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Belgien.

Brüssel, 8. Decbr. Die gestern erfolgte Zahlung-. Einstellung der katho­lischen BankUnion" macht ungeheures Aussehen. Fürst Orloff verliert allein Vnc Million; der Peterrpfennig 1,100,000 FrcS., welche vom päpstlichen Nuntius 'viponirt waren. Der gesammte katholische Aeel Belgiens ist betroffen.

Frankreich.

Paris, 5. Decbr. Die Correfp. HavaS schreibt:Gegenüber der Be- Wiharrltchkeit der Municipalräthe, Zustimmungs-Adressen an Herrn ThierS zu sen- /-'l°eu, befinden sich die Präfrcten in großer Verlegenheit über die zu ergreifenden Maßregeln, und vMc von ihnen haben sich an den Minister um weitere In- e flructionr» gewendet, ohne jedoch bis jetzt eine Weisung erhalten zu haben. Die

° > Präfekten von Lyon und Versailles werden selbst in Versailles erwartet. Nächste Woche steht die Zahlung einer neuen Rate von 200 Millionen an Deutschland bevor, wodurch die dritte Milliarde voll wird."

<» Die Petition- - Commission beschäftigte sich gestern mit der Lourder Wall- fahrt. Der Ex Legitimist de la Röchelte, Deputirter der Loire-Infsrieure, wurde von der Commission über die stürmischen Scenen vernommen, welche in Nantes V bei der Rückkehr der Lourder Procession stattfanden und auf welche die in Rede T* stehende Petition Bezug hat. Röchelte drückte sich äußerst leidenschaftlich aus.

t Er kündigte an; daß er die Sache in einer Interpellation vor die Kammer brin­gen wolle, so daß also ein neuer Skandal in Aussicht steht.

1 Paris, 6. Decb. Thiers empfing gestern Abend zahlreiche Mitglieder der i Linken, welche ihn baten, trotz des Sieges der Rechten keinerlei Zugeständnisse ; zu wachen. Heute Vormittag sollte, dem Vernehmen nach, ein Mmisterrath statt- finden. Es verlautet, daß sämmtliche Minister ihr EntlaffungSgesuch wiederholt ,f * 1 hätten.

Versailles, 5. Decbr. Der Zuvrang war heute in Versailles eben so groß, als am 29. November. Dre Aufregung in den Couloirs der Kammer und in den Vorzimmern der Bureanx war außerordentlich.. Gestern Abend bat die Rechte die größten Anstrengungen gemacht, um die 23 Mitglieder des rechten ' Centrums, die am 29. November mit der Regierung stimmten, zu sich hinüber- - ; zuztehen und heute wurden während des ganzen Vormittags diese Bemühungen fortgeittzt. Gestern schon hatten in einer Versammlung der Rechten unter dem Vo. sitze des Herrn de Larcy mehrere Mitglieder des reckten CentrvmS ihre Slim- , men den 30 Candidaten der Rechten zu geben beschlossen. Diesen Morgen sind t noch mehrere Devutirt» des rechten Centrums und selbst einige von linken Cen- trum zu der Rechten übergetreten. Der General Chanzy, obschon leidend tn

V Folge einer Operation am Halse, ist in Versailles eingetroffen. Der General

, Ducrot hatte auch sein Comwando verlass n, um zur Abstimmung zu kommen. Die republikanischen Biäiter hatten angekündigt, daß sie die Namen ver Depu- 11 tirten von der Linken, welche abwesend sein würde'!, veröffentlichen wollten. Ein - Deputirter von Algerien, Herr Lambert, der an Rheumatismus ftiret, hat sich ' nach der Kammer tragen lassen; kurz, der Kampf ist ein sehr hitziger gewesen. Wenn man die Stimmen zusammenzählt, so findet man 362 gegen und 336 für die Regierung; bei der Abstimmung om 29. November waren nur 335 Stirn- . -J men gegen und 372 für dieselbe, die Regierung hat oHo in wenigen Tagen 36 Stimmen verloren. Das ist eine starke Niederlage. Zwei Dritttheile (weniger ) eine Stimme) der Commission für den Antrag Dufaure sind royalistische Depu-

s ttrte, unter ihnen find die Mitglieder der Majorität der Commission Kerdrel

V d. h. die eifrigsten Gegner de» Herrn ThierS.

Versailles, 5. Dtkbr. Nationalversammlung. Das regste Leben herrscht heute in brr Nationalversammlung. Fast alle Deputirten haben sich um 123/4 Uhr , £ eingefunden. Eine große Anzahl politischer Persönlichkeiten und Journalisten sind ebenfalls anwesend. Die Zuschauer-Tribünen sind frühzeitig besetzt; alle j Welt erwartet mit größter Spannung die Wahl der Dufaure-Commission- Die Generale Chanzy (welcher gestern beim Präsidenten zur Tafel war) und Duerot sind aus Tours und Bourges angekommen, um sich an der Abstimmung zu be- S theiligen. Um 1 Uhr versammelten sich die Deputirten in den Abtheilungen; nach 3 Uhr wurden die ersten Resultate bekannt und riefen große Erregung her- p vor, da von 8 Abtheilungen die Rechte in 5 den Sieg davon getragen. Um 31/2 Uhr erfuhr man das gesammte Ergebniß; von den 15 Abtheilungen hatten sich nur 5 für und 10 gegen die Regierung erklärt, d. h. von den 30 Com- miffären sind 20 gegen und 10 für die Regierung (oder 19 zu 11?). Die i Gegner der Regierung hatten, inSgssommt gezählt, bei diesen Wahlen eine Mehr­heit von 26 Stimmen; denn cs wählten 360 Abgeordnete der Rechten und nur 334 auf der L nken. Die Stimmlnzahl bei dem Vertrauens - Votum vorn 28. v. Mts. ist also in das Gegentheil verwandelt. Die in der Versammlung herr­schende Aufregung ist ungeheuer. Ueber die Diskussionen in den Abtheilungen, die sehr stürmisch waren, verlautet noch nichts Bestimmtes. Die Diskussion über das Budget wurde dann fortgesetzt. Dieselbe war ohne Interesse; die Versamm­lung trennte stch in großer Erregung.

Versailles, 7. Decbr., Vormittags. Thier» hatte gestern eine längere - Unterredung mit dem Herzog von Andiffret - PasquierS, Vice - Präsidenten ds< Commisston Dufaure. Die Unterhaltung soll einen sehr versöhnlichen Charakter getragen haben. Wie dieAgcnce Hav^S" m'tthetlt, so erscheint die Situa- tion erheblich weniger gespannt, als Anfangs. Einem glaubwürdigen Gerüchte zufolge würden Gourlard zum Minister des Innern, Löon Say zum Handelt- Minister und Foiuton zum Minister der öffentlichen Arbeiten ernannt worden.

Versailles, 7. Decbr. Die Nationalversammlung berieth heute über das Budget dre Ministeriums des Aeußern. Die B rothung über die Interpellation Larockette'», delnffend die Unruhen in Nantes gelegentlich der Wallfahrten nach LouidcS, wurden auf den 22. December festgesetzt.

Italien.

Nom, 6. Decbr. Der König empfing den aus der Reise nach Zanzibar begriffen, n Sir Bartel Frere, welcher im Auftrage der englischen Regierung für die Unterdrückung des Sclavenhandels und zugleich für die Eröffnung der Corn- municat on mu L vingstone wirken soll, uno beauftragte denselben mit der lieber» reichung einer mit feinem Bildnisse versehenen goldenen Medaille an Livingstone als Zeichen seiner Hochachtung.

Spanien.

Madrid, 3. Decbr. Der Präsident der französischen Republik hat dem

Könige Amadeus einen Glückwunsch zur Genesung nebst dem Ausdrucke seiner besten Hoffnungen für die Befestigung der Dynastie und der Ruhe in Spanien übermittelt. Die rryalistilchrn Gegnir des H^rrn Thier» werden ihm also doch glauben müssen, daß der Präsident kein abgesagter Feind der Monarchie und ein Republikaner um jeden Preis geworden sei; sonst würde er dem Könige de» Nach­barlandes, welcher eben mit den Verfechtern der Republik im Kampfe liegt, chwerlich ein Zeichen der Sympathie übersandt haben. Andererseits aber wird man in Spanien Herrn ThierS um so weniger im Verdacht haben, daß er eine Schuld an dem Ereignisse trägt, welches eben von der französischen Grenze ge­meldet wird. Es soll nämlich eine Bande von 250 Carlisten von französischem auf spanische» Gebiet übergetreten sein.

Madrid, 5. Decbr. Es wird amtlich bekannt gemacht, daß der König vollkommen hergestillt ist. Die republikanische Bewegung ist gänzlich unterdrückt. ALerwäits herrscht Ruhe. Die Führer der Opposition haben den Antrag auf Genehmigung deS ministeriell n Finanzberichts mit unterzeichnet. Das Budget wiid daher jedenfalls angLnommen und dte neuen Steuern werden mit Neujahr in Kraft treten.

England.

London, 6. Decbr. Die Morgenblätter sehen die Krisis des Gasarbeiter- irle» für bientet an. Die Aussöhnung zwischen den Gesellschaften und den Arbeitern sei zwar unwah scheinlich, doch sänocn sich die neuangestellten Arbeiter leicht in ihre Verrichtungen, so daß erwartet werden könne, daß b>s nächste Woche dem Gaebevarf vollständig genügt werde. Die Beleuchtung sei bereit» eine bejftre.

Türkei.

Konstantinopel, 3. Decbr. Kaurn hat es geheißen, daß der Sultan dem jetzigen Ministerium ,eme Zufliedelcheit bezeugt hat, ist plötzlich wieder Vie Rede, Dujj Namik Pascha, der 1859 btt dem G.metz-l von Djcdda dort Gouverneur war, Großveztr »erden solle. Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Msgr. Valerga, ist gtstorben.

Konstantinopel, 4 Decbr. Die Pforte. verbot die Vornahme der Neu­wahl des iatdnt|Ojcn Patriarchen in Jerusalem. Bei Rustschuk fand ein Kampf zwischen den turcebulgarijchcn Einwohnern Statt. Es ist Militär dahin marschirt.

Amerika.

Washington, 5. Decbr. Grant ernannte den Gouverneur von Süd-Caro- lina, R. R. ^co t, zum Gesandten in P trredurg. Von den Wahlmänncrn stimmten 300 für Grant, 68 für Greeley.

Verwischtes.

(Ein Wahlruf.) In der jetzigen aufgeregten Wahlzeit in Hessen möge folgen­der Wahlaufruf, welchen ein gewisser M. I. Höfling in Seligenstadt für sich selbst als Abgeordneter erliefe, als erheiternder Beitrag zur Wahlcampagne dienen. DieM -Ztg." verbürgt sich, dafe der Aufruf ernst gemeint und fein etwaiger schlechter Scherz ist und mag feine Orthographie zugleich für die Höhe der Bildung in dem einkatholisches Wahlcomtte" erzeugenden Städtchen Seligenstadt grade fein schmeichelhaftes Zeugniß ablegen.

Die Selbstempfehlung lautet:

Auf den heesigen Landtagswal im Kreisbezirk Seligenstadt und Vawenhausm sind sich beandracht

Mathias Jakob Höfling als SleUferträder des Volkes, im Kaist und Wissenschaft, wie ihren Geschäfte, Handel und Wandel, sowie in bezug hauptsägelich für den Arbeiter, miterle Stände berifsichtigt und oollfomen dasteet, und dan ale Glaubensenosenen was sich nur bietet in Relischesicher beziung ins Werf ein­ruft und mit einer volfommer Wieseschaft und Geistesmut und von viellen Stimmen ernannt und Flichtgetrei nachkommt

Mathias Jakob Höfling von Seligenstadt a. M.

Gesätze: 1) Das Heiraden und Geselichen zusammen kommen frei und unschinirt, welches das vollkommen der Dkenschheit ist. 2) die erniederigung der Steuer und Akaben, 2) die Verschönerung wie auch verbäsrung der Kerichtliche Gesetze, 3) die Schulle der Jugend eine mildere und sollideres uno verbäsrung ihre Leeranflald dann wie auch verbäsrung den Gehalt der Lerer, und daß Sie einen jeten Mann ein solideres und Respekdirende sich zu oerhalden zuchen sowohl auch wie die Kinder. 4) Den Kaistlichen Stand hoch schätzen, indem Sie immer den Klauben brachen, das Sie immer underdrickt sind, wie es auch eine Uebersicht ist und auch keiner Hinsicht schwerlich einen Trost von sonstiger Seide erwarten können, und verbäsrung des Klaubens, 5) Jeder läufligen Religion ein Ende zu machen suche."

Außer Cours gesetztes Papiergeld.

Anhalt-Bernburger Kaffenscheinc ä Thlr. 1, 5 und 25 von 1850, 1852, 1856 und 1859.

Anhalt-Köthen'sche Kogenscheine ä Thlr. 1 und 5 vom 1. 3uni 1848.

Änhalt-Kothen-Bernducgee Kassenscheine a Thlr. 1 und 5 vom 2. März 1848.

Anhalt-Köthen Berndurger Elsenvahnscheine ä Thlr. 1, 5 und 25.

Anhalt-Dessauer Kassenscheine ä Thlr. 1 und 5 vom 1. August 1849 und ä Thlr. 10 vom

1. Oclober 1855.

Anhalt-Dessauer Landesbanknoten ä Thlr. 1 und 5 vom 2. Januar 1847.

Bautzener slausitzer lanostänbischej Banknoten ä Thlr. 5 von 1850.

Bayerische Hypotheken- und Wechselbanknoten ä st. 10 von 1859, 18-50.

Braunschweig sche Bank- und Darlehenebankscheine ä Thlr. 1, 5 und 20 von 1842.

Braunschweigische Banknoten ä Thlr. 10 Gold vom 1. Juni 1856.

Breslauer gäblische Banknoten ä Thlr. 1, 5, 25 und 50 vom 10. Juni 1848.

Dänische 5-Reichebanklhalerzettel älterer Emission von 1835, uno auf einer Seite blau bedruck t

Gothaische Kaffei.schetue ä Thlr. 1 und 5 vom 30. September 1848.

Hotstemische Kassenanweisungen von 1854.

Kurhessische Leih- und Commerzbanknoten.

Leipziger Banknoten, alle vor dem 2. November 1851 erschieneuen.

Oesterreichische Banknoten, auf Cor.ventlonSmünze lautend und die in österreich. Währ, i fl. 10 vom 1. Januar 1858, ä fl. 100 vom 1. März 1858.

Polnische Bankscheme grün« 5 1 Rubel, weiße und rothe * 3 Silberrubel.

Posener Provinzialbanknoteu vom 1. December 1857.

Potsdamer Stadtscheine ä Thlr. 1 vom 8. September 1849.

Reuß älter« Linie Kassenanweisungen ä Thlr. 1 vom 15. Mai 1858.

Neuß jüngere Llnie Kassenanweisungen ä Thlr. 1 vom 9. März 1849.

Rostocker Banknoten vom 1. Juli 1850.

Sachsen-Weimar-Kaffenanweisungen ä Thlr. 1 und 52 von 1847.

SchleSwig-Holsteintsche Kassenscheine a Thlr. 1 [2*/2 M.j vom 31. Juli 1848.

Schwa zdurg-Rudolstädter Kassenscheine ä Thlr. 1 und o von 1848.

Schwarzburg-Sonderöhausener Kassenscheine ä Thlr. 1, 5 und 10 vom 11. März 1854, von» 20. December 1856 und vom 25. October 1859.

Württembcrgische 2-, 10- und 35-Guldenscheine von 1849 und 1850.

Vorläufig noch eingelöst werden an den betreffenden Hauptkassen:

Bautzener landftändische Banknoten ä Thlr. 5 ohne Datum, ä Thlr. 10 von 1861.

Chemnitzer Stadtscheine ä Thlr. 1 von 1848 und ohne Datum.

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