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Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kichen

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1871

Freitag den 26. Mai

Nr. 121

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Gießen, den 24. Mai 1871.

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deutschen Truppen nicht im Mindesten gelüste, den Versailler Truppen die Arbeit

25. Mai.

Die Armee - Verwaltung

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fäfcbäffa in meiner Zobnhofs. nq".

Pr,tS clecreljährig - fi. 12 k. mit Sringerlohn. Durch die Post oezogen vinteljährig i fl. 27 Er.

SSPVfc Ä*« Wnfo.tn.r Mft. w.° die .N. S.e.üner Zlg." schreib., die Zu.uchbesördernng der seanzosischen

-w-ndirt und dann vom Minister des Aeuffcrn den europäischen Mächten mitge. Gesungenen gleichen Schritt. Im Ganzen sind, wie sicher -erlaut-t, mcht mehr theilt Die italienische Regierung hoff, dabet natürlich, daß da- erwäbn.e G.utz al- circa 60 000 Wann bisher entlassen w°rden D.e Armee. Verwal ung . . . _ r - . »1 ..l(. t.,.* wffra' Auf »tft n r ft A h a ftp rnnltprirf . tntP lieb felblt ÜCTltlöt ülll VCT OU8*

sprechenden Gründe dargelegt haben.

Fürst Bismarck soll nämlich auf die wahrend seines Ausenihalts in Frank- furt erhaltene Nachricht, daß seitens der Föderalen das Hotel bis ameilk-nischen Grsandtcn Washburne, ter bekanntlich bei Beginn keS Krieges die in Frankreich wohnenden Deutschen unter seinen Schutz nahm, ze-flört worden sei, sofort an daü deutsche Hauptquartier die Weisung haben abgehcn lassen, tun ter Eoo mune voll- ständige Genuglhuung zu verlangen oder Paris zu boa bartircn. Es ist nun wohl möglich, daß eie Deriailler Negierung, um diese neue Demüthigung ton Paris abruwenden, sich verpflichtet hat, tie gesordertc Genugthnung zu gen ähren und

anzuzweifelnden Quelle haben will, entg gen, daß alle deutschen Truppenbtn egungin keinen wirklichen Zweck, höchstens den tnur Läuichung hätten, und daß cs dre

7 Das Garantiegesetz, welches die Stellung des Papstes innerhalb des ita­lienischen Staates als eine exterritoriale, ja mehr noch als eine durchaus souveräne

operirt äußerst vorsichtig, sie eooperirt, wie sich von selbst versteht, mit der aus­wärtigen Politik und hütet sich, das gewichtigste Pfandobjeet früher aus der Hand zu geben, als im Hinblick auf den Stand der finanziellen Abwickelung mit Frank­reich geboten ist. Wir muffen, bis nichts mehr zu besorgen ist, militärisch in Frankreich die Oberhand behalten, und dies geschieht am Wirksamsten durch ganz allmäiize Frcigebung der Gefangenen. Es wird zu erwarten sein, welche Aende- ru.gcn der desinitive Abschluß des Friedens in den bis jetzt getroffenen Diöpcsi- tioncn hcrbeisuhrcn wird.

Gegenwärtig ist man mit Anfertigung neuer Wappen und Amtssiegel für die Post und Telegraphie beschäftigt, da denselben der neue Reichsadler beigcsügt wird und die bisherigen specisisch norddeutschen Wappen re. nicht mchr ange-

Schwrstern vom heiligen Vincenz von Paula wurde ebenfalls ven Nationalgarden umzingelt, es wurde ein Inventar der beweglichen Gegenstände ausgenommen, und tie Schwestern selbst sind hinter Schloß und Riegel gesperrt worden, bis morgen, wo sie ausgetrieben werden sollen.

Die WienerPresse" erzählt folgende interessante Anecdote: Der Herzog von Coburg takelte kürzlich gesprächsweise beim Reichskanzler Bismarck die gar zu reichliche Vertheilung des Eisernen Kreuzes. Bismarck war jedoch nicht feiner

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werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzleiberg B. I, als auch

(Ulf vCttJCtllJCIdCr bei allen Post-Expeditionen und den ^and-Postboten entaegen genommen.

durch diese Verpflichtung zu dem entscheirendcn Schritt gedrängt murre.

Die andere Version, derzusolge es sich um eine Unterstützung drr Versailler Regierung durch deutsche Truppen handelt, findet einen Halt in der Bewegung, in welcher sich unsere Truppen vor Paris seit einigen Tagen befinden. Nach den

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uch Tuche und fr-

n Aufträge und

v. S t a r cr, Provinzial - Director.

von den Cabinettcn als genügender Ausdruck der für die Unabhängigkeit des Papstes zu fordernden Garantien cntgeaengenommen werde. Wnr.r man gerecht sein will, so muß man sagen, daß das Gesetz den berechtigten Anforderungen der europäischen Mächte vollkommen Genüge leistet. Kein Zweifel freilich, daß der Papst feiner- seiis die ihm dargebotenen Garantien vermißt; indessen thut das nichts zur Sache, wenn dieselben von der italienischen R.gierung nur strict innegehaltln werden. Deutschland sieht ein, daß^as Königreich Italien sich auch den letzten R.st des Kirchenstaats einoerleiben mußte, nachdem seine Entwickelung nur durch äußere Gewalt längere Zeit aufgehalten war. Man duldet nicht den Pfahl in seinem Fleische. Anders urtheilt freilich die elerikale Partei. Diese behauptet in der Presse, wie in ihren Versammlungen, daß die Aushebung tcS Kirchenstaates die Summe aller revolutionären Bestrebungen sei und daß, wer nicht zum Schwerte zieht, die Italiener wieder aus ihrer uralten, ihnen von der Natur gegebenen Partei zu verdrängen, ein Milschultiger der Revolution ist und den Abfall von Gott, die Auflösung aller sittlichen Ordnung der menschlichen Gesellschaft predigt. Daß Deutschland ein paritätischer Staat ist, daß über zwei Drittel seiner Ein­wohner am Kirchenstaate und an der Institution des Papstes nicht das mindeste Interesse haben, was kümmert das die Herren Reichcnfpergir, Majunke und Ge- nossen? Mit einer Dreistigkeit, deren Naivetät ans Wunderbare grenzt, sprechen sie es aus, daß sie vom Oberhaupte M neuen, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gegründeten deutschen Reichs die Erfüllung ganz derselben Pflichten verlangen, welche je ein mittelalterlicher Kaiser des heiligen Römischen Reiches deutscher Nation der Kirche gegenüber übernommen. Vortrefflicher Standpunkt! Jndeß, soll denn einmal von Revolution die Rede sein, so fragen wir: sind auf dem Rechtsbodcn des neuen deutschen Reichs, der mit demj.nigen des alten absolut gar nichts gemein hat, ärgere Revolutionsbestrebungen denkbar, als diese der Firma Reichensperger, Majunke und Compagnie?

Der entscheidende Schritt gegen Paris, zu dem sich die Verscilllr Regierung endlich aufgerafft hat, scheint mehr das Resultat ter gelegentlich des Austausches der Ratificationsurkunde des FrietenS im Schwan zu Frankfurt a. M. staitge- habten Conserenzen zu sein, als aus der freien Cntschliißung der Herren Th'.erö und Genossen hervorgegaogen. Ob es sich um einen n oralifchen Druck, welchen Fürst Bismarck auf Versailles auSübte, hantelt oder vielmehr um eine Unterstützung der Versailler Regierung durch deutsche Truppen, wollen wir der Entscheidung unserer Leser überlassen, nachdem wir die |ür die eine, wie für die andere Version

biS jetzt in im Muy yuiiyimii «uw;hm/,»h -

diese Unterstützung keine direkte, sondern nur eine indirekte zu (ein. In englischen Blättern kreuzen sich die widersprechendsten Nachricht n über die Bewegungen der deutschen Truppen und deren Zwecke. Der sehr bestimmt aufireltnd.n Meleung, die deutschen Armeen würden gegen Paris einschreiten, sitz' ein Berrchterstattcr du .Daily News" die nicht minder bestlmmte Versicherung, tie er aus einer gar n chi!

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Erscheint täglich, mit Aus­nahme Montags.

Expedition: Lanzleiber, Lit. B. Nr. 1.

abzunchmen.

Mit der allmäligcn Zurückziehung der deutschen Soldaten von Frankretch

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messen sind.

Wie wird der Frankfurter Friedensvertrag von der Versailler Presse auf- genommen? Lr Soir, der jetzt in der Parlamentsstadt mit die erste Geige spielt, bringt einen Artikel:Friede, Waffenstillstand oder Congreß", worin er damit beginnt:Wir verlieren Elsaß weniger Pfalzburg, ein Fünftel von Lothringen mit Metz und wir behalten Mühlhausen nicht." So stattlich ist dieser leitende Franzos in der Geographie des schönen Frankreich bewandert. Daß Pfalzburg im Meurthe-Departement liegt und nicht zum Elsaß gehört, weiß der Verfaff.r nicht, aber dafür schreibt er mit der größten Unverschämtheit:Damit dieser Friede möglich sei, muß er anders befestigt werden, als durch Austausch von Protokollen, muß er auf Soliderem und Dauerhafterem begründet werden, als auf einem Papier- fctzen, den der Wind verweht oder der Erste, B.ste zerreißt; in nächster Zeit müssen die Männer, die an der Gewalt sind, den definitiven Bestand der Völker studiren und bestimmen, und sie müssen ein neues Völkerrecht, die neue Politik aus so hoch proclamirtcn, wie fest erhaltenen Grundfesten aufrichtcn. Der Friede, wie er uns aufcrlegt worden, ist nur ein Waffenstillstand. Es ist daher in nächster Zeit ernstlich ter Zusammentritt eines Eongresses ins Auge zu (affin. Es ist nicht bloß nothwcndig, sondern absolut unvermeidlich, daß eine souveraine Ver­sammlung berufen werde, um Europa das zurück zu geben, was es in feinen Um­wälzungen und Abenteuern verloren hat, nämlich Gesitze und folglich auch Sitten, Principien und somit auch Rechte, kurzum, ein allgemeines Reglement der öffent» lieben Ordnung." Le Soir gesteht gern ein , daß Frankreich augenblicklich zur Beschleunigung dieser Lösung noch nichts thun könne, aber Europa werde Frant- reich bereit finden und dieses dann vielleicht noch einmal so stark und glücklich sein, um, wie es 1815 that, durch die bloße Tapferkeit seiner Haltung und durch sein Prestige die Verschwörung der Stärke und des Ehrgeizes zu bändigen; als Frankreich das Ende des Krieges mit Preußen gewollt, habe es zu einer National- Versammlung gegriffen; wenn Europa des Krieges mit sich selber satt se?, werde iS zu einer Versammlung der Nationen greifen, und dann werde aus dem Waffen­stillstände Friede gemacht werden. So faselt schon heute wieder diese teichif.rtige französische Journalistik, die zum Unheil ihres Vaterlandes so viel bcigetragen hat.

Die Pariser 9tationalgarden umzingelten am 18. die Kirchen St. Augustin und La Trinite, unterbrachen die Geistlichen mitten im Gottesdienst, und trieben die Andächtigen hinaus. Aus der Krypta der Kirche Les Petits Peres, in der Nahe der Bank ton Frankreich, werden eine Anzahl Leichen behufs gerichtlicher ! Untersuchung weggifchcfft. sind nämlich Gerüchte im Schwünge, daß dort B vv. .........«... .»g.H ........... ... unlängst B.-K,äbmss- nn.cr falschen Nam.n stu,lgcfnnr-n haben Auf b.ikcn S-llen

Berlin cingrgangcnkn Nach-richl-n au» Pari» und L-rsaillc« schein! rcr K^rchlhür ist der Boden nut Gcb-m-n besäet. Da« K oster ter barmherz gen

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Sm Allerhöchsten Auftrag bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß Eingaben an Seine Königliche Hoheit den Großherzog bis auf Weiteres nach Friedberg zu richten sind.