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Expedition: Lanzleiberg Lit. B. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Hießen.
Ne. " Samstag den 24. Ju«i ' 187 1
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Brodpreife von» 24. Juni bis 1. Juli 1871,
nach eigener Erklärung der Bäcker:
Amtlich er Tb e t k.
B e k a n n t m a ch u n g.
Betreffend: Den Verkehr mit Wagen in der Stadt Gießen während des Ginzugs des 2. Regiments.
Um Störungen und Beschädigungen während des bevorstehenden Einzugs des 2. Regiments zu verhüten, wird auf den Antrag der Gemeinde- und hpr ^ßolucifteböibe bierburd) auf ®ruiib des 12 9?r. 2 bei =£inftruction beftinunt. „
v ö Der Nerkebr mit Fuhrwerk jeder Art in ber Stabt Gießen auf bem Seltersweg, bem Kreuz, ber Mausburg, bem Marktplatz, bem Kirchen- platz, dem Lindenplatz, der Wallthorstraße bis zur Brandgasse, der Brandgasse und dem Brand ist am 26. Juni d. I. von 10 Uhr Vormittags brs nach vollenbetern Einmarsch bes Regiments bei Vermeibung einer Strafe von 1 bis 5 fl. verboten.
Gießen, den 23. Juni 1871. ' Großhcrzogliches Kreisamt Gießen.
p v. Starck.
Polizeiliche Bekanntmachung.
Das Schieße»» tu der Stadt und deren Umgebung betreffend.
Da bei Einzelnen die Meinung verleitet ist, daß bei dem bevorstehenden Freudenfeste das Schießen in der Stadt und deren Umgebung geduldet werde, machen wir daraiif aufmerksam, daß bei dieser Veranlassung das Schießen um so weniger stattfinden darf, weil es im Gedränge vieler Menschen Unglücksfälle herbeiführen mochte.
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sältigung unserer EommunteationSmittel.
Wir haben schon wiederholt daraus hingewiesen, daß von einer russisch' preußischen Allianz, von welcher die clerikalen und welfischen kreise sich mit beson-
btscheinigen. Wilhelm." , .
Die berliner MilitärverwaltungSbehorde geht letzt mit dem freihändigen Verkauf der auf den Südsort- von Pari- erbeuteten Schußwaffen älterer Eon-
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23. Juni. 1
+ Die Dotations-Angelegenheit bildet noch immer den Gegenstand lebhaftester I Erörterung in Berliner politischen und militärischen Kreisen; vor Allem ist man? sehr neugierig zu erfahren, ob denn wirklich der König von Bayern den Wunsch i zu erkennen gegeben hat, daß bayerische Generale nicht dotirt werden möchten, wie vielfach und mit großer Bestimmtheit behauptet wird. Wir können diese Neu- ! gierde befriedigen, indem wir versichern dürfen, daß an hoher Stelle in Bayern niemals ein solcher Wunsch geäußert worden ist. Die Generale v. d. Tann und v. Hartmann sind den Generalen v. Göben und v. Manteuffel völlig gleichgestellt in der Dotationcquote; richtig ist außerocm, daß auch die drei süddeutschen Kriegs- mtnister an der Vertheilung der vier Millionen partizipiren. Dotirt werten demnach folgende Personen: Feltmarschav Moltke, die Kriegsminister von Noon, von Prankh, von Wagner, von Fabrlce und von Beyer, die Generale von Werder, von Kirchbach, von Göben, von Manteuffel, von Zastrow, von Voigt Nheetz, von Fransecky, von Hartmann, von der Tann, und endlich der Staatsminister Delbrück.
Ueber die Organisation de- neuen Reichs-VerkehrSwinisterium- ist noch nichts im Bunde-rathe bestimmt, ja e- ist zur Zeit noch nicht einmal eine Derathung darüber gepflogen worden; eS sind jedoch, wie uns mitgetheilt wird, von 'verschiedenen Seiten her über diesen Gegenstand dem Bundeskanzleramte Denkschristen eingereicht, welche die Mißstände de- gegenwärtigen Verkehrswesens, namentlich die mangelnde Kanalisation, die ungleichartige Organisation des Eisenbahnwesens u. s. w. Eine wesentliche Herabsetzung der Eisenbahntarife soll dagegen von keiner Seite in Aussicht genommen worden sein, was aus'- Tiefste zu beklagen ist, denn die deutschen Tarife sind so ziemlich die höchsten in Europa, während doch der Wohi stand der deutschen Staaten demjenigen der meisten übrigen Länder nachsteht, nun* pesten- den letztem nicht übertrifft. Unserer Ansicht nach könnte und müßte der Eisenbahnfahrtarif für die dritte Klaffe aus 2 Sgr., für die vierte Klaffe auf fi/3 Sgr. pro Meile herabgesetzt, die Stehwagen ganz abgeschafft werden. Die Dividenden der meisten Privatbahnen sind so außerordentlich hoch, daß selbst eine Verringerung der Einnahmen — die bei der voraussichtlichen Steigerung der Fre- quenz durch billigere Fahrpreise kaum zu prognosticiren sein dürste — die Aktionäre keineswegs empfindlich treffen würde; was aber die Staatsbahnen anbelangt, so müßte deren Zahl bedeutend vermehrt werden. Hier darf nicht allein das finauztelle Interesse allein den Ausschlag geben, sondern die politischen, militärischen und kommerziellen Interessen sind in erster Linie zu berücksichtigen; es wurde daher ungleich vortheilhaster sein, einen Thetl der französische» Contribution-gelder zur Herstellung von Eisenbahnlinien zu verwenden, als dieselben in dem Staatsschatz für ausschließlich militärische Zwecke disponibel zu erhalten. Werden roch gerade auch die militärischen Interessen wesentlich gefördert werden durch die Vervicl-
derer Vorliebe unterhalten, nicht im entferntesten die Neve sein kann; die persönlichen Gesinnungen de- Kaisers Alexander von Rußland geben doch sicherlich keine Bürgschaften für die Dauer der augenblicklich freundschaftlichen Beziehungen zwischen Berlin und Petersburg, ganz abgesehen davon, daß zwischen den nationalen Interessen der Helden Reiche gar kein innerer Zusammenhang entdeckt werden kann. Um so mehr muß es befremden, daß ein Blatt, wie die „Magdeburger Zeitung", sich entrüstet fühlt über t>ü Aeußerung des Fürsten Reichskanzler-, die derselbe dem General Klapka gegenüber in Betreff einer russisch-deutschen Allianz gethan haben soll und wonach die Beziehungen der beiden Nachbarländer al- precär bezeichnet werden. Der Berliner Correspondent der „Magdeb. Zeitung", welcher dieserhalb dem Fürsten Bismarck ein testimonium pauperlatis au-stellt, scheint in der That an der fixen Idee zu kranken, der Rctchskanzler müsse, um sich seinen Ruf als genialer Staatsmann zu erhalten, immer genau so benfen wie er, Der Eorrespondent, obwohl er, wenn nicht . nderSwo, so doch im Reichstage drs Erfahrung gemacht haben mußte, raß Fürst Bismarck sich nicht von ihm am Gängelbande führen läßt.
3m Eours-Bureau des Generalpostamts ist eine Post- und Eisenbahnkarte von Elsaß und Deutschlothringen bearbeitet worden, welche binnen Kurzem zur Ausgabe gelangen wird. Diese neue Karte soll auch an daS Publikum käuflich zum Preise von 20 Sgr. pro Exemplar abgelaffen werden, und sind Bestellungen darauf bei den Postanstalten zu machen. - ,
Die Allerhöchste CabineiSortre, durch welche den in franzchifche Kriegs, gefangenschast Gerathcncn die Zeit dieser Gefangenschaft als Dienstjkil angercchnet wird, ist vom 18. Mat d. I. datirt, an den Kricgömimster gerichtet und lautet: „Auf Ihren Anirag genehmige Ich im Verfolg Meiner am II. »- M. an S,e gerichteten Ordre ausnahmsweise, daß den während des letzten Kriege« m fran» zösische Kriegsgefangenschaft geratenen Osfizierev, Beamten und Mannschaften, sofern ihnen in Gemäßheit jener Meiner Ordre das juständige Geha bezw. die chargewäßige Löhnung für die Zeit der Gefangenschaft gezahlt ist, auch bei Fest, stellung der Ansprüche auf da« DienstauSzeichnungSlreuz und die DienstauSzetchuung, sowie bei ber Pensionirung die Zeit der Gefangenschaft al« Dienstzeit angerechnct werden darf. Die vorgesetzten Generalkommandos bezw. die betreffenden Vorgesetzten haben in jedem derartigen Falle die Zulässigkeit dieser Anrechnung zu
struction vor. Ein Auktionator in Berlin brachte dieser Tage mehrere tausend Stück kleine, recht sauber gearbeitete PerkusstonSgewehre mit Bayonnet und ebenso viek . kurze plumpe Reittrpistolen von ungeheurem Kaliber, sämmtltch ganz neu und noch * gar nicht gebraucht, unter den Hammer, von denen die Gewehre zum Preise von ‘ 2 Thlern da- Stück, die Pistolen zu 1 Thaler, willig Nehmer fanden.
f Der Kaiser hat, wie schon bekannt, die beabsichtigte vorläufige Reise nach


