schaden.
Oesterreich.
Italien.
bas aus
Wien, 25. Febr. Die „Politik" meldet: „Der Untersuchungsrichter in den Preßproceffen des in Pilsen erscheinenden Cesky Lev drohte dem verantwort« lichen Redacteur dieses Blattes mit körperlichen Strafen und Stockschlägen für den Fall, daß derselbe nicht ein vollständiges und reumüthiges Bekenntniß oblegen
sofort fallen lassen werde, wenn die Regierung den Jesuiten die theologische Fa- cultät (sie zählt 250 Zuhörer) nehmen werde. Von den 130 bis 140 Ausländern, darunter ungefähr 40 Preußen, meistens Rheinländer, wird dann keiner mehr nach Innsbruck kommen. Die Uebrigen, Vie Oesterreicher, werden von ihren Bischöfen die Erlauvniß nicht erhalten, die Universität Innsbruck zu besuchen. Endlich hat der Fürstbischof von Brixen erklärt, Keinem die facultas docendi geben zu wollen, wenn die Regierung die Jesuiten vertreiben würde.
Schweiz.
Bern, 28. Febr. Der Rationalraty ist den Beschlüssen des StänderatheS, Verbot der Errichtung neuer und der Wiederherstellung aufgehobener Klöster ver Bundesverfassung zu streichen, beigetreten.
Belgien.
Brüssel, 29. Febr. Die „Jndependance" schreibt aus Paris: Die Rechte hat bei Thiers directe Schritte im Interesse der monarchischen Restauration ge- than, erhielt aber von demselben einen entschieden abschlägigen Bescheid.
Frankreich.
vaffelbe sind." x .
Der „Jndependance" wird aus Paris geschrieben, „daß man an der Gränze mehrere nach Paris aufgegebene Kisten voll Revolver mit Beschlag be«
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Nom, 24. Febr. Victor Emanuel ist eigens von Neapel nach Rom ge
kommen, um dem Prinzen Friedrich Karl von Preußen seine Aufmerksamkeit zu be- zeigen. Der Prinz ist für Sonntag Abend zur königlichen Tafel eingeladen wor- den. Das gesammte Personal der Gesandtschaft und die Präsidenten der beiden Kammern werden zu den Gästen gehören. — Im Vatikan ist noch immer da- Thema der Wiedereröffnung des Concils auf der Tagesordnung, und zwar, wie berichtet wird, hauptsächlich in Folge des Druckes der auswärtigen eifrigen Vor« kämpfer des UltramontanismuS, welchen es bange wird um den langsam, aber fieber wirkenden Einfluß, den die neue politische Ordnung Italiens auf die Snm« ....... ~ ..... .....Das politisch- religiöse
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Rovl, 2 jui'aiiiinkngeltti stlbe güettn/ nannte Blatt, liegt auf M < unt) den M'
bürgermeisters aufzustellen. , ,
Kiel, 26. Febr. Laut Verfügung der Admiralität sollen von letzt ab die Marine Abtheilungen den Titel „Kaiserliche Marine" führen.
Chemnitz, 22. Febr. In heutiger Stadtverordneten - Sitzung brachten dre Herren Reitz und Nowack folgenden Antrag ein: „Das Collegium wolle den Fürsten Bismarck zum Ehrenbürger unserer Stadt ernennen und den Rath zum Beitritt hierzu ersuchen." Der Antrag wurde einstimmig unterstützt und einstimmig zum Beschluß erhoben. Die Antragsteller betonten, wie Bismarck alle Gerüchte über eine nach dem großen Kriege eintretenve Reaction, trotzdem von allen Seiten die Feinde innerhalb Deutschlands wie Pilze emporgeschoffen, zu Nichte gemacht. Je zahlreicher seine Feinde aus dem welfischen und römischen Lager hervorträten, desto dringender und nothwendiger müßten für ihn zustimmende Kungebungen^ftin.
Stuttgart, 27. Februar. In der gestrigen Abendsitzung der Abgeordneten« kammer wurde der Commissionsantrag auf Vereinigung des Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten mit einem anderen Ministerium mit 62 gegen 14 Stimmen angenommen. ‘ „
München, 28. Febr. In der königlichen Münze dahier ist die Prägung von Reichsgoldmünzen schon weit vorgeschritten und es liegt von denselben eine bedeutende Summe zur Ausgabe bereit. Doch werden in letzterer Beziehung noch nähere Weisungen des Reichskanzlcr-Amtes erwartet. (Schw. M.)
Straßburg, 26. Febr. Die officielle „Straßb. Zeitung" schreibt: „Vielseitigen Anfragen zu genügen, theilen wir hierdurch noch einmal mit, daß die« jenigen Bewohner von Elsaß-Lothringen, welche vor dem 1. Januar 1851 geboren sind, in keiner Weise, weder als Reserve noch <zls Landwehr, zum Militär- dienste werden herangezogen werden." — Die festgestellte Gesammtsumme der Ent- schävigungen für Neubreisach beläuft sich auf 2,269,568 Fr. 14 Cent., und zwar 1,362,398 Fr. 14 Cent, für Jmmobiliarschaden und 907,170 Fr. für Mobiliar-
Paris 26. Frbr. Der „Jndevendance beige" wird über die Stimmung in Paris geschrieben: „Unklare Besorgnisse, dumpfe Gerüchte von Staatsstreichen, unerklärte und doch nur zu erklärbare Furcht vor der nächsten Zukunft, dringen- ves Verlangen nach Ruhe und Wiederaufnahme der Arbeit, der Production und des Wohlstandes, das ist es, was gegenwärtig Vie Mehrzahl der Franzosen oder vielmehr des ganzen Landes erfüllt. Das Verlangen, die Arbeit der Herstellung in Angriff zu nehmen, wird durch die Keckheit ver Ränkeschmiede und durch die Umtriebe der selbstsüchtigen Parteien gelähmt." An das Gelingen der bonapar- tiftischen Wühlereien glaubt Vieser Berichterstatter nicht; „denn besoldete Journalisten, Kammerherren ohne Amt, Aemterfager auf Halbsold, verschuldete Abenteurer, einioe Polizeileute auf der Gaffe, einige Frauenzimmer, welche sich vor sittliche- ren Zuständen fürchten: das ist der Generalstab dieser Partei, wenn eS nicht dre ganze Partei ist. . . . Einer der alten Stammgäste des Casö de la Paix auf oem Boulevard der Insel Elba, des jetzigen bonapartistischen Hauptquartiers, em Mann, der einen in d>r Partei bekannten Namen führt, machte kürzlich Vie cynische Aeußerung: Frankreich wird uns wieder nehmen, weil wir verderbt-genug für
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vom 1. April 1872 an, zu ernennen. j
Berlin 28. Febr. Aus den letzten Tagen der Muhler schen Leitung des Ministeriums 'für geistliche, Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten erfährt die , K. ß." noch folgenden interessanten Vorgang. Wie man sich erinnern wrrd, , hatten dre Professoren Virchow, Langenbeck und Martin ihre Entlassung aus ver wissmschasrlichen Commission des Ministeriums verlangt. Herr v. Muhler trat diesen Anträgen entgegen und richtet an V'.rchow ein sehr höfliches, an feine beiten Kollegen indessen ziemlich schroffe Briefe, wobei ihm das kleine Malheur pafürte, die Briescouverts zu verwechseln und wider Willen dem Geheimen Rath Martin den höflichen und dem Professor Virchow den groben Brief zuzusenden. Ber Sr. Majestät dem Kaiser aber hat Herr v. Mühler sich wohl gehütet, die Entlaffungs- gesuche der Herren v. Langenbeck und Martin zu präsentiren, da er diese für per- sönae gratae angesehen haben mochte, dagegen nahm er keinen Anstand, daS Entlaffungsgesuch Virchow's dem Kaiser zu unterbreiten. Es rst inzwischen tn Vieser Angelegenheit eine allerhöchste Entscheidung bis jetzt nicht erfolgt, vielmehr hört muri, daß S»'. Majestät der Kaiser die ganze Angelegenheit zur Berichter- stattuug an das CultuSministerium zurückgegeben hat, und es steht zu erwarten, daß das Ganze unter den jetzigen Verhältnissen in erwünschter Werse unter Erhaltung ver ausgezeichneten wissenschaftlichen Autoritäten geordnet werden wird, deren Verlust «lS Mitglieder der wichtigen Commission einer der schwersten Schaven der Mühler'schen Verwaltung zu werden drohte.
Der Justizmimster Dr. Leonhardt befindet sich in fortschreitender Besserung. Derselbe soll, sobald eS sein Zustand irgendwie gestattet, eine Reise in den Süden antreten. An die Wiederaufnahme seiner Arbeiten ist wohl auf lange Zeit hin nicht zu denken. Unter diesen Umständen wird die Leitung der Vorarbeiten für die ReichSjustiz-Gesetzgebung, welcher sich Her . Dr. Leonhardt mit so großem Eifer unterzogen hat, wohl definitiv in andere Hände übergehen.
Berlin, 29. Febr. Dem Vernehmen nach beschlossen die Stadtverordneten bei einer gestern stattgefundenen vertraulichen Besprechung, den Oberbürgermeister Winter in Danzig als alleinigen Canvidaten für den Posten eines hiesigen Oder«
Deutschland.
Nom Voaelsbera schreibt man ter „Fkft. Pr.": Die $=ti>mlun3en 4wi- ' schen Berlin unt> Darmstakt wegen Errichtung emes deutschen Remunte-DepotS bei Ulrichstein scheinen zu Gunsten unseres Gebirges zu verlauten, inkcm in diesen Tagen die hejsischeu Forstbehörden die Weisung erhielten, die ,ur 1872 »otse- scheuen Waldculturarbeitcn in dem Theile des OberwaldeS, wo die Weideplätze der Pferve sich find-n, nicht in Angriff zu nehmen. ,
Darmstadt 27. Februar. Die Abgeordnetenkammer bewilligte die Besol- dungScrdöhunger/ der Beamten mit 25 gegen 20 Stimmen nach Maßgabe der Regierungsvorlage und ersuchte die Regierung um d.e Vorlegung eine« vermin- te,lca Darmstadc^29. Febr. Sein« Königliche Hoheit der Großherzog haben Alleranädigst geruht: am 15. Februar den ersten coangelischen Stadtpsarrer zu Darmstadt, Geheimen Oberconststorialrath Dr. Georg Rinck, in seiner Eigenschaft als Mitglied und Rath des Oberconflstoriums, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen, treuen und erspricßüch-n Dienste, >n den Ruhestand zu versetzen: am 26. Februar den außerordentlichen Professor in der lurlstrsrten Faeultat ber Königlich Preußischen Universität zu Berlin, Dr. Ernst Eck, zum ordentlichen Professor in der juristischen Fakultät ber Landes-Uaiv-rsttat, mit Wirkung
1 01 Porig 26. Februar. Man spielt in Antwerpen Versteckens und läßt über die Intentionen des „Königs" die widersprechendsten Telegramme ausbreiten; Thier« versteht jedoch keinen Spaß und die Designirung Fournier's jur den Bot- schasterposten am italienischen Hofe in Rom gilt als die Antwort des CH-sS der Executive auf die Pilger für den „König" und den Papst. Fournier ist gegenwärtig in Stockholm beglaubigt. Die Solidarität der beiden Restaurationen de« Königthums von Gotte« Gnaden und der weltlichen Papstmacht hat, wie der .Jndependance beige" mitgetheilt wirk, mehr Mißtrauen h-rvorgcrufen, als die Pilgerfahrt der Clerikalen und Legitimisten al« solche: auch die besonneneren Royaltsten merken jetzt, daß da« Geling n der monarchischen Proj.cte zugleich V-rwicklungen Frankreich« in auswärtige Händel nach sich ziehen würde. In der Armee aber soll kaum ein Projekt so unpopulär sein, al« eine RestaurationS- Expedition nach Rom. Die demokratischen Organe in Frankreich »erlangen Hefti- ger al« je Befeitigung de« CoocvrdatS unb was sie „gegenseitige Unabhängigkeit zwischen Kirche und Staat" nennen. E» herrscht in der französischen Presse über kiese Fragen noch groß- Unklarheit, aber große Einmüthigkeit in ver Forkcrung, baß etwa« geschehen müsse, ba e« nicht mehr svrtgehen bursc, wie unter dcn> Kaiserthum, dessen Ursprung und Entwicklung es mit sich brachte, daß -S dem französischen Episkopate unü Ver Curie gegenüber keine selbsistänvige Politik befolgen ober vielmehr erlangen konnte. Napoleon III- hatte zwar in dem Briefe an Evgar Ney ein Programm aufgestellt, aber nicht ven Muth seiner Uebcrzeugung. Um so thörichter ist eS, Vaß vie Legitimisten unb Clerikalen Thiers jetzt zwinge», voran zu gehen, währenv auch er gern laviren möchte.
Paris, 27. Febr. Thiers weigerte sich, eine Deputation, welche die Ein- führung von Spitt-Anstalten befürworten wollte, zu empfangen. Derselbe erklärte, niemals seine Genehmigung hierzu zu ertheilen.
Versailles, 27. Febr. Die Commission für ven VolkSschul - Unterricht Hal den obligatorischen Schulbesuch verworfen. — Ein Brief Barthelemy St.Hilaire S erneuert im Namen Thiers' Vie Versicherung, vaß Verselbe an Ver Republik feg- balten werbe. Alle seine Bemühungen hätten biefen Zweck im Auge. Der ber Nationalversammlung vorgelegte Gesetzentwurf Lefranc'S werbe aller Wahrschem- ttchkeit nach nicht Vie einzige vahin zielenbe Maßregel fein.
Versailles, 28. Febr. In ber heutigen Sitzung ber Nationalversammlung fanb Vie Berathung Ves Antrags auf Wahl einer Commission statt, welche Die Mittel zur schleunigeren Befreiung ves noch occupirten französischen Gebietes au6- findig machen soll. Der Antrag wurve von bem Minister ves Innern in Ueber- einstimmung mit der Commission bekämpft. Derselbe führte aus , M tionalversammlung unb Regierung keinem Fehlschlag aussetzen dürfen. Ein solcher könnte noch verhängnißvoll werben. Die wahre Nationalsubscription sei eine Am leihe; damit habe man schon einmal reüssirt. Dieselbe werde spater abermals gelingen unb Frankreich bie Unterstützung von ganz Europa verschaffen. Der Aw trag würbe hierauf von der Versammlung abgelehnt.
wollte!"
Innsbruck, 23. Febr. Einem Briese ver „Germania" entnehmen wir folgende Angaben: Wie ziemlich sicher verlautet, ist bie Frage, ob Vie Jesuiten ferner Vie theologischen Lehrstühle hier behalten sollen, ber Entscheibung nahe. Als bestimmt würbe mir mitgetheilt, daß eine Verbesserung des Gehaltes ber Professoren ver Theologie beschlossen sei. Nach bem Vertrage, den bie Regierung mit bem Orden eingegangen war unb ber mit diesem Jahre abgelaufen ist, bezogen bie neuen Professoren zusammen die Summe von 8000 Gulden. Die beschlossene ----------
Aufbesserung soll 4000 Gulden betragen. Daß ber Kaiser dem Orden gewogen mung ber ital.enUchen Cardinale unb Bischöfe auSuot.
sei, unterliegt keinem Zweifel. Der Landes - Ausschuß, welcher die medicinische Kriegsfeuer mit neuem Brandstoffe zu nähren, dazu gäbe es gew ß raum end
Facultät erhält, hat sich sehr bestimmt dahin ausgesprochen, baß er diese Fakultät eigneten- Mittel, als em außerhalb haltens fortgesetztes ConcU. Man rz -


