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stimmungen des Präliminarfriedens verstößt. Diese Umstände bringen für uns große finanzielle Opfer mit sich, denn wir müssen jetzt eine so starke Truppenmacht vor Paris halten, um jeder Combination von Streitkräften in unserer Nähe gewachsen zu sein; indessen haben wir die Zusage erhalten, daß am 25. V. alle Rückstände für Die Truppenverpflcgung gezahlt und am 1. Mai der dann fällige Termin erfüllt werden soll. Wir werden nrcht aus Zahlung in Metall bestehen, sondern uns nothigenfalls mit Banknoten begnügen. Cs lag die Möglichkeit nahe, Dem jetzigen Zustand in Frankreich durch ein Eingreifen von unserer Seite ein Ende zu machen, Die Bundesregierung ist jedoch entschlossen, an Dem Nlchtinterventionsprincip festzuhalten, selbst unter finanziellen Opfern; (Bravo!) unbeschaoet des Vorbehalts, daß wir da, wo unsere eigenen Interessen gefährdet sind, auch zur Vcrtheidigung unserer Angelegenheiten berufen sind. (Allseitiges Bravo!) — Bebel sieht in dieser Erklärung Das Geständniß, Daß der Bundeskanzler sich mit feiner Politik in großer Verlegenheit befindet. — v. Kardorff. Die Ansicht des Vorredners werde im ganzen Hause nur von einem einzigen Ge- sinnungegenoffen gctheilt, habe also gar keine Bedeutung. — Darauf wird Das Gesetz fast einstimmig (Dagegen Sonnemann, Bebel, Greil und die Polen) angenommen.
3) Erste Lesung des Gesetzentwurfs, betreffend die Jnhaberpapiere mit Prämien. Das Princ'p des Gesetzes isi in §. 1 Desselben niedergelegt; er lautet: „2Iuf Den Inhaber lautende Schuldverschreibungen, in welchen allen Gläubigern oder einem Theile derselben außer Der Zahlung Der verschriebenen Geldsumme eine Prämie dergestalt zugesichert wird, Daß durch Ausloosung oder Durch anDcre, aus den Zufall gestellte Art der Ermittelung Die zu prämiirenDen Schulover schreibungcn und Die Höhe Der ihnen zufallenDen Prämie bestimmt werDen sollen (Jnhaberpapiere mit Prämien), Dürfen innerhalb des deutschen Reiches nur aus Grund eines Reichegesetzes ausgegeben oder in Umlauf gefetzt rotroen." Dem Gesetz ist ein Verzelchniß von 81 älteren Prämienanleihen angefügt, die von demselben nicht betroffen werden. — Minister Delbrück und Camphausen geben einige Erläuterungen der Vorlage, welche Die Ueberfüllung des deutschen Geld- Marktes mit Prämienanleihen nothwendig machte, während Der größte deutsche Staat, Preußen, grundsätzlich keine Prämienanleihe concessionirt. — Nach langer Debatte über Die Frage, ob Prämienanleihen wirthschastlich schäDlich oder nützlich wirken, an Der sich Die Abgg. v. Behr, Bamberger, Lasker, Löwe, v. Blancken- burg und Braun (Gera) beteiligen, wird dasselbe einer Commission zur Vorbe- rathung überwiesen.
Schluß 33/4 Uhr. Nächste Sitzung morgen 12 Uhr.
München, 23. April. Der König hat Den Generaladjutanten Generallieutenant v. Jeetze nach Darmstadt gesandt, um Dem Großherzog zu seinem fünfzig- jährigen Dicnstjubiläum zu beglückwünschen.
Gutem Vernehmen nach toirD Döllinger binnen Kurzem eine Schrift veröffentlichen, in welcher er seine Stellung zu Den gegenwärtigen kirchlichen Fragen entwickelt' unD sich auch über Die gegen ihn verfügte Excommunication ausspricht. — Die von einigen Blättern gebrachte Nachricht, daß Döllinger beabsichtige nach England zu reifen, entbehrt Der Begründung.
Aus dem Königreich Sachsen, 20. April. Die Nachrichten, welche hier aus Compiegne, Dem Hauptquartiere des Kronprinzen von Sachsen, über Den Ausstand in Paris einlaufen, lauten sehr schlecht. Die provisorische Regierung zu Versailles entwickelt wenig Kraft unD beschränkt sich mehr aus eine langwierige Defensive als rücksichtslose Offensive, und auch Die Zahl der wirklich tüchtigen Truppen, über welche sie gebieten kann, ist nicht allzu groß. So hat Denn auch Die Partei Der provisorischen Regierung eigentlich noch gar keine Siege von Bedeutung erfochten unD Die Sache steht noch so ziemlich eben so in Paris wie vor 14 Tagen. Die RevolukionS-Partei gebietet allein über 20—26,000 entlassene Zuchthausfträflinge unD Verbrecher, und alle ehemaligen Galeerensträflinge und sonstiges Gesindel aus ganz Frankreich sucht jetzt in Die Hauptstadt zu gelangen, wird Dort in Uniform gesteckt und bewaffnet und zu Kämpfern für die Commune gemacht. Wer von wohlhabenden Familien es nur immer vermochte, ist schon aus Paris gefluchtet, wo Der wilde Pöbel auf das schonungsloseste haust und nichts mehr achtet, so Daß Dort wirklich gräßliche Zustände herrschen sollen. Da einzelne Banden Der Commune es auch wagten, Das von deutschen Truppen besetzte Gebiet betreten zu wollen, um Dort zu requtriren, so ist in Den um Paris licgenDen Departements Der Belagerungszustand erklärt worden. Die Wuth unserer Truppen gegen diese wilden Schaaren der pariser Commune, der sie mit Recht Die Schuld daran zuschreiben, daß die gesammten deutschen Heerestheile noch bis aufs Ungewisse jetzt in Frankreich bleiben müssen, ist gränzenlos, und gnade Gott Dem Gesindel, wenn es wirklich noch dazu kommen sollte, daß die Deutschen Waffen etnschreiten müssen.
Straßburg, 20. April. Die „Straßb. Ztg." veröffentlicht in ihrem amtlichen Theile folgenDe Bekanntmachung:
Bei Den Verhandlungen über Den definitiven Frieden wird deutscherseits auf die Befriedigung Derjenigen Forderungen hingewirkt werden, welche Angehörigen des Elsasses und Deutsch-Lothringens gegen Den französischen Staat zu- stehen. Zu Dem Zwecke fordere ich Die ForDerungSberechtigten auf, ihre desfall- sigen Ansprüche, Den einzelnen Materien getrennt, bei Den Kreis-Dinctoren (Einwohner Der Städte Straßburg unD Metz Direct bei Den Präfccten) speciell und baldigst zu liquiDiren, soweit Dies nicht bereite bei Der LiquiDationS-Com- mission Der Tresorerie geschehen ist.
Straßburg, 19. April 1871.
Der kaiserliche Civil-Commiffar. im Elsaß: I. V. : Ulrich.
Wien, 22. April. Ein von Dem Erzherzog LuDwig Victor, Den Grafen Beust, Andrassy, Waldstein, Wrbna, Dem ContreaDmiral Poeck, Dem Generalmajor v. Ebner und Dem Bürgermeister Felder unterzeichneter Aufruf an Oesterreich und
Ungarn fordert zu Beiträgen behufs Errichtung eines Denkmals vor Der Votivkirche in Wien für Den Viceadmiral v. Tegetthof auf. Das erste Derzeichniß Der gezeichneten Beiträge weist Die Summe von 20,000 fl. auf.
Telegraphische Depeschen.
+ München, 24. April. Döllinger erhielt ein huldvolles Handschreiben vom Könige Ludwig aus Anlaß des eingereichten Raumer'schen Taschenbuchs, welches einen Aufsatz Döllinger'ü über Prophcue und Weissagung enthält. In dem Schreiben ist zugleich das Bedauern über Döllinger's Excommunication ausgesprochen.
A Paris, 23. April. Ja Der Sitzung Der Commune stattet Ppat Bericht ab. Progrard unD Bnosne geben ihre Demission. Clement verlangt Die Verhaftung PyalS. Dieselbe toirD nicht genehmigt.
A Paris, 24. Apr-l. Rente 52.
A Paris, 24. April. Ein Decret Der Commune ordnet an, daß innerhalb Dreier Tagen alles in Poris befindliche Petroleum der Regierung überliefert werden soll. Ebenso soll ihr über alle vorhandenen chemischen Produkte und Luftballons Kenntniß gegeben werden. Seit Samstag werden in Ausführung des erneuerten Gesetzes über Den Eintritt in Vie Nationalgarde allein in 10 Arrondissements 170 junge Leute aufgefordert, sich zum Dienste einzufinden.
A Versailles, 24. April, Mittags. Das „Paris-Journal" meldet: General Ducrot hat wegen Mangel an Uebereinfltmmung mit einigen Mitgliedern Der Regierung seine Demission gegeben. Gestern haben zwei MinisterrathSsttzungen statt- gefunden.
A Versailles, 24. April. Der „GauloiS" meldet von Sonntag Abend: Fort Cyarenton wurde durch unsere Truppen besetzt. Die Preußen zogen sich zurück nach Villeneuve. Die Linie von Danaro (?) ist seit gestern zwischen Den Befestigungen und St. Denis besetzt.
4- Versailles, 24. April, Abends 6 Uhr. Kein militärisches Ereigniß ist zu meiden. Zwischen Mont Valerien und Der Porte Maillot wird ein wenig kanonirt. Ducrot hat seine Entlassung gefordert und erhalten.
A Versailles, 25. April. Pouyer Quertier wird in Der nächsten Sitzung Der Assemblee einen Gesetzentwurf über ein rectificirtes BuDget pro 1871 einbringen. Dasselbe weist eine Ersparniß von Frcs. 120 Millionen nach, gegen DaS am 20. Juli 1870 von der dermalen Legislatur votirte Budget pro 1871.
A Versailles, 25. April. Thiers hat Den Verwundeten im Militärhospital unen Besuch gemacht. Das ganze Personal war anwesend. Der Chef Der Executive ging von Bett zu Bett und richtete an den einen oder andern Der Verwundeten Worte Der Tröstung. „Dieser neue Kampf wird noch lange dauern", sagte er. Diese Morte bildeten Den Gegenstand vielfacher Comentare. Mehrere Belohnungen wurden vcrtdeilt. — Der preußische Generalcommandant von St. Denis hat verfügt, daß alle Personen, welche Dort keinen festen Wohnsitz haben, Den Ort verlassen müssen.
A Versailles, 25. April. Die Stadt Toulouse ist in Belagerungszustand erklärt worden. — Der Municipalrath von Limoges wurde aufgelöst unD Durch eine Commission ersetzt. — In Grenoble haben am 17. Unruhen stattg^funDen. Die Menge widersetzte sich Der Abfahrt einer Mitrailleusenbatterie, welche für Versailles bestimmt war. — Der Pariser Charivari hat fein Erscheinen eingestellt.
A Versailles, 25. April. Ein Circular Thiers' an die Präfecten theilt mit, daß die Armee jetzt zwei getrennte Corps unter Den Generalen Douay und Clinchamps bilde. Die am Sonntag und Montag stattgefundenen Gefechte, welche, tote cs scheint nur die Störung unserer Arbeiten bezweckten, wären ohne Resultat. Bezüglich activer Operationen stehe Deren baldiger Beginnen bevor.
4- Havre, 24. April. Vier große Dampfschiffe der transatlantischen Compagnie, welche nach Hamburg abgegangen waren, um Kriegsgefangene abzuholen, sind leer zurückgekehrt.
A Lille, 25. April. Das „Echo Du NorD" schreibt: Die aus Der deutschen Kriegsgefangenschaft zurückkehrenden Soldaten beklagen sich über die geringe Aufmerksamkeit, welche ihnen von der militärischen Administration zu Theil wird. Eine Coionne ist während 24 Stunden (von Lenville nach Lille) ohne Nahrung geblieben und bei ihrer Ankunft hier erhielt jeder Mann^ 7 Sous.
A London, 25. April. Die „Times" sagt in ihrem Leitartikel: Die Abstimmung über das Budget ergab eine Majorität von 27 Stimmen. Es waren 500 Mitglieder im Haufe anwesend. Es zeigt dies eine entschiedene Verurtheilung Des Budgets. Die Besteuerung Der Zündhölzer kann als aufgegeben betrachtet werden. Die Erbschaftssteuer folgt hoffentlich nach. Der Finanzminister muß ein neues Gesetz einbringen. Es ist eine Jahressistirung Der ausgegebenen Leibrenten vorgeschlagen. Bei Der AntizündholzbesteuerungSprozession ist es zu Collisionen mit Der Polizei gekommen.
+ London, 25. April. Hiesige Blätter melden aus Versailles: ThierS soll om Sonntag eine längere Zusammenkunft mit Dem Kronprinzen von Sachsen unD i General Fabrice gehabt Haden.
A London, 25. April. Die „Times" meldet aus Versailles: Die Re- t gierungstruppen halten Fort Charenton besetzt. — In Der Nationalversammlung besteht eine einflußreiche Partei, welche für Die CandiDatur Des Herzogs von Au- male zum Präsidenten Der Republik manövrirt. — In Den Provinzen bildet sich . eine starke Reacticnspartei zu Gunsten Des Kaisers Napoleon. — Gestern hatte Thiers eine Unterredung mit Dem Prinzen von Sachsen und General Fabrice zu Saint Denis.
A Florenz, 24. April. Der Herzog von Genua hat feine Studien in
England vollendet und wird in Genua erwartet. Derselbe soll Dicc-Admiral 1 werden — Gra, Trautmannsdorf geht demnächst mit Urlaub nach Wien. — Die gefährliche Erkrankung des Papstes wird bestätigt.
Allgemeiner An zeige e.
Besondere Bekanntmachung. Oeffentliche Aufforderung.
1391) Christoph Wagner von Beuern hat mit der Mehrzahl seiner bekannten Gläu- oiger ein Arrangement abgeschlossen. Unter Gestattung der Acteneinsicht in der Registratur des unterzeichneten Gerichts werden die unbekannten Gläubiger desselben aufge
fordert, etwaige Einwendungen gegen das
Arrangement sogewiß binnen 14 Tagen von heute an dahier vorzubringen. widrigenfalls dasselbe bestätigt und in Vollzug gesetzt W DCltÖVCl |tl llllß. werden wird. 1679) Freitag den 28. d. Mts.,
Gietzen, den 5. April 1871. Vormittags 10 Uhr,
Grotzherzogliches Landgericht Gieben. sollen im Ratbhause zu Alleudors a. d. Lda. Bötticher, A. Bramm, nachfolgende Arbeiten öffentlich wenigstneh- Landrichter. Landger.-Assessor. | menb in Accord gegeben werden, als:
Maurerarbeit am L Schulhaus, veran- l • schlagt zu 37 fl. 6 kr.,
Schlosserarbeit daselbst, veranschlagt zu 156 fl.,
Weibbinderarbeit daselbst, veranschlagt 's zu 12 fl. 30 kr.,
Maurerarbeit am Friedhöfe, veranschlagt < zu 49 fl. 18 kr.,
Schlosserarbeit das., veranschl. zu 100 fl., p


