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PretS vtrcieijährig 1 fl- 12 kc. mit Drtngrrlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 st. 27 kr.
OießtNtr Anzeiger.
iLncheint täglich, mit nähme MontagS.
Scyedition : Eanzleiberg Sit. B. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis (hießen.
Nr. 251. Samstag den 28. Dctobcr 1871.
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Äbonuente», welche den Anzeiger hei der Erpedition abhoien lassen, erhalten denselben für die Monate November und December zu 40 kr.
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eb.de bvvoibekarische wie durch die Zlichste Billigkeit
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Brodpreise vom 28. October bis 3. November 1871,
nach eigener Erklärung der Bäcker:
4 Pfund gemischtes Brod 22 kr. 2 Pfund gemischtes Brod 11 fr. 4 Pfund Roggenbrot, 19 kr. 2 Pfund Roggenbrod 9V-, fr.
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Amtlicher T b e i L
Betreffend: Erhebung einer Collecte für Errichtung eines Denkmals bei Saarbrücken.
Das Groyherzugliche Kreisanil Gießen
an die Groszherzoglichon Bürgermeistereien des Kreises.
Von vielen Seiten ist der Wunsch ausgesprochen worden, daß auf der Spitze des höchsten Berges, welcher im Bereiche der Ge- fechlsfelder bei Saarbrücken vom 2. und 6. August 1870 liegt, ein weithin ragendes Denkmal errichtet werde.
Zur Ausführung dieses Wunsches hat sich in Saarbrücken ein Comitö gebildet.
Dasselbe Hal um die Erlaubniß nachgesncht, zur Zeichnung von Beiträgen Listen im Großherzogthuin in Umlauf setzen zu dürfen.
In Anerkennung des patriotischen Sinnes, der durch das erwähnte Unternehmen bethätigt werden soll, hat Großherzogliches Mini- fterium des Innern dem Comits die Veranstaltung einer Collecte im Großherzogthuin für die Erbauung eines Denkmals bei Saar- brücken gestaltet.
Wir theilen Ihnen dies zur Nachricht und Nachachtung mit.
v. Starck.
Politischer Tbeil.
f Die Kriegsentschädigung und ihre Verwendung.
Bon den 1333 Millionen Thaiern der französischen Kriegscontrrbuuon sind bisher 400 Millionen Thaler gezahlt worden, von denen 2 Millionen für die auSsswiesenen Deutschen, 4 Millionen zu Beihilfen für die Reservisten, 600,000 Thaer für Rhebereischäben, 11 Millionen für Kriegeschäden, etwas über 90 Mil- lionn für den Ankauf der elsaß-lothringischen Bahnen, zusammen 108,900,000 Thler verwendet worden sind. Außerdem wurden an die einzelnen deutschen Skaten vertheilt 153,333,000 Thaler. Von den bisher gezahlten 400 Millionen Thlern gehen mithin 262 Millionen ab und verbleiben noch etwa 137 Millionen, va denen jedoch die DotationSgelver, die 40 Millionen des Kriegsschatzes und tu 24 Millionen für Betriebsfonds in Abzug zu bringen sind, so daß sich der Sst auf etwa 40 Millionen stellt. — Wenn nun außerdem zur Tilgung der äiezSanleihen 230 Millionen und für den Inoalidenfond 120 Millionen bestimmt /erden, so wurden doch noch immer 90 Millonen, einschließlich jener 40 Millionen, orhanven fein, wenn die nächsten drei Halbmilliarden, zusammen 800 Millionen Lhaler, ausgezahlt sein werben, was dis Ende nächsten Jahres mit Sicherheit zu rrwarten sein dürfte. Ohne ZukunstSpolitik zu treiben, darf sich der Reichstag also schon jetzt mit der Frage befassen, wie jene noch zu erwartenden 90 Millionen Thaler verwendet werden sollen; denn über die ca. 90 Millionen Thaler, welche von dtn auf die einzelnen Staaten zur Vertheilung gekommenen 153 Millionen Thalern Preußen erhielt, hat nicht der Reichstag, sondern der preußische Landtag zu bestimmen.- In Bezug hieraus sind wir nach wie vor der Meinung, das vierzig Millionen nachträglich als Beihilfen für Reservisten und Landwehimänner be- zahlt werden. Die übrigen fünfzig Millionen würden auf die einzelnen Staaten zu vertheilen sein, so daß dann 200 Millionen Thaler und mit den zu erwartenden 533 Millionen Thalern, die aus den letzten vier Halbmilliarden der Kliegscontribution an Deutschland zu entrichten sind, über 700 Millionen Thaler zur Besriltigung der Interessen der Einzelstaaten des deutschen Reiches verwendet tverben könnten. Von dieser ungeheuren Summe von 733 Millionen Thalern würden auf den preußischen Staat ungefähr 450 Millionen Thaler fallen. — Wenngleich nun diese Summe wohl erst frühestens im Laufe der beiden nächsten Jahre vollständig abgetragen sein werden, so wird es doch schon heute nicht müßig sein, darüber Betrachtungen anzustellen, auf welche Weise am zweckmäßigsten zur Hebung des materiellen Wohlstandes von jener Summe Gebrauch gemacht werben kann, unv wem würde hier nicht gleich der Gedanke kommen, daß der Ankauf der Vltvateisenbahnen für den Staat in erster Linie, in die Reform unseres Steuersystems, sowie in die sociale Frage entscheidend eingreifen würbe? Die Verwal- lung mehrerer Hundert Meilen Eisenbahnen durch den Staat, welche sofort mit jener Summe esfictuirt werden könnte, würde unsere Staatseinnahmen in solcher Weise vermehren, baß nicht nur der Gedanke einer Erhöhung unserer directen und indirekten Steuern von vornherein ganz auegeschtoffen wäre, sondern die durch die Anforderungen der Gegenwart unbestreitbar entstehenden Bedürfnisse für die geistige * Veredlung der Massen und für deren materielle Wohlfahrt anderseits befriedigt teerten könnten. _____________________
Mir dem in Queenstown angekommenen Jnman-Dampfer City of Newyork kommen Berichte aus Chicago vom 11. Oktober, worin es heißt: Die Leute, welche genothigt waren, draußen in der Prairie zu ccwpiren, haben seit Montag viel gelitten. Eine ganze Anzahl von Todesfällen sind die Folge der Obdach, losigkeit und Roth gewesen. Das Hilfscomite hat alle Arten von Fuhrwerk rcquirirt, um den Leuten Wasser und Vorräthe zuzuführen und sucht sie unterzubringen in den Kirchen und Schulha'usern der West- und Südseite. Ungeheure Massen von Munbvorrath sind angekommen, viele Wagen voll gekochter und zur Vertheilung bereiter Speisen. 20 Waggons voll Munbvorrath und 10,000 woll. Decken kamen von Cincinnati und 20 von St. Louis. Newyork hat große Geldbeträge gesammelt; mehrere einzelne Bürger haben 10,000 Doll, unterschrieben. T)er Gemeinderath hat eine Verordnung erlassen, welche den Preis des BrodeS auf 8 C. für den Laib von 12 Unzen festsetzt und 10 Doll. Strafe auf die Übertretung dieser Verordnung setzt. Das Arresthaus ist voll von Gefangenen. Bei den Verhaftungen gestern Abend wurden 41 Personen erschossen. Die Zahl ter unter den Ruinen gefundenen Leichen beträgt bis sitzt 90. Die (Soct Company. National bank hatte heute Morgen ihre Geschäfte wieder ausgenom- men; alle Fonds und Werthpapiere der Bank wurden gerettet. Der gesammte Verlust an Getreide ist nun festgestellt und beläuft sich auf 1,600,000 Scheffel. Vier schiffe wurden heute Morgen mit Getreide für den Osten befrachtet und die Sendungen werben ihren Fortgang haben, denn es sind noch 5 Millionen Scheffel jitzt in Vorrath. Eine Anzahl von Bankgewölben würbe geöffnet unb ihr Inhalt ohne Ausnahme wohlerhalten gefunden; jede Bank in der Stadt behauptet im Stande zu fein, zur Zeit jeden Dollar ihrer Verpflichtung zadlen zu können. Das Hilfscomite von Cincinnati errichtet eine riesige Suppcnanstalt, welche von morgen ab im Stande fein wird, 6000 Gallonen Suppe täglich auszutheilen. Auf den leeren Bauplätzen und an geeigneten Stellen werden Schuppen erbaut jur vorläufigen Unterbringung der Obdachlosen. Alle Eisenbahnen befördern die Obdachlosen kostenfrei, welche an anderen Orten Unterkommen suchen wollen. Der Mayor, Herr Mason, hat an alle Hilfscomite und Personen, welche Hilfe senden wollen, telegraphirt: In Fällen, wo Geld unterzeichnet wurde, senden Sie es oder holten Sie dasselbe zu meiner Versüßung, anstatt Vorräthe dafür zu kaufen. Es wird verhindern, daß wir einen Ueberfluß von einzelnen Artikeln erhalten unb unmöglich machen, anzuschaffen, was wir am meisten brauchen, nämlich Obbach und Brennmaterial, die für den kommenden Winter so nöthig sein werden. — Eine spätere Depesche aus Chicago meldet: Die finanzielle Lage bessert sich stündlich. Die Republic Versicherungsgesellschaft hier hofft jeden Dollar ihrer Versicherungen bezahlen zu können. Dies ist sehr befriedigend, denn es gibt Hoffnung, daß unftre Versicherungsgesellschaften besser stehen, wie anfangs vorausgeschen wurde.
Darmstadt, 25. Oktober. Allmählich beginnt sich das Dunkel zu lichten, welches bisher über ter Entstehung des Brandes in unserem Hosthcatcr lagerte. Gestern sollte eine Vorstellung statlfinden. Dem bestehenden Reglement zufolge soll


