Den 19. Arbeiter dahier, Densell Ludwig lobt, c Densell Johanne Hermi
Den 19. dahier, Heinrich
will dort rntn'eDer ein Gesetz, da« den Jesuiten gründlich da« Handwerk legt und die Artikel de« Code pönal, die Entweihung der Kanzel zu politischer Agitation betreff.nü, reproductrt, oder gar keine«. Mit dehnbaren Gesctzesphrasen ist nicht
dabei zu machen.
Mit Stimmeneinhelligkeit wird von der englischen Presse dem Papste abge- rathen, nach Frankreich zu gehen. Neuerdinge ist es der „Daily Telegraph", der sich über den Plan folgendermaßen äußert: Wir glauben gern, daß der Gedanke, die Dinge zur Krisis zu bringen durch eine Abreise von Rom, im Vatikan wieder einmal Anklang gesunden hat. Allein wir zweifeln, ob der Plan zur Ausführung kommt. An erster Stelle ist es allerdings klar, daß Rom sehr gut ohne den Papst zurecht kommen kann, doch ist e« durchaus nicht in gleichem Maße klar, daß der Papst ebensogut ohne Rom fertig werden kann. Unzweifelhaft würde der bejahrte Pontifex, wenn er als Verbannter in ein katholische« Land und besonders nach Frankreich käme, mit all den Ehren empfangen werden, welche seinem hohen Amte als Haupt der Kirche sowohl, wie seinem hohen persönlichen Rufe, seinem hoben Alter und seinem Unglücke gebühren. Wenn er indessen eine große Anzahl Adressen empfangen, eine große Anzahl Audienzen ertheilt und seinen Scgcn an eine große Menge von Besuchern gespendet hätte, dann hätte er doch sein Ziel, im Triumph al« weltlicher Herrscher in seine Hauptstadt zurückzukehren, durchaus nicht weiter gesörderr. Die Tage Peter des Einsiedler« sind vorüber, und wenn schon kein katholischer Fürst Europa'« bereit war, den Papst auf feinem Thron zu halten, als er noch im Besitze desselben war, dann ist eö erst recht unwahrscheinlich, daß irgend eine Macht einen Kreuzzug unternehmen wird, um ihn wieder einzusetzen, wenn er seinen letzten Halt auf italienischem Boden aufgcgeben hat.
t Berlin, 23. November. Deutscher Reichstag. 28. Sitzung. Vice-Prä- sident Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst eröffnet die Sitzung um 11^ Uhr. Tische des BundeSrathö: Delbrück, Camphausen, v. Pretzschncr, v. Liebe, Meinecke,
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Berlin, 24. Nov. Reichstagssitzung. Vicepräsident Fürst Hohenlohe thellt mit, daß Dr. Simson auf ärztlichen Rath das Zimmer hüten müsse.
München, 21. November. In den hiesigen liberalen^ Kreisen ist man mit
Dr. Michaelis rc.
Tagesordnung. 1) Dritte Berathung des Gesetz-EntwurfS, betreffend die Ausprägung der Reichs-Golomünzen.
§. 1 wird ohne weitere DiScussion angenommen, ebenso §.2 nach Ablehnung des Rittberg'schen Amendements, betreffend die Herstellung des Groschens.
Zu §. 3 liegt ebenfalls ein Rittberg'fchcs Amendement vor, betreffend die Wiederherstellung des 30-Markstücks.
Bei der Abstimmung wird das Amendement Graf Rittberg abgelehnt, §. 3 in der in zweiter Lesung beschlossenen Fassung angenommen.
§. 4 wird unverändert angenommen, §. 5 mit einem von Dr. Bamberger beantragten Zusatz angenommen, dahin lautend: „Durchmesser, Beschaffenheit und Inschrift der Münze werden vom DundeSrath festgestellt."
Im §. 8 werden auf Antrag des Abg. Grumbrecht die Worte: „in Brr- mischen Thaler Gold" umgeändert in: „in Thaler Gold Bremer Rechnung."
Die übrigen Paragraphen werden ohne weitere DiScussion angenommen.
2) Erste Lesung de« Gesetzes über die Ergänzung des deutschen Straf, gesetzbuchs (cfr. die gestrige Nummer, die Bestrafung von Geistlichen bei Schmähung von Staatseinrichtungen.)
Nachdem v. Lutz. Treitschke, Reichensperger, Fischer und v. Kettelcr über die Vorlage discutirt, wird die Debatte unter Ablehnung des Antrages, die Vorlage
Der der Ltadtk gehalten w
Künftii
worfen ist." , _
Wien, 21. November. Graf Beust wird in den nächsten Tagen von Sr. Maj dem Kaiser in Abschieds - Audienz empfangen werden. Ende dieser Woche begiebt sich der Glas auf seinen neuen Posten nach London, und wird nicht nur in'München, sondern auch in einigen süddeutschen Orten kurzen Aufenthalt nehmen. So viel man hört, gedenkt Graf Beust auf dem Wege nach London Paris nicht zu berühren.
Wien, 23. November. Unterrichteterseits wi-d mitgetheilt, daß die Neubildung ees Cabtnets Sonntag vollzogen werden dürfte. Graf Beust reiste Abends nach Salzburg ab. Derselbe wurde am Bahnhofe von einer Anzahl Notabilitäten erwartet.
Wien, 24. Nos. Die Morgenblätter melden, daß die Cabinetsbtldung eine vollzogene Thatsache und das neue Ministerium in folgender Weise zusammengesetzt sei: Fürst Adolph Auersperg, Präsidium; Lasser, Inneres; de Prett«, Handel; Banhanö, Ackerbau; Chlumctzky, LandeSvertheidigung; Glaser, Justiz; Stremayr, Cultus; Plener wahrscheinlich Finanzen.
Brüssel, 22. November. In der heutigen Sitzung der Kammer entstand eine aufgeregte Debatte wegen des Protestes, welchen Bara gegen die Ernennung DeDecker's, des früheren Administrators der Langrand'fchen Unternehmungen, zum Gouverneur von Limburg erhoben hatte. — Die heutige „Jndependance" berichtet, daß sich während der Kammersitzung große Volksmengen vor dem Gebäude der Kammer versammelten und riefen: „Es lebr 1857! Es lebe Bara! Nieder mit dem Ministerium! Es lebe der König!" Der Bürgermeister verließ den SitzungS- i |aal und versuchte, die Menge zu beschwichtigen, ohne Gehör zu finden. Schließ- tich zerstreuten sich jedoch die Volkshausen und leisteten keinen weiteren Widerstand. Dem „Echo" zufolge zog die Menge nach der Kammersitzung vor den königlichen Palast und verlangte die Entlassung des Ministeriums. Außerdem fanden noch vor dem Ministerium der öffentlichen Arbeiten lärmende Kundgebungen statt. Um
viel gedient.
München, 22. November. Pfarrer Hosemann von Tuntenhausen hat auf die gegen ihn jüngst ergangenen Erlasse des erzbischöflichen Ordinariats eine Erklärung veröffentlicht, an deren Schluß er sagt:
„Die Entsetzung von der Pfarrpfründe Seitens des erzbischöflichen Ordinariats, d. h. Die Absicht, den Menschen auch in seiner irdischen Ex-stenz zu ver- Nichten — Hungerdogma —, nehme ich mit größter GemüthSruhe hin, bemerke aber, daß, wenn ich auch in den Zeiten jener finstern Barbarei lebte, wo die irdischen Machthaber den geistlichen Potentaten noch Schergendienst leisteten, ich lieber verhungern oder wie immer sterben wollte, als mich als Glied an eine Genossenschaft anschließen, welche die borrente K tzerei lehrt, daß Der Papst unfehlbar ist, nachdem doch die katholische Kirche den Papst factisch für fehlbar erklärt und Püpst>: — Papst Johann XXII. wegen enormer Delikte (Verbrechen) — abgesetzt hat. Amicus mihi Socrates, amicus Plato, sed magis amica veritas."
Colmar, 20. November. Der hiesige „Alsacien" schreibt: „Trotz aller Belehrungen und Warnungen Höfen wir gleichwohl, daß viele junge Leute aus Colmar und Der Umgegend beabsichtigen, am Tage vor der allgemeinen Volkszählung sich unsichtbar zu machen und einen Ausflug nach Belfort zu improvistren, um am Tage nach der Volkszählung als zu nichts verpflichtet zu den Ihrigen zurück- zukehren. Wir machen alle diese jungen Leute noch einmal in ihrem eigenen Interesse darauf aufmerksam, daß ein solches Beginnen für sie keinen anderen Zweck haben würde, als daß sie sich unnütze Kost n machen und ihr Geld verthun, während sie bei der Volkszählung, ob momentan abwesend oder nicht, doch als An- w,sende mit in Rechnung werden gestellt werden und denselben Verpflichtungen unterworfen find und bleiben, denen jeder Unterthan des Deutschen Reiches unter-
ständigt hätten.
Paris, 24. Nov. Bei dem Empfange des chinesischen Gesandten erklärte Thiers: er empfange die Entschuldigung des Kaisers; aber c6 sei außerdem noth- wendig, daß die chinesische Regierung für die Unschuld der Missionäre Zeuguiß ablege; es sei ferner nothwendig, daß sie denselben Achtung beim Volke und den Behörden verschaffe, insbesondere aber dafür sorge, baß unsere diplomatischen und konsularischen Agenten respectirt würden. Dies ist unerläßliche Bedingung, um die Beziehungen zwischen dem Occident und Orient ungestört zu erhalten. ThierS fügt hinzu, er werde die Antwort der französischen Regierung dem Kaiser von China durch den französischen Gesandten in Petting zustellen lassen.
Versailles, 23. Nov. In der Angelegenheit der Zerstörung des Thtcrs schen HauscS verurthetlte das Kriegsgericht den Angeklagten Fontaine zu 20 und den Angeklagten Mirault zu 10 Jahren Zwangsarbeit. Die anderen Angeklagten erhielten geringere Strafen. _ ,
London, 23. November. Der Zustand des Prinzen von Wales ist nach dem Ausspruch der Aerzte nicht gefährlich. Officielle Bulletins werden nicht auS-
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9V2 Uhr Abends war Alles ruhig.
Brüssel, 23. November, 6 Uhr Abends. Die Menge drang in den Hof Am des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten ein; andere Haufen begaben sich vor den königlichen Palast. Die Menge trug Hrn. Rogier im Triumph umher, Delaet und Nvihomb wurden beinahe umgrbracht. Die Bewegung verstärkt sich.
Brüssel, 23. November, 10 Uhr Abends. Eine große Menschenmenge durch, zieht zischend und lärmend die Stadt. Die gesummte Gendarmerie- und Polizeimacht ist aufgeboten, da ernstliche Ruhestörungen zu befürchten.
Paris, 22. November. GerüchtSweise verlautet, daß Haussuchungen bet hervorragenden Bonapartisten vorgenommen wurden. — Die GeneralrathSwahlen in Algier sind ausnahmslos radikal ausgefallen. — Es wird versichert, baß Pouyer- Quertier und Perier sich betreffs Post- und Telegraphenwesen - Vereinigung ver-
von äußerster Wichtigkeit. , rr
Wie man sich erinnern wird, bemerkte der preußische Finanzmmifter Camp- i hausen in einer Reichstagssitzung unlängst ganz beiläufig, daß er bereits 3,000 000 , Pfund Sterling der in England untergebrachfen norddeutschen BunbeSanleih? 1 rurückaekaust habe; eine Ankündigung, die von dem Reichstage mit Beifall begrüßt i wu.dk. Nicht denselben Beifall findet sie in England. „Auf dieser Seite des Canals, sagt „Daily News", ist man geneigt, die deutsche Regierung zu tadeln. - Das Geschäft beweist nicht nur, welche Macht Deutschland über Den Geldmarkt hat, sondern erinnert uns auch daran, daß eß diese Macht im Geheimen wirken läßt und uns jeden Tug mit einer Überraschung entgegentreten kann. Unternehmungen dieser Art, sagt man, sollten öffentlich ausgeführt werden. Ohne Zweifel würde die deutsche Regierung sich bei der Finanzwelt größeres Ansehen erwerben, wenn sie offenkundig handelte. Aber eine jede Regierung bebtent sich desjenigen Verfahrens, welches mit ihrem Charakter am meisten im Einkiang steht. In diesem konstitutionellen Lande glauben wir an die Offenkundigkeit; aber Fürst Bismarck ist der Ansicht, daß eine kluge Zurückhaltung oder Geheimhaltung eine Macht ist, die man nicht unterschätzen darf. Für uns ober ist es gut, zeitig zu wissen, caß un|ir Geldmarkt in zwei Monaten 3,600,000 Pfund Sterl. weniger von Deutschland zu erhalten hat, als wir bisher gerechnet hatten." Als ob Herr Lowe, Der Finanzminister des konstitutionellen Englands mit all seiner Oeffent- lichkeit, sich eine Gelegenheit entgehen lassen würbe, auf vortheilhaste unv durchaus kaufmännische Art und Weise Staatsschulden zu tilgen und als ob dos englische Parlament ihm nicht ebenso seinen Beifall für eine günstige Finanzoperation zollen würbe, zumal wenn sie aus einem ausläubischen Markte gemacht wäre! Aoer wenn die englische Finanzwelt nun verbrießlich ist, so kommt Vies daher, daß ihr die Gelegenheit genommen ober vielmehr nicht geboten wurde, in das Gescha't zwischen Käufer und Verkäufer zu interveniren und noch ihren besonderen Schnitt
an eine Commission zu verweisen, geschlossen.
Der Präsident theilt mit, daß Präsident Dr. Simson sein Amt niedergelegt habe, unv setzt behufs Neuwahl die nächste Sitzung auf heute Abend 8 Uhr an. Schluß 572 Uhr.
Berlin, 23. November, Abends. Bei der in Der Abendsitzung des Reichs.'gegeben.
tages vorgenommenen Neuwahl eines Präsidenten fielen von 276 abgegebenen Stirn- J London, 23. November. Der Thronerbe zetgt Anfänge etnes typhot kamen 219 auf Dr. Simson. Derselbe war in Der Sitzung nicht anwesend, kann Fiebers; Die Symptome sind indessen nickt heftig.
sich daher über Die Annahme Der Wahl erst morgen erklären. ' Petersburg, 23. November. Prinz Friedrich Karl mit Den QJener ,
Wo es erforderlich ist, sollen die Zähler die HaushaltungSvorstände aus Den nach vielen R.chtnngen hohen We.lh der BolkSjähIungsergebniffe Hinweisen und
Ä!;'!i!iÄi.SÄÄ"Ä... «ä™ w- <" * •«»" «*•*• >--»--»> mfn(tftun9 volkSwtrthschastlicher Beziehung deutlich erkennen lassen, will, insofern nicht völlig einverstanden, al« man fürchtet, es werde damit em
ftür die Erforschung de« Einflusses örtlicher Schädlichkeiten, auf den Gesundheit«. Gesetz geschaffen, dessen Durchführung auf tu Srössten Schwierigkeiten stoßen und milant der BevöiErung, für die Ermittelung der allgemeinen SterblichkeitSg-setze das in den allermeisten Falle« zur ruhenden Actimtat verurtheilt wurde. Man Int somit auch für di- B-rechung der Tarife der für das öffentlich- Wohl wich, tiuen Lebens-, Wittwen- unD ähnlichen Versicherungsanstalten geben Die Ergebnisse Der Volkszählung eine unentbehrliche Grundlage. Sie gewähren ferner werthvolle Aufschlüsse über Die BeDeutunq Der einzelnen Bevölkerungsklassen im Gesammtleben des Staates unD Über Die gesellschaftlichen Verhältnisse, besonDerS über Den physischen Zustand und Über die Erwerbsfähigkeit Der Einwohner. Für die Zwecke Der Reichsregierung unD Der Staatsverwaltung, für Den öffentlichen Unterricht unD Die konfessionellen Einrichtungen ist Die genaue Feststellung Der Bcvolkerungszahlen


