Ausgabe 
31.10.1871
 
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tbätiakcit erwartend, die sich in einer großen und ernsten Zeit glänzend bewährte.

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DemTageblatt" zufolge haben heute früh die Ar-

über die betreffende Stelle allgemein für sehr gefährlich zu halten.

verschafft. _______________________

Darmstadt, 26. Oct. In unserem Bericht über den Brand des Hoftheater­erwähnten wir einer Beobachtung, die uns noch einer nachträglichen Erklärung werth zu sein scheint. Wir bemerkten, daß aus dem brennenden Dachstuhl fort* dauernd weiße und bläulich-weiße Flammen schlugen. Dieselben rührten, wie sich jetzt herausgestellt hat, von der Oxydation des Zinks her, aus welchem das große Wasserreservoir im Dachstuhl angefertigt war. Das furchtbare Flammfeuer ver­wandelte den größten Theil des Zinks in Zinkoxyd, das den Alchemisten unter dem Namen lana philosophica (Phtlofophenwolle) bekannte chemische Präparat, mit dessen Entstehung bekanntlich eine lebhafte Lufterscheinung verbunden ist. Der Zn- Halt des Wasserreservoirs verursachte, als er in die Tiefe stürzte, weithin furcht­bare Detonationen. Erwähnung verdient, daß sich unter den verbrannten Znstru- menten die drei Eontrabäffe befanden, darunter auch derjenige, welchen sich der verstorbene Contrabassist August Müller vom Instrumentenmacher Diehl dahier erbauen ließ. Es war ein vorzügliches Instrument, dessen Verlust sehr beklagt wird, ein Zrrthum ist es aber, wenn man dasselbe mit dem berühmten Contrabaß, welcher den großen Künstler auf allen feinen Kunstreisen begleitete, verwechselt. Derselbe befindet sich, wie wir vernehmen, noch in dem Besitze seiner Familie. Auch zwei vorzügliche Pauken, welche das Orchester erst kürzlich zu dem Preise von 900 Gulden acquirirte, wurden ein Opfer der Flammen.

Fulda, 27. Oct. Heute Morgen entgleiste der Tender des ersten Personen­zuges auf der Strecke Fulda-Großenlüder der oberhessischen Eisenbahn, ein an dieser Stelle (dem hohen Fulda-Damm bei Horas) neuerdings nicht mehr seltener Unfall. Da man auf dieser Strecke sehr langsam zu fahren gewohnt ist, so ist außer einer beträchtlichen Zugverspätung, welche den einzigen Passagier betraf, kein weiteres Unglück zu beklagen. Das Publikum beginnt übrigens die Passage

Hohenwart zusammenhängen. Alle diesbezüglichen bisherigen Gerüchte sind un­begründet.

Pesth, 28. Oct. Im Unterhaus interpellirt Helfy (äußerste Linke) den Ministerpräsidenten Grafen Andrassy, ob es wahr fei, daß er feinen Einfluß dazu geltend mache, um die Bewilligung der Forderungen des böhmischen Landtags zu verhindern und womit er dieses mit den Interessen und Gesetzen Ungarns unver- einbarliche Vorgehen motivire.

Bern, 27. Oct. Die französische Regierung ließ die Mittheilung hierher gelangen, daß sie für jetzt nur eine Abschlagzahlung von 3 Millionen Francs aus die Znternirungskosten in Raten von 500,000 Francs leisten werde.

Nom, 27. Oct. Der Papst bedauert in einer Allocution den gegenwärtigen Stand der Dinge, weist neuerdings die Garantie zurück, beklagt den Attkatholiken- congreß und erklärt, alle erledigten Bischofssitze in Italien wieder besetzen zu wollen. Hierauf ernannte der Papst 55 Bischöfe, darunter 11 ausländische.

Rom, 27. Oct. Die päpstliche Allocution wendet sich auch gegen die Ver­worfenheit und gottlose Kühnheit Derer, die in gotteslästerlichen Versammlungen und Schriften das volle Richteramt und das unfehlbare Lehramt des PapsteS leugnen und die Autorität des Eoncils angreifen, als wären feine Decrete neu und staatsgefährlich. Der Papst beklagt, daß an gewissen Orten selbst die Staats- leiter die neuen Sectirer öffentlich schützen und durch ihre Gunst kräftigen.

Newyork, 27. Oct. Hierher gelangten Nachrichten aus Mexico zufolge hat dort unter den. Truppen eine Empörung ftattgesunden. Etwa 400 Soldaten nahmen die Citadelle durch einen Handstreich und befreiten 800 Gefangene. Der übrige Theil der Garnison schloß sich jedoch den Aufrührern nicht an, ging viel­mehr gegen dieselbe vor und eroberte die Citadelle mit Sturm zurück. 250 In- surgentcli wurden erschossen.

Mel), 25. Oct. DieAllg. Militär-Zeitung" schreibt: Wir haben über die beabsichtigten Festungsbauten in Metz Erkundigungen eingezogen und Folgen- des als zuverlässig erfahren : Die Fons St. Quentin, Plappeville und Quelen sind so flüchtig von den Franzosen ausgeführt worden, daß zum Theil noch jetzt an ihnen ausgebaut und ausgebeffert wird. Die Franzosen Haden nicht nur m der Ausführung, sondern auch in der Anlage gefehlt, bei welcher nicht immer Rücksicht auf gegenseitige Deckung genommen worden, so daß also noch viel zu thun übrig ble-bt, um Metz zu dem zu machen, sür was eS früher immer gegolten hat: zu einer sehr starken Festung. Es scheint nun gewiß zu fein, daß schon in aller Kürze das Erforderliche geschehen soll, um Metz (ebenso wie Straßburg) allen Anforde­rungen der Gegenwart entsprechend zu verstärken; die Verwandlung der französischen Namen der Forts in deutsche soll in aller Kürze bevorst-hen.

Wien, 28. Oct. Graf Andrassy ist hier eingetroffen. Gut unterrlchteten srthHfcnnifnlüt ist Slns.mst aus besondere Berufung des Kaisers erfolgt und dürfte mit der Frage betreffs der Ernennung des Nachfolgers des Grafen

Humanität als orgamstrtr Macht in tiefer Weife zum ersten Mal in unser nitto- ,a(,8 Leben einführte. Hier ist ihr eine bleibende Stätte gesichert, hier wirv sie «n die Erfahrungen des Krieges Vie Aufgaben de» Friedens knüpfen, um jenen Sinn, der Schwere« trägt und Großes fchafft, fortzupflanzen als Erbtbeil der stukunft. Allerdings gibt es Fälle, in Denen das Helfen recht eigentlich Bedürfnis pes Einzelnen ist, dagegen gewährt da« Bewußtsein, vereint auf die Dauer und umfassend helfen zu können, wo geholfen werden muß, stets eine Bürgschaft den Erwartungen gegenüber, welche das Vaterland an uns zu stellen berechtigt ist. Wäre eine vollständige Uebersicht zu schaffen über die Leistungen der Humanität !i« vorigen Jahre, so würde sie neben der Spende de« Reichen die Gabe Des Armen al« nicht minder werthvoll verzeichnen, die Sorge für Freund und Feind, die aufopfernde Pflege und Hingebung unter allen Formen und Gestalten, die :eigebige Betheiligung der Deutschen in den fernsten Welttheilen un« wieder ver- t gegenwärtigen. Aber die Erinnerung de« Erlebten, die sich im rothen Kreuz al« i Symbol der Humanität verkörpert, sie ist für uns Alle genügend, um den Etser > für die gute Sache warm zu erhalten, und es ist zunächst die Aufgabe diese« . Beren-tages, auf der Selbstständigkeit der Einzelvereine die Einheitlichkeit de«

Ges-mmtverbande« stützend, practifche Vorschläge zu einer erweiterten und nie

Die Ersparnisse, welche Frankreich als Consequenz der Erfolge des Herrn Pouyer- Quertier in Berlin und in Folge de« neuen Finanzvertrage« mit Deutschland zu machen in der Lage ist. 1) Ersparniß an Commission an Bankhäuser für Die Garantie Der 650 Millionen mit 9 Millionen Franes; 2) Ersparniß Der täglichen Ration von 30,000 Mann unD 12,000 Pferden al« Ergcbmß Der Herabsetzung des Effectivstandes Der Orcupationearmee mit 15 Millionen; 3) Ersparniß Durch die Herabsetzung Der Unterhaltungskosten Der in Frankreich verbleibenden Truppen mit 4 Millionen; 4) Erlparniß an Quartier, Heizung unD Beleuchtung und Bei­hilfe zur Nahrung in Den sechs geräumten Departement« mit 10 Millionen; 5) Ersparniß an Bankeommission von l'/r pCt. für 160 Millionen, Die man Den Banquier« hätte zahlen müssen, wenn discomptirbare Wechsel an Deutschland ge­geben worden wären, mit 10 Millionen. In Summa 47 Millionen, von denen man jedoch billigerweise 2 Millionen abziehen muß, welche die Interessen für Die yJi(IF['-tlSu<l^ct,luln(,%eriini1t'eine Ersparniß von rund Xi> Millionen Franc«

71'1 w-, sranröüscktn Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere in der deutschen und beiter in 20 größeren Fab-iken die Arbeit eingestellt, unter Anderem rn der sachfi" enalischen Sprache und Wissenschaft es bis zu der Kenntniß gebracht haben, die scheu Maschinenfabrik, bei Joh. Zimmermann, F. Schellenberg, Theov. Wiede, ihnen bei Den Deutschen J stark imponir. ha, daß sie Die Hauptursache ihrer Lauch Schons befürcht?».

eTner g"rcfeen Finanzgruppe in Pari«,Paris Journal", an Gefordert wird zehnstündige Arbeitszeit und Vergütung der Ueberstunden mit Deren Spitze Herr Soubepran steht,bringt folgendi। summarische Ausstellung über 25 Procent. Militär.-stei.una« schreibt: Wir haben über

Chicago, 26. Oktober. Der Bürgermeister der Stadt hat, wie die hiesigen

........_____ ______ ... , , . , . , Blätter melden, nach Berlin folgendes Telegramm an den amerikanischen Consul Berlin, 24. Oct. Ihre Majestät die Kaiserin-Königin hat an den deutschen ^Kreismann gerichtet:Ich erhalte soeben Ihre Depesche über die Absendung weite- Vereinstag in Berlin folgendes Schreiben gerichtet: rer 10,000 Dollars für unsere Stadt. Daß der Himmel den Kaiser, den Kron-

Mit warmer Theilnahme und aufrichtiger Freude begrüße Ich den ersten!prinzcn und Berlin segnen möge, ist das innige Gebet unserer schwer heimgcsuchten Vereinstag der gesummten deutschen Pflegevereine und der ihnen verwandten deut-!Bevölkerung."

Deutschen o gern na^,^g.».., ---.

Köpfen verwirklicht werben wird. Denn auch die Halbwisserei hat ihre Gefahren,Preußen wie die Unwissenheit; jedenfalls wirv noch viel Wasser den Rhein hmabfließen,. Chemmy, 28. Oct. bis die französischen Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere

....... hl, Grfaif umaabin war Rouher Der Einzige, Der b« fd>en Frouenvereine, zuversichtlich eine gebeihliche Fortentwickelung jener Verelns-

zu°letzt"«on einem Kriege gegen D^ifchla^Dabrinh. letzten Dieft Thä'igke.'t"Zty* nur ttöstiich^Seitt"be- opferreichen Kriege«, sie

Der Dünkel, baß Die Kenntniß Der französischen Sprache Da« SluDtum fr mDcr r Sprachen überflüssig mache, hat sich gerächt: man war auch Den wtssenfcha tlichen i Fortschritte» De« Au«lanDe« sremD geblieben. Wtr haben bereits gemelDet, Daß Der Kriegsminister Den Offizieren unD Regimentsschulen da« Erlernen Der Deutschen Sprache zur Pflicht gemacht hat. Auch Der Unterrichtsminister hat zetzt neue An- oronungen zur Verbreitung Der Kenntniß Der neueren Sprachen, unD sesonDers Der deutschen unD englischen, getroffen; man sinDet namentlich, Daß Die lebenben spra- chen zu sehr nach Art Der tobten gelehrt unD mehr theoretisch als Praktisch betrie­ben würben; jetzt soll vorzüglich Die Conversaüon geübt unD zunächst auf Reich- zhum an Wörtern gesehen werben unD Daran sich Die Grammatik schließen, man| will statt langjähriger schrittweiser L.hecurse Dienatürliche Methode' anwenben: st mündlich Wörter auswenbig lernen lassen. Dann lefen lehren unD ,o stufen­weise voranschceiten. Die au« Deutschlanb heimgekehrten Otfiztere, so schmeichelt man sich wenigstens, reden Da6 Deutsche entweder bereits mit Leichtigkeit, oder sie werden e« doch leicht lernen, ebenso Die Unteroffiziere unD SolDaten; Daher sollten in Den Schulen praktische EonoersationScurse, mit Hilft eines Vokabularium» und eine« speciellen ConversationSsührers, Dsn jeDer Schüler sich ansch°ff-n soll, ge­halten wcrDen; als Hauptzweck aber ist Die rasche Verbreitung alle« dessen, was

Mlige meiner Anzeiger

Besondere Bekanntmachungen. Oeffentliche Bekanntmachung.

4515) Jacob Albach von Dorf-Gill ist durch Verfügung Großherzoglichen Hof­gerichts der Provinz Oberhessen als Ver­schwender unter Curatel gestellt und heute A d a m A l b a ch von da als Curator dessel­ben verflichtet worden. Es wird dieses mit dem Anfügen hierdurch zur öffentlichen

Kenntniß gebracht, daß Rechtsgeschäfte mit Jacob Albach von nun an nur mit Ein­willigung des bestellten Curators rechts­verbindlich abgeschlossen werden können.

Lich, den 19. September 1871.

Großherzogliches Landgericht Lich. Dr. Koch, Landgr. Assessor.

4518) Bei der Kasse der Grobherzoglichen 'Landes-Universität werden bis Ende l. I.

103,000 fZ. zu Eapitalanlagen disponibel? Diese Summe wird in Beträgen von jeder beliebigen Größe gegen gerichtliche Sicherheit ausgeliehen, und können hierauf Reflectirende sich zu jeder Zeit bet der unter­zeichneten Stelle anmelden.

Gießen, im October 1871.

Großherzogliches Universitäts - Rentamt- Schmidt.

Die Spar- und Leihkaffe zu Lich betreffend.

4629) Zu der nach Beschluß der Haupt- Versammlung vom 10. August d. I. zusam- menberufenden weiteren Haupt-Versamm­lung, welche den Modus der Liquidation festsetzen soll, werden bicrmit alle Mitglie­der und, die Rechte der Mitglieder besitzenden, Gläubiger der hiesigen Spar- und Lech- kasse auf

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für die Hospitalen l forderlich werdenden

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M Dienstag den 3! folgender ' Vormittags von bald mittags von 2 verden in der Zeugh 1000 Stück noch sehr i teppiche, sowie eine Pa tzchornsteinhüte, geger lung versteigert, wobei f die Mteppiche nicht in zaretben waren.

Die Großherzogticke der Umgegend werden Steigerung im Jnteres auf ortsübliche Weise lassen.

Gießen, den 25. Oct Großherrogliche G Kalb Stabsquo

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