welt einzig in den Kerkern und Scheiterhaufen der Inquisition sah, dieser Mann, diese eine Stütze der katholischen Sacke in England, wurde mm Papst selbst der Ketzerei für dringend verdächtig erklärt, und vorgeladen, sich vor dem römischen GlaubenS- gerickte zu verantworten. Pole stellte sich nichr, aber dem Papst und den römischen Inquisitoren sollte durch unerbittliche Verfolgung und Aus otü-ng der Andersgläubigen der Beweis feiner st hl erlösen Recktgläubigkeit gegeben werden. So wurde eine furchtbare Verfolgung um der Reli­gion willen eingeleitet, und binnen drei Jahren starben gegen 300 Personen, darunter mehrere Bischöfe, viele Priester, 26 Frauen, auf dem Scheiterhaufen. Wenn Hunderttausende von pro­testantischen Schriften jahrelang in England verbreitet und bis in die Hütten der Armen getragen worden wären, sie würden nickt so viel für die Befestigüng der protestantischen Lehre in England gewirkt haben, als der Anblick der Feuer von Smithfield that, wie man sagte und als das Zcugniß der Männer und Frauen that, die meist ihr Leben durck einen Widerruf hätten erkaufen können, und mit solcher Standhaftigkeit in den Tod gingen. Der Eindruck davon ist noch bis heute mächtig und unvertilgbar in den Geistern geblieben, und wenn der Abscheu gegen alles, was England Papstthum nennt, seit 300 Jahren so stark und tief wie bei keinem andern Volke fick kundzugeben Pflegt, so find die Königin Maria und ibr Rathgeber die Urheber dieses Gefühls, das später allerdings durch noch ein Ereigniß, nämlich die Pulververschwörung, geschärft wor­den ist.

Betreffend: Feuervisitations-Protocolle von 1872.

Das Groß herzogliche Kreisamt die Großherzoglicheu Bürgermeistereien zu Mendors a. d. Lda., Alt-Buseck, nnerod, Groß-Buftck, Mainzlar, Reiskirchen, Rödgen, Treis a. d. pda., Trohe Wir erinnern Sie an die Einsendung der Feuervisitations-Protocolle von 1872.

Röder.

Gießen, am 16 Mar) 1872

Gießen

Bersrod, Bauern, Daubringen, und Wieseck.

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wolle durchaus die ganze Nation von sich abstoßen und zur völligen LoSreißung vom römischen

Siuhl treiben. Paul III. erklärte in dieser Bulle nickt nur den König, wenn er sich nickt zurgetreten. Ein neues Gesetz , die Uniformitätöaete, legte die im altkirchlichen Sinn veränderte Verantwortung vor ihm stelle, für abgesetzt und eben verdammt, sondern er belegte auck ganz Gottesdienfiordnung oder Liturgie Eduards VI. allen Kirchen auf, jeder Geistliche mußte v i Der- England mit dem Jnterdiet, nach der von Rom eingeführten Lehre, daß ein Papst Millionen-'"^ f** «-**«* c^.t"'6» kee* --

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tintö Kuns!- in Leipzig, n eine Tm lbungen:?it ita. (SW in OstpM r Stadt. M: mittel." A selegraph W iften. - > luteinsshiE

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Wiederholt machen wir darauf aufmerksam, daß Inserate, welche noch am Tage der Auf gäbe imGießener Anzeiger" erscheinen sollen, bis längstens 9 Uhr Vormittags abgegeben werden müssen. Die Expedition.

^Platz.

1872.

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