Gewährung einmaliger Beihülfe dem augenblicklichen Bedürsniß abzuhelfen und 4) das Material für die demnächst zu gewährenden ständigen Unterstützungen zu sammeln hat. DaS Ausschreiben nimmt nun die Mitwirkung der Zweigvereine besonders darin in Anspruch, daß es ihre Mitglieder als zunächst berufene Der- trauenSpersonen und Vertreter der Bedürftigen betrachtet und in speciellen Fällen eben so rasche als sorgfältige und umfassende Erhebung von Ermittelungen erwartet. — Es ist wohl mit Sicherheit zu erwarten, daß diese neue segensreiche Aufgabe des HülssvereinS, welche eine seiner wichtigsten Friedensthätigkeiten bilden dürfte, eben so glücklich gelöst werden wird, wie die vielen und schwierigen Ausgaben des Krieges.
Darmstadt, 23. Febr. Zu Bevollmächtigten zum Bundesrathe des deutschen Reichs sind mittelst Allerhöchster Entschlleßun^ d d. 11. 1 MtS. der Groß- herzoglich außerordentliche Gesandte und bevollmächtigter Minister Geheimer Le- gationsrath Hofmann, der Großherzogliche Geheime Obersteuerrath Ewald uno ter Grvßherzogliche Obersteuerrath Göring ernannt worden.
WormS, 22. Febr. Der Ausschuß des Luther-Denkmal-VereinS veröffent- lickt seinen definitiven Rechnungs-Abschluß, wonach die Einnahmen des Denkmals 239,992 fl. 22V2 kr., die Ausgaben 218,567 fl 12y2 kr. betragen. Der Ueberschuß beträgt sonach 21,425 fl. 10 kr.
Mainz, 18. Febr. Die Kriegsbeute entspricht vollkommen der beispiellosen Zahl von befangenen, welche in diesem Feldzuge von den Deutschen gemacht wurden. Nachdem nun von dem Pariser Heer 200,000 Gewehre und 1400 Geschütze abgeliesert worden, dürfte die Zahl der erbeuteten Handfeuerwaffen 800,000 üb.rsteigen. Französische Geschütze werden gegen 7000 in deutsche Hände gefallen sein. Auf dem Mainzer Bahnhofe sah man dieser Tage ganze Bahnwagen voll der schönsten neuen Gewehre, aus denen noch kein einziger Schuß abgeseuert worden. Manche befanden sich noch eingepackt in den Kisten, wie sie aus den Fabriken gekommen waren. Der größte Theil ist englischen und amerikanischen Ursprungs. In dem hiesigen Zeughaus und auf der Citadelle liegen schon etwa 230,000 brauchbare französische Gewehre und täglich kommen noch mehr hinzu. Einige hundert Mann sind täglich zum Putzen und Einfetten derselben beschäftigt. (Schics. 3 )
Aus Baden, 21. Febr. Die auf den 19. d. in der Werder',chen Ange, legenheit nach Freiburg berufene Versammlung war zahlreich besucht, und zwar aus 27 Gern inben von etwa 50 Deligirten, denen sich aus Freiburg gegen 30 näher betheiligte Personen anschloffen. Nach mehrstündiger gründlicher Erörterung wurde mit Einmüthigk'.it beschlossen: In Anerkennung der Leistungen des Generals v. Werder und der Thaten des 14. Armeecorps ein Werder-Denk- mal, und zwar in der Stadt Freiburg, zu errichten. Es wirb eine Adresse an den General gerichtet, unterzeichnet von den Gemeinderäthen derjenigen Gemein- den, welche Beiträge zum Denkmal leisten. Abdrücke des letzteren sollen an Diejenigen vertheilt werden, welche an den Kämpfen des 15., 16. und 17. Januar mitgewirkt haben. Die Stadt Freiburg ist als Vorort mit der Sache betraut, und ihr Gemcinderath hat das betreffende Comite zu bilden. Die bei der Versammlung anwesenden zwei Deputirten der Stadt Baden konnten bereits einen Beschluß ihres Gemeinderathes bezüglich einer Beitragsleistung von 1000 Gulden mittheilen. — Die philosophische Facultät der Universität Freiburg hat die Verleihung der Doctorwürve an General v. Werber beschlossen.
Bern, 22. Feb. Auf die eidgenössische Anleihe wurden 105 Millionen gezeichnet. Ausländisches Geld war direct schwach, durch die Vermittelung von Basel, Zürich und Bern jedoch stark betheiligt.
narien heute noch unterzeichnet werden. Sie enthalten die Abtretung von Elsaß und eines kleinen Theiles von Lothringen, die Schleifung von Metz und die Zahlung von 21/2 Milliarden Thaler (?). Der Waffenstillstand ist bis zum 1. März verlängert worden. Thiers und Favre werben morgen ankommen. Eine Sitzung wird unmittelbar ober für Montag anberaumt werben. 24 Stunben werden hin- reichen zu den Berathungen über die Ratificationen des Friebensvertrages. Wahrscheinlich wird die Majorität für die Annahme sein. Es ist viel von einem Briefe des Grafen von Paris an Den Grafen Chamborb die Rede.
4- Bordeaux, 26. Febr., 8 Uhr 40 Min. Der „Moniteur" enthält keinerlei Mittheilungen. Die Ruhe wurde keinen Augenblick gestört und man erwartet auch keine besonders belebte Sitzung. Die gesammte Presse von Bordeaux beDauert dir preußischen Bedingungen, so weit diese bis jetzt bekannt sind, aber alle Journale rathen zu deren Annahme, um Frankreich zu reorgan siren, und verweisen aus eine bessere Zukunft. „Siecle" schweigt.
A Bordeaux, 25 Febr. Die „Times" sagt in ihrem Leitartikel: Die Friedensbedingungen sind der legitime Gegenstand der Interessen der neutralen Staaten. Gladstone bat dies in einer zweimaligen Erklärung betont, Die englischen Diplomaten in Bordeaux und Versailles würben angewiesen, die Fortsetzung des Krieges möglichst zu verhindern. Der „Standard" hält Die Richtig, kett des Inhaltes des die Friedensfrage betreffenden Telegramms in seinem Inhalte aufrecht.
A Bordeaux, 25. Febr. Thiers und Favre sind noch nicht angekommen, auch Haven sie ihre Abreise von Paris noch nicht angezeigt. Morgen findet keine Parlamentssitzung statt, dagegen wird voraussichtlich der Waffenstillstand um 48 Stunben verlängert werben. Der Einmarsch der Deutschen in Paris wird immer weniger wahrscheinlich.
A Bordeaux, 25. Febr. 12 Uhr 15 M. Die Stadt ist ruhig, trotz der durch die Journale bekannt gegebenen Bedingungen, welche Die Cession des Elsaß und 2 Milliarden Kriegsentschädigung in sich begreifen. — Die Liberte sagt: Morgen wird die Kammer stillschweigend den Frieden ratificiren. Es handelt sich nicht um einen durch Einverstänbniß geschaffenen Frieden, sondern um einen Frieden, Den Frankreich aus Furcht vor neuen Catastcophen und eines eben so gewissen, wie schmachvollen Todes erdultet. Frankreich muß über einen Frieden, der es zwingt, Rache zu nehmen, untröstlich bleiben.
4- Brüssel, 26. Febr. Der „Gauloie" enthält eine Privatdepesche von Heute, Sonntag, nach welcher die Versammlung in Bordeaux um 3 Uhr zusammentritt, um die von Den Bevollmächtigten unterzeichneten Friedenspräliminarien zu ratificiren und zu verkündigen. Alles läßt jedoch die Annahme erwarten.
A London, 24 Fevr. Die Times (3. Ausgabe) enthält ein Telegramm aus Versailles vom 23., Abends 7 Uhr, welches meldet: Bismarck soll angeblich nicht mehr so vertrauensvoll aus Den baldigen FriedenSschluß sein, da er ungern Den Waffenstillstand verlängert. Er hat erklärt: Im Falle einer Nichtannahme oer Bedingungen werden die Feindseligkeiten sofort am 26. nach Mitternacht eröffnet. Die Franzosen wünschen Die Verlängerung des Waffenstillstandes und wird dieselbe auch wohl bewilligt werden, wenn damit oer Friede gesichert wird. Der Kronprinz hat Thiers aufs Beste empfangen. Heute hat eine lange Coa- ferenz stattgefunden. Alle Batterien sind auf Paris gerichtet. Die „City" bezweifelt d.e Richtigkeit des Telegramms des „Standard" über den FriedenSschluß. ES sei nichts osficielleS bekannt.
A London, 25. Febr. Der „Telegraph" (2. Ausgabe) meldet: AmienS, 24. Febr. Die Nachrichten aus Versailles vom 24. Februar waren so ungünstig, daß Den Truppen befohlen wurde, sich zum Abmarsch bereit zu halten.
Telegraphische Depeschen.
4- Berlin, 26. Febr. Der Abschluß der Friedens-Präliminarien wurde durch Englands Einmischungs-Bemühungen verzögert, welche Der letzte TimeSartikel bestätigt. — Rußland, Oesterreich und Italien haben jede Intervention abgelehnt. Die französische Zeitungsnachricht, baß zwischen Den (Sabineten wegen Der Friedensbedingungen rin Depeschenwechsel stattfinde, ist unbegründet. Englands Einmischung wird auch bei Den späteren definitiven Friedensverhandlungen vollständig isolirt fein.
A Paris, 25. Febr. Im auswärtigen Ministerium wirb behauptet, Der Friede werbe, ohne baß eine Verlängerung des Waffenstillstandes stattfinde, abgeschlossen. Thiers, Favre und Picard werben Morgen in Paris erwartet.
4- Paris, 25. Febr., Abends. Der Friede ist gesichert. Thiers, Favre und Die fünfzehn Delegitten haben folgende Bedingungen angenommen: Frankreich tritt das Elsaß und Metz ab, erhält aber Belfort wieder. Die Kriegsentschädigung beträgt 5 Milliarden. Ein Theil von Frankreich und die Festungen wie Sedan bleiben im Besitze der Deutschen, bis die Bedingungen erfüllt sind. Die preußische Armee wird am Montag in Paris einrücken. Der Friede wird procla- mirt, sobald die Bedingungen von der Bordeauxer Versammlung ratificirt worden sind.
A Bordeaux, 24. Febr. Das Journal De Bordeaux meldet: Für Den Sonntag wird eine Sitzung der Assemblee ermattet. Picard wird morgen, Thiers und Favre übermorgen eintreffen. Kaiser Wilhelm verzichtet auf die Abtretung Lothringens (?). Die Großmächte unterstützen die deutschen Forderungen.
4- Bordeaux, 25. Febr. Ein Brief des Grafen von Paris an einen seiner hiesigen Freunde sagt: Ich habe keinen Gedanken persönlichen Ehrgeizes; ich werde loyal an Der Lösung arbeiten, die Frankreich am Sichersten die freie, dauerhafte und ehrliche Regierung zu garant ren scheinen wird, Deren es bedarf. Wenn das politische Einvernehmen hergestellt wird, so geschieht es auf Grundlage Der Constitution, Der alle Abmachungen zum Siege verhelfen müssen. Das Wichtigste ist, eine Stütze für Den Triumph Derjenigen Classen zu gewinnen, Die uns ein liberales BünDniß garantiren. Personenfragen dürfen nicht GegenstanD irgendwelchen Ehrgeizes sein.
A Bordeaux, 25. Febr. 4 Uhr 20 M. Der „Constitutionei" bestätigt heute die Unterzeichnung Der Friedenspräliminarien. Picard ist hier eingetroffen. Dufaure hat ein Circular ausgegeben, nach welchem Der Titel Excellenz für Die Minister unterdrückt wird. — Einige Städte im Süden Frankreichs haben in Petitionen an die Assemblee die Bitte ausgesprochen, daß der Sitz Der Regierung für immer außerhalb Paris verlegt werde. Hier herrscht vollkom» mene Ruhe.
A Bordeaux, 25. Febr., 5 Uhr. Der Moniteur schreibt: Bis jetzt hat noch feine officielle Depesche Den Tag Der Ankunft Der Unterhändler in Bordeaux angekündigt.
Die Gacette france bringt eine um Mittag aufgegebene Depesche des Barons von Rothschild, welche meldet, daß Die Friedens-Präliminarien in Versailles um 91/2 Uhr unterzeichnet werden sollen. — Die France versichert, daß die Prälimi-
___Vfslcielle militärische Nachricht.
Versailles, den 26. Februar. Der Kaiserin- Königin in Berlin. Mit tiefbewegtem Herzen, mit Dankbarkeit gegen Gottes Gnade zeige ich Dir an, daß soeben die Friedens-Präliminarien unterzeichnet sind. Nun ist noch die Einwilligung der National- Bersammlung in Bordeaux abzuwarten.
Wilhelm.
Die Friedens-Präliminarien enthalten:
Die Abtretung von Elsaß außer Belfort, von Deutsch-Lothringen einschließlich .Metz; eine Coutri- butivn von 3 Milliarden Franken wird in 3 Jahren gezahlt und so länge bleiben Theile Frankreichs außerhalb der neuen Grenze besetzt.
Börsennachrichteti.
25. Februar 1871.
Preuss. 4%° o Oblig. 92
Frankf. 3%% Obi. 81
Nass. 41/2° o Obi. 92%
Kurhess. 4% „ 82% Gr. Hess. 5% Obi. 101 %
Bayer, 5° 0 » —
„ 4%% 1jährige 94%
„ 40/0 1jährige 87y4 Wiirtemb. 4%°/o Obi. 93% Baden 4%% Obi. c. E. L. 93 Oesterr. Silberrente 55%
„ Papierrente 48%
n 5% M. steuerf, — Amerik. Bonds 1881 r 981/4
n „ 1882r 957/ö
„ n 188ör 951/z
n „ 1887r 951/4
Spanier, neuest. 3% 30%
Actleit.
Frankf. Bank 132 % Frankf. Vereins-Kasse 1041/2 Darmst. Bankact. 330
Wien Bankactien 691
Galizien 236%
Actleit.
Oest. Creditact. 2423/$ 50/0 östr. F. St. E. B. 3643/4 Lombard. Bahn 1721/2 Lud wigsh.-Bexbach 164% Maxbahn 1091/4
Bayer. Ostbahn 124%
Hess. Ludwigsb.-Act. 136
Alsenzbahn-Actien 851/4
Oberhessen „ 66%
Prioritäten.
3% öster. Stsb.-Prior. 553/4
3% öst. s. Lombard 73 3% Livorneser 315/s 5°/0 Toscaner 50% 5% Elisabeth.-Prior. 77% do. II. Emiss. 751/3
Änleliensloose.
Kurh. 40 Thlr. Loose 64%
Nassau 25 fl. 38 l/a
4O/o bayr. Präm.-Anl. 108%
Ansbacher 7 fl. 12 40/g badische Loose 1081/4 Badische fl. 35 Loose 601/4 Oestr. fl. 250 v. 1854 701/4 1858r Prioritätsloose 155% 1860r Loose 77% 1864r „ 118
Braunschweiger 16% Stadt Madrid 21%
Weciisei.
Amsterdam
k.
S. 100%
Augsburg
k.
8. 99%
Berlin
k.
S. 105
Bremen
k.
S. 97
Cöln
k.
8. 104%
Hamburg
k.
8. 88Vs
Leipzig
k.
S. 105
London
k.
s. 1191/4
Lyon
k.
S. —
Paris
k.
8. 94%
Wien
k.
8. 95%
ditto
m.
8. —
ditto
1.
S. —
Disconto
3%<% G.
Geldsorten.
Pr. Cassen-Soh. 1 44%J45% Sachs. n —
Div. Cassen-A. —
Pr. Friedrdor 9 57%—58% Pistolen . . 9 42 — 45
„ doppelte 9 48—50 Holl. fl. lOSt. 9 54—56 Ducaten . . 5 36—38 20 Frankenst. 9 27—28 Engi. Sover. 11 55—59 Russ. Imper. 9 43—45 Dollar in Gold 2 27-28
sw Sir (rftt SrM
Md ® "■ 2,1
AU
- Ä-b-" 7
683- 5 . ' 8uH27, 612j*& 501, i
I AMA b
ssjfe
:s:i
GemarkuuS
*¥ 'S*
SS*»*'“
*=£*.■•e:
ben 24' "D«sUrgnm«!tn
Versteigen 4»oljw(ldflerun9 ii etabhval' M Montag den 6. M von SormW - hll'in dm GietzenerLt, i-zrl k ^emioald, Ditttn c, hnlemck, nachverzeich Ich «versteigert werben, a 8 > Steilen Mel-Pch 21’% , Sloc
115' Lellen , Reis!
4' Nüdel-Stmme mit 173 , Stangen „ De Znsammenkunst^isl iin Annerod nach Sh Gtn^aneie.
Gegen vorichristsmatzig> bis 1. Juli S: ie GM. Bstr-eun« Irpenden Orte werden erf 0 eimmden bekannt mad Metzen, den 28. Kedr ' Aotzherzogliche
Vo
Hchverste ü)38) Dienstag den 7. 8-Marz, jedesmal 'A-Md, sollen im jiL iolgende Hohsor »eiben;
. Dienstag den M Dntrict Gatgenwal Mbad);
® SA Mchtechanae Durchmester unb^ m Ä ?'kutz ernt Eichen-Bau- und i ? bis 2L N Dm ^0 r)uß Hänge, ( Se^'?aruntei M^bis 208 Cubi
Kiefern- und W, N bis Z?
30 bis 75 $U6 K enthaltend.
Anfang ist Qn b "ach Grünberg. HD E
—^>derVl $ 'W
I
178 ' ' ;
Eichend b


