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Wöllstadt, im Kreise Friedberg, mit einem Gehalte von 320 fl.; das Präsen- tationSrecht zu derselben steht dem Gemeinderathe von Nieder - Wöllstadt zu ; die evana Pfarrstelle zu Eich, im Dekanate Osthofen, mit einem Gehalt von 2182 fl. 31 kr' die 2. evang. Pfarrstelle zu Münzenberg, im Dekanate Hungen, mit einem Geöai?von 640 fl. 18 kr.; dem Herrn Grafen zu SolmS-Laubach steht für dies- mal das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu. ,

12) Sterbefälle. Gestorben sind: am 8. Dec. 1871 der pensionrrte Schul- lebrer Jacob Würth zu Mosbach; am 9. Jan. 1872 der Lehrer Anton Keller- mann zu Ober-Hilbersheim; am 10. Jan. der Pens. Revision- - Controleur Fne- drich August Seippel zu Mainz; am 16. Jan. der pens. Seminarlehrer Professor Wilhelm Roth zu Friedberg; am 26. Jan. der 1. evang. Pfarrer Friedrich Schick zu Laubach; am 28. Jan. der 1. evang. Pfarrer Wilhelm Fritz zu Nidda.

Berlin, 3. Febr. DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" weist in ihrem heutigen Leitartikel nach, daß der Ultramontanismus den Frieden des neuen Reichs gestört habe. Nicht das Ehristentyum und die katholische Kirche seien bedroht; der Staat werde aus dem Kampf mit voller Hoheit hervorgehen, als Hort der Gerechtigkeit auch gegenüber seinen treuen katholischen Untertanen, aber jeden ultramontanen Eingriff in das Staatsrecht unmöglich machend.

Würzburg, 1 Febr. Auf dieamtliche Berichtigung" bezüglich des Skandals in der Nacht vom 25. auf 26. Januar geben zwei Doctoren der Mebicin und elf Candidaten aus den verschiedenen Fakultäten folgende Gegenerklärung ab:

1) Die Angabe, daß etliche zwanzig Studenten bei der Schlägerei in der Nähe des HahnenhofeS beteiligt gewesen seien, erklären wir hiermit als unwahr: Die Namen sämmtlicher anwesenden Studenten, sowohl der Betheiligten als der Unbeteiligten, sind unterzeichnet. 2) Wir protestiren gegen die Behauptung, daß wirdurch fortgesetzte Ruhestörung und thätlichen Angriff auf die Polizeimann- schäft deren Einschreiten veranlaßt haben," und berufen uns in dieser Hinsicht auf die von mehreren hiesigen Bürgern uns freiwillig angebotenen gerichtlichen Aus­sagen als Augenzeugen. 3) Was den Gebrauch scharfgeschliffener Säbel betrifft, so dienen in dieser Beziehung als die sichersten Beweise unstreitig die damit ge- schrhenen Verletzungen und die haarscharfen Schnitte in den Kleidungsstücken der V-rwundeten. 4) Wenn die für den Dienst in Civilkleidung bestimmten Polizisten als Einzelposten auf entlegenen Plätzen den Sicherheitsdienst zu versehen haben," wie kommt es, daß gerade solche Civilgekleivete Poiizeisoldaten in dem Herzen der Stadt beim Beginn der Mißhandlung beteiligt waren? 5) Zwei unserer damals verhafteten Kommilitonen wurden von den sie in das Arrestlokal abführenden Polizisten im Polizeiyofe selbst durch Faustschläge schwer mißhandelt, und trotzdem dieselben sofort und wiederholt wegen ihrer früher erhaltenen Verletzungen ärzt­liche Hilfe dringend verlangten, wurde ihnen diejelbe doch erst nach zwei Dtunden gewährt!"

Belgien.

Brüssel, 3. Jan. DasBien publik" von Gent veröffentlicht ein päpst- liches Breve, worin der Papst seinen tiefen Schmerz über die von der belgischen Regierung gegen die Wünsche der Katholiken beliebte Übersiedelung der belgischen Gesandtschaft am italienischen Hofe nach Rom ausspricht.

Frankreich.

Paris, 1. Febr. Die France enthält folgende Mittheilung, die wir jedoch für höchst unwahrscheinlich halten:

Berlin, 30. Jan. Die Negierung von Versailles hat bei Herrn v. Bis­marck angefragt, ob er als Garantie für die Bezahlung der Kriegsschuld eine

Kombination annehmen werde, welche der preußischen Regierung alle Rechte der Eisenbahn - Obligationsbesitzer und alle eventuellen Rechte des Staates auf die französischen Eisenbahnen übertragen werde. Die Einzelheiten dieser Kombination sind zu verwirrt, um sie mittheilen zu können, aber ich glaube versichern zu können, daß sie vom Berliner Kabinet angenommen worden find.

Paris, 2. Jan. Die Nationalversammlung nahm in ihrer heutigen Sitzung den Gesetzentwurf, betreffend die Kündigung der Handelsverträge an und verwarf alsdann den Antrag Duchatel's auf Rückkehr der Versammlung und der Regie­rung nach Paris mit 377 gegen 318 Stimmen. Man versichert, der Minister des Innern habe erklärt, er werde seine Demission geben.

Paris, 3. Febr. Die von mehreren Journalen gebrachte Mittheilung, daß die französische Regierung Deutschland drei Milliarden in Eisenbahnprioritäten als Bezahlung der Kriegsentschädigung angeboten habe und bas Anerbieten an­genommen worden fei, ist unbegründet. Der Minister des Innern besteht auf seiner Entlassung, wird jedoch auf den Wunsch des Präsidenten die Geschäfte noch einige Tage fortführen.

88-/2

Oberhesseu

4%

152

1864r

Braunschweiger 211/g Stadt Florenz 837z

Börsennachrichten

3. Februar 1872.

Actien.

Frankf. Bank 141%

Frankf. Vereins-Kasse 133

Darmst. Bankaot. 483

Wien Bankaktien 892

Galizien 276

Oest. Creditaot. 3581/4

97 >/r

Actien.

5O/o östr. F. St. E. B. 421

Lombard. Bahn 225

Ladwigsh.-Bexbach 202

Maxbahn 153

Bayer. Ostbahn 1557z Rhein-Nahebahn-Aot. Hess. Ludwigsb.-Act. 195

n 31/2% 92

Bayer. 5% 1007g

4720/0 1jährige 100

40/g 1jährige 9574 Würtemb. 47z% Obi. 99% Baden 47z% Obi. 0. E. L. 99% Oesterr. Silberrente 64

Papierrente 55% Amerik. Bonds 1881r 1017/8 , n 1882r 96 %

n 1885r 9772

n 1887r 9878

Spanier, neuest. 3% 31%

Geldsorten.

fl. kr.

Pr. Friedrdor 9 5 7 7258% Pistolen . . 9 4042

doppelte 9 4042 Holl. fl. lOSt. 9 5355 Ducaten . . 5 3133 20 Frankenst. 9 1920 Engi. Sover. 11 4648 Ross. Imper. 9 4042 Dollar in Gold 2 2425

Preuss. 4%o/g Oblig. 1027g

Frankf. 3%% Obi. 88%

Nass. 4% o,o Obi. 997z

Kurhess. 4% 937z Gr. Hess- 5«/0 Obi. 10272

Prioritäten.

3O/o öster. Stsb.-Prior. 603/g

3°/0 öst. s. Lombard 85

3% Livomeser 397z

50/g Toscaner

50/0 Elisabeth.-Prior. 85

do. H. Emiss. 82

Änleheiisiooee.

Kurh. 40 Thir. Loose 70 Nassau 25 fL 48%

40/g bayr. Präm.-Anl. 117 Ansbacher 7 fl. 137z

40/g badische Loose 115 Badische fl. 35 Loose 72

3% Oldenburg, ä 40ThIr. 39% Oestr. fl. 250 v. 1854 86 1858r Prioritätsloose 195 1860r Loose 923/8

Wechsel.

Amsterdam

k.

8. 99%

Augsburg

k.

8.

99%

Berlin

k.

8.

105

Bremen

k.

8.

957s

Brüssel

k.

8.

93%

Hamburg

k.

8.

87%

Leipzig

k.

8.

1047g

London

k.

8.

1187z

Lyon

k.

8.

92%

Paris

k.

8.

92%

Wien

k.

8.

1037z

ditto

m.

8.

ditto

1. 3.

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Dis conto

4%

Frankfurt a. M. Die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Frankfurt a. M. vermittelt auf dem erfahrungsgemäß erfolgreichsten Wege der Insertion auf das Zu­verlässigste alle Arten Verkäufe und Verpachtungen von Gütern, Grundstücken, Fabriken, Gesuche und Offerten, Engagements rc ohne Provisionsantheil und unter alleiniger Anrechnung der Original-Jnsertionsgebühren.

Frachtbriefe für die Main-Weser-, Cöln-Mindener und Oberhessische Eisenbahn, sowie fammtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei W. Klee, am Markt. 1111

Allgemeiner Anzeiger

549) In Sachen

des Dachdeckers Wilhelm Schwalb zu Gießen, Klägers

gegen

dessen Ehefrau Katharina Schwalb, geb. Schäcker, unbekannt wo? Beklagte, Ehescheidung betr.

Resolut um.

Der unbekannt wo? abwesenden Beklag­ten wird hiermit unter Gestattung der Acten­einsicht auf der Registratur des unterzeich­

neten Gerichts eröffnet, duß Kläger gegen sie auf Scheidung der Ehe vom Bande Klage erhoben habe und wird derselben aufgegeben, sich sogewiß binnen 90 Tagen von Veröffent­lichung dieser Verfügung in der Darmstädter Zeitung an gerechnet, auf die Klage zu er­klären, als sonst sie des thatsächlichen Klage- oorbringens für geständig angenommen und mit Einreden ausgeschlossen würde.

Zugleich wird derselben aufgegebcn, bin­nen obiger Frist einen Jnsinuationsman-

Besondere Bekanntmachungen.

Oeffeutliche Bekanntmachung.

540) Am 1. l. Mts. stieg in Frankfurt a. M. in den kurz vor 12 Uhr Nachts in Gießen ankommenden Eourierzug ein Reisender in ein Eoupe erster Klasse, welcher in Friedberg als Leiche, durch zwei Schüsse in die linke Brust getödtet gefunden wurde. Nach den bis jetzt eingetretenen Ermittelungen ist ein Selbstmord wahrscheinlich. Die Identität dieser Persönlichkeit, die kein Gepäck, keinen Ausweis, überhaupt keine Schriftlichkeit bei sich führte, ist bis jetzt nicht festgestellt, und werden daher alle Ge­richts- und Polizeibehörden, sowie Privatpersonen, welche über den Verstorbenen irgend welche Auskunft ertheilen können, ersucht, dieselbe an das unterzeichnete Gericht gelangen zu lassen.

Gießen, 3. Februar 1872. Großherzogliches Stadtgericht Gießen.

Ur. Muhl, Scriba,

Stadt - Richter. Stadtgerichts-Assessor.

Signalement r

Größe: 170 Zentimeter;

Alter: dem Anscheine nach 2428 Jahre; ,

Haare: dunkelblond und gelockt, röthlicher Backenbart und kleiner rothucher Schnurrbart;

Gesicht: länglich; r ,

Nase und Mund: gewöhnlich, gut erhaltene Zähne, kräftige Gestalt;

Besondere Kennzeichen: zwei kleine Narben auf dem Rücken der linken Hand;

Kleidung: eine wollene Unterjacke, ein Shirtinghemd, gez. F. K. 9. (roth), ein Paar Unterhosen, gez. 0 H. 1, baumwollene Strümpfe, von bläulicher Farbe, gez. F. K. (roth), mit Glanzleder besetzte Halbstiefel, Rock, Hose, Weste, von demselben dunkelgrauen Winterstoff, neu und elegant, blauer Ueberzieher, seidene Eravatte und röthliches Foulardtuch, schwarzer Filzhut, weiß-leinenes Taschentuch mit schwarzem Rand, gez. 0. 11. (schwarz-weiß gestickt), ein Paar in Perlen, Seide und Wolle ge­nähte Hosenträger, goldene Hemdknöpfe. ,

Außerdem führte derselbe bei sich: eine silberne Taschenuhr mit Kette, ein Por­temonnaie, eine kleine Haarbürste mit daran befindlichem Reisenecessaire, letzteres mit einer Stickerei und an Geld 1 fl. 23 kr. und 21 Patronen, eine neue doppelläufige Pistole (Hinterlader) fand sich in demselben Eoupe.

datar zu bestellen, als sonst ihr alle weiteren Verfügungen einfach durch Anschlägen an das Gerichtsbrett infinuiit würden.

Gießen, 31. Januar 1872.

Großherzogliches Stadtgericht Gießen.

Ur. Muhl, Scriba, Stadtrichter. Stadtgerichts-Assessor.

Oeffmtliche Aufforderung.

550) Forderungen und Ansprüche aller Art an den Nachlaß des verstorbenen Schlossers Ludwig Weber von Gießen sind binnen 14 Tagen bei unterzeichnetem Gericht anzu­zeigen, widrigenfalls sie bei der Erbaus- einandersetzung unberücksichtigt bleiben.

Ferner wird allen Schuldnern des Nach- laffes aufgegeben, binnen gleicher Frist ihre Schuldigkeiten an den bestellten Vormund, Schreinermcister Georg Weber dahier, abzuführen, widrigenfalls gerichtliche Bei­treibung erfolgen wird.

Gießen, den 1. Februar 1872.

Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Dr. Muhl, Stadtrichter.

Versteigerungen.

531) Mittwoch den 7. und Donnerstag den 8. Februar d. I.,

jedesmals von Nachmittags 2 Uhr an, soll die zum Nachlaß des Herrn Drechs­lers Hellwig gehörige Drehbank mit Werk­zeug, sodann Mobilien, bestehend in Tischen, Kommoden, Schränken, Stühlen, Bettla­den, Kisten, Bettwerk, Weißzeug, Haus-, Küchen-, Garten- und Oecouomie-Geräth- schaften, Pflug, Egge, Jöchen, Bohnen­stangen, Fenstern und sonstigem Gehölze, meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 3. Februar 1872.

In Auftrag:

_______ Semmler, Ortsgericktsmann.

362) Die zu dem Nachlasse des Karl Sund heim gehörige Badenburger Mühle, an der Lahn gelegen, mit drei Mahl- und einem Schlaggang, soll

Freitag den 16. Februar d. I., Vormittags 10 Uhr,

auf Ort und Stelle auf 9 Jahre ver­pachtet werden.

Wieseck, den 23. Januar 1872. Großherzogliches Ortsgericht Wieseck. Lang.

Holzversteigcrunq

in der Königlichen Oberförsterei

Krofdorf.

541) Donnerstag den 15. Februar er., Vormittags um 9 Uhr,

werden zu Krofdorf beim Wirth Kahlert aus dem Königlichen Forste Krofdorf und Wismar nachstehend bezeichnete Holzsorti­mente öffentlich meistbietend versteigert: District 12 (Fohnbachskopf) :

Buchen: 1 Stamm Ul. Klasse, 7 R.-Meter Kammholz, 378 R.-Meter Scheit, 207 R.-Meter Knüppel, 280 R.-Meter Stöcke und 905 R -Meter Reiser.

District 75abcd (Lindenschied): Buchen: 6 R -Meter Felgen, 188 R.-Meter

Scheit, 13 R.-Meter Knüppel, 10E.-Me- ter Stöcke und 285 R-Meter Reiser.

Totalität Wismar, District 43, 73 u. 74: circa 60 R -Meter Nutz, Scheit, Stöcke und Reiser, darunter 8 R.-Meter Eichen- Küferholz.

Krofdorf, den 3. Februar 1872.

Der Königliche Oberförster: v. Meibom.

Jagdvervachtung.

460) Mittwoch den 7. Februar 1872, Nachmittags 2 Uhr,

soll auf dahiesigem Rathhause die Licher Gemeindejagd, circa 4200 Morgen FeU> und 3600 Morgen Wald haltend, ander- weit auf 6 Jahre verpachtet werden.

Lich, den 30. Januar 1872.

Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. Jhring.

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