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An hohes Präsidium des deutschen Reichsrages zu Berlin.
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der Concilsbefchlüsse. Dollinger hat keine Fristverlängerung erbeten, Pfarrer Renftle in Meering noch ohne Bescheid des CultuSministeriumS.
Bern, 23. März. Bei Colombier gerieth heute Nachts 2 Uhr ein Zug mit Jnternirten auf ein falsches Geleis und stieß auf einen Güterzug, wodurch 22 Personen getödtet und 72 verwundet wurden. — Das Telegraphenbureau von Lyon meldet amtlich, daß in Lyon eine Revolution ausgebrochen ist. Alle Details fehlen.
Versailles, 22. März. Der Minister des Innern beauftragt die Präfecten, das in Paris erscheinende „Journal offic-el" überall zu confiSclren, da das in Versailles erscheinende „Journal officiel" das einzig legale sei.
Wien, 22. März. Der Kaiser von Oesterreich hat dem norddeutschen Ge
reden niederzuhalten und zu gewinnen. Die Enttäuschung aber hat nicht auf sich warten lassen.... Uns berührt dabei zunächst nur die Frage: Was wird aus dem Frieden und aus den FriedenSverhandlungen? Die neue pariser Regierung hat sich ihrerseits beeilt, zu verkünden, daß sie den Friedensvertrag achten und zur Ausführung bringen wolle. Bei dieser eiligen Versicherung ist jedenfalls die Thatsachr von Gewicht gewesen, daß die deutschen Heere nicht dloS Frankreich noch in großer Ausdehnung besetzt halten, sondern daß auch di? Forts von Paris auf der Nord- und Ostseite und damit die Stadt Paris noch in unserer Gewalt ist. Wir werden uns in die inneren Kämpfe von Paris und von Frankreich auch jetzt gewiß nicht mischen; unsere Interessen und die Ausführung der uns ertheilten Zusagen aber werden wir unter allen Umständen zu wahren wissen. Wir haben es selbstverständlich zunächst nur mit der von der Nation erwählten
-----------------— mainville schweres Geschütz in Position gestellt. Es wird versichert, daß der Kaiser
BerlM, 21. März. Bei seinem Scheiden von französischem Boden hat Wilhelm niemals einwilligen werde, daß das Blut deutscher Soldaten für die
Ka'.scr Wilhelm folgenden Armeebefehl erlassen: Wiederherstellung der Ordnung in Paris vergossen werden solle. — Favre gab die
„Soldaten der deutschen Armee! Erklärung, daß er von der Correspouocnz zwischen Schlottheim und den Jnsur-
Jch verlasse an dem heutigen Tage den Boden Frankreichs, auf welchem dem gentcn keine Kcnntniß habe, deutschen Namen so viel neue kriegerische Ehre erwachsen, auf dem aber auch fo
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- 4- Versülllts, 25. März. Thiers hat folgendes Rundschreiben an die Prä-
vlkl thrures Blut geflossen lst. Ein ehrenvoller Friede ist jetzt gesichert und der fetten, U rterpräfecttn, Generalprocurotoren, sowie an ave Militär-- und Gvil- Rückmarsch der Truppen in die Heimatb hat zum Theil begonnen. Ich sage Eu^ bchörden ergeben lassen: „ Die Ordnung ist im größten Theile Frankreichs aufrecht Lebewohl, und Ich danke Euch nochmals mit warmem und geoobenem Herzen für erhalten und in Lyon wieder hergestellt. In Marseille ist die Ordnung nicht so Alles, was Ihr in diesem Kriege durch Tapferkeit und Ausdauer geleistet habt, gestört gewesen, daß man sich darüber hätte beunruhigen dürfen. In Paris hält Ihr kehrt mit dem stolzen Bewußtsein in die Heimath zurück, daß Ihr einen dir die Ordnungspartei der Umsturzpartei gegenüber Stand. Die Ruhe wirb gewiß größten Kriege siegreich geschlagen habt, oen die Weltgeschichte je gesehen, — daß zurückkehren. Dank der Einwirkung der Maires. Du Armee bei Versailles ist das theure Vaterland vor jct>em Betreten durch den Feind geschützt worden ist mit allem Röthigen reichlich versehen und verstärkt sich täglich beträchtlich. Zahl- und daß dem deutschen Reiche jetzt Länder wiedererobert worden sind, die es vor reiche Cavalierie' ist gestern angekommen. Alle aus der Armee ausgeschiedenen langer Zeit verloren hat. Möge die Armee des nunmehr geeinten Deutschlands Befehlshaber kehr.n fortdauernd zurück und bieten der Regierung ihre Dienste an. dessen stets eingedenk sein, daß sie sich nur bet stetem Streben nach Vervollkomm- Die Nationalversammlung, die sich täglich versammelt, ist einig mit der Regierung, nung auf ihrer hohen Stufe erhalten kann, dann können wir der Zukunst getrost Wir können der Bevölkerung nur zur Ruhe und Mäßigung rathen. Unser fester entgegen sehen. Entschluß ist, die Ordnung zu erhalten; wir werden die Republik retten, welche
Nancy, den 15. März 1871. (gez.) Wilhelm." nur durch Anarchie gefährdet ist."
Berlin, 21. März. Bei dem Präsidium des Reichstages ist am , 20. d. M. Picard erließ ein Rundschreiben an die Präfecten. wonach in Lyon die Ord- folgender Protest gegen die Frankfurter ReichbtagSwahl eingelaufen:
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großen Aufgaben wahrzunehmen Willens und im Stande ist. Seitens unserer Telegraphische Depeschen.
Regierung sind ave Vorkehrungen getroffen, um unseren berechtigten Forderungen A Cuxhaven, 25. März. Drei französische Corvetten sind heute Morgen in jedem Augenblicke und nach allen Seiten vollen Nachdruck zu geben." hier eingelaufen, j tzt 10 Uhr 30 M. Vormittags die vierte in Sicht.
Die Nachr chten über die Vorgänge der letzten Tage in Paris werden von A Bern, 24. März. Eine oisiciclle Depesche an den Bunvesrath meldet,
den englischen Blättern mit allseitigem Bedauern vernommen. Was die Negierung daß die E-neute Herrin in Lyon sei. Präfect und Maire sind gefangen, anbelangt, so lautet das Urthetl durchaus absprechend. Ihre enischiedenen Freunoe A Bern, 26. März. Die Ordnung ist in Lyon durch die Intervention
können sich nicht enthalten, sie we;en ihrer Schwäche den Schreiern gegenüber der Nationalgarden, welche der Ordnung zugetban sind, wieder hergestellt, zu tadeln, und die Freunde eines starken Regiments im Allgemeinen und der ge- 4- Versailles, 24. März. Die Erhebung der Araber in Algerien nimmt fallenen Dynastie insbesondere halten ihr eine gewaltige Strafpredigt. „Dieje- größere Verhältniße an. Aga Mokrani von Medina steht an der Spitz: des
nigen, welche den Wind gesäet haben, müssen sich gefaßt machen, den Sturm zu Aufstandes, und sucht alle Kabylen in denselben hinein zu ziehen. Privatbriefen
ärnten", sagt der Standard. „Die Opposition, die dem Kaiserreich eine fried- zufolge soll Mokrani mit 40,000 Mann 25 Meilen von Algier (leben uht> sich
liche Politik unmöglich machte und den Moment der Ncugierde ergriff, um eine des ganzen Südens von Algerien bereits bemächtigt haben. Französische Truppen
festbegründete Regierung zum Falle zu dringe.,, haben jeyt m-l der Frage zu wurden nach Set'f und gegen Kabylien entsendet.
rechnen, welche Eavaignac in hartem Kampfe im Jahre 1818 löste und Napo- + Versailles, 24. März, Abends. Der Mont Valerien ist nicht in den leon III. auf 20 Jahr, lang ad acta legte. Die Herren haben lavirt und ge. Händen der Insurgenten Die Versailler Regierung hat 480 bespannte Geschütze
redet, nichts gethan und dem Publikum Tag für Tag in ihren Organen vec- und 83 Mitrailleusen. Die versailler Regierungskreife sind geneigt, noch 14 Tage
sichert, ihre Vorbereitungen seien getroffen und die revolutionäre Bewegung fei abzuwarten, ob die Jnsurrection in sich selbst zerfällt, ehe man zu ernstem Angriff eine läch'rlich" Farce, die von allen vernünftigen Leuten verspottet werde. Das schreitet. Die Verhaftung eines französischen Präfecten Seitens der deutschm
Ende vom Liede ist, daß General Aurelles de Paladine wied-r einmal das er- Militärbehörde, welche hier und in Paris Aufregung erzeugte, wurde, nachdem
staunliche Kunststück gemacht hat, zu verschwinden, und daß General Vinoy aber- eine Untersuchung den vorliegenden Jrrtbum herauSgestellt, wieder aufgehoben. malS die Hauptstadt übergibt. Das Einzige, was vor den Gräueln der Anarchie A Versailles, 24. März. Rebellencmiffäre, welche Truppen aufzuwiegeln retten kann, ist schnelles einiges Handeln. suchten, wurden entdeckt und sestgenommen. — Die Deutschen haben in Fort Ro-
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. . „ sandten ^ierielbft aus Anlaß des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm
Vertretung und Regierung, die auch von allen Mächten anerkannt ist, zu thun bas Großkreuz des Leopoldordens verliehen.
und werden fürs Erste abwarten können, wie dieselbe ihre Stellung und ihre .....
nung wieder dergestellt wäre und die Aufständisch n dort das Stadthaus geräumt hätten. Ebenso stände es in St. Etienne. Das Centralcomite in Paris würde Bei hohem Präsidium des deutschen Reichstages legt der Unterzeichnete a'6 täglich von einer großen Zahl Nationc.lgarden verlassen, setze aber seine Thätiakeit Bayerischer Staatsangehöriger: durch Ge.valtmaßregc!n und Ausschreitungen fort.
wegen Ausschließung sämmtlicher in Frankfurt a. M. wohnender stimm- A Paris, 23 März. Die Insurgenten füssilirten General Ducrot, be- berechtigter Bayern bei den beiden hier stattgehabtcn ReichStagSwatzlen stimmten die Wa-ilen auf den 26. März. Der Vendomeplatz wird verbarrikadirt. Protest gegen diese Wahlen ein. Die MaireS von Paris und deren Adjuncten organisirten den Widerstand gegen
Die Zahl der in Frankfurt a. M. lebenden stimmberechtigten Bayern ist so das Centra comite. General Saiffet wurde zum Nationalgardechef, Langlois zum groß, um einen bedeutenden Einfluß bei den Wahlen ausüben zu können. Ander- Generalstahswcf, Sckoelcher zum Artillenechef ernannt. Die Regierung zu Ver- seits ist aber auch der maßgebend sein sollende Grund, daß bei Anfertigung der sailleS erließ einen Aufruf an die Departements, damit sich alle Nationalgarden Wählerlisten in Frankfurt a. M. Bayern noch nicht dem deutschen Reiche beige- unter die W -ffen begeben.
treten war, zur Ausschließung der Bayern bei den Wahlen in keiner Beziehung d-Paris, 24. März Das „Journal officiel" des Centrolcomit^meldet.- Bo-
zu rechtfertigen. Wenn es tm ganzen Königreich Bayern möglich war, die Wahl- napartisten und Orleanisien sind dabei überrascht worden, als sie Geld vcrthkiltcn,
listen fertig zu bringen, hatte man in Frankfurt gewiß Zeit genug gehabt, die um die Einwohner von der Erfüllung ihrer Pflichten ab-ulenkcn. Die Individuen,
nöth'gen Nachträge in den Listen vorzunehmen. Auffallend ist eß ferner noch, daß der Bestechung oder des Versuchs derselben überführt, werden dem Centralcomite bei Ausschreibung der Wahlen das Wahlgesetz in seinem ganzen Umfange amtlich überliefert werden. Die Steuereinnahme wirt wie früher ausgeführt, die -^ahlun- publicirt war, und trotzdem die Ausnahme stattgcfunden hat. g(n werden dem Comite geleistet.
Ich richte deshalb tm Interesse aller B-theUigten an hohen Reichstag die A Paris, 24. März Der Geist de« Widerstands gegen die Jnlurgentni Bitte, alle Wahlen in Frankfurt a. M. für ungültig zu erklären, bei den erfor- gewinnt a.5Auvdehnung. Saiffet wurde ermächtigt, zurückkehrende Nationalgarden derlichen Neuwahlen die in ihrem Rechte gekränkten deutsch..n Bürger in Schutz zu amneftiren. Saiffet's Corps besteht aus 10,000 gut bewaffneten Soldaten. ,u nehmen. Man erwartet einen Zusammenstoß in der Nähe der Börse. Unter den Rtbellm
Frankfurt a. M., den 18. Marz 1871. F,ranz Abb. gibt sich Zwiespalt kund. Es wurden ihnen zwei Wagenladungen Gewehre ab-
-Berlin, 23. Marz. Die Rückkehr des Feldmarschalls Prinzen Friedrich genommen. Ein unzufriedenes Bataillon hat mit einer Mitrailleufenbatterie Pari«
Karl zur Oreupationsarmee nach Frankreich wird, wie wir hören, wahrscheinlich verlassen und Fort Jssy bezogen. Die Regierung hofft Ue Ordnung wieder her-
schon rm Laufe de«> heutigen Tages stattsinben. zustellen. Das Centraleomite soll einem FrtedenSeompromiß zuneiaen, jedoch der
‘Stuttgart, 23. Marz. Der „Staatsanzeiger" melde,: Der Legationsrattt Gewalt den äuß-rsten Widerstand entgegensetzen wollen
rei7 am ^bcrft'scher Delegirter zu den Brüsseler Verhandlungen, A Paris, 24. Marz. Hie Pariser Journale melden: General Menvtti
” „In/61" ?b' *" Begleitung des LegattonSseeretarS Mancher. - Gestern Garibatdi tst hier iugetroffen und im Stadtbausquartier abaestiegen. Das Central, fihnrn Trnnf ®aIataf<* »u Ehren des deutschen Kaisers statt. Der comite entschied in seiner Sitzung vom Donnerstag, daß die Insurgenten, welche
teüaramm' an Ln° 6 3 ®ir m'9. fanCle em GratulationS- gegen die Revolte und gegen die Volkssouveränetat schrieben, in Anklagezustand
von P^olike t,E38teflten an 6in Reichskanzler und den Grafen versitzt werden sollte. Der Maire Slemeneeau wurde verdaftet. Menotli Gari-
München 22 smA-r, ».. ■ L baldi wurde zum Obereommandanten der Pariser Communalstreltkräfte ernannt.
von P euüen blut "en "rutschen Kaiser und König Alle Regierungsmitglieder wurden in Anklagezustaud versetzt. Es soll mit allen
den Ausdruck m r 8 ?1S££'F0“"" : "2w erlaube mir chur» Mitteln dahin gewirkt werken, daß die dissrnti.ten Levartement« besetzt werden,
ein.uüimm n ÄS ' ^r'^'9?" Glückwünsche in dm begeistert.n Jube. Die Bank .st geschlossen. Es werden Schleßschar.cn angebracht. ® ."7 Möge U,er6tt>- M°jestät,Geburtstag A Paris, 25. März. Nach.« 9 Uhr. D.e Ungewißheit war de» lagei
audilef X« »St’ n Ä?n E nH* nnbT8'" t' ®fiie “**" 3t)I ühtr Endlich um 6 Uhr erschien eine Proelamation, unterzeichnet von 20
X iX“ po’l r lanTnte, und Preußens Hell. Ludwig." Maires nd Adjuncten, sowie allen in Paris anwe,en .en Mitgliedern der Affemdlee.
f ‘ g" un Friedrich halten fest auf Ablehnung! Es wurde hiernach das Einvernehmen getroffen, baß morgen, Sonntag, das pa-


