Ausgabe 
2.2.1872
 
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Gießener Anzeiger

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Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen

1872

Freitag dm 2. Februar

Nr. 2V

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Deutschland

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Stenten Siaftn 61 fl n t n b er g nochzu,ragen. Derselbe hob unter lautloser ^uf diesem Gebiete wunctodt gewacht. Wurde ich meinem per-

Ktille des aanun Hause« an zu sprechen:Der Gegenstand ist erschöpft, die (6tllid)fn Geschmack zu folgen haben, so würfe tch da« Gesetz über den Mißbrauch X-'HIUV o . . . < t____ c-;* So«« rnar nnrh ninit _ nr er. - er_____ c- t. Xu.« K««.. hör MrrfTt» ttirhf nhpr

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man hat auch von jener Seite behauptet, das Vertrauen in die Unparteilichkeit des Richterstandes sei bereits erschüttert. Wenn dem so ist, so ists ein Beweis dafür, daß wir wett gekommen sind! Jede Partei weiß, wie viel sie von der gegnerischen Presse zu leiden hat, es gibt keine Regierungs- und Lendesinterkffen

der Presse ins Feuer, wir hätten dann einen Mißbrauch der Presse, nicht ober auch des Gesitzes. Wer hier in der Kammer sitzt, wird schwerlich den Eindruck haben, daß er ror einem objektiven, gerechten Richter sitze; deßhalb haben auch Ihre Berathungen keineswegs so großen Werth wie Sie glauben; die Beschlüsse gthen den Berathungen voraus, es gibt manche, die glauben, es wäre das Beste, mit der Abstimmung anzufangrn. Der Parteistandpunkt ist der einzige, und wenn heute die Regierung über Seidenzuät oder über die Drehkrankheit der Schafe einen Entwurf brächte tch bin überzeugt, so gäbe es auch da einen Partei- standpunkt. Der Referent Hauck hatte dos Recht und die Pflicht, nach seiner Ueberzeugung zu handeln, aber wenn ich mich nicht sehr täusche, so hatte jeder das dunkle Gefühl, es sei eine ungesunde Erscheinung zu bemerken, daß ein Be- zirksamtmann von dieser Stelle aus dem Ministerium, dessen Organ er ist, den Text liest. In Japan Hot der abgetretene Minister sich den Bauch aufzuschlitzen, bei uns sollen dieses Geschäft die eigenen Organe des Ministeriums blforgen! Betrachten wir die tiefe Erregung der Gemüther im ganzen Lande. Monn konn bestreiten, daß die vatikanischen Beschlüsse stcat-gefährlich find; daß aber solche Zustände staatsgefährlich sind, wird Niemand bestreiten. Wer diesen Conflict in Bayern mit lösen will, muß durchdrungen sein von dem Geiste der Geschichte und von Pietät gegen die Kirche; auf welchem Standpunkt man auch stehe, wer aus der Geschichte nur tiefen Haß gegen die Kirche gelernt hat, der hat wenig gelernt! Und diesen Standpunkt erklärt man für den unserigen! Schade, daß man Dinge wie Pietät u. s. w. nicht wägen kann, vielleicht ließe sich constatiren, daß unsere Firma in diesen Gegenständen keine leichtere Wage führt als die Ihrige! Wenn : Sie die vorliegende Beschwerde für begründet halten, so erklären Sie, daß eine ' gesetzliche Regelung nicht möglich ist; wir können das nicht hindern! wir sind bereit, die Portefeuille niederzulegen, aber wir werden sie dem Könige zurückgeben, ' ohne eines seiner Rechte preiszugeben. Wollen Sie den Rath eines ehrlichen Mannes befolgen, der zwanzig Jahre feines Lebens in diesem Hause zugebracht hat, so hängen Sie einen Augenblick den Fortschritts- oder patriotischen Stand- ' punkt an den Nagel, und lassen Sie die Vaterlandsliebe walten. Können Sie sich aber dazu nicht entschließen, so schlagen Sie den letzten Nagel in den Sarg des bürgerlichen und konfessionellen Friedens aber auf Sie fällt dann die Ver-

Preis vierteljährig 1 ft 12 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr.

daß der mit dem i dadurch ) Gram-

Berlin, 28. Jan. Die Postanstalten sind unter® 24. d. Mts. wiederholt aufgefordert worden, mit den Paketenbehutsam umzugehen". Die Pakete dürfen nicht geworfen, gestoßen oder fallen gelassen werden. Auf Eisenbahnstationen, wo die Frist für das Ein- und Ausladen der Pakete knapp bemessen ist, muß, be- sonders für die kleinen Pakete, von dem Austausche in geschlossenen Paketsacken Gebrauch gemacht werden. Die Vorsteher der Postanstalten und die die Aussicht führenden Organe sollen auf die sorgsame Behandlung der Pakete eine besondere

Reicht [ass. rhöht, dass er allen in n?ibt,son- Verhältnis» nachweist,

darf ja Württemberg einen Gesandten in Paris halten, wie aucy Braunschweig - - ' * Aber was bedeutet für die Fran-

antwortung!"

Darmstadt, 31. Jan. Dem Vernehmen nach wird der Finanz-Ausschuß der zweiten Kammer bei Gelegenheit der Budget - Berathung den Antrag stellen, die Regierung um Wiederherstellung der katholisch-theologischen Fakultät an der Landes-Universität anzugehen, resp. eine Vorlage in dieser Beziehung zu machen, sowie ferner Vorsorge dahin zu treffen, daß keinem katholischen Geistlichen der landesherrliche Tischtitel verliehen werde oder eine Einweisung in die Temporalien stattfinde, wenn der Betreffende nicht drei Jahre auf einer deutschen Universität studirt und daselbst die akademische Prüfung bestanden. Eine Anzahl streng lutherischer Geistlicher des Landes befindet sich in offener Renitenz gegen die Kirchengewalt, indem sie sich weigern, die KirchenvorstandSwahlen nach Maßgabe der Kirchenverfaffung vom Jahre 1870 vorzunchmen und hierdurch den Zusammen- tritt der Decanatssynoden unmöglich machen. Dem Oberconsistorium scheint, diesen Herren gegenüber, die so lang bewährte Geduld ausgegangen zu sein, denn es hat beschlossen, nunmehr mit aller Energie vorzugehen. Hoffentlich bleibt cs nicht bei den Worten. ($ 3*)

Erscheint täglich, mit Aus­nahme Sonntags.

Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1.

Aufmerksamkeit richten.

Berlin, 29. Jan. Die Magdeb. Ztg. schreibt:Man erzählt, daß der König von Württemberg die Abgeordneten eingeladen und auf sie in dem Sinne gewirkt habe, um sie geneigt zu machen, daß sie die Gehälter für die auswärtigen Gesandtschaften, darunter den Gesandten in Paris, aud) fernerhin bewilligten.

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Kammer -löst ist -'schöpft. und ich w7rd- sehr kurz sein, denn wer noch nicht, weid ob er die Beschwerde für begründet oder unbegründet erachten soll, den , hnn man auch nimmer ausklärcn. Ich möchte Ihre Bücke statt zuruck nach lot- wart« richten. Nach meiner U-berzeugung bildet Die Kammer ein richtig«« B'ld de« Lande«, ter Riß, der durch die Kammer geht, geht durch« Land, die Gegen- sätze scheinen unau«gleichbar, die Trager der entgegenstehenden Pnnetpten sind un- versöhnlich, aber nicht nur schroff stehen die Parteien sich 8-e°nuber, sondern auch in einem numerischen Verhältnisse, welche« e« absolut unmogüch macht, daß ne Partei die andere bewältige; unter diesen Umstanden erscheint ein srtedüche« un einträchtige« Zusammengehen Hoffnung«!»«, und ich gewinne mehr und-mehrden Eindruck, daß es beinahe nicht mehr erwünscht fei. Unter düsen Umstanden ist cs gleichgiltig, wer aus diesem Stuhle sitzt; einer Meh:hut m partibus hat nocu kein Ministerium folgen können; lehnt sich aber das Ministerevm aus^dee eme oder andere Seite, so wird es stets die Hälfte des Landes gegen sich haben, es ist auch gleichgültig, wer auf dem Standpunkte der Regierung fleht, so lange tm Lande nur zwei Parteien bestehen, von denen jede ihr politisches Princip bis zum Extrem treibt. Einen Beweis über diese Lage gibt am besten die heutige 23 er» Handlung.Helfen Sie ab, es kostet nur ein Wort,"'so hat^melr'verehrter Freund Ruland gesagt:entziehen Sie dem Renstle den weltlichen Schutz. Und gesetzt, wir hätten es gethan, so ständen wir heute vor derselben Beschwerde von Seite der Gegenpartei. (Ruse link«: Sicher!) Incidit in ScyUam, qm vult vitare Charvbdim! Was folgt daraus? Können wir auf dem eingeschlagenin Wege sortiadren, bis das Blut des Volkes ganz vergiftet, bis das Land vollkommen erschövit ist? Von Vaterlandsliebe kann ich hiebei keine Spur finden, nennen Sie das Verfahren fortschrittlich oder patriotisch; es gibt nur einen RettungSweg, wie uns die Geschichte parlamentarischer Ereignisse zeigt, den der politisch verständigen, aufopferungsvollen Vaterlandsliebe. Der Conflict ist da, wir haben die Frage nicht ins Land geschafft, wir werden sie nicht hinausschlagen, sie braucht vielleicht ein Jahrhundert zu ihrer Lösung, aber das ist unsere Pflicht, sie auf gesetzlichem Wege zu lösen, sie soll friedlich ausgetragen, nicht ausgekämpft werden; der bloße NameMittelpartei" genügt nicht, zwischen den jetzigen Strömungen hat eine dritte Partei auch keinen Platz, aber Eines ist möglich: daß sich tm Lande noch eine politische Partei bilden würde, die sich die Aufgabe stellte, jede extreme For- derung zu bekämpfen, der Zeit Zeit zu lassen, welche an der Hand der Regierung versuchen würbe, den Conflict auf gesetzlichem Wege zu lösen.Aber solche Gesetze nehmen wir von einer Regierung nicht an sagte neulich eine Stimme die ihre Hände bestickt hat vurch die Partei!" Meine Herren! Das ist em so schwerer Vorwurf, daß Sie mir es nicht verdenken werden, wenn ich versuche zu prüfen, wie rein die Hände sind, die uns diesen Vorwurf zuschleudern. Als vor einiger Zeit der bekannte Initiativantrag ins Haus gebracht wurde, machte man aus- merksam auf den Inhalt Der Rede des Grafen Bray bei Gelegenheit der Versailler Verträge, Der das politische Programm richtig fest gesetzt habe, und doch hat das nicht gehindert, daß ein Organ jener Partei ihm in den Mund legte: er habe die Verträge dort geschloffen in der Hoffnung, baß sie hier durchfallen wurden; bei den Berathungen gab man sich Mühe zu zeigen, man stehe einem Ministerium gegenüber, das mit Sack und Pack ins preußische Lager des Einheitsstaates über­gehe; man glaubte hohe Bollwerke dagegen aufthürmen zu muffen, und heute wird von derselben Seite uns der Vorwurf der Verfaffungsverletzung gemacht. Das ist kein gleiches Maß, sondern Verdächtigung, bas dient der Partei. Aber dem anathema sit, das dem Gegner zugerusen wird, gegenüber haben wir einen deutschen Fluch: Fluch der Lüge! Und Lüge ist e« zu sagen: oa« Mtmsterium sei ein Feind der katholischen Kirche, wir seien die Repräsen,unten der AltkathoNken. Du« Gesetz gewährt jenen Schutz, und wir nach ihm; e« ist unwahr, wenn man von bayerischer Treue in Bauernversammlungen spricht, und die Räihe der Krone aufs plumpste verdächtigt, indem man behauptet, sie wollten das Volk preußisch oder protestantisch machen. Es ist hämisch, vom abnehmenden Glanze Der Krone zu sprechen und Den politischen Unfrieden so hoch zu treiben, daß Bayern in Den Einheitsstaat hineingejagt wird. Das geschieht von den Leuten, deren drittes Wort ist: Ausrechthaltung Der Selbstständigkeit Bayerns. Seit zwanzig Jahren arbeitet die Gesetzgebung wie mit Dampf, und die, welche Die Gesetze anwenven sollen, können sie kaum alle lesen, Das Volk weiß nichts von diesen Gesetzen, die Stabil'tät Der Verwaltung ist längst verloren gegangen, in " en

mir 17 Minister des Innern, 9 deo Auswärtigen! Das sind Zuftändc, die einem

orZTTZZZ werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzleiberg B. 1, als auch bei allen Post- Bestellungen auf den Wietzener Anzeiger Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen.

Abonnenten welche den Anzeiger bei der Expedition abholen lassen, erhalten denselben für die Monate Februar und März zu 40 kr.

Gießen, 1. Februar. Zu unseren Berichten über die jüngsten bayerischen Karnmerver Handlungen ist noch der Wortlaut der Schlubauß-rung des

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