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PretS vlecteljLhrig 1 fl. 12 ft. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 ff. 27 kr.

Gießener Anzeiger.

Erscheint täglich, mit Aus nähme MontagS.

Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Archen.

Nr. 201 Donnerstag den 31. August 1871.

TT' " " " 'n "" werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzleiberg B-1, als auch

Bestellungen uns den Wrestener Mnzeeger bei allen Post-Expeditionen und dm Land-Poftboten mtgegm genommen.

Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Erpedition abholen lassen, crbalten denselben für den Monat September zu 20 kr.

Amtlicher Theil.

B e k a n n t m a ch u n g.

(3523)

v.

ß Binamann zu Sich hat die seither für die Hauptagentur Joseph Strigler's Wittwe in Mainz geführte Unteragentnr zur Beförderung non Auswanderern niedcrgelegt. Ansprüche an denselben ans seiner deßfallsigen Geschäftsführung sind daher binnen sechs Monaten vom ersten Erscheinen dieser B kanntmaänma in der Darmstädter Zeitung an gerichtlich geltend zu machen und hierorts anzuzeigeu, widrigenfalls die gestellte Caution nur für d,e aus Lr Uebernahme eiuer anderweitigen Unteragentur entspringenden Verbindlichkeiten des H. C. Bingmann als haftbar betrachtet wird.

Gießen, den 11. August 1871. - Großherzogliches Krelsamt Gießen.

v Starck.

Politischer Theil.

30. August.

x Xniit wrÄent zu haben glaubt. Den Franzosen Wie in der Angelegenheit wegen derL.gue de la Deltvrance' «ras geschick gebeugt ist, ch n-ute beseelt wäre unmöglich. Nur vaS Eine so hat in einer andern Sache ThierS selbst und zwar unaufgefoidert und ohne

jenen Rachetrteb zu neh , / f/oenb eines von den Mitteln, aus äußere Nöthigung es für angemessen gesunden, einer als legal bekannten deut-

mochte man sie och i eni juru? 9 -, Wahrscheinlichkeit gewährt, ihre scheu Reclamation gerecht zu werden. In seinen Auslassungen über die Ursachen

welche sie sich zu v ff sch / S ^xmu nach dem heute vorgeschla- der Revolution vom 18. März, die er der Commission ^r Nationalversammlung Ziele zu verwlr ich g ! erfordern, und Niemand kann in längerer Rede gegeben, nahm er auch Bezug auf die Trochu sche Anschuldigung,

genen Plane wird wenigstens acht bis zehn M /qo oern, uno jiic« h «« Commune die Hand im Spiele gehabt.Was man auch

hazp 90,000 Gulden Steuerrückstände nicht zahlen wollte.

Wie in der Angelegenheit wegen derLigue de la Delivrance" Graf Remnfat,

Übung dieser Rechte fern gehalten oder dieses Recht durch feine Vertreter nur mit chweren Bedenken und unter bestimmten Rcchtsverwahrungen ausgeübt. Dadurch onnte leider nicht verhindert werden, daß Gesetze in Wirksamkeit traten, welche die Rechte der Königreiche und Länder tief verletzen, den ausgesprochenen Wünschen und Erwartungen widerstreben, und dem religiösen Gefühle der Völker geradezu Hohn sprechen. So ist es gekommen, daß die sonstige Eintracht unter den viel- stämmigen Völkern Oesterreichs verschwunden, in den Beziehungen zwischen Kirche und Staat ein tiefgehender und verhängmßvoller Zwiespalt eingetreten und nun­mehr überreicher Anlaß zu dem allgemeinen Nvthrufe vorhanden ist:So kann es nicht bleiben, es muffen andere Wege eingeschlagen werden!" Lauter und drin­gender als je ertönt aus allen vaterländischen Gauen der Ruf nach einer Umge­staltung der Verfassung, welche in unparteiischer Gerechtigkeit Gott und der Kirche gibt, was Gottes und der Kirche ist, dem Kaiser, was des Kaisers, den Ländern, was der Länder ist. Dieser Rus ist bis zu den Stufen des Thrones gedrungen, und nicht vergebens. Nachdem die erst im vorigen Jahre gewählten Abgeordneten in ihrer größeren Mehrheit den Ausgleichsbestrebungen des Ministeriums feindlich entgegentraten, fand sich dos Ministerium gezwungen, solche Abgeordnete abermals nach Haufe zu schicken und neue Wahlen auszuschrelben. Will man die gegen­wärtigen Landtagewahlen eine Wahlschlacht nennen, so soll unser Schlachtruf und Losungswort lauten:Für Gott und unseren Glauben, für Kaiser und Vater­land !" also nicht für denStaat ohne Gott"; nicht für Ehe, Familie und Schule ohne Glauben und Confesston; nicht für einen Herrscher außer Oesterreichs Grenzen, sondern für den angestammten geliebten Kaiser aus Habsburgs Hause; nicht für ein unbestimmtes Vaterland der Zukunft, sondern für unser altes, herrliches Vater- land, für unser Oesterreich, an Siegen und an Ehren reich!

DieN. Fr. Pr." schreibt: Die Exmission der deutschen Beamten aus den zu slavistrenden Provinzen hat begonnen. Wie das Amtsblatt meldet, ist der Vice- Präsident der böhmischen FinanzlandeSdirection, Freiherr v. Schröckinger, nach Nicderösterreich versetzt worden. Herr v. Schröckinger ist bekanntlich den Czechen deshalb verhaßt, weil er die czechischen Blätter, welche seit Jahren die Zahlung

1 der Jnseratensteuer verweigern das heißt so ziemlich alle Czechenblärter, ' unter Sequester stellen ließ. Der Vorgang erinnert stark an die Urfachc der 1 Helcredi'schen VerfossungSsistirung, deren Hauptmotiv war, daß Graf Paul Ester-

doß Preußen bei der Commune die Hand im Spiele gehabt. - sagen möge, bemerkt ungefähr Herr Thiers, ich glaube nicht, daß die Hand der Preußen bei diesen Ereignissen irgendwie im Spiele war. Sie haben uns im Gegentheil geholfen, den Ausstund zu bezwingen, indem sie uns vor der bestimmten Zeit gestatteten, eine große Zahl unserer in Deutschland gefangenen Soldaten nach Frankreich zuruckzuführen. Auf diese Weife allein konnte die Armee bis auf 130150,000 Mann vermehrt werden." Herr Thiers hätte im Uebrigen hinzu- sugen können, daß diese letztere Ziffer selbst als im direkten Widerspruche mit den Bestimmungen der Versailler Präliminarien vom 26. Februar erst erreicht werden konnte, nachdem die deutschen Staatsmänner eingewilligt, die betreffenden Paragraphen außer Wirksamkeit zu setzen; er hätte ferner erwähnen können, daß zu zwei verschiedenen Malen, als die Belagerungsarbeiten der Versailler nicht vor­rückten, der Regierung die directe Hilfe und Unterstützung der deutschen Truppen * gegen die Insurgenten angebotcn worden war, eine Unterstützung, die nur des schlechten Eindruckes wegen nicht angenommen werden konnte, den im ganzen Lande l mit ostensibler Hilfeleistung der Fremden hatte

Die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Frankreich wird von der Times" in einer eingehenden Betrachtung erörtert, worin das leitende Blatt zu dem Schluffe kommt, daß nach den Erfahrungen der Vergangenheit die strengste ! Anwendung des Grundsatzes nach der preußischen Einrichtung voraussichtlich auf sehr bedeutende Schwierigkeiten stoßen, aber selbst dann, wenn sie wirklich durch» geführt werden sollte, kaum dieselben Ergebnisse erzielen werde, wie in Deutsch­land. Wir zweifeln heißt es in dem Artikel unter Anderem, ob das System der Stellvertretung in der französischen Armee ganz und gar abgejchasst werden wird oder kann und ob nicht trotz allem, was über die allgemeine Wehr- pflicht geredet worden ist, eine Ausnahme, wie sie in der italienischen Wehrve - faffuna besteht, nämlich durch Wahl zwischen dem Dienste in der Armee Mr Reserve, schließlich vor den Augen der französischen Gesetzgebung Gnade finden wird Die Anstrengung aller Hilfsquellen des Landes, welche unter den Anforde- runacn des preußischen Systems nöthig wird, ist zu stark für eine italienische oder französische Bevölkerung. Der pairioiische Trieb der preußischen Volkes und der eiserne Wille seiner Herrscher haben im Norden Deutschland« zuwege gebracht, wa« man immer noch al« ein Phänomen betrachten darf. Die Preußen fuhren e« aus und leben dabei, allein die Anwendung des gleichen Grundsatzes in Frank­reich wird auf viel ernstere Hindernisse stoßen, als das Comite der Nationalver- sammlung vorauszusehen vermag. Sein System ist außerdem noch eine V er sch ar- funa der größten Uebelstänbe de« preußischen System«, weil die Mannschaften ihre Dienstzeit mit vierzährigem Dienst im stehenden Heere beginnen sollen, wahrend in Pikvßen ursprünglich eine zweijährige Dienstzeit im stehenden Heere galt und die Verlängerung auf drei Jahre noch heute als eine Härte empfunden wird. Wir tragen kein Bedenken, zu behaupten, daß nicht nur die Einführung ter allgemeinen Wehrpflicht in Frankreich sich al« ein äußerst schwieriges Unternehmen erweisen wird, sondern daß, selbst wenn die Sache durchgeht, die Ergebnisse, welche man sich von ihr verspricht, nicht alle sich verwirklichen werden.- Ganz sicher^wird da« nicht geschehen, bi« da« französische Volk, wie da« preußische, au« seinen Sch'cksa «- schläaen sich zu dem Geiste der Ordnung und den Gewohnheiten ter DiSeiplin erbeben wird, welche stet« mehr bei den Germanen als bei den keltischen und lateinischen Stämmen zu Hause waren. Wir wissen, wie nutzlos es wäre, einem tapfern und strebsamen Volke Ergebung zu predigen, zumal wenn e« durch Miß-

vorhersehen, welche Umstände in der Zwischenzeit dazu beitragen «-erden, die Schärfe des bitteren Hasses, welcher gegenwärtig unauslöschlich scheint, zu wildern. Mittlerweile bringt der bloße Versuch Leiden, Erschöpfung und kaum weniger als Ruin. Ob Frankreich nach zehn Jahren ein Heer haben wird, welche«-durch Zahl, Material und moralische Stärke im Stande fein wird, Metz und Straß- bürg wiederzunehmen und nach Berlin zu marschiren, ist zu bezweifeln. Das.0 ur sieht fest, daß, ehe der Tag der Prüfung kommt, Frankreich einige Fr evenszahre haben wird, welche kaum weniger unglückselig sein werden als der Krieg, dessen Verluste man so angelegentlich wieder einzubringen sorgt.

DasVaterland^ veröffentlicht einen Wahlaufruf des katholischen Central- wahlcomite's für Niederösterreich, in welchem es h"ßt:

Es ist gegenwärtig in unserem Vaterlanve gar Vieles nicht fo, wie es jeder gute O.sterreicher wünschen muß. Die entschieden größere Mehrzahl °"B-w°hner 2«äÄwäi«s"««;*.w ««« I