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27. Januar.
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als sein Vorgänger in der Paulskirche. Wenn er
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Die France vom 20. Jan. bringt wieder einen geharnischten thhul gegen Gambctta wegen Verachtung der G.neralrätde: „Zum Glück für Franksch, zum Verderben für die selbstsüchtige und verblendete (Sehne, welche das Vaterland, unter dem Vorwande, es zu retten, zu Grunde richtet, besitzt die Wahrheit eine roccn unirr ich „um., ^.. unverwüstliche Kraft i man kann sie vermeiden, cnIst.Uen. unterdrücken, sie dringt sich nicht selber loschst nochldvL durch. Sie bekundet sich in ter Vinstimnngkeft, mit welcher die unabhängige
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tung im deutschen Reichstage.
Diese Erwägungen, aus welchen de begründete Hoffnung hervorgeht, datz eS gelingen werte, dre VersaffungSentwicklung des neuen Deutschen Reichs von dem Versinken in einen kraftlosen Scheinconstiiutionolismus fern zu halten, werden zugleich auch auf die Wahlen den günstigsten Eil {U{j üben, — in der Zukunft sicher, wir denken aber ein wenig auch schon j-tzt sofort. Die schl-ckie Redensart, dre man seither so ost und fast ncch olter von den politisch Gleichguttigen als von den wegen des Schillerns ibier politischen Traume politisch Verbissenen zu Horen bekam: „WaS hrlit das Wahlen, die Regierung thut ja doch, was sie tfill", diese schlechte Redensart würde j^t, aus die bevorstedenden Reichetagswahlen e.ngewendet, noch viel hinfälliger, fad,nscheiniger und durchsicht'gcr (ein, als jemals bei früheren Wahlen. Der Kaiser hat bei ILbeinainu der Kaiserkrone dem deut- jchrn Volke verbergen, mit Gottes H'lse ein „allzeit Mehrer d.s Deutschen Reichs zu fein, aber nicht an kriegerischen Eroberungen, sondern an den Gütern des Friedens auf dem Gebiete nationaler Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung". Die erste Gotteshilfe aber, welche der Kaiser zur Losung dieser Aufgabe bedarf, mutz sich schon bei den Wahlen bewähren. Der bifnlicte Wille ist unwandelbar auf die nationale „Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung" gerichtet; wo anders aber soll er über den wahren Inhalt dieser Güter des Friedens, darüber, was |ur die rutsche Nation in Wahrheit „Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung" ist, ren zu- reichenden Rath finden, als eben bei den parlamentarisch versammelten freigcwahltcn Vertretern aller Stämme der deutschen Nation?
Die deut'che Nation rüstet sich gegenwärtig zu einer Wahlhandlung, wie sic von gleicher Bedeutung und gleichem erhebenden (Suarcchr auf dem Boden unseres Vaterlandes noch nie vorher stattgefunden Hot. Stiebe darum jeder E>nzelne mit aufricht gem deutschen Herzen, sich an (einer Stelle nach Kräften des grvtzen Mo
mentes würdig zu erweisen!
Unter den Paketen mit Liebesgaben aller Art, welche nach dem Kriegsschauplatz gesandt wurden, sind viele nicht best.llbar, weil ter Tod den Adressaten hlnweggcrafft hat. Diese unbestellbaren Pakete werden nun, weil bei dem ohnehin rrschwenen Verkehr und ter Inanspruchnahme der Transportmittel ein Zu- lückschicken an den Absender nicht aut durchfühlbar ist, in Gegenwart des Hauptmannes geöffnet. Sobald dem Verderben unterliegende bßiraaren in denselben enthalten sind, werden sie an die Eompagnie verthnIt. In Betriff der KleidungS- stucke ist die Verfügung getroffen, datz diese für ermäßigte Preise an die Mannschaften verkauft, die dafür erhaltenen Beträge aber später an die Angehörigen
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Gefundene G e e u st ande :
„ „ IM„f.rprP (Krhrfiffpr pinirtP (5llen nofeiueua, ein Kinder-Stola und ein ledernes Kinder-Schuhchen.
Ei« WA« werbfn U=uf”eforb" rt fi» binnen 3 Än bei uns ,u meiden. UigenfnUs Meie Gegenstände auf Verlangen an die Finber zurückgegeben oder fpäter ju Gunsten der a"ncnfa’.fe ®"bl(SaHeiifänaer) eine graul.» weiße Hündin (Rattenfänger) und ein weißes Äachtelhünbchen mit weißen Flecken.
Zugelaufen: Ern gelbrothes Hündchen (Jtatteniai g ), 0 p ^rotzhereoaliche Polizei-Berwalrung der Provrnzralhauptsladl Gießen.
Gießen, den 27. Januar 18,1. D Nover. ______________________
duldet, daß andere ihn leSlosen von seinem natürlichen Mutterboden, von seinen Wählern, d. h von dem ureigenen Geiste der deutschen Natron, so wie derselbe der braten Wählerschaft dcS deutschen Volkes dermalen zum Bewußtsein gekommen ist, wenn er von diesem sich n:cht loslösen läßt, dann braucht er wahr- lich nicht zu fürchten, daß er jemals wieder so demüthigende Erfahrungen zu r/achcn haben konnte, wie sie der ReickStag der Paulekirche 1849 in d>r hohen- zollern'schen KonigSstadt zu machen hatte; der Deutsche Kaiser kann nie daran .enken, den Deutschen Reichstag so fallen zu lassen, wie der König von Preußen vor Annahme ter Kaiserkrone das konnte; die Macht und der Glanz des deutschen Kaisers steht und fällt jetzt mit dem Deutsch n Reichstage, der - wenn nicht das einzige, so doch jedenfalls das hauptsächlichste und allein schlechthin unentbehrliche Band ist, das die seit Jahrhunderten politisch getrennten deutschen Stamme mit dem Deutschen Kaiserthume, dem Symbole ihrer endlich errungenen neuen politischen Einheit, verknüpft. Zumal für unsere sürkcutschen Bruderstamme, für 'diese Franken und Bayern, diese Schwaben und Pfälzer ist der Gehorsam gegrn die neue Krone nicht vermittelt durch angestammte Gefühle, sondern wenn nicht ganz allein, so doch hauptsächlich durch — die Achtung vor dem Gesetze und diff.n lebendigcr Quelle, d. h. vor ihrer eigenen versaffungemäßigen Biitre-
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Die „Köln. Ztg." schreibt über die Wahlen zum deutschen Reichstage: Dor dreiund.wonz'g Jahren schlitt die deutsche Nation zum ersten Male zur Wahl । einer einheitlichen Vertretung. Sie schritt dazu roll juger.dlichcr, noch etwas I iünglinghast unbestimmter Begeisterung. Sie hatte ja, die deutsche Nation^als lreientiich eines in Sprache und Sitte und Gesinnung, in den letzten Menschen altern auf den Gebieten ter Kunst und Wissenschaft zu ihrer eigenen und> tci ganzen freien gibildeten Menschcnwelt innigen Freude die höchste und ctelst, Pro- ducllvität bewahrt; sie erinnerte sich ja, wie sie Jahrhunderte lang auch aus reu Gebieten staatlicher Schöpfungen und Thaten eine überaus ruhmrolle, wo nicki die ruhmvollste Stellung unter den europäischen Rationen eingenommen und batic eben diese Stellung nicht verloren, weil sie eine von Hause aus dürftige Mitgc.bi nationalen fiithcbcn Gehaltes zu rasch aufgebraucht hatte, sondern im Gegcntheil, weil sie den großen Reichthum an tieferem religiösem und politischem ^reiheitS. bedürsnisse nicht so rasch hatte reifen und in staatlichen Ordnungen hatte aus prägen tonnen, wie ihre romanischm Brudernationen; cS stand ihr vor Augin wie sie in wüdergeborencr Einigkeit aus den blutigen Schlachtfeldern von Leipzig unt Bellealliance sich mit treuer Hingebung das heiligste Anrecht errungen batt- auf die Einlösung des ihr von Kalisch aus verpfändeten Fürstenwortes für Her- pcllung eines „einigen deutschen Reicks aus dem ureigenen Geiste ter Ration , wie sie dann von der Metternich'schen RcaetionSpolitik um dies gute Recht detro gen worden und wie jetzt von dem eben daher brausenden Gottesgerichte die treulose Reacticnspolitik so weit gedemüthigt und gebrochen war, daß nun der alh Bundestag selber öffentlich seine Schuld dikannte und jene „als Vertrauensmänner' in feinen Rath berief, die er soeben noch durch seine Mainzer Centrolcomn >ssion als Volkevtriührer (Demagogen) und Hochverräthcr an dem Rechte der Fürsten halte verfolgen lassen — wie sollte sie da nicht voll rosigster Hoffnungen und de- geisterter Zuversicht zur Wahlurne geeilt fein! Allein der schöne Traum der Früh- 1 ngötoge von 1848 war für daSwul ncch ein trügerischer gewesen. Metternich e Nachfolger verdarben das VerfassungSwerk, der erwählte Kaiser sand n-cht den Muth, die Krone aus den Händen der Vertreter des Volkes anzunehmen, und träumte von einem erworbenen „Anrechte", das die Fürsten „freiwillig" — im Einzelnen modificiren, im Ganzen und dem Wesen nach aber anerkennen sollte. Wir triff n Alle noch, welche Antwort auf diese träumerischen Hoffnungen später auS Beegenz erfolgte, und wie diese Antwort zu Olmütz im Namen jenes erwäblr ten Kaisers mit demüthiger Unterweisung hingenommen wurde! Jndeß — Goti sei gedankt! ganz getrogen hat unser Volk seine Hoffnung von 1848 dcnno^ nicht. Seine damaligen Hoffnungen wann doch nur der voraus strahlende Ab' glanz dessen, was tief in seinem Innern als wirksamer nationaler Wille und in so fern auch als schließlich zwingende und unentfliehbare Roihwendigkeit schon vor- Händen war. Jetzt ist cS ans Licht geboren, — und freilich nicht ohne schmerzliche W>hen und nicht ohne Beihülse von Pulver und Eisen. Bregenz und Olmutz sind in Satowa und aus den Schlachtfeldern am Ma ne cassirt worden, und vorii Weißenburger Geieberge und den Spicherer Höhen an der Saar, über Metz und Sedan nach Paris und weiter hat die Nation den Blutpreis von Leipzig und Waterloo noch einmal bezahlt, — wie einst Jakob noch einmal sieben Jahre dienen mußte, bevor er (eine ersehnte und verdiente Rahel wirklich erlangte. Dieses zweite Mal aber wird auch das deutsche Volk sein ersehntes „Reich aus dem ureigenen Geiste der Nation" erlangen, wenn cs nur nicht selber sich untreu wird, — und wir wüßten nicht, weshalb wir das fürchten sollten.
Das Parlament, zu welchem wir nächstens wählen sollen, versammelt sich nicht unter der Scheinautorität eines ohnmächtigen Neichsveiweserö; es versammelt sich an dem hvhenzollern'schen Kaiserthrone, — und die Geschicke der rubmvollsteii und macht gsten Dynastie Deutschlands sind gegenwärtig mit der neuen Deutschen Krone und darum auch mit den Geschicken des neuen deutschen Parlaments un ös- lich verknupst. Jetzt ist der Ruhm des einen Theiles auch der Ruhm des^andern,
das Gelingen des einen auch das Gelingen des andern und — das edjeittm
des einen auch das Scheitern des andern! Das neue Parlament, der Deutsche
Ikeichstag — wenn er zusammen ist, wird diesen Umstand zu würdigen wissen.
Er wird sofort sühlen, daß er einen ganz anderen Boden unter den Füßen hat,
icßener Anzeiger
Anzeige- und Amtsötait für den Kreis Kielen
1871
Samstag den 28. Januar
rr
Erscheint täglich, mit Ausnahme Montags.
Expedition : Canzleiberg Lit. B- Nr. 1.
Brodpreise vom 28. Januar bis /4. Februar 1871,
nach eigener Erklärung der Backer:
4 Pfund gemisch.ee Br°d 21 !r. 2 Pfund gemischtes Brub 10'/, h. 4 Pfund R°gg°nbr°d 18 kr. 2 Pfund Roggenbrod 9 kr.
. ; Cs io,üte
J 3,470,081
Telegin, ßa-
Preis rnerteyährig l st. 12 kr. mit BringePlvhn. Durck die Poft bezogen vtntcljährig 1 st. 27 kr.


