to Eigen-
Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.
a.
Den 21. Juli.
Midi.
tu Brvöl' lag mtlüta 'ranjcftf^n r nicht wr* !ion niiitt-
kn Mg Einlvohan i verleit»/ lhönchtw
candaleuse tit PnM
Schrecken erregender Rest von Elend zurück. Die in Indien ansässigen Perser veranstalten Hilfssammlungen für ihre schwer betroffenen Landsleute.
Local-Notiz.
Gießen, 29. Juli. Morgen früh werden sammtlichr hitsige Gesangvereine nach CmS reisen, um in Verbindung mit dem Rhein- und Lahnthal-Sängerbund dem Kaiser eine Serenade zu bringen. Wie verlautet, wird auch der berühmte Kölner Mannergesangverein dortselbst erscheinen.
llktticht ge. ü (in Ende ttCation der *nn Deutsch« tun in d» Ehrgeiz da
■ Lantlvirttzt 'n bis jun n find, von angtcn.
an die tin* ich tarublr
können, denn die Päpste selbst haben zu Zeiten die Könige aufgefordert, von diesem Rechte Gebrauch zu machen, zur Zeit nämlich, als es galt, die Ketzer zu vernichten. Zum Schluffe wird in dem Artikel nachgewiesen, daß das Placetum in Ungarn immer Bestand hatte und stets anerkannt war.
Paris, 24. Juli. Gestern früh sind der ehemalige Präsident des gesetzgebenden Körpers, Schneider, und der Quästor Hubert vor der Commission erschienen , dir über die Vorgänge am 4. September eine Untersuchung anzustelle» beauftragt ist. Herr Schneider hatte nichts Neues zu den bereits bekannten That- fachen hinzuzufugen, wohl aber gab der Exquästor folgende hübsche Geschichte zum Besten: Am Morgen des 4. September (so erzählte er) erhielt ich von Herrn 3 .... einen folgendermaßen abgesahten Brief: „Mein Herr! Sie würden mich sehr zu Dank verpflichten, wenn Sie mir eine Eintrittskarte geben wollten. Meine Frau quält mich damit, daß sie durchaus beiwohnen will dem — Ueberfalle auf den gesetzgebenden Körper." Ebenso bezeichnend wie dieser Bries sind folgende drei Zahlen^ngaben: Hr. Thiers hat dem Finanzministerium für seine Reise durch Europa nur berechnet 10,500 Frs., aber Hr. K6ratry für die Hin- und Rückfahrt zwischen Bordeaux und Madrid 20,200 FrS. und Hr. Jules Simon für seine Reise von Paris nach Bordeaux und Cherbourg und von da zurück 21,500 FrS. (Köln. 3 )
Paris, 25. Juli. Wie verlautet, werden binnen Kurzem franzöfische Consuln in die Hauptorte der an „Preußen abgetretenen Departements" (so nennt man hier gewöhnlich Elsaß-Lothringen) gesandt werden. — Bei Gelegenheit der Besprechung der römischen Angelegenheiten ist die Frage betreffs des Nachfolgers des Papstes wieder zur Sprache gekommen. Die Jntriguen, die dieserhalb ange- zettelt wurden, sind in vollem Gange. Die römische Curie hat zwei Kandidaten, nämlich die Cardinäle Castelli und Patrizi, aufgestellt. Für letzteren ist Antonelli, da er Aussicht hat, unter diesem der „allmächtige" Cardinalsecretär zu bleiben. Der Cardinal Panebianco ist der Candidat der Jesuiten. Die Franzosen suchen den Cardinal Amat an'S Ruber zu bringen, der zwar in Italien (auf der Insel Sardinien) geboren, aber feiner Herkunft und seinen Ansichten nach ein Franzose ist. Italien bemüht sich ebenfalls, einen ihm günstig gesinnten Cardinal durchzubringen ; seine Bemühungen sollen aber bis jetzt ohne Ekfolg geblieben sein.
London, 25. Juli. Schon vielfach war die Rede davon, als eines der Versöhnungsmittel für das unzufriedene Irland eine königliche Residenz auf der grünen Insel anzukaufen. Das Projekt jedoch wurde von den Irländern selbst mit großer Gleichgültigkeit ausgenommen, hat auch, in diesem Jahre wenigstens, keine Aussicht auf Verwirklichung. Neuerdings nun heißt es, baß Prinz Arthur, der dritte Sohn der Königin, nebst seiner Schw.'ster, der Prinzessin Louise, und deren Gatten, dem Marquis of Lorne, auf kurze 3"t nach Irland zu gehen gedenken , und welche Haltung die dortige nationalistische Partei diesem Besuche gegenüber beobachtet, läßt sich aus einem einzigen Satze des „Jrishman" ersehen. Das unversöhnliche Organ schlägt vor, ven königlichen Besuchern keinerlei Empfang zu bereiten, und sagt: „Irland hat den Lords und Prinzen Britanniens, welche an seinen Gestaden zu landen gedenken, kein Willkommen zu bieten. Irland hat Jene nicht um ihre Gesellschaft ersucht, es hat ihnen keine Einladung geschickt, und wirb sie nicht mit einem Willkommen begrüßen."
Turin, 20. Juli. Ein Telegramm aus Neapel meldet, daß der dortige Cassation-Hof sämmtliche Priester-Ehen für ungiltig erklärt habe. Diese Entschei- düng, die ebensosehr im Widerspruche steht mit dem Geiste, wie mit dem Wortlaute der italienischen Ehegesetzgebung, wird peinliches Aufsehen in liberalen Kreisen Italiens erregen.
Constantinopel, 25 Juli. Der russische Gesandte Jgnatieff hat eine Ur- laubSreise angetretcn. — „Levant Heralv" veröffentlicht ein Schreiben des britischen Consuls in Tebri«, welches herzzerreißende Details über die in Persien herrschende Hungerrnoth enthält.
Constantinopel, 26. Juli. Der Anlehenövertrag wurde gestern unterzeichnet. Mehrere Bataillone Truppen sind gestern nach Scutari (in Albanien) abgegangen. Man glaubt, daß dort ein Aufstand der Albanesen im Einverständnisse mit den Montenegrinern befürchtet wird. Die Pforte erhielt ein Telegramm, welches den vollständigen Erfolg der gegen die Insurgenten in Arabien abgesendeten Expedition meldet.
Wltljch i pos. 9
Dresden, 28. Juli. Das „Dresdner Journal" erfährt, daß der König das mit vorgerücktem Alter motivirte Entlassungsgesuch des Staatsministers von Falkenstein bewilligt habe, mit dem Vorbehalt, daß derselbe bis zur Ernennung seines Nachfolgers die Leitung des Kultusministeriums und den Vorsitz im Ge- sammtmlnisterium noch fortsühre. ....
Konstanz, 19. Juli. Einer der angesehensten hiesigen Burger hat infolge der Unfehlbarkeitslehre seine Kinder aus dem katholischen Religionsunterricht ent- fernt und in den protestantischen Religionsunterricht eingewiesen. Bei dieser Gelegenheit sei ein verwandter Vorgang nachgetragen, der sich bet der Excommuni- cation des Bürgermeisters Stromeper ereignete. Derselbe beantwortete seine Ausschließung au» der katholischen Kirche damit, daß er sofort seine Kinder aus der Kirche austreten ließ, welche den Vater nicht mehr in ihrem Schooße dulden wollte. Diese unvorhergesehene Folge hat damals in klerikalen Kreisen einige Bestürzung erregt uno soll deswegen nicht unerwähnt bleiben, weil durch Nachahmung dieser Beispiele die Hierarchie am besten zu der Einsicht gebracht werden könnte, daß sie auf dem betretenen Wege keine Proselyten macht. (Konst. 3tg.)
Karlsruhe, 27. Juli. Bei den badischen Truppenabtheilungen ist die Be- zrichnuug eingeführt: „königlich preußisches Kommando des xtcn badischen Jn- fanteric-x-Regiment", und sämmtliche Kommandos haben in den Dienstsiegeln und Stempeln den preußischen Adler mit der Umschrift: „xteS badisches Infanterie- L-Regiment" zu führen.
Pesth, 26. Juli. Ueber das placetum regium, welches der Klerus gern beseitigt sehen möchte, wirb noch immer viel geschrieben uno gesprochen. „Naplo" tritt heute für die ungeschmälerte Aufrechterhaltung desselben ein, indem es sagt: Da- Placetum beruht auf der Pflicht der Staatsgewalt, sich von Allem, was auf dem Staatsgebiete vorgeht, also auch von den Vorgängen in Schule und Kirche, Kenntnih zu verschaffen. Solche Kenntnißnahme wäre aber lAcchterdingS zwecklos, wenn der Staat nicht zugleich das Recht besitzen sollte, die Vollstreckung
Ems, 28. Juli. Der Kriegsminister Graf Roon ist gestern mit dem Major v. Lettow zum Vortrag bet dem Kaiser hier eingetroffen und von demselben empfangen worden. Auch der deutsche Gesandte in der Schweiz, Generallieutenant v. Röder, traf gestern Hierselbst ein und wurde von dem Kaiser empfangen.
Berlin, 27. Juli. Frankreich zeigte an, daß es eine Milliarde in Wechseln, welche im Dccember fällig werden, zahlen und die Vortheile der Verpflegung eines geringeren Occupationsheeres gleich ausbeuten möchte. Es findet hier ein freund» licheS Entgegenkommen. (N. fr. Pr.)
Berlin, 27. Juli. Der Kampf zwischen Maurergesellen und Maurermeistern hat in seinem 1 i/zwöchcntlichen Verlaufe nichts an seiner Heftigkeit verloren, son- tern spitzt sich immer mehr und mehr bi- zur Erbitterung zu; auf beiden Seiten herrscht die Absicht vor, vor einer entscheidenden Niederlage des einen oder des andern TheilS nicht nachzugeben. Die Gesellen scheinen sich bereits mit dem Ge- danken ihres Unterliegens vertraut zu machen , denn gestern Nachmittag erschien eine Deputation derselben bei einem der stimmsührendcn Meister mit dem Anträge, in gemeine Unterhandlungen auf der Basis einzutreteu, daß die Meister die zehnstündige ArbeitszeitS principieü anerkennen, wogegen die Gesellen sich verpflichten, die elfte Stunde gegen ein Entgeld von 2i/3 Sgr. zu arbeiten. Die Deputation wurde jedoch mit dem Bescheide abgewiesen, daß vor dem nächsten Jahre in eine Reduktion der Arbeitszeit nicht gewilligt werden werbe. Eine gestern Nachmittag obgehaltene Meisterversammlung genehmigte diese Entscheidung einstimmig und be- schloß außerdem, die Arbeit auf den Ammerplätzen bis aufs Aeußerste zu beschränken, um auf diese Weise die in Aussicht gestellte Unterstützung des Maurer- StriteS Seitens der 3immergescllen auf ein Minimum zu reduciren. Mittlerweile haben die Maurergesellen neue Unterhandlungen mit den Meistern angebahnt und sollte hcuie Nachmittag eine Besprechung zwischen den beiderseitigen Delegirten statt- finfctn. — Alle Anzeichen deuten daraus hin, baß mit Anlauf dieser Woche der Strikt zu Ende gebt.
München, 26. Juli. Indem der Erzbischof Scherr den Professor Friedrich von seinem Hosbeneficium deposscvirt, wird, falls der Letztere nicht binnen zehn Tagen vom Datum des StxaseoictS aus den RecurS anmeldet, das Beneficium als erledigt betrachtet, und der Patronatsherr, der König von Bayern, hat einen andern Kandidaten dem Erzbischof zur gefälligen Annahme zu präsentiren. Findet diese Präsentation nicht innerhalb vier Monaten statt, so erklärt der Erzbischof, daß bas Recht, über das Beneficium zu verfügen, an ihn devolvirt sei, und er wird nach Gutdünken über dasselbe verfügen. Demnach ist durch diesen Fall folgende Verwicklung geschaffen: die bayerische Staatsregierung verbietet die Publi- cation der vatikanischen Dekrete, weil sie staatsgefährlich sind; die Bischöfe aber publiciren sie theils ohne Einholung des Placets, theils nach der ausdrücklichen Verweigerung desselben. Erst auf Grund dieser Publikation vermögen sie an ihren Clerus und ihre Diöcesanen die öffentliche Aufforderung zur Anerkennung der neuen Dogmen ergehen zu lassen und sie im Fall einer Renitenz mit ihren Strafen zu verfolgen. Der Staat aber muß consequcnterweise die Annahme staatsgefährlicher Beschlüsse verbieten; daher in dem Fall, wo der Klerus und oie Laienwelt den Bischöfen gehorchen, sie gegen die Befehle der Staatsregierung verstoßen. Nun find es in eminenter Weise zwei Theologen, Döllinger und Friedrich, welche so- wohl aus religiösen als aus bürgerlichen Bedenken die Annahme der Decrete verweigern , welche sich auf die Seite der Staatsregierung stellen. Wurde nun der König und dessen Regierung den Strafsentenzen de» Hrn. Erzbischofs eine Folge geben, würde sie es gestatten, daß Dr. Friedrich feine Pfründe verliert, weil der Erzbischof dies gebietet, so müßten wir das Unerhörte erleben, daß ein Unterthan und Staatsbürger gerade wegen seiner Verfassungstreue, wozu er in dem con- treten Fall durch die Acte der StaatSregierung selbst noch besonders sich aufge- fordert erkennen mußte, gestraft wird, und zwar von einem Manne, der, wie der Erzbischof Scherr, die Verfassung rücksichtslos verletzt und, wie bemerkt, nur auf Grund dieser Verfassungsverletzung feine Strafen verfügen kann. Wir wären dann in Bayern auf dem Punkte, daß der Episcopat die Kleriker wegen verfassungstreue verfolgen kann, und der Staat dem verfassungswidrigen Ausfchreiben des Episcopat» auch noch feine materielle Unterstützung gewähren würde, oder, noch kürzer ausgedrückt: die Staatsregierung in Bayern würde die geforderte Verfassungstreue selbst bestrafen und die verbotene Verfassungsverletzung unterstützen.
(A. Z )
Evangelische Gemeinde.
Getaufte.
Dem Bürger und Gastwirth, Adolf Zinßer, eine Tochter,
ihres richn jtl Irdbtn.
n Zcht io M io if tirse Zi' re-LtfrM nbtntr obtt sto ki'e osi' nai Mt- i Fra°B"' lebt u» »V
itttWnoil
lügt W* wg >° W" liridn
tcn 8ü«-
tW'4’
*
’äibti wj
»-z-» tretet"; »
IP 6«”/' jitit >« jflUB»"®’ !
eiiti' i«1 „ oN* f e,i u» < .tzt w*
i1 I«1 il*"*
Helene geboren d«r^ 15 Mai^ unb Schuhmachermeister, Heinrich Wissmann,
ein Sobn. Karl Ludwig Emil, geboren den 28. Juni. .
Denselben. Dein Bürger und Mechanikers, August öuntrum, eine Tochter,
Louise Christiane, geboren den 4. Mai. . apannn Pin
Denselben. Dem Bürger zu Trohe und Maurer dahier, Anton Mühlig, em Sohn, Johann Christian Heinrich Martin, geboren den d. Juni.
Darstellung einige Uebcrtreibung abzuziehen sein, es bleibt jedenfalls noch ein solcher Verfügungen zu verhindern, die ihm gefährlich werden könnten. Gegen Schrecken erregender Rest von Elend zurück. Die in Indien ansässigen Perser diese Auffassung des Placetum werden selbst die Ultramontanen nichts einwenden
Beerdigte.
Den 23. Juli. Elisabeth Schmidt, fleboreae Wiegel, Wittwe des verstorbenen königl. Steuerdieners zu Bürbach, Wilhelm Schmidt, alt 59 I. 3 M. 13 T., gestorben bCU 21-T)^nl 24. Juli. Karl Friedrich Wilhelm Alexander Stooß, des Bürgers und Metzgermeisters, Friedrich Wilhelm Stooß, ehelicher Sohn, alt 11 M-, gestorben den 22 ^Den 27 ull Peter Friedrich Wilhelm Martin Stohr, Bürger und Schlosser dahier, alt 24 I. 11 M., gestorben den 2L Juli.
b. Katholische Gemeinde.
Nichts angemeldet.


