Einzelbild herunterladen

jU Grunde, denn obwohl Deutschland seine Truppen eher zurückberufen kann, wenn ihm die Ruhe und Ordnung in Frankreich genugsam verbürgt erscheinen, so liegt doch durchaus nichts vor, was zu der Annahme berechtigte, al- wolle die deutsche Regierung von dieser Prärogative wirklich Gebrauch machen. Es ist vielleicht gut, sich in dieser Beziehung keinen Illusionen hinzugebcn, da deren Nichterfüllung als­dann die Stimmung nur auf'- Neue verbittern mühte. General v. Manteuffel, dem es gelungen, sich mit der Versailler Regierung in ein möglichst freundliches Verhältnis zu setzen, wird binnen Kurzem Compicgne verlassen, um einen mehr- wöchentlichen Urlaub behufs eines Curgebrauchs anzutreten. Sein neu ernannter Generalflabschef, Graf Stofch, wird ihn vertreten.

Paris, 25. Juli. Dem Vernehmen nach hat sich Thiers bis jetzt geweigert, die Demission Jules Favre's anzunehmen. Die Kriegsgerichte werden, wie mit Bestimmtheit verlautet, auf Montag den 31. d. M. einberufcn werben.

Paris, 25. Juli. Die Oflbahn. Gesellschaft hat der französischen und der deutschen Regierung erklärt, dah sie auf die Abtretung der Strecke, welche die elsässische Linie mit der Schweiz verbindet, gegen eine Entschädigung von zwei Millionen, wie diese- in dem Vertrage von Frankfurt a. M. stipulirt worden, nicht eingehen könne. . , . t v r

Petersburg, 22. Juli. Da- russische Postbkpartement macht bekannt, dah Angesichts des bevorstehenden Ausbruches einer Revolution in China dahin adressirte Werthpackete, so wie Gelb- und sonstige Briefe nur unrecommandirt angenommen werden. ~ .

Ein neuer Schritt zur Russificirung der Stadt Warschau ist neuerdings da. durch gemacht worden, dah der Oberpolizeimeister Wlasow den Hausbesitzern gestattet", d. h. streng anbefohlen hat, die MeldungSbücher über ihre ab- und zugehenden Miether, zu deren Führung sie gesetzlich verpflichtet sind, der Polizei in russischer Sprache vorzulegen. Dabei ist an die Hausbesitzer die Anforderung gestellt, daß sie die Eigennamen nicht russisiciren, sondern im polizeilichen Interesse möglichst unverändert lassen sollen.

Vermischtes.

Aus dem Streife Mors, 20. Juli. Eine erschütternd traurige Nachricht lauft fo. eben hier aus unserer KreiShauptstadt ein. Dieselbe gab gestern, am Gedenktage der Kriegserklärung des vorigen Jahres. ihren Kriegern ein Festessen, wobei es von Zänkereien wegen d,S eiferntn Kremes iu Tätlichkeiten kam, und leider auch zu dem sonst nur anderwärts üblichenMesser" gegriffen wurde. Der Inhaber des eisernen Kreuzes ist todt und fünf andere Theilnehmer sind verwundet. Um sechs Uhr wurden alle Locale Polizeilich geschlossen. (Ess. Z.)

DieTageSp." erhält ein von mehreren Mitgliedern einer Gemeinde Untersteiermarks unter­fertigtes Schreiben, in welchem Folgendes erzählt wird: Sonntags hielt Herr S.....Kaplan

von ***** die nachmittägige Christenlehre und erzählte dann der Schuljugend, wie eS dem Papst eigentlich gehe. Der geistliche Herr erwähnte, der Papst habe nichts zu essen, nirgends eine Unter­kunft und besitze nicht einmal einen Kreuzer, um einen Brief seinen Freunden schreiben zu können, da ihm die italienische Regierung Alles wegnahm, sogar auch daS Eßbesteck.

Local-Notizen.

B e s ch l ü s s e aus der Sitzung des Gemeinderaths vom 20. Juli 1871.

Anwesend waren: der Großherzogliche Bürgermeister Vogt, die Mitglieder des Gemeinde­raths: Herren Berg, Bücking, Felsing, Gail, Heß, Körber, Löber, Nagel, Ricker, Rosenberg, Silbereisen ^^W z j Stadtgeistlichen DecanS Landmann und des Aeltesten der Hast

kcken Familie Dr. jur. Tasche wurden durch schriftliche Abstimmung nachfolgende Familien mit den Zinsen des Hast'schen Vermächtnisses bedacht: 1) Christian Schneider Wwe., 2) Adolf Feld­baus Wwe. 3) Georg Weidig Wwe., 4) Philipp Ferber Wwe., 5) Hernnch Noll Frau 6) Jo­hannes Wacker Wwe., 7) Balthaser Klingelmeyer Wwe., 8) Carl Hörster, 9) Daniel Furkel, 10) Danlel^S^^^rst and fordert einen Beitrag von 1300 fl. zur Deckung des Deficit- der Kirchenkaffe für 1872; derselbe wurde bewilligt und soll in den Voranschlag der Stadt für 1872 ausgenommen, werdem^^d^ 100 $ jährlich bestimmte Vergütung des Turnlehrers Rüb-

samen für den Unterricht an der Realschule wurde auf Betrieb des Großh. OberstudienrathS wegen inmittelft vermehrter Turnstunden auf 150 fl. erhöht.

4) Auf Vorschlag des städtischen Schulinspektors gab der Gemeinderath seine Zustimmung, daß der Ueberschuß deS VicariatSgehaltS an der neu errichteten 5. Classe der Stadtmädchenschule denjenigen Lehrern zu Gute kommt, die den Unterricht an der Schule bis zum Eintreffen det SchulvicarS ertheilt haben.

5) Ein Antrag deS städtischen Schulinspektors, auf Vergrößerung der Lehrlocale der städti­schen Schulen bezw. Neubau, wurde dahin beschieden, daß dieser Gegenstand in Verbindung mit der Erweiterung der Realschule, welche früher schon angeregt worden, mit dem Großh. Realschul­director und Mitgliedern aus dem Schulvorstande gemeinschaftlich werbe in Betracht gezogen werden.

6) Der Gehalt des Bureaugehülfen Euler wurde auf dessen Nachsuchen von 325 fl. auf 375 fl. erhöht.

7) Der Ortsdiener von Lützellinden wurde bezüglich der Gebühren, welche er für Bekannt­machungen in städtische« Angelegenheiten bezieht, mit den Ortsdienern in Hörnsheim und Hochel­heim durch Verwilligung von 5 fl. gleichgestellt.

8) Auf ein Gesuch deS jüngeren Turnvereins, ihm die Benutzung der städtischen Turn­anstalt in gleicher Weise, wie dem älteren Verein zu gestatten, wurde mit Rücksicht auf den Ver­trag deS letzteren, wodurch die Stadt in der freien Verfügung über jene Anstalt noch zur Zeit beschränkt ist, ablehnend geantwortet.

9) Der Pachtvertrag über Benutzung deS Steinbruchs im Hangelnstein mit Philipp Braun von Daubringen, welcher mit 1871 abläuft, wurde zu Folge einer die Stadt bindenden Bestim­mung dieses Vertrags auf fernere 6 Jahre verlängert, anfangend vom 1. Juli 1871.

10) Es wurde auf Anregung Großh. Kreisamts Gießen nachgegeben, daß der gewesene Polizeidiener Blitz in seinen Dienst wieder eintritt, aber nur unter der ausdrücklichen Bedingung, daß er sich künftig von allen Nebengeschäften fern hält und nur seinem Dienste obliegt.

11) Dem Echmiedrmeister Emil May wurde bitiweise gestattet, gegen Entrichtung einer jährlichen Abgabe von 12 fl. über die Stadtbach einen Uebergang herzustellen. Durch eine Urkunde wurde zugleich daS Eigenthum der Stadt und die Bedingungen festgestellt, wie die Be­nutzung stottzusinden habe. Schließlich wurde jederzeitige Kündigung vorbehalten.

12) Ein Voranschlag des Stadtbaumeisters über Herstellung des Turnplatzes, 125 fl. be­tragend , wurde genehmigt und dessen Ausführung beschlossen; die Kosten sollen aus den lieber, schüssen bestritten werden. ,

13) Der Ankauf von GraSsaamen zur Verbesserung der Stadtwiesen im Preise von 24 fl. 36 fr.,

14) Die Herstellung von beim Brande beschädigten Feuereimern im Betrage von 25 fl. 40 fr.,

wurden gutgeheißen und sollen die bemerkten Beträge auf die Stadtkaffe angewiesen werden.

Börsen nachrichten.

26. Juli 1871.

Actieii.

Oest. Creditaot. 270 50/o östr. F. St. E. B. 3993/4 Lombard. Bahn 1707/s Ludwigsh.-Beibaoh 181 Vg Maxbahn 127

Bayer. Ostbahn 1201/2

Hess. Ludwigsb.-Aot. 156

Rhein-Nahebahn-Act. 38*/j

Oberhessen 753/4

W eciteei.

Amsterdam k. S. 991/4

Augsburg k. S. 993/4

Berlin k. S. 105

Bremen k. S. 963/g

Brüssel k. S. 93>/g

Hamburg k. 8. 871/2

Leipzig k. S. 105

London k. S. 117%

Lyon k. S.

Paris k. S. 931/g

Wien k. 8. 951/4

ditto m. 8.

ditto 1. 8.

Disconto 31/2% G.

Preuss. 41/2% Oblig. 98/i Frankf. 3i/20/0 Obi. 823/g Nass. 41/2 °/o Obi. 97i/g Kurhess. 4% 89 Gr. Hess. 5°/q Obi. 102 » n 4O/o 95 n 31/2% -

Bayer. 5% » 1007/8

41/2% 1jährige 98% 4% 1jährige 93

Wiirtemb. 4 V2 % Obi. 97 Baden 41/2% Obi. c. E. L. 977/8 Oesterr. Silberrente 56</g Papierrente 48 V2

5% M. steuerf.

Amerik. Bonds 1881r 99 */z

1882r 961/s

1885r 96'/,

1887r 96i/<

Spanier, neuest. 3% 311/2

Prioritäten.

3% öster. Stsb.-Prior. 575/g

3°/0 öst. s. Lombard 73l/z

3% Livorneser 32V2

5% Toscaner 521/4

5% Elisabeth.-Prior. 773/f

do. n. Emiss. 83

Geldsorten.

Pr. Cassen-Soh. 1 45-451/4 Sachs.

Div. Cassen-A.

Pr. Friedrdor 9 5859 Pistolen . . 9 3941

doppelte 9 4042 Holl. fl. lOSt. 9 5557 Ducaten . . 5 3436 20 Frankenst. 9 2021 Engi. Sover. 11 5153 Russ. Imper. 9 3941 Dollar in Gold 2 241/225*/?

Anlehensloose.

Kurh. 40 Thlr. Loose 66 Nassau 25 fl. 39

4% bayr. Pram.-Anl. 1095/s Ansbacher 7 fl. 113/<

4% badische Loose 1081/4 Badische fl. 35 Loose 66V2 Oestr. fl. 250 v. 1854 771/4 1858r Prioritätsloose 168 1860r Loose 861/8 1864r 1291/2

Braunschweiger 18i/8 Stadt Florenz 823/r

Act len.

Frankf. Bank 137

Frankf. Vereins-Kasse 108

Darmst. Bankact. 366*/2

Wien Bankaktien 732

Galizien 2371/4

Aßlgemeiner Anzeiger

Besondere Bekanntmachungen.

Oeffentliche Aufforderung.

2266) Aus der Johann Georg Heß'- ichen Concursmasse zu Steinberg wurden auf Weisung Grobherzoglichen Landgerichts Gießen am 10. Januar 1837 für die Erben des Johannes Heß zu Sleinberg, bezw. die Erben:

A. des Heinrich Heß in Steinberg, B. des Kaspar Heß daselbst, C. des Christian Heß daselbst, v. der Johannes Möckels Ehe­frau von Watzenborn,

E. des Johs. Heß von Leihgestern

187 fl. 32 fr. Einhundert sieben und achtzig Gulden zwei und dreißig Kreuzer bei Großh. Staatsschuldentilgungskasse hin­terlegt, und sollen dieselben nunmehr an die Berechtigten zurückgegeben werden.

Als solche wurden ermittelt:

zu A. dessen Söhne:

1) Johs. Heß II in Leihgestern und

2) Heinrich Heß zu Watzenborn, sowie

3) die Kinder des verstorbenen Sohnes Kaspar Heß:

a. Katharina Elisabeth« Heß in Steinberg,

b. Maria Christina Heß daselbst, c. MariaElisabethaHeß daselbst, d. Georg Heß in Leihgestern,

e. Katharina Heß, verehelichte Rei- chardt in Groß-Linden;

zu B. dessen Kindeskinder, nämlich:

1) die Kinder der verstorbenen Tochter Anna Elisabetha Heß, verehe­lichte Schneidmüller:

a. Balthasar Schneidmüller in Steinberg,

b. Heinrich Schneidmüller das.;

2) die Kinder des verstorbenen Sohnes Christian Hetz HL:

a. Georg Hetz in Steinberg,

b. Marie Christine Hetz, verwitt- wete Hirz daselbst,

c. Katharine Elisabeth e Heß, verehelichte Häuser daselbst,

d. Katharine Heß, verehelichte Jung daselbst;

3) der Sohn des verstorbenen Johan­nes, nämlich;

Balthaser Heß in Steinberg;

zu C. die Kinder des verstorbenen Soh­nes Balthasar Heß l.:

a. Katharine Heß auf der Dick- mühle bei Steinberg,

b. Jacob Heß daselbst,

c. Johann Georg Hetz daselbst, d. Johannes Heß daselbst;

zu D. deren Kinder:

1) Katharine Möckel, verwittwete Schneider in Watzenborn,

2) Heinrich Möckel daselbst, sowie

3) die Kinder des verstorbenen Sohnes Johannes Möckel V. :

a. Balthasar Möckel, > unbek. wo? b. Heinrich Möckel, in Amerika c. Georg Möckel, l abwesend;

zu E.:

1) dessen Tochter Marie Hetz, verehe­lichte Reining in Darmstadt, und

2) der verstorbenen Tochter Sophie Elisabethe Heß, Kind Namens Marie Hetz, verehelichte Döll in Darmstadt.

Die oben zu D. 3) «. b. c. genannten, unbekannt wo? in Amerika abwesenden, Erben, werden aufgefordert, sich bei Mel­dung der Annahme Verzichts binnen 90 Tagen, von heute an gerechnet, zur Em­pfangnahme bei unterzeichnetem Gericht zu

melden, alle Uebrigen aber, welche außer den vorgenannten Berechtigten noch An­sprüche zu erheben vermögen, solche binnen gleicher Frist bei Meidung Ausschlusses da­selbst geltend zu machen

Gießen, den 18. Mai 1871.

Großherzogliches Stadtgericht Gießen.

Muhl, Stammler, Stadtrichter. Stadtger.-Assessor.

Cöln-Mindener Eisenbahn-Gesell­schaft.

3150) Mit dem 1. August er. treten in

unserem Local-Verkehr die im Betriebs- Reglement für die Eisenbahnen im Nord­deutschen Bunde festgesetzten Lieferfristen in Kraft.

In unseren Verbands - Verkehren halten wir uns von diesem Tage ab an die in den Tarifen stipulirten Lieferfristen gebunden. Gleichzeitig wird die Auszahlung der Nach­nahmen wiederum nach den in den Tarifen festgesetzten Fristen bemessen.

Cöln, den 24. Juli 1871.

Die Direktion.

3133) Bei der Stadt Gießen sollen drei Spritzenmeister angenom­men werden. Bewerber um diese Stellen haben sich binnen 8 Tagen auf unserem Bürean anzmnelden.

Gießen, den 25. Juli 1871.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

Vogt.

Versteigerungen.

3122) Samstag den 29. Juli l. I., Nachmittags 2 Uhr,

soll die Erndte von den Grundstücken, welche Herr Stallnreister von Gremp gevachtet hatte, auf dem Halme an die Meistbieten- ; den versteigert werden. Die Erndte besteht in Korn, Gerste und Hafer und wird mit der Versteigerung am langen Steeg der Anfang gemacht.

Gießen, den 25. Juli 1871.

Großherzogliches Ortsgericht Gießen.

W o r t m a n n.

Feilgebotenes.

Lsndwirthschaftiichr jBiidjcr, als: Birnbaum'S Landwirthschaft, Noscher'S Ratinaloconomie, Pabst'S Betriebslehre, Balling'S Branntweinbrennerei.

Sämmtliche Bücher, elegant gebunden, sind zum halben Ladenpreise zu haben bei Meyer Rothenberger, (3157) Neuenweg.

1616) Borsdorfer Acpfel- wein in bekannter Güte empfd)* . $ len I. A. Busch Söhne.

3117) Nene Frankfurter Kartoffeln sind fortwährend zu haben Asterweg 9h'. 103

Herbstrüberrsaamen,

lange weiße, bet > «z

(3152) G g. C h r. Spruck.