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verschließen, daß sie viele wohlthätige Wirkungen erzeugt, daß sie selbst der alten, zu ihr so feind-

religiösen Bedürfnisse des Menschen wahrhaft und bleibend zu befriedigen vermöge.

Die krank­

stehende Kirchenbildungen zu schaffen, macht sich doch längst füh bar, und man kann sich nicht

des

die

den

mit

zu

11) Concurrenzer'öffnungen. Erledigt ist: die 2. evang. Schulstelle zu Nieder.

steuerpflichtigen Getränken betreffend.

5) Namensveränderungen.

6) Ertheiiung eines Ekfindungspatents.

7) Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben aller

Herzog haben allergnädigst geruht: am 10. Jan. den Districtseinnehmer der DistrictS- einnehmerei Oppenheim Christoph Kraft, mit Rücksicht auf feine geschwächte Ge­sundheit und am 22. Jan. den Schullehrer an der evangelischen Schule zu Stein­bach, im Kreise Vilbel, Johannes Kromm, auf sein Nachsuchen in den Ruhestand $u versetzen.

gnädigst geruht: am 22. Dec. 1871 den Vicefeldwebel Sulzbacher im 3. Inf.- Reg. zum Kreisdiener bei dem Kreisamte Lindenfels zu ernennen; am 17. Jan. 1872 den von dem Hrn. Fürsten zu Jfenburg-Birstein auf die evang. Sckulstrlle zu Kefenrod, im Kreise Büdingen , pra'sentirten Schulamts - Aspiranten Wilhelm Heyl aus Richen, im Kreise Dieburg, für diese Stelle zu bestätigen, am 19. Jan. den von dem Herrn Grafen zu Erbach-Erbach auf die 1. evang. Schulstclle zu Reichelsheim, im Kr. Lindenfels, präsentirten Schullehrer an der 2. evang. Schule zu Reichelsheim, im Kr. Lindenfels, Johann Georg Treusch, für diese Stelle zu bestätigen, dem Schullehrer zu Hainhausen, im Kr. Offenbach, Amand Joseph Schneider die obere Knabenschulst.lle des Schulbezirks Dom-Quintin-Christoph in Mainz und dem Pfarramts-Canvidaten Heinrich Freiensehner aus Ulrichsiein, im Kr. Schotten, die Lehrerstelle an der l.Claffe der höheren Töchterschule zu Gießen zu übertragen; am 20. Jan. den Lehrer an der K. Preuß. Realschule Siegen, Dr. Otto Schneider, zum Lehrer der neueren Sprachen an der Realschule zu Alsfeld zu ernennen und am 22. Jan. dem Schullehrer zu Rinderbügen, im Kr. Büdingen, Wilhelm Seibert, die evang. Schulstelle zu BorSdorf, im Kr. Nidda,

4) Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, den Ver­kehr zwischen dem Großherzogthum Hessen und den angrenzenden Vereinsstaaten

Wenden wir nun zu den Kirchen, die aus der Reformation hervorgingen. Allerdings find diese Kirchen durch tiefgehende Lehrgegensätze allmählich, doch meist widerwillig, zur Tren-i

enthält:

1) Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern, die Eintheilung GroßherzogthumS in Landwehr-Bezirke betreffend.

2) Bekanntmachung des gleichen Ministeriums, die Vorschriften über Maß> und Gewichts-Polizei betreffend.

3) Bekanntmachung des gleichen Ministeriums, den 4. Nachtrag zu Statuten der Hessischen LudwigS-Eisenbahn-Gesellschaft betreffend.

chender Religionen ringS umgeben und wie zusammengedrückt, ober auch noch durch Stammver­wandtschaft verknüpft, und fo behaupten sie sich selbst unter steten Gefahren und Mißhandlungen doch in uiive-wüstlicher Zähigkeit. So bestehen die vorhin genannten Nestorianer oder ThomaS- christen in Ostindien nun schon seit 1300 Jahren, ohne sich zu vermehren oder sich zu vermindern,

selig gestellten Kirche mannichfacken Gewinn gebracht bat. Wir sehen, daß durch sie und ihre Schöpfungen eine reiche Geistes r eit erschlossen, ein Aufschwung auf allen Gebieten der mensch­lichen GeisteSthätigkeit herbeigeführt rouibe. Sie ist überhaupt die w chtigste und nachhaltigste in der inneren Geschichte gewesen. Aber die 350 Jahre, die seit ihrem (Singreifen in die Welt geschickte verflossen sind, scheinen doch auch ausgereicht zu haben, um alles zur Geburt und Reife zu bringen, was sie an geistigen Gütern in threm Schooße trug. Diese vierthalb Jahrhunderte haben aber auch erwiesen, daß diese neue kirchliche Schöpfung Gebrechen und Mangel an sich trage, welche sie selbst aus eigener Kraft nicht zu überwinden im Stande ist, daß sie nicht alle

übertragen.

8) Charakterertheilungen.

9) Dienstentlassung.

10) Versetzungen in den Ruhestand. Seine Königliche Hoheit der Grosse

Deutschland.

Darmstadt, 2. Februar. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 5

verbergen, daß in der ersten Hitze des Kampfes und in der leidenschaftlichen Spannung der refor­matorischen Stürme manche Lehre oder Sitte der alten Kirche allzu vorschnell weggeworfen wurde, wodurch dann eine sckwer anSzufullende Lücke blieb. Dürfen wir nicht sagen: es werde die Zeit kommen und nach dec Ansicht und Sehnsucht vieler ist sie bereits gekommen in der die petrinische und paulinische Kirche sich zur johanneijchen fortbilden werve? Over, wie man schon im SDlittelalter sagte: die Zeit wird kommen, in der auf die Kirchenp riode des BaterS und Sohnes das Zeitalter deS heiligen Geistes folgen wird. Sie sehen, derselbe Gedanke, wie er im dreizehnten Jahrhundert sckon ausgesprochen wurde, ist im neuiizehnten Jahrbundert durch einen berühmten Philosophen in der ersten Weise gefaßt worden. Wie könnte das geschehen? Es würde etwa dadurch geschehen, daß die bestehenden Kirchen von einander lernen und annehmen, daß sie ihre eigenartige» Vorzüge und Besitzthümer einander mittheilen und so in die edelste Gütergemein­schaft träten. Vor allem aber, daß sie die beiderseits ererbten und diesseits wie jenseits bekannten Lehren und Symbole, kurz das, worin sie übereinstimmen, höher stellen als das, was sie jetzt noch trennt. Sollte dies möglich fein? werden viele fragen. Ich antworte: es muß wohl möglich fein, denn eS ist Pflicht. Wohl war eine große Reinigung und Erneuerung der Kircke im scchS- zehnten Jahrhundert unabweisliches Bedürfniß. Der Zustand damals war wirklich unhaltbar und unerträglich geworden, aber dieser Läuterungöproceß hätte auch möglicherweise ohne die daraus erwachsenen Spaltungen durchgeführt werden können, und nicht bloß haben sich die Katholiken von den Protestanten, sondern auch unter diesen wieder die Lutheraner von den Reformirlen ge­trennt, und die Anglicaner u. A. von beiden.

Wir werden also darauf zurückgefuhrt, daß hier eine große Schuld der Menschen dazwiscken- trat, oder wir müssen den Grund, daß es so kam, allerdings in den Leidenschaften und Ver­irrungen der Menschen sucken, und darüber läßt uns auch die Geschickte nicht im Zweifel. Im Grunde find doch alle einverstanden, wenn auch jede Partei die Sckuld oder dock den schwersten Theil derselben der Gegenseite aufbüibet; jede Kirche behauptet: die anderen seien eigentlich alle verpflichtet, sich mit ihr zu vereinigen und so doö Vergehen der Vorfahren zu sühnen.

Daß der Stifter der Kirche, daß EhristuS die Euch it gewollt und geboten hat, ist klar. In seinem hohenpriesterlichen Gebot heißt eS:auf daß alle eins seien, daß, wie du Vater in mir und ich in Dir, auch sie nur eins seien" und nun der merkwürdige Nachsatz:auf daß die Welt glaubt, daß Du mich gesandt hast." Ja, diese Einheit soll, wie er weiter begehrt, bil zur Vollkommenheit sich steigern, also die innigste und reinste werden, die unter Menschen denkbar ist, und da ist eS vor allem bemerkenSwerth, daß diese Einheit der Christgläubigen selbst wieder Mittel zu einem zu erstrebenden Ziel wird, dem, daß sie für die Welt im Großen, für alle Völker ein Zeugniß fein sollen von der Wahrheit und Göttlichkeit der Lehre Christi. DaS ist auch so gewesen in den ersten Zeiten. Seht, wie die Christen einander lieben! pflegten die Heiden zu sagen. Nach dem Willen unseres Herrn sollten für alle Zeiten die Menschen sagen können: eine Religion, welche ihre Bekenner so einig und eine so große Genossenschaft ohne allen Zwang, alle» durch den sie belebenden Geist zusammenhält, eine solche Religion trägt daS Siegel der Wahrheit und Göttlickkeit. Damit hat er freilich auch schon zu verstehen gegeben, daß die Kirchentrennung, die Vervielfältigung von Sonderkirchen den entgegengesetzten Eindruck auf alle nicht christlichen Völker machen müsse, ja nicht nur auf diese, sondern auf gar viele Christen selbst, daß damit also ein großes Aergerniß, Anlaß zu starkem Zweifel an die Wahrheit der christlichen Lehre ge­geben wird.

Dieser Gang meiner Gedanken führt mich darauf, einen Blick auf die Welt der Heiden, auf die nicht christliche Welt, fallen zu lassen; aber ich möchte diesen Gegenstand nicht jetzt be­ginnen, die Stunde ist verflossen, am nächsten Mittwoch werde ich fortfahren.

der russischen, armenischen, koptischen, neflorianijchen, und ebenso die abendländisch katholische. Die andere Hauptfamilie bilden dann diejenigen Kirchen, welche aus jener gewaltigen Religionö. Bewegung, die man die Reformation nennt, unmittelbar oder mittelbar hervorgegangen sind, nebst denjenigen Gesellschaften und dissentirenden Secten, welche wieder auß diesen ausgeschieden sind. Die große Zahl dieser Trennungen, diese Menge von Sonderkirch<n, hat nun ihre guten und schlimmen Folgen. WaS zuerst die guten Folgen betrifft, so kann man sagen: jede Secte oder Kirchenbildung ist ein Experiment, ein Versuch, b-r mit gewissen Lehren, oder Gebräuchen, ober Einrichtungen, wie sie der Gesellschaft eigenthümlich find, gemacht wird, und da gilt dann der bekannte Grundsatz GamalielS. Die Kirchengeschickte ist daher allerdings auch ein großartiger religiöser Erperimentalversuch; was sich im Laufe bet Zeit bewährt, selbst an Stärke gewinnt, da« hat bamit baS Siegel beS rechtmäßigen Bestandet empfangen.

Was vergeht und im Strome ber Zeit wicber verfchwinbet, das war wohl nicht werth zu erifiiren, ober bat nur eine vorübergehende Bedeutung gehabt. Jndeß gerade die Geschichte und Erfahrung beschränkt doch diese Auffassung wieder. Der Islam oder die mohamedanische Religion, die im Grund alS eine christliche ausgearlete Secte, als ein Bastard von christlichem Vater und jüdischer Mutter anzusehen ist, der aber dem Christenthum immer noch näher steht als z. B. der Manichäismus, der doch stets zu den christlichen Secten gerechnet wurde der Islam also, ober bie mohamebanische Religion, besteht seit 1250 Jahren in wenigstens scheinbar noch unerschütterter Herrschaft über einen großen Theil be« menschlichen Geschlechtes, nämlich übet 120 M.llionen; ja nicht nur besteht er fort, sondern er macht mit jedem Jahre noch in Afrika, in Australien, in Hinterindien neue Fortschritte, welche bedeutender sind als diejenigen, welche das Christenthum in jenen Ländern macht. Keine andere Religion hat dem Christenthum so starken Abbruch gethan als diese, ganze große Landstrecken ihm entfremdet, und seinerseits hat der Jsiam durch unsere Religion auf dem Wege der Bekehrung nock keine namhafte Einbuße erlitten. Und doch, wie klar wird es uns, daß die Geschichte über diese Religion bereits gerichtet und ihr daS Brandmal der Verwerfung aufgedrückt hat, wenn wir den Zustand der ehedem so blühenden und jetzt so verfallenen Länder und ihrer Bewohner, in welchen der Islam herrscht, betrachten, und wenn jede eingehende Betrachtung unS zeigt, daß eS gerade der Einfluß dieser Religion ist, welche dem langsamen Hinsiechen und Ädsterben ganzer Völker und diesem trostlosen Zustande überhaupt zu Grunde liegt; womit <6 übrigens wohl vereinbar ist, daß dieselbe Religion bei Völkern, die auf einer sehr niederen Entwicklungsstufe stehen, zur Wohlthat wird, wie man dies an den erst in neuester Zeit zum MohamedaniSmus bekehrten Negcrstammen im südlichen Afrika be­merkt hat.

Aber eS ist der Anblick der christlichen Welt, der uns festhalten muß, und eS ist nicht zu verkennen: dieser Anblick mit den scharf geschiedenen, vielfach feindlichen, in stetem Hader und in gegenseitigen Anklagen sich abmühenden Kirchen und Secten, dieser Anblick hat etwas abstoßen­des und erschreckendes, und wir würden, wenn wir nicht von Jugend auf daran gewöhnt wären, die Deformität, den Widerspruch zwischen Idee und Wirklichkeit, ber und hier entgegentritt, viel stärker nock empfinden. Auf allen andern edleren LebenSgebieten, in der Wissenschaft, in der Kunst, macht sick die Kraft der Anziehung, der Einigung der Geister geltend und lösen sich die Miß­klänge des Haders früher oder später in Harmonie auf. Nur bei der Religion ist eS anders: daS, was seinem innersten Wesen nach daS mächtigste Bindemittel fein sollte, weil <6 von Liebe ge­tragen und erfüllt sein sollte, gerade daS hat zu so vielen Spaltungen geführt. Was Frieden unter den Menschen stiften sollte, hat Streit und blutigen Krieg entzündet; was den Menschen Gewißheit und Zuversicht geben sollte, hat Zweifel erregt und Mißtrauen in die Geister gepflanzt. Die Trennung der zwei großen alten Kirchen, ber morgenlänbischen und bet abendländischen, ist oder war vielmehr bei der wesentlichen Gleichheit ihrer Lehre im Grunde genommen gegenstands­los. Jetzt freilich, feit dem 18. Juli 1870, ist dies anders geworden. Hier erlaube ich mit aufmerksam darauf zu machen, wie verhängnißvoll wohl diese Kirchenspaltung, die eben genannte, schon in nahet Zukunft sich gestalten könnte.

Unstreitig ist, seit der deutsch-französische Krieg zu Ende gegangen, die sogenannte orien­talische Frage die wichtigste, und jedenfalls weitaus die schwierigste Frage ber jetzigen Weltlage. Bleibt man bei deren Inhalt, den rein politischen Motiven und Mitteln stehen, so wirv man diese Frage geradezu als unlösbar bezeichnen müssen, und dock hängt an dieser Frage die ganze Zukunft des österreichischen Staates, hängt an ihr auch zum nicht geringen Theil die Weltstellung, welche daS deutsche Reich einzunehmen berufen ist. Die Zeit könnte allerdings, aber nur in weiter Ferne, eine Lösung derselben herbeiführen, denn daS jetzt über Millionen Christen tyrannisch herrschende Volk der Türken ist so zu sagen auf den AuSsterbe-Etat gesetzt; eS vermindert fick beträchtlich mit jedem Jahne, während die Christen in jenem Reiche sich stetig mehren aber die Unerträglickke t ber Sage, bie Ungeduld der Menschen wird der Zeit nicht Zeit lassen, und die große Krisi« rückt immer näher. Die Russen und die Griechen, d. h. die große Mehrheit der Bevölkerung deS türkischen Reiches, denn die mohamedanischen Türken sind in der Minderheit, find Glaubensgenossen, sind Glieder einer Kirche und wird Rußland noch lange einem Zu­stand unthätig zusehen können und wollen, wie ihn uns alle von dorther einlaufenden Correspon- denzen schildern, gegen den alle die diplomatischen Interventionen der Westmächte nichts vermögen, weil er in der Natur der Dinge liegt, weil für das mohamebanische Gewissen nichts maßgebenb ist als ber Koran, ber nur Haß unb Verachtung ber Christen athmet? So find denn bisher alle Versuche und Bemühungen Englands, Frankreichs und O-sterrcichS in jenem Reiche vergeblich gewesen, und haben nichts als eine die Katastrophe hinauSschiebcnde Frist erlangt. Rußland allein besitzt den Schlüssel zur Schicksalspforte des türkischen Reiches, und wer will Rußland wiversprecken, wenn eS behauptet: die verzweifelte Lage der Christen in jenem Reiche zu bessern, sei auch im Nothfall ein mit Waffengewalt auszuführendeS Werk, fei Pflicht. Haben nicht alle europäischen Mächte zu Zeiten nach diesem Grundsätze gehandelt? Nehmen wir aber an: eine glückliche Einigung deS OccidentS mit dem Orient wäre erreicht, wie würde damit auf einen Schlag die ganze Lage verändert, nur ein gemeinschaftliches Zusammenwirken der christlichen Hauptmächte ermöglicht sein, wodurch bann bie Gefahr für bie beiben Reiche, daS österreichische unb baS deutsche, abgewendet, nur eine die euroväische GleichgewichtSordnung noch rettende Lösung möglich gemacht wäre. Mehr noch, so geringfügig der wirkliche Unterschied zwischen der russisch- griechischen Kirche und der abendländischen ist, daS russische Volk hat doch daS Bewußtsein und dieses ist schon .'ängst von oben sorgfältig gepflegt worden daß nut seine allein wahre Kirche rechtmäßig bestehe, unb baß alle fremde Nationen als ketzerisch oder ungläubig anzusehen seien. Folge davon ist, daß in der Vorstellung deS russischen Volkes jrber auswärtige Krieg ein Kampf der Gläubigen gegen bie Ungläubigen, kurz ein ReligionSkrieg ist. Man erinnert sich noch an bie Mittel, bie Kaiser Nikolaus anroanbte, um dieses nationale Vorurtheil zu nähren und aufpiftackeln. Bekannt ist sein Aufruf vorn 26. Mai 1848, in welchem er den Völkern deS Westens zuruf:Erkennet eS, ihr Heiden, und beugt euch, denn Gott ist mit uns, mit dem hei, liaen Rußland." Dann die Rede, die er an bie russischen und die polnischen Bischöfe am 16. Mar 1849 hielt:Der wahre Glaube eriftlrt nur noch in Rußland, im Occident ist er ganz und gar verschwunden." Selbst Kaiser Alerander I. redete sofort nach seiner Thronbesteigung seine Armee an al« die treuen Soldaten, die Vcrtheidiaer der Kirche, deS Thrones und deS Vater­landes, so daß also der russische Krieger von ber Vorstellung geleitet wirb: sein Beruf sei vor allem, bie Kircke mit der Waffe in der Hand zu vertheidigen. Man sieht, weich'mächtiger Hebel darin l egt, welche Begeisterung im Kriege dadurch entzündet werden kann, wie groß aber auch bie Gefahr für Deutschland wäre, wenn einer antideutschen oder sogenannten panslavistischen Partei einmal gelänge, jene kolossale Macht in einen Krieg mit unS Deutschen zu verwickeln, ! x unb dieser Kri-g sofort von russischer Seite alS Religionskrieg geführt würde.

die Kopten in Egypten sogar noch etwas länger.

Dieser Ueberblick zeigt uns, baß wir also zwei Hauptfamilien von christlichen Kirchen zu --------------------................... ,......... o.. -------

unterscheiden haben, erstens nämlich bie alten Kirchen, bereu Continuität niemals unterbcocken!hafte Sucht ber Absonderung, die Unfähigkeit feste, auf eig nen Fußen, auch ohne Staatshülfe worden ist, und die somit in einer regelmäßigen Succession, wenn gleich in ihrem Innern große -"*> f.-.r. unk n*

Veränderungen vorgegangen sind, doch bis an die Anfänge deS ChristenthumS hinaufreichen. Solche alte Kirchen sind die beiden, die anatol'sche oder griechische Kirche nebst ihren Töchtern,

für derartige Associationen bei der dortigen Bevölkerung ist. ES ist nun wahr, daß kleinere Re-jnung getrieben ober gewaltsam in diese gestoßen worden, und nach einmal vollbrachter Aufhebung ligionSgenoffenschaften mitunter durch strenge Sittenzucht und höhere Moralität sich vortheilhast aller kirchlichen Gemeinschaft hat dann erst der Unterschied der Lehre eine Erweiterung zum System auSzeichnen, da ber Einzelne hier mehr burch den Körper, dessen Glied er ist, gehalten und ge: .erfahren, so daß dann mit dem starren unbeugsamen Buchstaben dieser Systeme keinerlei Ver­tragen, mehr überwacht wird, und auch weck abhängiger von der guten Meinung der Uebrigen ständigung mehr möglich schien. Geschichtlich die Dinge betrachtet, erkennen wir wodl, daß die ist, wie denn zum Beispiel an den Wiedertäufer-Ansiedelungen, die man hin und wieder in Deutsch- ^.Reformation unvermeidlich kommen mußte, daß, da innerhalb der alten Kirche ihr f in Raum land findet, dieser moralische Ernst der Enthaltung wenigstens von den gewöhnlichen Lastern als [gegeben ward, der Emheitsbruch nicht auSdleiden konnte. Auch der Einsicht werden wir uns nicht Regel anzueckennen ist, und ihr Beispiel auch den Angehörigen anderer Kirchen dann wohl zu " ' " " ' " <vr' ' ' * - " " '

statten kommt. Solche kleine Genossenschaften können mitunter viele Jahrhunderte hindurch fort: erifiiren ohne Schaden und Gewinn für die übrige Menschheit. Sie führen ein Stillleben fernab von dem lauten Markte des Völkerlebens, dabei find sie zuweilen von Anhäng-rn schroff abwei-