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lichsten Verhandlungspunkte stattfinden wird und daß der Vertrag bis zum Samstag in der Assemblee mitgetheilt werden kann. Nach Abschluß des Frieden- wird die Assemblee ihre Sitzungen vertagen. Die Wiederzusammenkunft wird in Parts

Lm Programm der Nationalliberalen. Hieran offen festzuhalten, sind wir auch noch unseren süddeutschen Parteigenossen schuldig.

KriegSnachrichten.

Versailles, 22. Febr. In Folge der gestern hier zwischen Graf Bismarck und Thiers Statt gehabten Verhandlungen, in deren Verlauf sich der Bundes­kanzler mehrmals zum Kaiser begab, ist der Waffenstillstand einstweilen um zwei Tage, also bis Sonntag Abend, verlängert worden.

Die Regierung der nationalen Vertheibigung hat ein Schreiben an Gari­baldi gerichtet, um ihn für die große Gleichgültigkeit zu entschädigen, welche die Kammer an den Tag legte. Es lautet:

General! Der Kriegs-Minister übergibt uns den Brief, worin Sie ihre Entlassung als Odercommandant der Vogefen-Armee geben. Indem die Re­gierung diese Demission annimmt, hat sie die Pflicht, im Namen des Landes Danksagungen und den Ausdruck ihres Bedauerns an Sie zu richten. Frank­reich wirb nie vergessen, daß Sie, General, mit seinen Kindern glorreich für die Vertheivigung seines Gebietes und für die republikanische Sache gekämpft haben.

Aus Villeneuve le Roi, 13. Febr., wird derSchles. Ztg." vom 6. Ar- meccorps geschrieben: Die Geschütze, Gewehre und Säbel, welche innerhalb der Enceinte von Paris sich befanden, sind uns gewissenhaft au-geliefert worden, jedes Armeecorps hat einen Theil übernommen, unser 6. Corps allein 80,000 Chasse- potgcwehre, 52 neue bronzene Mitrailleusen und 420 bronzene meistens gan; neue Geschütze, zum größten Theil leider Vorderlader. Dom hiesigen SanitätS- detachement waren 1 Unterofficier und 2 Mann trotz des strengen Verbotes von Jory aus nach Parts hineingegangen, waren auch vermöge ihres rothen Kreuzes am Arm ziemlich unbehelligt auf den Boulevard- umherflankirt, infolge von In vectiven des Straßenpöbels wurden die Drei aber endlich zu ihrer eigenen Sicherheit verhaftet, vor Trochu geführt, der sehr freundlich und warnend mit ihnen sprach, sie sehr gut mit Chocolade und Pasteten bewirthen und dann zu Fiacre wieder an die Enceinte bei Fort Jvry bringen ließ. Diese Promenade durch Paris büßen die drei Sanitarier jetzt mit 14 Tagen Arrest. Jever Offizier erhält während des Waffenstillstandes 15 Frcs. täglich Teuerungszu­lage, welche jedoch kaum die um- Fünffache gestiegenen Preise deckt.

stattfinden.

Paris, 22. Febr. Der Iockei-Club und der Club de la rue Royal haben beschlossen, baß für die Zukunft kein Preuße als Mitglied ausgenommen werden kann.

Bordeaux, 22. Febr. Dercorstcanische Präfect Naquet hat seine Demission gegeben. 41 andere Präsecten folgten diesem Beispiele, um ihre Absetzung zu vermeiden Börse bei Anfang 54, später 53.30. Aus Pariser Briefe finden zahlreiche Transactionen statt.

Bordeaux, 22 Febr. Einige Journale wollen wissen, Buffet habe das Finanzministerium von heute an resustrt, waS die Ursache der Baisse an der Börse sei. Schluß 53.45. Remusat, welcher schon acceptirt hatte, änderte wieder seine Meinung und theilte der Regierung in einem lakonischen Schreiben mit, daß ihm neue Arrangements nicht erlaubten, seine Annahme aufrecht zu er­halten.

Bordeaux, 23. Febr. Thiers hatte vorgestern eine Conferenz mit dem Grafcn Bismarck in Versailles. Die Gerüchte, welche über die preußischen For­derungen im Umlauf waren, entbehren aller Begründung, lieber den Inhalt der Unterhandlungen wird von Seiten der Betheiligtcn absolutes Stillschweigen be­wahrt.

A Amiens, 22. Febr. Die Truppen des 1. deutschen Armeecorps haben Befehl zur Concentrirung an der Somme erhalten.

Brüssel, 23. Febr. Man meldet demEcho du Parlament" auö Pa­ris v. 20. v. Mts.: Die Börse hat heute neue Fortschritte in ihrer steigenden Tendenz gemacht. Man kauft aber stet- mit großer Vorsicht. E- werden säst ausschließlich franz. Fonds umgesetzt. Die Clubs haben erstaunlicher Weise auf­gehört; die jacobinischeil Redner beschränken sich in ihrer Thätigkeit auf Belleville, wo die Rothen noch immer in Gunst stehen. Es herrscht überall Ruhe. Die Posten und Die Eisenbahnen bemühen sich, ihren Dienst allmälig wieder zu regeln. Täglich finden Austheilungen von Lebensmitteln statt, welche England geschickt hat. Die Armen machen am VertheilungSplatze oft bis 10 Stunden Queue. Oie englische Verwaltung hat die Vertheilunz dem Hause CopeStatre, Morc Crampton & Comp. anvertraut, dessen Direclor bet dem Ausgeben der Lebens­mittel persönlich zugegen und durch seine menschenfreundliche Thätigkeit sehr popu-

München, 18. Febr. Die schon ost erwähnte Angelegenheit des gegen das Unfehlbarkeitsdogma protestirenven Pfarrer- Renftle tn Mering bei AugS- bürg gestaltet sich immer schwieriger, so daß ein Einschreiten der Regierung aus die Dauer sich kaum wird umgehen lassen. Es kommt dort vor, vaß von dem Pfarrer oder seinen Kaplanen Vormittag- von der Kanzel gegen, von dem durch den Bischof aufgestellten Dicar Nachmittag- für die neue Lehre gepredigt wirb und vaß dabei selbstverständlich allerlei Verwahrungen und auch persönliche An­griffe mit unterlaufen. In der Gemeinde aber regen diese Verhältnisse immer mehr auf. Zum Schluß noch die Neuigkeit, daß wahrscheinlich in Folge de- Meringer Conflicts der Bischof von Augsburg ferne Stelle aieberlegen wird.

Amiens, 22. Febr. General Chanzy hat einen Tagesbefehl an die Armee erlassen, worin er dieselbe auffordert, sich zum Kampfe bis zum Messer bereit zu halten, wenn Deutschland beabsichtige, Frankreich zu vemüthigen. Frankreichs Gebiet müsse eben so intact bleiben, wie feine Ehre.

Cherburg, 22. Febr. Die Armee Faidherbe- trifft zur See von Dün­kirchen em, um' Chanzy zu verstärken.

London, 22. Febr. Unterhaus. Rathborne fragt, ob die anglo ameccka- Nischen Commissäre Instructionen erhalten haben, um auf Veränderungen de- internationalen Seerechts hinzulvirken, welche die Gefahr einer Collision zwischen Neutralen und KnegSführenven auf das geringste Muß reoucirtn. Gladstone verweigerte eine Veröffentlichung der Instructionen; aber eine Verbesserung sei wahrscheinlich. Oberhaus. Malmesbury fragt, warum der englische Consul während Der Belagerung von Paris abwesend war. Das Bombardement sei ein Schandfleck Preußens. Granville sagt, die französische Regierung habe den dringenden Wunsch geäußert, daß N chtkämpfer von Paris abretsen. Die An- klage Lyons im Unterhaus fei durchaus unbegründet. Derselbe habe sich anders­wo nützlich machen können. Consul Aslee und Oberst Claremont seien bis De- cember geblieben. Spätere Informationen wären ohne Werth gewesen. A-lee sei nach Pari- zurückzekehrt.

Loudon, 22. Febr. DerDaily Telegraph" constatirt in Betreff der Pariser Wühlen, daß von 547,818 Wähler, die eingeschrieben sind, nur 328,970 an der Abstimmung Theil genom nen haben. Es resultirt also daraus 220,009 Wahlenthaltungen. Da nicht eine Stimme der rothen Partei gefehlt hat, so darf angenommen werden, vaß die Gleichgiltigkeit Der gemäßigten Elemente die Ursache Des erhaltenen Resultates ist. W.nn die Gemäßigten ihre Lage ge- wirrbigt und ihre Stimmen abgegeben hätten, würde die ganze liberale Liste, an­statt der rothen, vurchgegangen sein.

Telegraphische Depeschen.

+ Berlin, 22. Febr. DieProvinzialcorrespondenz" sagt: Die deutsche Reichöregierung hat die Forderungen, welche sie im Interesse einer gerechten Ent» schädigung Deutschland-, sowie einer zukünftigen Sicherheit stellen muß, so bestimmt auf da- Maß des Unerläßlichen beschränkt, daß es für d.e französischen Unter­händler in der Hauptsache sich nur um einen raschen, festen Entschluß handeln kann. Nur falls bei Ablauf des Waffenstillstandes die Forderungen Deutschland- im Wesentlichen bereit- angenommen sind, wird möglicherweise eine nochmalige Frist von einigen Tagen zum definitiven Abschluß gewährt. Die Regierung hat in der Zuversicht auf das Gelingen der Friedensverhandlungen Vertreter der süd­deutschen Regierungen zugezogen. Die nächste Woche wird, wenn die bisherigen Anzeichen nicht trügen, die Grundlagen des wiederhergestellten Friedens bringen.

A Stuttgart, 23. Febr. Heute reifen Major von Steinheil und Adju­tant Fränzinger nach Versailles. Der König in Begleitung de- Kriegministers v. Suckow reifen morgen ebenfalls dahin.

Hamburg, 23. Febr. Die Norddeutsche Bank hat in ihrer General­versammlung für die deutschen Verwundeten 30,000 Bankomark mit allen gegen 2 Stimmen bewilligt.

A Paris, 22. Febr. DerRappel" sagt: Man hofft, daß in der ersten Zusammenkunft Thier- mit Bismarck eine Uebereinstimniung über^i^auvtsacb-

lär unter der Masse geworden ist.

A Loudon, 22. Febr. Es verlautet, daß Baude Frankreich auf der Lon­doner Conferenz vertreten wird.

A London, 23. Febr. Aus Versailles wird unterm 22. Febr. gemeldet: Der Kaiser hat Thiers heute um 10 Uhr Morgens im Präfecturgebäudc em­pfangen. General Chanzy war zugegen. Der Friede wird als geschlossen be­trachtet, wenn er auch noch nicht unterzeichnet ist. General Chanzy hat den Kronprinzen besucht. Am nächsten Sonntag wird wahrscheinlich in ruhiger Weise ohne alle Triumphfeierlichkeiten der Einzug der deutschen Armee in Paris statt- finden. Die Truppen werden nicht lange in Paris verweilen.

Privatdepesche des Gießener Anzeigers.

A Bordeaux, 23. Febr. Die Friedensbedin­gungen sind von den beiderseitigen Bevollmächtigten festgestellt, über die Garantie der Kciegskostenent- schädigung ist »na» noch uneins. Der Vertrag wird heute noch unterzeichnet werden.

(Ei »gesandt.)

Ein Kunstgenuß seltener Art steht am Montag Abend den 27. d. M. dem kunstsinnigen Pnbliku n Gießens bevor! Herr Robert Dietz- wird mit gütiger Bewilligung des Herrn Hugo Waier, Direktor dec Berliner Tb-ater-Akasemie, dessen berühmte- W rk:Hchenzollern und die Bonaparte'-" die Ehre haben, vorzutrazen'. Die Dichtung selbst ist erschienen kurz vor Ausbruch des Kriege- mit Frankreich, und wird dadurch um so interessanter, weil der Ver­lauf de- Kriege- mit den meisten Punkten der Dichtung übereinstimmt!

Herr l)r. Eduard Schul; au- Berlin hrt mehrfach die Gelegenheit genommen, sich in derNeuen Preußischen Zeitung" darüber au-zusprechen, und geben wir hier einige- wieder.

Ec sagt: Keine Literatur der Welt hat so großartig entsetzliche Fantastegemälde aufzu- weisen, wie die zweite und dritte Abtheilung diese-Traume-!" Und dann vom vierten Bilde an diese absoluten Gegensätze zu dem Vorhergehenden.

Diese deutsch patriotische Begeisterung für den geistreichen Beruf der Hohenzollern: Deutschland zu einen! Und doch Alle- nur streng historische Thatsachen in diesemTraume" ! Diese Schilderung de- Mausoleum- im Gegensätze zu Napoleon- Grabmal im Dom der Inva« libt-n ! Diese wunderbare Schilderung de- die düsteren Wolken durchbrechenden Vollmonde-, der Mondnacht-ruhe, des anbrechenden MorgenrotheS! Diese imposante, überwältigende Schilderung der Gott-Erscheinung! Wer da- nicht gehört hat, der kann sich davon keine Vorstellung machen!

Freilich, eine gewisse, tn Berlin leider allzu verbreitete Sorte vonGebildeten" hört «S und kann sich doch keine Vorstellung davon machen, sondern amusirt sich, wie in einer klasi fischen Tragödie. Diese SpecieSGebildeter" thut besser, ihre Bildung in ein Possen-Theater zu tragen. Wer aber Großartiges, GdleS, poetisch Schöne-, Patriotisches durch Denken und Fühlen tn fich auszunebmen vermag, der versänme nicht, diesen Vortrag anzuhüren.

NB. Auch hören wir so eben, daß Herr Dtetze dem hiefigen Zwetg-Verein für Kranke und Verwundete die Anzeige gemacht, demselben einen bedeutenden Theil de- R.ingcwinneS diese- Vortrage- zukommen zu lassen, und dürfte deßhalb schon dem humanen Künstler eine rege Be­theiligung von Seiten de- Publikum- gesichert sein!

Fri sch b ä ckcr zu Gießen.

Sonntag den 26. Februar. Friedrich Zülch Wittwe auf dem Seltersweg, Carl Wallenfels an der Wettergasse und Carl Löber am Lindenplatz.

Kirchliche Anzeige

der evangelischen Gemeinde zu Gießen.

GotteSdtellst:

arm KehruaY ! Morgens: Pfarrer Landmann.

Am 26. Februar. j Nachmittags: Pfarrer Dr. Seel.

Die Pfarrgeschlifte für die Woche vom 26. Februar bis 4. März besorgt Pfarrer Landmann.

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