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Am 30. April:
Francs angekauft und dann für 55 Thlr. einem zweiten Besitzer überlassen wurde, welcher ihn jetzt für wenigstens 40—50 Louisd'or an den Mann bringen könnte. Ein zweiter Fuhrpark von 150 Wagen wird in den nächsten Tagen erwartet.
Montjoie, 23. April. In Mützenich, einem Dorfe in der Nähe der Kreis- stadt Montjoie, das mit Ausnahme einiger Grenzaufseher ausschließlich von Katholiken bewohnt ist, starb am 10. d. M. der sieden Jahre alte Sohn des Gränz- aufsehers G. Der Knabe gehörte, wie sein Vater, der evangelischen Kirche an. Am 13. c , des Nachmittags 4 Uhr, sollte er von dem evangelischen Pfarrer aus Montjoie beerdigt werden. Da der evangelische Vater und die katholische Mutter des Kindes wünschten, dasselbe wöge allstem Kirchhofe zu Mützenich (dem einzigen in diesem Dorfe) bestattet werden; da ferner der katholische Pfarrer zu Mützenich Anfangs dem Kinde — weil nicht katholisch — nur ein Plätzchen an dem Orte, da die ungetauften Kinder liegen, gönnen wollte und später sogar erklärte, das Kind dürfe gar nicht auf diesen Kirchhof; da endlich der zeitige OrtS- vorsteher v. M, der von dem evangelischen Psarrer aus Montjoie gebeten wurde, für die Herrichtung des Grabes Sorge tragen zu wollen, erwiederte, dies sei seine Sache nicht: so wandte sich der evangelische Pfarrer an das Landrathsamt in Montjoie mit der Bitte, zu veranlassen, daß das Grab bis zur genannten Stunde in die Reihenfolge gemacht und der Ortsvorsteher von M. dahin beschie- den werde; sodann, daß zur Beerdigung selbst ihm (dem Pfarrer) mnd der übrigen Begleitung der Leiche genügender polizeilicher Schutz zugeschickt werde, damit ihnen keine Unannehmlichkeiten bereitet werden könnten. 7
der evangelischen Gemeinde zu Gießen.
G o t t e S d i e n st.
Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 30. April bis 6. Mai besorat Pfarrer Dr. Seel. ä
h,m 26„ April- Mr. Harcourt, der neue französische Gesandte, erklärte cr die Mission nur angenommen, nachdem er das aus- °Eche Versprechen, das Papstthum und die Religion kräftigst unterstützen zu wollen, von «Seiten feiner Regierung erhalten hätte. Die Aufnahme Mr. Harcourts im Vatican war eine sehr herzliche.
Fri schbäcker ; u G i7ßln7
Sonntag den 30. April. August Noll auf der Mäusbura «firmrirh Mnrr in der Neustadt und Wilhelm Löber ün der Brandgasse. 9'
x cA Versailles, 26. Apnl. Blanc interpellirte in der Nationalversammluna den Justizmimfter Dufaure wegen Staatsanwaltcircular. Dufaure vertheidiate ich unter dem Beifall der Rechten. Hierauf erhob Blanc noch Protest neuen das Prafectenclrcular, welches Thiers erlassen hatte. Die Operationen zur Belage- rung von Paris haben begonnen. Drei große Batterienlinien eröffneten ihr Feuer Wen Fort Vanvres und Jssy. Es ist Grund vorhand-n, daß Fort Jssv bald eroderr werden wird. ® °
that sofort (noch am Vormittage des 13.) die nöthigen Schritte, beorderte GenSd'armen nach M. und beauftragte sogar den betreffenden Bürgermeister, zur Stunde der Beerdigung in M. zu sein. Dieser schickte den nöthigen Befehl dem Ortsvorsteher in M. schriftlich zu, und von diesem wurde der Polizeibiencr beauftragt, Jemanden zu suchen, der das Grab mache. Der Todtengräber hatte schon de- Morgens erklärt, es sei ihm verboten worden, dieses Grab anzufertigen ; zwei Stunden will der Polizeidiener im Dorfe herum gegangen sein; Alle, die er ansprach, weigerten sich; das Grab war um 4 Uhr nicht gemacht, und immer häufiger wurden die Stimmen, es werde auch nicht gemacht, denn ein Evangelischer dürfe nicht auf diesen Kirchhof. Der Pfarrer wartete, bis der Bürgermeister mit dem Ortsvorsteher gegen 5 Uhr in das Trauerhaus kam und ihm das vergebliche Bemühen des Polizeioieners mittheilte. Auf die Frage des Pfarrers: Ob in diesem Falle nicht der Bürgermeister das Recht und die Pflicht habe, irgend Jemanden aus M. zur Anfertigung des Grabes zu zwingen, da der Todte doch begraben werden müsse, erwiederte dieser: „Dies wohl, aber ich kann das erst heute Abend, da jetzt Niemand zu Hause ist", und zu dem Vater des Verstorbenen gewandt, meinte er, dieser trage die Schuld, denn wenn er (der Bürgermeister) die Sachlage früher erfahren hätte, würde er das Grab während der Nacht habe unfertigen lassen. — Um nun doch an diesem Tage noch — und auch bei Tage — zum Ziele zu kommen, bat der Pfarrer (sich den Weg der Beschwerde vorbehaltend) einige Grenzausseher, die als Trauergäste geladen waren, sie möchten das Grab unfertigen. Diese entsprachen nach erteilter Erlaubniß diesem Wunsche, und so konnte gegen 6 Uhr die Leiche in der Reihenfolge be- erdigt werden. Störungen kamen bei der Beerdigung selbst nicht vor; ein GenSd'arme begleitete den kleinen Trauerzug. Der Pfarrer redete über das ' Wor^ Christi: „Friedl, fei cn; euch!" (K. Z.)
Wien, im April. Am 20. März sandte das HülfScomite des deutschen Vereins in Wien die tausendste Kiste mit Liebesgaben den deutschen Verwundeten. Dieser Umstand bot Dem Comite einen erfreulichen Anlaß, einen kurzen Bericht über seine bisherige Thätigkeit zur Kenntniß seiner Gesinnungsgenossen zu bringen. Die .Zeit seiner Gründung fällt mit dem Beginne des Krieges zusammen, welchen Deutschland so ehrenvoll und glorreich bestanden.
Versailles, 25. April, Abends 7 Uhr. Nationalversammlung. Aus einen Antrag betreffend Zulassung einer Interpellation bezüglich Algeriens, erwidert Picard: Es brauchen keine Maßregeln mehr getroffen zu werden, sondern sie sind bereits getroffen, um den Aufstand zu unterdrücken. Wir haben die Mittel, um die Jnfurrection zu unterdrücken, und sie wird unterdrückt werden. — Dis Beschießung der Forts Jffy und Vanvre dauert ununterbrochen fort, jedoch ohne bedeutende Wirkung; wie es heißt, wird die Beschießung durch den Nebel sehr gehindert. Etwas besonders Wichtiges hat sich bis zur Stunde nicht zugetragen.
j Morgens: Pfarrer Dr. Seel.
I Nachmittags: Privatdocent Dr. Weiffenbach (Künftigen Sonntag den 7. Mai, Feier des heiligen Abendmahls.)
Telegraphische Depeschen.
27‘ ^prm Assessor Friedrich erhielt wegen seiner energischen, gewissenhaften Haltung em Begluckwunschungsschreiben eines deutschen BischofeS. r +o 26; ^pnL Feuer hat wieder auf der ganzen Linie mit begonnen. Die Versailler haben die Offensive gegen die Forts von Montrouge, Vanvres und Jffy wieder ergriffen; die Föderirten haben mehrere Ausfälle gemacht, um die Arbeiter an den Schanzarbeiten zu beläüiaen Ernstere Gefechte fanden in' der Nähe von Bagnenx, Clamart und Chatillon Statt' Die Foverirten scheinen den ernstlichen Angriff auf der Südseite abwarten rü wollen, haben ihre besten Bataillone indeß nach Montrouge geschickt. 3U einer wuchtigen Offensive sind die Streitkräfte der Föderirten zu schwach. Fünf Kanonen bombardiren von der Brücke von Auteuil aus Meudon, Courbevoie und Breteuil Man erwartet diese Nacht einen großen Angriff der Versailler.
igetchiat werde, damit △ Paris, 26. April. Der Hauptmann La Cecilia ist zum Commandanten Das Landraths-Amt!Lc6 mit dem Grade eines Generals ernannt worden. Abb6 Planchat Director des Patronats der jungen Lehrlinge von St. Anne, zu Charonne, ist verhaftet worden. Man fahndete eigentlich auf den Abbö Paul de Broglie, Bruder des Gesandten in London, und amtirte, als man diesen nicht finden konnte, an seiner Statt den Erstgenannten.
△ Versailles, 26. April. Der „Gaulois" meldet: Aus Befehl der Re- gterung sind von der englischen Polizei signalistrte Agenten der „Internationale" in Versailles, Bordeaux und Bayonne verhaftet worden. In Saint Cyr und Potssy sind 70 Waggons mit Kriegsmaterial und Pferden angekommen Aus Deutschland sind viele Liniensoldaten eingetroffen. Diese Soldaten werden sogleich bewaffnet. Die Flinten, welche sie erhalten, sind Remingtons, von den der Regierung einige Tausend zur Verfügung stehen. Die Vereinigung der Repräsentanten, deren Zweck es ist, die Frage der Handelsverträge zu dictiren, ist am 21. April zum erstenmale zu ihrer Constituirung zusammengetreten. 2um Prä- rimtcn wurde Leo Say erwählt. Es sind 80 Beitrittserklärungen erfolgt. Man beschäftigt sich in der ersten Sitzung mit einem Memoire der elsässischen Handels- delegirten, welches dieselben der Versammlung vorgclegt hatten.
+ Versailles, 26. April. Das Fort Jssp hat um Mittag sein Feuer ein. gestellt, aber Die außer» Batterieen fahren fort, zu feuern. Es ist eine Parallele gegen Jffy eröffnet worden.
Berfteigerungeu.
Holzversteigeruiig.
1722) Donnerstag den 4. Mai l. I., Vormittags 9 Uhr,
sollen im Walde der Gemeinde Soedel: 6974 Cubikfuß Nadelholz-Stämme, darunter Silber- oder Weißtannen bis zu 15 Zoll Durchmesser u. 65 Fuß Länge, nochmals versteigert werden.
Soedel, am 26. April 1871.
Großherzogliche Bürgermeisterei Soedel. Nett.
Arbeitsversteigerung.
1724) Montag den 1. Mai, Vormittags 11 Uhr, werden auf dem Büreau der Großherzoa- lichen Bürgermeisterei Groß - Buseck nach- solgende Arbeiten und Lieferungen wenigst- nchmend in Akkord gegeben: Schmiedearbeit an der Feuerspritze, ver- anschlagt zu 18 st..
Weißbinderarbeit an der Feuerspritze,^ver- anschlagt zu 13 fl.,
Maurerarbeit am Spritzenhaus, veranschlagt zu 21 fl. 12 fr.,
Zimmerarbeit am Spritzenhaus, veran- _ schlagt zu 31 fl. 48 fr., ^teindeckerarbeit an der Kirche, veranschlagt
Naurerarbeit an den Schulgebäuden, veranschlagt zu 25 fl. 43 fr.,
Weißbinderarbeit an den Schulgebäuden, veranschlagt zu 33 fl.,
Schreinerarbeit an den Schulgebäuden, veranschlagt zu 15 fl.,
Pflasterarbeit an den Ortsftraßen, veranschlagt zu 60 fl.,
Steinfahren, Steinklopfen rc. daselbst, veranschlagt zu 103 fl.,
Planirarbeit an Feldwegen, veranschlagt zu 490 fl.,
Chaussirarbeiten und Steinfuhren, veranschlagt zu 763 fl.,
Steinsahren, Steinklopfen rc. an den Wegen, veranschlagt zu 310 fl.
Groß-Buseck, den 26. April 1871.
Großherzogliche Bürgermeisterei Groß-Buseck.
I. A.: _________L. Hahn, Bezirksbauaufseher. Lersteigernng von Pappelholz. 1726) Donnerstag den 4. Mai d. I., 9tachmittags 2 Uhr, sollen auf der Straße Hersfeld — Hanau, ganz in der Nähe des Bahnhofs bei Lauterbach, (jO Stück Pappel- pämme (breitästige Pappeln) von 30 Fuß mittlerer Länge und 20 Zoll mittlerem Durchmesser, sowie das von denselben gewonnene Prügel- und Neisholz, an Ort und Stelle an die Meistbietenden versteigert werden.
Alsfeld, am 26. April 1871.
Großherzogliches Kreisbauamt Alsfeld.
Busch. I
Holzversteigerung.
1729) Freitag den 5. Mai b. I., von Morgens 7 Ubr an,
sollen in dem Wiesecker Gemeindewalde, Districten Schrei und Badenburger Wäldchen , versteigert werden:
*8 ”
824 Wellen
37 Stecken
43 "
1525 Wellen 6 Stecken r ::
54 „ Stangen.
Der Anfang ist Morgens 7 Uhr im Di- strict Schrei, und um 9 Uhr im District Badenburger Wäldchen.
Das Stammholz kommt des Mittags zur Versteigerung.
Wieseck, den 27. April 1871.
Grobherzogliche Bürgermeisterei Wieseck. Lang.
1) im District Schrei: 2175 Wellen Kiesern-Neisholz, 3200 Stück „ Bohnenstangen;
2) im District Badenburger Wäldchen:
8 Stecken Buchen-Scheidholz, „ Prügclholz, „ Stockholz, „ Neisholz, Eichen-Scheidholz, „ Prügelholz, m Stockholz, „ Neisholz, Nadel-Scheidholz,
„ Prügelholz,
«c, ff Stockholz,
600 Wellen „ Neisholz,
141 Eichen-Stämme, 4155 Cubikf. enth., 2 Buchen- „ 52
18 Nadel- 590 ' u
Arbeitsverstcigenmg.
1725) Dienstag den 2. Mai, Nachmittags 4 Uhr,
werden im Schnlsaale zu Rödgen nachfolgende Arbeiten öffentlich an den Wenigst- fordernden in Accord gegeben:
Maurerarbeit am Kirchhofe, veranschlagt zu 41 fl. 35 fr.,
Weißbinderarbeit im Schulsaale, veranschlagt zu 7 fl. 30 fr.,
Steinfahren, Steinklopfen rc. an den Ortsstraßen, veranschlagt zu 59 fl.,
desgl. an den Wegen, veranschl. zu 111 fl., Planirarbeit an den Ortsstraßen, veranschlagt zu 13 fl.,
Chaussirarbeit an den Ortsstraßen, veranschlagt zu 66 fl.,
Steinfahrcn, Sandfahren rc. daselbst, veranschlagt zu 100 fl.,
Pflasterarbeit daselbst, veranschl. zu 64 fl. Rödgen, am 26. April 1871.
Großherzogliche
L. Hahn,
Feilgebotenes.
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Bürgermeisterei Rödgen. Bezirksbauaufseher.


