I
n
) lei
) Zr ai
*x
X
l. m id
ft
/rr
19L
wirken bei der Entdeckung und Auslieferung des Mörders bekundet hat, halte ich es jetzt für möglich, der ganzen Bevölkerung von Poligny die Last abzunehmen, die ihr nothmendig auferlegt werden mußte. Diesem Briefe wird daher der Befehl an die Garnison von Poligny zum Abzüge nach LonS-le-Saulnier auf dem Fuße folgen. Der Herr Friedensrichter der Stadt hat durch seine gewissenhaften und anhaltenden Nachforschungen wesentlich zur Entdeckung des Mörders und zur Feststellung der Thatsachen beigetragen, wofür ich Sie bitte, ihm meinen besonderen Dank auSzusprechen. Unmittelbar nach dem Attentat am 2. ds., welcher unsere Truppen auf's Aeußerste aufbringen mußte, wurden mehrere Einwohner in der Dunkelheit, während man nach dem Urheber forschte, verwundet; ich muß dies lebhaft beklagen. Die Protokolle, die Sie mir in dieser Sache übermittelt haben, werben aufmerksam geprüft werben, und wenn sich ergeben sollte, daß eine Rechtsverletzung stattgefunden hat, so werden die Schuldigen der verdienten Strafe nicht entgehen. Genehmigen Sie, Herr Maire, die Versicherung meiner Hochachtung. Der commandireude Generallieutenant der 4. Division. In Vertretung: Dutrossel, Generalmajor und Commandant der Brigade.
Wie der „Soir" vernimmt, begibt sich die Exkaiserin Eugenie in der That nach Spanien, um dort in dem Schloß Roncerinas bei Madrid ihren Aufenthalt zu nehmen. Ihr Sohn wird sie begleiten, Napoleon III. dagegen wird entweder in England bleiben oder sich nach der Schweiz begeben.
Die letzten Nachrichten aus Algerien sind vom 17. August. Die Insurrektion war in der Provinz Oran fast gänzlich unterdrückt. Truppenabtheilungen hatten das Land von der Grenze von Marokko bis zur Sahara burchstrichen, ohne ernstlich beunruhigt zu werben. In der Provinz Constantine hatte sich General Lacroix, der sein Lager nach Fedja-el-Arba verlegt hatte, mehrere bedeutende Stämme unterworfen. Leiber ist diese Provinz, die bis bahin vom Feuer verschont geblieben war, von zahlreichen Feuersbrünsten verwüstet worden. Mehr als 30,000 Hektaren Korkeichen wurden von den Insurgenten verbrannt und 300,000 Bäume umgehauen. Das Feuer hat auch die übrigen Produkte vernichtet: das Getreide, die Gerste, das Futter und die Oelbäume. Seit der französischen Herrschaft sind solche Brände noch nicht vorgekommen; die Verluste sind ungeheuer.
Ein Telegramm aus Algier vom 20. August meldet, fast alle Stämme seien zur Ordnung zurückgekehrt; das Ende des Aufstandes stehe in Aussicht.
Die „Rumänische Post", ein in Bucharest erscheinendes Blatt, brachte am 10. August einen „offenen Bries an Se. Hoheit den Fürsten Karl". TagS darauf gab aber ihre Redaction die bestimmte Erklärung ab, sie bedauere aus'S tiefste den Abdruck des Artikels, der den bisher von ihr verfolgten Tendenzen schnurstracks zuwiderlaufe und in Abwesenheit des leitenden Redakteurs durch einen schlecht unterrichteten Mitarbeiter verübt worden sei. Letzterer sei bereits entfernt unv ein ähnlicher Artikel werde nicht mehr erscheinen; denn die Redaktion könne „ihren bisherigen Anschauungen nach unmöglich die Absicht hegen, ihre stets verfolgte streng dynastische Tendenz und namentlich die Sr. Hoheit dem Fürsten Karl gegenüber nicht nur wohlwollende, sondern geradezu ergebene Haltung auch nur einen Augenblick aufzugeben".
Darmstadt, 22. August. In der heutigen Kammersitzung wurden die schon lange mit Spannung erwarteten Verhandlungen geführt über die Vorlage Großh. Ministeriums des Innern, die Erhöhung des der polytechnischen Schule zu Darmstadt gewährten Staatsbeitrags für das Jahr 1871 um den Betrag von 13,500 fl. betr. Die Majorität des Ausschusses beantragte: „1) die Proposition der Re- gierung abzulehnen; 2) dagegen dieselbe zu ermächtigen, innerhalb der Grenzen des den Ständen bei der Proposition vom 3. Oktober 1867 vorgelegten Budgets des Polytechnikums für spätere Zukunft von jährlich 44,434 fl. jetzt schon für den Rest der Finanzperiode Ausgaben nach Verhältniß der Zeit zu bestreiten." Die Minorität dagegen: Verwilligung der Forderung. Das Wort ergreift zuerst Abg. Fink, indem er vor Allem auf die geringe Minorität im Ausschuß hinwies. Die Geburt des Polytechnikums sei erschwert, erstens durch den Kampf der realistischen Bildung mit der humanistischen, zweitens durch den Widerwillen eines Theils der Bevölkerung gegen die veränderte sociale Stellung des anderen Theils durch die Industrie, unv drittens durch eine Eifersucht der Provinzen. Das immer steigende Bedürfniß an Mitteln für die Anstalt sei natürlich erklärt durch die steigenden Anforderungen an dieselbe. Gleich der Vertheilung der Industrie sei auch eine Vertheilung der Bildungsstätten für dieselbe nöthig, schon deshalb, weil zu starkes Concentriren der Schüler an einer Anstalt die bei den realen Wissenschaften so nöthige specielle Beschäftigung des Docenten mit dem Studirenden unmöglich mache. Das Polytechnikum schmälere die Hochschule zu Gießen nicht; es sei die Spitze der Realschulen, die Universität die der Gymnasien. Das Bedürfniß der Erhöhung der Gehalte hält er für ein momentan drängendes und empfiehlt deshalb Annahme des Minoritätsbeschlusses. Der Abg. Heß spricht gegen die Bewilligung für ein weiteres Experimentiren, das man scheuen müsse, da es nicht nur mit Geld, sondern auch auf Kosten des Wohls der Hochschule geschehe. Ein weiterer Nachthei sei der Verlust einer Gewerbeschule. Man müsse die Kräfte der Universität zu- wenden, wenn man sich nicht zersplittern wolle, und möge wieder eine Gewerbeschule Herrichten. Wegen dieser seiner Ansicht könne er auch nicht mit Passus 2 des Majoritätsbeschlusses stimmen. Abg. Kraft ist gegen das Unzeitgemäße der Vorlage am Ende einer Finanzperiode und gegen das Fortschreiten auf einem falschen Wege. Man könne nicht die Gehalte Der Lehrer erhöhen, ohne zugleich die aller Staatsdiener zu erhöhen, wie dies ja für das nächste Budget vorgesehen; für den Augenblick könne man aus den vor drei bis vier Jahren bewilligten Mitteln aushelfen. Bei dem steten Fortschreiten in den Ansprüchen der Anstalt glaubt er, daß es keine Finanzperiode dauere, bis 80,000 fl. gefordert werden; er empfiehlt deshalb den Antrag der Majorität. RegierungScommissär Schleiermacher bestreitet, nachdem er sich vorher gegen den Abg. Heß, als den am weitest gehenden Gegner, gewendet, die Möglichkeit, den in dem Majoritätsbeschluß, Passus 2, erwähnten Weg zu beschreiten, weil nicht einmal dazu genügende Mittel vorhanden seien. Die separate Erhöhung der Docentengehalte sei nöthig, weil der Docent bei Der Stellenconcunenz nicht auf das Inland angewiesen sei, wie der Staatsdiener, und man bei dem Polytechnikum keinen Dispositionsfonds habe. Er bittet um Annahme Der Regierungsvorlage. Nachdem darauf RegierungScommissär v. Rodenstein und die Abgg. Keil, Hallwachs, Karl Johann Hoffmann und Dumont gesprochen, wobei Ersterer die Regierung gegen Vorwürfe Der absichtlichen Vernachlässigung Der Hochschule unD Nichthaltens Der versprochenen Intaktheit derselben vertheidigt, während Letzterer hauptsächlich darauf hinwies, daß bei der Kleinheit der jetzigen Kammerausgabe doch wahrlich die Hebung des Unterrichts
wesens Die Hauptaufgabe derselben sei, nehmen nunmehr Die Abgg. Kurtmann, Kempf und Schäfer das Wort gegen die eingebrachte Regierungsvorlage. Ersterer will das todtkranke Polytechnikum an einer acuten Krankheit lieber als an einer theueren chronischen sterben sehen; Der Zweite erkennt das Bedürfniß Der Anstalt nicht an, und doch werde durch sie die Universität geschädigt; während Der Dritte ich vollständig zu Der Ansicht Des Abg- Heß bekennt. Präsident Des Ministeriums Des Innern v. Bechtold wendet sich hierauf noch einmal an Die Kammer, um Die Regierungsvorlage zu empfehlen. Unzweifelhaft sei Die Kammer kompetent zu einer Bewilligung nach abgeschlossenem Budget, nie aber habe Die hessische Kammer ihre Einwilligung zur Bestreitung von Mitteln für Bildungsanstalten versagt. Don Frankreich dürfe man nicht sprechen, da dieses nur Eine polytechnische Hochschule besitze. Viele seiner Mißerfolge habe dieses Land seiner mangelnden, viele unserer ruhmreichen Erfolge hätten wir nicht nur der glänzenden Tapferkeit unserer Truppen, sondern auch de^großen Bildung unseres Volkes zu danken. Der Berichterstatter Abg. v. Löw wendet sich daraus noch gegen einige persönliche Bemerkungen über Den Ausschußbericht, für den er sich verantwortlich fühle, worauf Die Ab- stimmmung erfolgt. Bei namentlicher Abstimmung wird die Regierungsvorlage mit 21 gegen 17 Stimmen verworfen, während Passus 2 Des Ausschußantrags durch Erheben von Den Sitzen mit 22 Stimmen bejaht wird.
Berlin, 19. August. Die „D. R.°C." will in Erfahrung gebracht haben, daß Die Friedensverhandlungen in Frankfurt voraussichtlich vor Ende August nicht ausgenommen werden, und fügt hinzu, daß Fürst Bismarck am Sonntag vor feiner Abreise nach Gastein in einer Unterredung mit Dem französischen Gesandten Marquis De Gabriac Die KriegSentschädigungSfrage resp. die Anträge Frankreichs auf frühere Räumung des occupirten Gebiets, als die Prälimiuarbedingungen vorschreiben, besprochen und ihm keinen Zweifel über das Verhältniß Frankreichs zu Deutschland gelassen habe. Marquis De Gabriac soll sofort an Herrn ThierS in längerer Depesche das Resultat seiner Rücksprache mit Dem Reichskanzler gemeldet haben und Herr Thiers wird nun den Friedensunterhändlern in Frankfurt jedenfalls bestimmte Weisung zugehen lassen, wenn es ihm überhaupt um eine Verständigung mit Deutschland zu thun ist.
t Berlin, 22. August. Zu den Eisenbahnvorlagen, Die in Der nächsten Session an Den Landtag gelangen werden, soll auch eine Obeihessische gehören, eine Bahnstrecke betreffend, welche, bei Hanau einmündend, eine nähere Verbindung zwischen Kassel und weiter Berlin und Frankfurt a. M-, als die bisherige Strecke von Bebra über Hanau, Herstellen wird. Außerdem wird Dem nächsten preußischen Landtage ein Gesetzentwurf über die Einführung Der Civilehe, wahrscheinlich nur Der fakultativen, vorgelegt werden.
Die Goldwährung als Reichswährung in Deutschland ist, wie nach Meldung einer hiesigen Zeitung, aufgegeben. Man glaubte, Der Reichskanzler werde Den starken Goldzufluß, Der in Folge Der Zahlung Der französischen Kriegsentschädigung statt find et, dazu benutzen, um die Goldmünzen zur Grundlage des künftigen Deutschen Münzsystems zu wählen. Es scheint aber, daß die Vertreter dieses neuen Systems Die Gegner desselben nicht zu überzeugen vermocht haben, Denn die französischen Goldzahlungen sind bisher beinahe vollständig, soweit sie nicht sofort Ver- wenDung finden mußten, gegen Silber ausgewechselt worden. Auch Die österreichische Nationalbank, welche ea. 400 Millionen Gulden Silber in ihren Kellern aufbewahrt, hat einen Theil Davon gegen GolD umgetauscht.
Berlin, 22. August. Der „Provinzial'Correspondenz" zufolge ist Der Erfolg Der BaDekur des Kaisers in Gastein ein höchst erfreulicher.
Berlin, 23. August. Den Morgenblättern zufolge wird der Kaiser noch etwa vierzehn Tage in Gastein verbleiben und von Dort sich zum Besuch nach München begeben.
München, 22. August. Das Comite Der katholischen Reformbewegung in München ladet Die Katholiken Deutschlands, Oesterreichs und der Schweiz zu dem vom 22. bis 24. September in München tagenden Katholikencongreffe mit be- rächenden und öffentlichen Sitzungen ein. In Dem ersteren sind stimmberechtigt Die MitglieDer des Münchener ActionscomiteS, Die Delegieren aller übrigen alt- katholischen Comites, enDlich Die fpecieü GelaDenen. Schriftliche Anträge, ebenso Anmeldungen zu Vorträgen in Den öffentlichen Sitzungen sinD bis zum 8. September, unD zwar aus Nord- unD MittelDeutschland beim ActionScomite in Köln, einzureichen.
Bern, 22. August. Das Centralcomite Der schweizerischen liberalen Katholiken hat beschlossen, zum September einen Kongreß nach Solothurn zusammen- zuberufen. Gegenstände Der Berathung werben sein: 1) Trennung Der Kirche vom Staate; 2) mehrere Fragen bezüglich Der Revision Der Bundesverfassung in politisch-religiöser Hinsicht; 3) Organisation gegen Die Uebergriffe Der römischen Curie.
Straßburg, 18. August. In verschiedenen Elsässer Blättern erscheint folgende officiöse Note: „Ein heute hier eingelaufenes Telegramm, Paris, 17. August, meldet nach dem „Siecle", Die Schwierigkeiten, Die sich in den Frankfurter Verhandlungen ergeben hätten, seien durch Die Frage Der Zollfristverlängerung für elsässische Waaren entstanden. Sicheren anderweiten Nachrichten zufolge haben Diese Differenzen, wie sich leicht ermessen läßt, nicht einzig in Der von Den elsässischen Industriellen gewünschten Verlängerung Der Zollfrist ihren Grund, sondern darin, daß die französische Regierung sich der Verpflichtung Der Entrichtung Den elsässischen Sparkassen und Gemeinden schuldiger Beträge zu entziehen sucht, Daß sie ferner hiesige unD Die Banquiers anderer elsässischer Orte, welche mit Der Auszahlung Der fälligen Renten und Pensionen beauftragt sinD, angewiesen hat, die Renten der öffentlichen Gemeinden und Institute nicht einzulösen."
Straßburg, 21. August. Der „Nied. Cur." meldet: Gestern Nacht kam es in der Langstraße zwischen Civilisten und württembergischen Soldaten zu ernsthaften Streitigkeiten, die jedoch durch die herbeigekommene Polizei geschlichtet werden konnten, ohne daß Jemand verhaftet zu werden brauchte. Auch in Neudorf entstand gestern in einem WirthshauS ein Skandal, wobei ein Schutzmann, Der Einhalt gebieten wollte, sehr stark verwundet wurde. Mehrere Verhaftungen mußten hier vorgenommen werden.
Prag, 21. August. Heute wurde Der erste konfessionslos gewordene Katholik, Staatsbahn-Oberconducteur Lesser, von Der Prager JudengemeinDe feierlich begraben, da er testamentarisch gebeten, Das Begräbniß möge, um Konflikte zu ver- meiDen, nicht auf Dem christlichen Kirchhof vorgenommen werden. (Pr.)
Graz, 10. August. Der LandeS'CommandirenDe, General Freiherr v. John, hat 89 in Graz wohnenden Pensionisten unD Generalen wegen Nichtbetheiligüng derselben an Der Feier Des Geburtstages Des Kaisers einen energischen Verweis gegeben.
M,
Jf i» i*.,8' PMS, ii itil auwruai
.MMS fititwn los, Aiij M Ang' MdeunD fl * d'k nu
London ch nach Drt
Madrid Ijkilt hat, das Mqut, auf
kör«
23. Xv
Fleuss.
Frankf. 3'/? Nass. < o Kurhess. 4% Gr. Hess. 5°/ 40/f : . sw Bayer. 5%
» W« 1.
, 4»/ü Ijäl Wortemb. 4i/2 Baden Wo 0 Oeeterr. Silber , Papien , 5% M. Imerik. Bonds
Spanier, neues!
Act
Frankf. Bank Frankf. Verein! Bannst. Banka, Wien Bankacti Galizien 243%
Besonder,
BeN
3563) Die i Mn Oberförsl W, am u ” - Stainn Here Genehm w He Heere Ache Wahrt
äbfÄ, äs EL:
Feil
-Atz U Mversri
Fran, h «
SBC
S-H W-,


