gegensehen.
zu machen.
und in die Sclaverci abgesührt. In Schiras hat sich die Bevölkerung gegen die Erpressungen des dortigen Gouverneurs Jemin-ed-Daole, eines Sohnes des Schah, mit bewaffneter Hand aufgelehnt; in Täbris, wo der Kronprinz Muzzafyrr-ed-Din Mirza residirt, kam ähnliches vor und man verlangte ganz offen die Einsetzung des Prinzen Abbas Mirza, Bruders des Schah, der bekanntlich 20 Jahre im Exil zu Bagdad lebte und nun einer Einladung des Sultans nach Konstantinopel folgte. Unterdessen ist die Cholera in Täbris ausgebrochen und zeigen sich an der türkischen Grenze bei Solimanieh bedenkliche Fälle von Pest. (In einer der letzten Nächte wurde Täbris von einem ausgetretenen Bergstrome überschwemmt und die Hälfte der Stadt verschüttet.) — Rußland unv England haben wiederholt ihre Hilfe angeboten, allein die Negierung schlägt solche Anerbietungen aus; der Czaar bot dem Schah eine Zusammenkunft in Tiflis an, der sich dieser jedoch zu entziehen wußte und es vorzog, in den Gebirgen zu jagen. Die Bevölkerung der Residenz bereitete eine Monstrepetition an den Schah vor, um Abhilfe der unerträglichen Zustände zu erwirken. Da ersahrungsmäßig auf solche Eingaben keine Antwort erfolgte, so wandten sich die Wortführer an die auswärtigen Missionen, die aber natürlich eine solche Vermittlung ablehnen mußten. Als der Schah nun in den ersten Tagen dieses Monats aus den Mazenderaner Bergen zurückkehren sollte, wurde eine Massendemonstration in Scene gesetzt. Tausende von Weibern zogen, das Haupt mit Erve und Asche bestreut, vor die Thore der Residenz, um den Schah mit Geheul zu empfangen, wurden aber von den Prügelknechten unter einem Steinhagel vertrieben. Der Schah erachtete es unter solchen Umständen für angemessen, seinen Einzug zu verschieben und im nahen Lustschlosse Sultanietabad zu verbleiben. Gleichzeitig erschien ein Maueranschlag, daß fortan „auf Allerhöchsten Befehl" und bei Todesstrafe das Brod um den normalen Preis verkauft werden müsse. Trotzdem war in der ganzen Stadt kein Brod zu haben und die wüthende Volksmenge riß jene Placate ab und trat sie unter Verwünschungen mit Füßen. Am andern Tage ließ der zornentbrannte Schah den Vezir der Stadt
’ in Ketten schlagen, an den Schwanz eines Esels binden und in der heißen Mittagssonne barhäuptig und bloßfüßig durch die Bazare schleifen, ferner dem Oberbäckermeister . den Bauch aufschlitzen und einige Bäcker entweder in den Ofen sperren oder ihnen i Ohren und Nasen abschneiden. Die Erneute wurde dadurch zwar gestillt, aber . nicht die herrschende Noth, und so kann man einer furchtbaren Katastrophe ent-
Wir haben ein instructiveS Beispiel der letzteren Art in Frankreich vor Augen ES gibt nun bei uns Stimmen, welche einen solchen oder ähnlichen Zustand als das Zukunftsideal unserer Entwicklung ansehen. (Schluß folgt.)
-j- Die Friedens- und Freiheits-Liga, welche in dieser Woche zu Lausanne ihren fünften Congreß abhält, dürfte wohl von allen politischen Vereinen in der Welt am wenigsten dazu beitragen, unserem Erdthcil die Segnungen eines dauern- den Friedens zu Theil werden zu lassen und die freiheitlichen Institutionen unter den europäischen Nationen erheblich zu mehren, denn der Weg, der bei der heutigen Konstellation der europäischen Verhältnisse allein zu dem ersehnten Ziele führen !ann, — die Herstellung eines mächtigen, alle deutschen Volksstämme in sich ver- einigenden freien und vom Geiste echter Humanität durchwehten Gemeinwesens im Herzen Europas — ist weit entfernt, von den Männern der Friedens- und Freiheis- Liga beschritten zu werden, er wird vielmehr als ein Hinderniß für die Erfüllung ihrer vermeintlichen Mission betrachtet. Mährend alle praktischen und einsichtsvollen Staatsmänner und Politiker Deutschlands der Ueberzeugung sind, daß die Nothwendigkeit einer stets kriegsbereit unv schlagfertig vastehendeu zahlreichen Armee im deutschen Reiche ihren Grund allein in der europäischen Situation hat, und daß es daher nur mit Hülfe dieser Armee gelingen kann, diese Situation von Grund aus so zu verändern, daß allmählich eine allgemeine Entwaffnung möglich wird, sind die Führer der Friedens- und Freiheits-Liga in dem Wahne befangen, daß die Kriege in der Existenz der stehenden Heere basiren, und daß aus diesem Grunde mit ver Beseitigung derselben ver allgemeine Völkerfrieden hergestellt wer- den könne. Jene Liga ignorirt damit sowohl alle geschichtlichen wie alle thatsäch- lichen Verhältnisse der Gegenwart. Soll Europa in eine Föderation von Republiken umgewanvelt werden, so muß man sich die russische Weltmacht und mcht minder das Deutsche Weltreich als gar nicht vorhanden denken, denn, von Oesterreich ganz abgesehen, liegt doch weder für Deutschland noch für Rußland ein An- laß vor, sich zu Gunsten einer republikanischen Föderation aufzulösen. Diese beiden Reiche, die seit kaum einem Jahrhundert einen so ungeheuren Aufschwung ge- nommen haben, sollen nun mit einem Male vor Ver Phrase der Frievens- und - FreiheitS-Liga Halt machen!? Es läge ja immerhin etwas Berechtigtes in der < Forderung, Rußland über die Weichsel zurückzuwerfen, ihm Constantinopel vorzu- i enthalten unv seine Aufgabe lediglich auf die Civilisirung Asiens zu beschränken, anderseits Deutsch - Oesterreich mit Deutschland zu vereinigen und diesem die ge- 1 sammten links- und rechtS-rheinischen Territorien einzuverleiben; allein der Fehler i der Friedens- und Freiheits - Liga ist, daß sie von der gegenwärtigen Staaten- bilvung, von den gewaltigen Staatenumwälzungen ver letzten fünf Jahre und^ ven muthmaßlichen Eonsequenzen derselben ganz absieht, vaß sie ausschließlich auf der, Grundlage ver Gleichberechtigung aller europäischen Republiken den Frieden, das Völkerwohl und das Völkerglück befestigen will. Um dies zu erlangen, müßte zu- nächst die Arbeit der beiden letzten großen Kriege wieder rückgängig gemacht und eia allgemeiner europäischer Krieg heraufbeschworen werden, welcher Europa die Segnungen eines dauernden Friedens entreißen würde, den sich dieser Welttheil bei den durch die Salzburger Uebereiukunft errungenen festen Einvernehmen der beiden mitteleuropäischen Reiche ohne Zweifel auf lange Jahre hinaus zu erfreuen haben wird. Das nächste Resultat der Frievens-unv Freiheits Liga würde mithin nicht die Erhaltung und Befestigung, sondern die Zerstörung des gegenwärtigen FriebenSzustanveS in Europa fein, wie auch die freiheitlichen Bestrebungen der Liga gerave auf das Gegentheil dessen hinauslaufen müßten, was man im ge- wohnlichen Leben unter Freiheit versteht. Darüber morgen ein Näheres.
7 Die letzten aus Oesterreich nach Berlin gelangten Mittheilungen bestätigen vollkommen unsere neuliche Behauptung, vaß man in den entscheivenvcn Krelfen Wiens nicht im entferntesten daran denkt, die Politik des Grafen Hohenwart irgendwie abzuschwächen, vielmehr genießt derselbe nach wie vor das unbeviugteste Vertrauen von Seiten des österreichischen Hofes. Graf Hohenwart wird auf halbem Wege nicht stehen bleiben. Sollten diejenigen Landtage, in welchen die deutsche Versassungspartei die Mehrheit hat, sich weigern, die Wahlen zum Reichstage vorzunehmen, so würde die österreichische Regierung sich damit zu helfen wissen, daß sie directe Wahlen in den Reichstag auSschreidt. Damit würde denn die Der- sassungspartei aus allen ihren Positionen gerrängt und die Theorie des passiven Widerstandes von Neuem in ihrer ganzen Erbärmlichkeit hingestellt sein.
Zweihundert Metzer Frauen haben folgende Bittschrift an den Präsidenten
Darmstadt, 27. September. Nach der „Mainztg." haben an den beiden Wahltagen 1236 Wahlberechtigte ihre Stimmen bei den Kirchenvorstandswahlen abgegeben, also ca. 25 pCt. aller Berechtigten. Der Sieg der Liste des Protestantenvereins ist als gesichert zu betrachten.
t Berlin, 27. September. Mehrere Wiener Blätter bringen die auffällige Nachricht, der Veranstalter des Audo da Fe auf der hohen Salve, der österreichische Erzherzog Karl Ludwig, sei am 23. in Berlin eingetroffen unv im königl. Schlosse abgestiegen. Selbstverständlich ist daran nicht ein Wort wahr; das heißblütige Wiener Kind brauchte auch kaum in so auffälliger Weise baß pater peccavi zu beten, denn in Berlin hat man sich schon längst daran gewöhnt, jeden Menschen nach seinen geistigen Fähigkeiten zu beurtheilen.
Behufs Erleichterung des GeldoerkehrS kann vom 15. October er. ab die Einziehung von Geldern bis zu 50 Thalern oder 87i/2 Gulden einschließlich vurch Mandat erfolgen, wozu Formulare zum Preise von 3 Pfennigen für 5 Stück bei allen Postanstalten bezogen werden können. Dem Mandate ist das ein- zulösende Papier (die quittirte Rechnung, der quittirte Wechsel, der Coupon rc.) zur Aushändigung an venjenigen, welcher Zahlung leisten soll, beizufügen; das Mandat muß den Namen und den Wohnort des Schuldners, sowie den einzuziehenden Betrag deutlichst tragen. Zu schriftlichen Mittheilunzen an den Schulvner ist das Postmandat nicht zu benutzen, weil es in den Händen der Post verbleibt; es muß nebst seinen Anlagen unter verschlossenem Couvert an die Adresse ver- jenigen Postanstalt, welche die Einziehung bewirken soll, mit der Aufschrift „Post- mandat" recommandirt einzesenvet werden. Einem Postmanvat können mehrere Quittungen, Wechsel, Coupons rc. zur gleichzeitigen Einziehung von demselben Schulvner beigesügt werden, sofern die Gesammtsumme des einzuziehendrn Be- »rages die Summe von 50 Thaler resp. 87^/2 Gulden nicht übersteigt; die Ver- einigung mehrerer Postmanvate zu Einer Senvung ist nicht statthaft; die Gebuht beträgt einschließlich des Portos und der Recommandationsgebühr, ohne Rücksicht ■ aus die Höhe des Betrages, 5 Sgr. beziehungsweise 18 Kreuzer, welche vom Ab- , sender getragen werden muß. Die Uebermittelung des eingezogcnen Betrages an 1 den Auftraggeber erfolgt durch Postanweisung, wofür die Gebühr an dem einge
zogenen Betrage verkürzt wird. ,
München, 28. September. Das Münchener Pastoralblatt veröffentlicht ein Schreiben des Erzbischofs von München-Freising an den Cultusminister, d. d. 26. September. Der Erzbischof bekämpft darin die Ansicht, daß Vas Dogma von der Unfehlbarkeit eine wesentliche Aenverung an dem Lehrbegriffe der katholischen Kirche enthalte; damit falle das ganze Gebäuve der vom CultuSministerium aus Vieser Vorfrage gezogenen Consequenzen in sich selbst zusammen. Der Erzbischof erklärt „vor allem Volke", daß, so lange der movernr Staat nicht vom göttlichen Gesetzt abfalle, von der katholischen Kirche für ihn nichts zu befürchten sei; „unv auch vann, wenn je die Zeit kommen sollte, wie es fast den Anschein hat, daß wir mit den Aposteln sagen müssen: Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen, ist für den Staat von uns gar nichts zu fürchten, denn er, nicht wir, tragt das Schwert." Der Erzbischof bestreitet, daß bereits Uebergriffe der Kirche erfolgt seien, daß in ver Publication des Dogmas ohne Placet eine Verfassungsverletzung liege, und daß die Staatsregierung, selbst wenn die Bischöfe vurch diese Publi- cation die Verfassung verletzt hätten, das Recht habe, dcr katholischen Kirche da» noch bestehende verfassungsmäßige Recht zu verweigern. Dcr Erzbischof lehnt schließlich für die bayerischen Bischöfe die Verantwortung der vom Minister signal^
der französischen Republik gerichtet:
Das dritte Kriegsgericht hat Vie Todesstrafe gegen den Hauptmann Rossel ausgesprochen. Das Kriegsrecht zwang ohne Zweifel seine Richter zu Vieser Der- urtheilung. Aber über dem Gesetze steht die Gnade, über der Gerechtigkeit Vie Barmherzigkeit, und muß nicht aus dem Herzen der Frauen der Ausruf an die Barmherzigkeit kommen! Mütter, bitten wir Sie, ein Kind seiner Mutter zu erhalten, den einzigen Sohn eines alten unv loyalen Solvaten, der ungeachtet seines hohen Alters noch kämpfte, um Paris gegen Ven Feind zu vertheidigen. Namens ver Mctzer Ambulanzen beschwören wir Sie, den Verurtheilten zu be- gnavigen, und wir verlangen sein Leben im Namen jener verwundetem und kranken Solvaten, welchen die Frauen unserer unglücklichen Stadt das ihrige geweiht haben. Genehmigen Sie rc. Mrtz, 11. September 1871.
Aus Algier, 24. September, wird gemeldet, daß in Kabylien die Entwaffnng langsam vor sich geht. Die Stämme bringen schlechte Waffen und verstecken die guten. Drohungen sind nothwenivg erschienen, um die verborgenen Waffen zu erlangen. General Deplanque hat ein Dors zwischen Tizi-Ouson und Bougia nieder- sirten Verwickelungen ab. K h h,r
brennen lassen. I Berlin, 27. September. Laut Privatnachnchten aus Baden-Baden soll der
Dre Offiziere der Garnison von Versailles erhalten seit einigen Tagen deut- Kaiser die Absicht haben, in Begleitung des Kronprinzen und mehrerer andern schen Unt rricht. Die Offiziere, welche in Paris sind, sollen binnen Kurzem in fürstlichen Personen in nächster Zeit einen Besuch in Straßburg, Metz u. |. der deutschen Sprache ebenfalls unterrichtet werden.
«ffion d-s (Staates. Dabei ist man sich jedoch niemals flat darüber, wie der; Aus Persien wird der „Köln. Zig." untcrm 7 August geschrieben: Die Staat ciaentlich iu intervcniren habe. Man möchte nur, daß der Staat „gewisse ^Lage des Landes gestaltet sich durch Cholera, Pest, Hungersnoth und Mrßwtrth- SuSscheittunaeu der Coneuerenz" verhütet, ohne sicher angeben ,u können, wo die schast immer gräulicher. So sind im vorigen Monate in Mescyad, der Hauptstadt der Concurrenr aufbort unv die „Ausschreitung" anfängt. Man der Provinz Chorassan mit 120,000 Einwohnern, beinahe zwei Drittel der Be- bedenkt dabei gar nicht, daß jede Beschränkung der Conrurrenz von Staatswegen »olkerung durch Hunger und Krankheit umgekommen, der Rest wurde theilS fluchtig, den Eisenba nkn immer ein willkommener Vorhand sein wird, ihre Tarife mag- theilS von den durchs ßa^ flnifenten lutiomanr«. *
lichst hoch zu halten und daß kein Mittel dieser Art die Privatbahnen hindern - ™ -- “■*.......
künn, zuletzt, wenn sie der Concurrenz satt sind, sich zu coaliren und zu fusioniren, wie sie anderwärts bereits in großem Maßstabe gethan haben. Alsdann haben wir, wie gesagt, große Privatbahnen ohne Concurrenz und es ist klar, daß als- dann nur der Staat das Publikum vor schonungsloser Ausbeutung retten
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